Namib Rand – Sossusvlei

Wir standen wieder um 5:30 Uhr auf, denn im Osten deutete sich ein weiterer wunderbarer Morgen an. Wir fuhren zur Düne und wanderten ein wenig auf Motivsuche umher. Dieses einzigartige Namibia Licht und die Farbenpracht der roten Dünen im grünen Gras unter einem stahlblauen Himmel ist kaum zu beschreiben. Aber deshalb fotografieren wir es ja auch:-)

Die Zeit verging wie im Fluge und wir sahen immer mehr Details. Viele Spuren überzogen den Sand von Vögeln, Klopfkäfern, Füchsen und Antilopen. In den hohen Gräsern gab es einige für Sandra hässliche und für Gerd sehr schöne Wespenspinnen (Argiope australis), denen er sich ausgiebig widmete.

Gegen acht Uhr waren wir zurück am Haus und Gerd pumpte mit dem Kompressor die Reifen wieder auf 2.1 Bar auf, während Sandra die Sachen packte und das Frühstück vorbereitete. Wir mussten für unser Ei, Speck und Würstchen wieder unseren Gaskocher nehmen, aber was das war ja kein Problem. Wir frühstückten gemütlich und hörten dann auch schon Ricardo kommen. Die Zeit des Abschieds nahte! Wie schade, es ist immer wieder so eine schöne Zeit im Hideout und der Abschied fällt uns stets schwer. Wir werden bestimmt nochmal zurück kehren – es ist einfach ein magischer Ort.

Eine kurze Plauderei mit Ricardo – er bekam natürlich auch einen grosszügen Tip – und wir machten uns auf den kurzen, 110 km langen, Weg Richtung Sesriem.

Der Pad zurück zur Strasse war nur noch ein wenig schlammig und gut befahrbar und wir legten die 16 km bis zur C14 zügig zurück. Auf dem Weg nach Sesriem begegneten wir einer Herde Zebras und der erste Blick auf die hohen, roten Dünen des Sossusvlei Gebietes war wie immer atemberaubend schön. Bei einem Stop fanden wir Wilden Sesam (Sesamum capense), den wir trotz des Windes fotografieren konnten. Eine blühende Wüste – wunderschön!

Am Mittag erreichten wir Sesriem, wo wir an der Rezeption am Gate unsere Permits für heute und morgen kauften. So mussten wir morgen früh nicht noch extra warten; das Tor öffnet ja erst um 6:15 Uhr und das erste Morgenlicht ist dann schon fast vorbei.

Wir fuhren 3 km weiter zum Desert Camp, das unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte sein sollte. Das Desert Camp gehört zur Sossusvlei Lodge und ist eine Selbstversorgerunterkunft mit recht viel Charme. Es ist eine Zeltunterkunft mit grossem Doppelbett, Sofa und Schrank und einem sehr geräumigen, gemauerten Bad. Draussen gibt es eine Veranda mit Tisch und Bänken, einem Braai Platz und einer kleinen Kitchennette, die sich unter einem Zelt verbirgt. Da das Desert Camp für Camper ausgelegt ist, gibt es keinerlei Küchenzubehört wie Teller, Tassen oder Besteck, was für uns jedoch keine Problem war.

Nachdem wir unsere Lebensmittel in den Kühlschrank geräumt hatten, fuhren wir dann in die Sossusvlei. Wir sind nun bereits das dritte Mal in der Sossusvlei, aber die Faszination für diese 150 bis 200 Meter hohen roten Dünen ist ungebrochen. Für Sandra gibt es kaum etwas Schöneres auf der Welt, als in dieser Dünenlandschaft zu sein.

Nach 21 km erreichten wir die Flussüberquerung des Tsauchab, der immer noch fliessendes Wasser führte. Wir hielten uns dort eine Weile auf, denn ein Wasser führender Tsauchab River ist schon etwas sehr spezielles. Es muss wirklich enorme Wassermengen geregnet haben vor drei Tagen!

Das Licht wurde ab 16 Uhr brauchbar, als wir die Düne 45 erreichten. Im Gegensatz zum morgentlichen Umtrieb, ist dort Nachmittags nichts los und die Spuren der früheren Besucher bereits wieder vom Winde verweht. Wir stiegen die Düne hinauf, was recht anstrengend war, aber oben angekommen, wird man für alle Mühen belohnt, denn die Aussicht über die Dünen ist schlichtweg hinreissend schön. Wir kamen uns ganz klein vor, als wir allein auf der hohen Düne sassen und die ruhige Atmosphäre in uns einsogen, bevor wir an der Seite der Düne einfach auf dem Hosenboden zu Tale rutschten und zurück zum Hilux gingen.

Die Fahrt zurück gingen wir sehr langsam an und machten viele Fotostopps. Das Licht und die Schattenspiele auf den Dünen werden nie langweilig und wir genossen diese eine intensive Stunde sehr. Leider hatten wir nicht mehr Zeit, da das Gate bereits um 17:30 Uhr zum Sonnenuntergang schliesst und so jagte Sandra die Strecke schnellstmöglich zurück.

Zurück im Desert Camp stand das Grillieren an; diesmal wieder mit Holzkohle. Die Pyramide brannte auch recht gut und nach einer Stunde hatten wir Glut. Meine Güte, das war ja mal was völlig Neues!! Wir hatten am Nachmittag Oryx und Kudu Fleisch bestellt und es gelang uns tatsächlich, beides auf dem Braai zu grillieren. Es dauerte allerdings etwas länger, weil es doch etwas wenig Glut war. Tja, lang übt sich, wer ein perfekter Camper werden will…:-)

Müde fielen wir dann in die gemütlichen Betten, denn morgen sollte der Tag ja wieder früh beginnen.

Highlight des Tages: Dünen, Dünen, Dünen!

Fotos aus der Sossusvlei: Sossusvlei Fotogalerie Teil I

Vorschaufotos:

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