Kalahari Farmhouse – Anib Lodge

Gut geschlafen hatten wir beide nicht in unserer ersten Nacht im Dachzelt. Wir waren oft wach und das Schlafen im Schlafsack war erstmal wieder gewöhnungsbedürftig. Trotzdem waren wir einigermassen ausgeschlafen und bereiteten unser Frühstück aus Bohnen in Tomatensauce, Spiegelei und Speck zu. Die Sonne wärmte uns bald und trocknete den Tau der Nacht.

Wir hatten uns dazu entschlossen, eine Nacht in die Kalahari Anib Lodge zu ziehen, um den Sundowner Game Drive in die roten Kalahari Dünen mitzumachen. Es gab leider keine Möglichkeit, dies individuell selber zu fahren.
Die Leute im Farmhouse waren so nett und arrangierten den Tausch für eine Nacht für uns und wir packten unsere Campingausrüstung zusammen. Das Dachzelt erstmalg einzupacken dauerte knappe 15 Minuten – na, da geht aber noch was!

Bereits um halb zehn Uhr waren wir an der Kalahari Anib Lodge, wo man uns erwartete und wir unser Zimmer bezogen. Die Anib Lodge ist ein klassisches Touristen Durchgangshotel, wo auch oft Gruppen für eine Nacht bleiben. Wir hatten Glück und es wurden für heute keine grossen Gruppen erwartet.

Es gibt verschiedene Wanderwege in der Umgebung und wir zogen bald los. Das Gras stand aufgrund der vielen Regenfälle der vergangenen Monate sehr hoch und die ganze Umgebung war eher grün als das vertraute Gelb, das wir von unseren vorherigen Reisen kannten. Schnell sahen wir die ersten Springböcke, die vor uns über die Pad sprangen und im Tal, wo es Wasser gab, tobten zwei Regenpfeifer herum. Wir machten eine kurze Rast und wurden überraschend von zwei Gruppen Kuhantilopen rechts und links passiert. Schöne grazile Tiere!

Kurz nach der Pause trafen wir dann auf unseren persönlichen Carlos. Carlos heisst das Erdmännchen mit dem traurigen Schicksal aus dem Buch “Hummeldumm”, aber unser Carlos mümmelte zum einen zufrieden seine Wurzeln und posierte geduldig für uns. Zum anderen handelte es sich bei unserem Carlos um ein Kap-Borstenhörnchen, aber er erinnerte uns sehr an das Buch und es tat unserem Erlebnis keinen Abbruch – was für ein niedliches Kerlchen er doch war! Glücklich war er auch, würde ihm doch Carlos’ Schicksal so oder so sicher erspart bleiben:-)

In der Ferne erspähten wir eine Gruppe Streifengnus, die vor uns kaum Scheu hatten und uns aus dem Wege gingen, als wir näher kamen. Viele Vögel, Springböcke und auch die vielen blühenden Blumen, wie die Große Wüstenkorbblume (Tripteris microcarpa), begeisterten uns. Auf dem Boden huschten Geckos und endlich einmal stand einer der Jungs für Gerd Modell und er fotografierte den kleinen Kerl ausgiebig. Als wir zurück zur Lodge wanderten, trafen wir Gernot und seine Frau Ingrid, die wir als sehr nette Landsleute kennen lernten. Der Rückmarsch war daher sehr kurzweilig und nach einer erfrischenden Dusche war es auch schon Zeit für den Sundowner Game Drive.

In unserem Wagen fanden sieben Leute ausreichend Platz und unser Guide Deon lenkte den umgebauten Landrover zu einem Kameldornbaum mit einem sehr grossen Webervogelnest. Zu aller Überraschung schlängelte sich im oberen Bereich eine Kapkobra durch das Nest, um Eier und Jungvögel der kleinen Webervögel zu erbeuten. Die Kapkobra gehört zu den giftigsten Schlangen; schade um die süssen Vögel

Die Schlange wurde ausgiebig bewundert und wir setzten die Fahrt fort. Mittlerweile kam die Sonne durch die Wolken und wir hatten das schönste Abendlicht, in dem Springböcke und Oryx Antilopen die Kulisse bildeten. Was für ein Genuss!!

Es gibt anscheinend nur einen Ort, an dem Giraffen zu finden sind und genau dort hatte sich ein anderer Landrover der Anib Lodge im Schlamm festgefahren! Die anderen Fahrer waren zwar voller Schadenfreude, aber natürlich sofort hilfsbereit und Deon funktionierte kurzerhand einen ausgedienten Plastikschlauch zu einem Abschleppseil um. Ein wenig wunderte es uns schon, dass alle Fahrzeuge ohne Seil unterwegs waren, da es doch viel Regen gab in der letzten Zeit und es einige schlammige Stellen gab.

Doch Ende gut, alles Gut und alle Teilnehmer konnten die Fahrt fortsetzen, bis wir die rote Düne für den Sundowner erreichten. Vorher hielt Deon nochmals an, um uns ein wenig von der Kalahari Wüste zu erklären. Sandra konnte kaum zuhören, zu schön waren die grünen Bienenfresser anzusehen, die neugierig um Deons Kopf kreisten. Was für schöne kleine Juwelen!

Auf der Sundowner Düne erwartete uns eine kleine Bar und wir suchten nach Motiven für das schöne Abendlicht. Dies war recht schwierig und so konnten wir auch nur einige Schnappschussaufnahmen machen und ansonsten den Wein beim Sonnenuntergang geniessen. Es war fast schon “Hummeldumm”-lustig, wie alle anderen aufgereiht wie an der Leine mit ihren Foto- und Videokameras auf der Düne standen und gegen die untergehende Sonne fotografierten und filmten:-)

Die Fahrt ging geschwind zurück und Sandra flogen die Pollen nur so gegen das Gesicht. Das sollte sich rächen und zurück in der Lodge hatte sie dann auch den dementsprechenden Allergieanfall. Die mitgenommenen Schwarzkümmelkapseln halfen einigermassen und wir konnten frohen Mutes zum Abendessen schreiten.

Wir teilten einen Tisch mit Gernot und Ingrid und verbrachten einen sehr unterhaltsamen Abend bei einem guten Menü. Es gab noch einen kleinen Absacker und wir tauschten unsere Email-Adressen aus, bevor wir müde zu Bett gingen.

Highlight des Tages: die Oryx-Antilopen und die Bienenfresser

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