Im Zauberwald

Als wir nach dem anstrengendem Vortag ziemlich spät erwachten, fielen Regentropfen gegen die Fensterscheiben. Wir gingen zum Frühstück ins Haupthaus, das als traditionelles kontinentales Frühstück serviert wird: Brot, Butter, Marmelade, Aufschnitt, Käse, Joghurt, Müsli, Kaffee und eine Auswahl an Tee. Verschieden Arten von Eiern wie Spiegelei oder Rührei können bei der netten Dame aus der Küche bestellt werden.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Ribeira Brava, machten in einem Supermarkt ein paar Einkäufe und kauften in einem Telekommunikationsladen eine SIM mit Internet Prepaid Tarif für mein Smartphone. Der Supermarkt am Rand von Ribeira Brava war riesig und wir fanden dort alles, was wir brauchten, so dass wir nach einem Tankstop schnell zum Apartment zurückkehren konnten. Wir kochten noch schnell eine Pasta Bolognese zum Mittagessen, machten noch eine kurze Pause und fuhren dann los zum Zauberwald nach Fanal auf dem Plateau von Paul da Serra.

Das Wetter war noch ein wenig unbeständig, doch das waren genau die Bedingungen, die ich mir für den Zauberwald mit den uralten Lorbeerbäumen (Laurel laurisilva) gewünscht hatte. Als wir den Zauberwald erreichten, kam und ging der Passatnebel in ständigem Wechsel und im Nebel – der eigentlich tief liegende Wolken sind – entfalteten die Bäume ihre ganze Magie. Es war schon sehr speziell, inmitten der uralten Bäume zu stehen, wenn der Nebel mystisch um die Bäume wabert – ich wäre auch nicht sonderlich überrascht gewesen, wenn plötzlich ein Kobold um einen Baum geschaut hätte, um Hallo zu sagen!

Es ist nur etwas Schade, dass anscheinend viele weibliche Touristen diese schönen alten Bäume (und nicht nur diese an diesem Ort…) als Toilette missbrauchen. Papiertaschentücher lagen unter vielen Bäumen – das Foto ist nur ein Beispiel und ich musste dafür auch nicht lange suchen. Dieses Verhalten ärgert mich schon seit langem in den Touristengegenden (und nur dort!) in meiner Heimat Schweiz, so dass ich an dieser Stelle mal eine Bitte an alle Ladies richten möchte: kleine Plastikbeutel (z.B. Frühstücksbeutel) oder einfach nur Slipeinlagen sind eine grossartige Erfindung der Neuzeit – bitte benutzt diese, anstatt die Papiertaschentücher in die Natur zu werfen!!!

Trotz der Kälte und leichtem Regen genossen wir es zwei Stunden lang, den Zauberwald zu fotografieren, bis sich der Passatnebel ganz plötzlich auflöste und wir zurück zum Auto gingen.

Es fing wieder stärker an zu regnen und es gab keine Hoffnung auf ein schönes Abendlicht und so schauten wir ein wenig Fernsehen bevor wir früh zu Bett gingen.

Highlight des Tages: der Zauberwald im Fanal

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

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