Im Flysch Rausch…

Der Wecker klingelte wie immer früh und ich fuhr ein paar Kilometer die Küste entlang Richtung Deba, bis ich einen Aussichtspunkt erreichte. Der Blick über die Steilküste ist atemberaubend und der Himmel hatte eine wunderschöne rote Färbung. Ich änderte meinen Standpunkt auf einen anderen Aussichtspunkt, als vier junge Männer ankamen. Heute war Feiertag und kaum Autoverkehr und ich fühlte mich so ganz allein in der Dunkelheit etwas unwohl. Es war vielleicht völlig unnötig, aber man kann nie wissen… Ich machte noch ein paar Fotos in der Morgendämmerung und fuhr kurz nach Sonnenaufgang zum Hotel nach Getaria zurück.

Die freundliche Dame hatte schon unser herzhaftes Frühstück vorbereitet; heute mit einem ziemlich leckeren Schokoladenkuchen – hmmmm!!

Wir hatten von einem spanischen Fotografen von einem Strand namens Sakoneta bei Itxaspe gehört, wo der Flysch in einem grossen Gebiet zu finden ist und so wollten wir diesen Strand suchen. Wir fanden ihn auch dank Google Maps ziemlich schnell und erreichten den Strand nach einer kurzen Wanderung vom Parkplatz aus. Der Flysch hier war in der Tat grossartig und einige Stellen zeigten sogar noch etwas Moos. Es war Ebbe und ich fand es ziemlich schwierig, den Flysch ohne Wasser ansprechend zu fotografieren. So machte ich nur einige Nahaufnahmen, die mich jedoch nicht wirklich zufrieden stellten und zog schliesslich ans andere Ende der Bucht, wo das Wasser bereits wieder auflief. Und was war das dann für ein Spass! Ich spielte mit Ultralangzeitbelichtungen und hatte viel Freude daran, verschieden Kompositionen auszuprobieren. Der Flysch ist herrlich und so voller details – ein Besuch ist nun wirklich nicht ansatzweise ausreichend, es ist nur ein Kratzen an der Oberfläche. Ich hatte noch nichtmals die Zeit, mich auf die Details zu konzentrieren, da ich so mit den Langzeitbelichtungen beschäftigt war und es dann leider anfing, stark zu regnen. Dies war ein Problem, da jeder Regentropfen auf dem ND Filter auf dem Foto zu sehen ist und das Bild ruiniert. So gingen wir durch den Regen zurück zum Auto, was eine gute Entscheidung war, denn es regnete bis nach Sonnenuntergang!

Wir fuhren zurück nach Zumaia zu dem kleinen Restaurant, wo wir freundlich begrüsst wurden. Es gab heute am Feiertag kein Tagesmenü, aber die Fischgerichte, die wir auswählten, waren von fantastischer Qualität. Wir genossen das Essen (natürlich bei Txakoli…) ausgiebig – es gibt einfach kein schlechtes Essen im Baskenland, wirklich nicht!

Trotz des Regens wollte ich nicht aufgeben und wir gingen nach dem Essen nochmals an den Strand von Zumaia und ich versuchte einige Aufnahmen, während Gerd einen Regenschutz hielt. Aber es war einfach nicht möglich, ein gutes Bild zu erzielen, weil es zu stark regnete und windete. So packten wir unseren Kram wieder ein und fuhren zurück nach Getaria. Natürlich mussten wir heute ein letztes Mal in unsere kleine Bar, wo wir von Pedro freudig begrüsst wurden. We probierten noch eine weitere Txakoli Sorte und nahmen dazu spanischen Rinderschinken, der in Olivenöl und mit schwarzen Pfeffer serviert wurde. Was für ein leckeres Mahl! Pedro gesellte sich für eine Unterhaltung zu uns und offerierte drei Sorten Anchovies, die Gerd alle gern mochte, aber für mich doch etwas zu speziell waren. Später, nach dem dritten Glas Wein, kam Pedro nochmals mit einem tollen Schmankerl: einer Schere einer Ochsenkrabbe, dessen Fleisch absolut schmackhaft war. Ich hatte so etwas noch nie zuvor probiert und wusste gar nicht, wie man so etwas mit dem merkwürdigen Werkzeug isst, aber Gerd zeigte mir den Trick und wir genossen diese Köstlichkeit beide sehr. Was ich mittlerweile alles so esse…! Pedro ist ein sehr sympatischer Mann und wir tauschten E-Mail Adressen aus. Wir hoffen, dass wir bald ein paar Flaschen Wein bei ihm bestellen könne, denn in kurzer Zeit wird sein Online Shop eröffnet. Ich kann es nur wiederholen: die Basken sind ein sehr gastfreundliches und fantastisches Volk – sehr schwer zu toppen!

Wir gingen schliesslich zurück zum Hotel, sagten unserer netten Dame gute Nacht und gingen nach dem obligatorischen Bad im Jacuzzi ziemlich müde schlafen.

Highlight des Tages: Flysch und Pedro’s Gastfreundschaft

Fotogalerie:

Diesen Beitrag gibt es auch in: Englisch

F a c e b o o k