Ein perfekter Tag

Heute standen wir beide eine halbe Stunde früher auf und fuhren nach Ribeira da Janela, um Neptune’s finger cliffs im Morgenlicht zu fotografieren. Wir waren diesmal pünktlich und uns gelangen einige stimmungsvolle Aufnahmen während der blauen Stunde. Die See war heute ruhiger als gestern, aber die Brandung war immer noch stark genug, um die Lavasteine malerisch zu umspülen.

Wir kosteten die Stunde bis Sonnenaufgang voll aus und fuhren dann langsam zurück nach São Vicente. Unterwegs machten wir einen kurzen Halt in Seixal, wo die Sonne die vorgelagerten Felsen in ein wunderbares orangefarbenens Gegenlicht tauchte. Wir blieben eine Weile und schauten zu, wie die Wellen über die Lavasteine am Strand spülten.

Wir frühstückten, bereiteten Sandwiches zu und machten uns auf den kurzen Weg nach Lamaceiros, wo wir entlang der Levada ins Tal von Ribeira Janela wandern wollten. Diese Levada ist ziemlich breit und windet sich ohne merklichen Höhenunterschied durch das Tal, so dass es eine nette einfache, aber mit fast 14km lange Wanderung war. Es war sonnig als wir losgingen und der erste Teil des Weges führte uns durch einen schönen Eukalyptuswald, der bald von einem dichtem Lorbeerbaumwald mit vielen wunderschönen Farnen abgelöst wurde. Wir machten viele Fotostops, da die Aussicht auf das dichtbewachsene Tal und die üppige Vegetation geradezu dazu einluden, fotografiert zu werden! Es gibt vier malerisch gelegene Picknickplätze auf dem Weg und wir nutzten einen davon für unsere Mittagspause, die wir mit einer aufgeweckten Bande der Madeira Buchfinken teilten. Sie sind lustige kleine Kerle und haben überhaupt keine Scheu. Die mutigsten Finken nahm sogar einige Kerne direkt aus der Hand!
Wir gingen weiter und hielten immer wieder für Fotopausen an, so dass wir am Ende statt der regulären 1.5 Stunden über 2.5 Stunden bis zum ersten Tunnel benötigten! In der Zwischenzeit waren auch die Passatwolken in den höheren Lagen angekommen und wir entschieden uns, die Wanderung an diesem Punkt zu beenden, um in den Zauberwald zu fahren. So liefen wir zurück zum Parkplatz, machten unterwegs noch eine kleine Pause und fuhren hinauf in den Fanal.

Und es war die absolut richtige Entscheidung! Die Wolken waren sehr dicht und die Atmosphäre geradezu mystisch. Die Formen der alten Lorbeerbäume waren schemenhaft im Nebel sichtbar und führten zu einer fast geisterhaften Stimmung. Ich verschwand bald im Nebelwald und fotografierte drauf los, während Gerd in der Nähe des Parkplatzes blieb, um eine Familie Madeira Buchfinken anzulocken und zu fotografieren. Sie nahmen die Nahrung dankbar entgegen und posierten willig für Gerd, der ein paar richtig schöne Aufnahmen der attraktiven, süssen Finken machen konnte. Ich tauchte wieder aus dem Nebelwald auf und hatte mit Gerd zusammen grosse Freude an der Vogelparty, bis die Passatwolken wieder dichter wurden und ich erneut im Zauberwald verschwand. Diesmal hielten sie sich aber nicht sehr lange und wir fuhren noch zu einem anderen Parkplatz weiter unten an der Strasse, hatten aber auch dort kein Glück mehr und es blieb klar.

So fuhren wir zurück nach Ribeira da Janela und machten von einem Aussichtspunkt aus Abend- und Nachtaufnahmen der Nordküste. Hoch oben vom Dorf aus hat man einen grossartigen Blick auf die Küste von Seixal über São Vicente bis nach São Jorge weit im Osten und sogar die Inselgruppe von Porto Santo war klar in der Entfernung zu erkennen.

Wir fuhren glücklich und zufrieden zurück nach São Vicente und assen ein leichtes Abendessen mit Spiegelei und Brot. Was für ein perfekter Tag!

Highlight des Tages: einfach alles!

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012 – Teil III

Vorschaufotos:

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