Ein perfekter Tag im Namib Rand Nature Reserve

Der Wecker klingelte um 05:30 Uhr und ein kurzer Blick nach draussen versprach viel Freude: es war immer noch klar mit keiner Wolke am Himmel.

Nach einer kurzen Katzenwäsche sprangen wir in den Hilux und fuhren die 1,5 km bis zur grossen Düne. Das delikate Morgenlicht kurz vor Sonnenaufgang war einfach umwerfend schön und wir fingen an zu fotografieren als wären wir im Schlaraffenland für Fotografen. Die Sonne liess sich etwas Zeit, schaute dann aber über die Berge im Osten und wenig später waren die westlichen Berge in ein zauberhaftes rotes Licht getaucht. Wenig später glich die gesamte Dünenlandschaft einem Fotografentraum in Orange und Rot. Es war einfach nur traumhaft und es gab eine Fülle von Motiven. Es ist herrlich, früh morgens in so einem Licht allein in der Stille der Wüste zu sein! Wir vergassen fast zu fotografieren, denn wir waren schlichtweg überwältigt von dieser speziellen Stimmung und die Farbenexplosion war fast schon ein Overkill für unsere Sinne.

Nach einer halben Stunde fuhren wir ein paar Kilometer weiter und parkierten den Hilux für einen kleinen Spaziergang zu den hinteren Dünen. Auch dort fanden wir wunderschöne Motive in den Dünen und fotografierten die schöne gelbe Crotalaria damarensis, die überall auf den Dünen wuchs. Durch den Regen war die Natur erblüht und überall schossen Pflanzen aus dem Boden.

Wir sind sehr davon fasziniert, wie herrlich grün und blühend die Wüste sein kann und auch davon, wie sehr sich die Landschaft in den letzten acht Jahren gewandelt hat. Damals war es sehr spärlich bewachsen und das Gras war in der ausgedehnten Trockenheit von 2003 verdorrt und nur wenige Zentimeter hoch. Heute ist das Gras weit verbreitet, grün und kniehoch gewachsen.

Gegen acht Uhr kehrten wir für ein deftiges Frühstück zum Haus zurück. Heute gab es das ganze Programm mit Spiegelei und Speck, Würstchen, Bohnen und gebratenen Champignons. Lecker!

Ricardo kam gegen 10 Uhr zum Plaudern bei Milchkaffee und wir kauften zwei T-Shirts und eine Kappe vom Hideout. Das Licht war nun sehr grell und wir nutzten die Zeit zum Aufräumen und Relaxen.

Am Nachmittag fuhren wir dann nochmals langsam den 4×4 Track ab und fanden auch dabei eine Fülle von Motiven. Es war interessant, zu sehen, wie sich die Vegetation verändert hat und wir sahen auch die beiden Oryx Bullen, die niemals die Region verlassen. Die anderen Gruppen der Oryx Antilopen verbringen den Winter in der Namib Naukluft Gegend und sind nur im Sommer hier. Einer der beiden Bullen posierte für uns im schönsten Licht, bevor wir die grosse Düne passierten.

Wir parkierten den Hilux mitten auf der Düne und verbrachten die letzte Stunde bis Sonnenuntergang inmitten der Dünen. Diesmal konzentrierten wir uns auf die Strukturen im Sand, die durch den Wind und Tiere entstehen. Dies war fotografisch sehr spannend und ein wahrer Augenschmaus.

Der spätere Gaumenschmaus gestaltete sich hingegen wieder mal etwas schwierig. Auch das Feuerholz, das wir in Mariental gekauft hatten, wollte und wollte einfach nicht brennen und wir verbrachten eine halbe Stunde in dichtem Qualm. Gerd wollte aber nicht aufgeben und so flogen Anzünder und schlussendlich sogar Lampenöl ins Feuer, aber es half nichts. Das Holz brannte nur kurz und ging dann aus. Irgendjemand hatte definitiv etwas dagegen, dass wir grillieren!

Frustriert ging Gerd in die Küche, um das Fleisch in der Pfanne auf dem Gasherd zu braten.
Aber oh, was war das? Offensichtlich war die Gasflasche für Herd und Kühlschrank leer und somit auch kein Braten auf dem Gasherd möglich. So holten wir unseren guten Campingkocher aus dem Hilux und nach fast zwei Stunden konnten wir endlich zu Abend essen.

Camping ist stressig!

Wir entflohen dem Campingstress mit dem Fotografieren von Sternspuren bei einem leckeren Glas Wein und liessen diesen fantastischen Tag langsam zu Ende gehen.

Highlight des Tages: das schöne Morgenlicht in den Dünen

Fotos aus Namib Rand: Namib Rand Fotogalerie Teil II

Vorschaufotos:

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