Ein herzlicher Empfang und Lake Manyara Nationalpark

Nach dem Frühstück wurden das Zelt und die Küche abgebaut und gegen neun Uhr verliessen wir die Zion Campsite und machten uns auf den Weg zum Lake Manyara National Park. Es war eine kurze Fahrt, auf der uns Steven einige interessante Pflanzen am Wegesrand zeigte; unter anderem eine Akazienart, die Kapseln hat, in denen Ameisen leben. Diese halten die Elefanten davon ab, die Akazien zu plündern und so die Vegetation zu zerstören. Steven beeindruckte uns immer mehr durch sein Fachwissen über Tiere und Pflanzen. Er kennt wirklich jeden Vogel, jedes Tier und jede Pflanze inklusive des wissenschaftlichen Namens. Wir sind sehr froh, ihn bei uns zu haben!

In Mto Wa Mbu erreichten wir unser Heim für die nächsten drei Nächte: die Sunbright Campsite. Hier wurden wir von Angelina herzlich empfangen und fühlten uns direkt zuhause. Die Campsite ist relativ neu und sehr gemütlich: die Zelte stehen unter schattigen Bäumen, es gibt einen luftigen Aufenthaltsbereich mit Bar und für Paul seine Küche, die zu einem lebhaften Aufenthaltsort mutierte – alle inklusive Angelina halfen mit!. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber und gepflegt. Flugs war das Zelt aufgebaut und nach dem Lunch statteten wir dem Lake Manyara National Park unseren ersten Besuch ab. Am Anfang ist der Park bestimmt von Regenwaldartiger Vegetation mit viel dichtem Grün und mehreren Leberwurstbäumen, deren Früchte wie Leberwürste von den Ästen hängen. Nach kurzer Zeit ging die Vegetation in Savanne mit Bäumen und Büschen über und wir sahen viele Elefanten, Impalas, Zebras und Giraffen.

Am Hippo-Pool lagen die Flusspferde faul im kühlen Nass und Madenhacker betrieben ihre Körperpflege. Am Ufer gab es einige Pelikane, viele Waffenkiebitze und Störche, Nilgänse und Zwerg- und Rosaflamingos. Plötzlich hörten wir eine Art heulendes Geräusch und schauten nach oben: Hunderte von Störchen flogen ein und liessen sich im Sturzflug kreisend vom Himmel fallen – was für ein Anblick, den auch Steven genoss! Hier am Hippo-Pool ist immer was los! Dann sah ich plötzlich etwas Grösseres auf uns zusegeln – ein Schwarzmilan auf der Suche nach Nahrung und ziemlich schnell hatte er auch etwas erbeutet und liess sich zum Fressen circa 100 Meter entfernt von uns nieder. Wir pirschten uns langsam und vorsichtig an ihn heran, doch er interessierte sich gar nicht für uns und frass einfach weiter. Steven kam auch, wir näherten uns bis auf 20 Meter und beliessen es dann dabei, obwohl er immer noch völlig unbeeindruckt von uns seine Beute verspeiste. Was war das wieder für ein tolles Erlebnis mit einem Greifvogel!

Zurück im etwas schattigen Wald standen wir plötzlich vor einem Elefantenbullen, der gemütlich an den Pflanzen frass und zu dem sich nach kurzer Zeit ein Kumpel gesellte. Einge Meter weiter beschützte eine Elefantenkuh ihr sehr junges Elefantenbaby – Steven meinte, es wäre gerade mal eine Woche alt. Es hatte auch noch nicht viel auf den Rippen und es war zuckersüß, wie es mit dem kleinen Rüsselchen die Blätter von den Zweigen holte. Das sah alles noch ein wenig unbeholfen aus, aber beim Überqueren der Piste – es waren mittlerweile noch zwei weitere Autos gekommen – war es dann ganz schön forsch und mutig!

Letztendlich zum Abschluss des Tages bot die Vogelwelt wieder alles auf, was bunt und schön ist: Bienenfresser, einen zwischen Giraffen nach Insekten jagenden Graukopfliest (eine Eisvogelart) und dann am Bach in kürzester Entfernung einen wirklich grossen Eisvogel: den Riesenfischer. Er sass erst ganz nah am Auto auf einem Ast und war von unserer plötzlichen Ankunft genauso verblüfft wie wir ob seines Anblickes. Dann flog er zum Glück nur ein Stückchen in das Bachbett und wir konnten ihn ausreichend bewundern. Am Ende des Baches gruppierten sich einige Elefantendamen mit Nachwuchs, doch irgendwie hatten wir nun nur noch Augen für den grossen, schönen Riesenfischer.

Es war Zeit, den Park zu verlassen und voll mit Eindrücken ging es zurück zur Campsite. Angelina “quälte” uns mit Musik von Westlife und Paul verwöhnte uns an diesem Abend mit einem afrikanischen Eintopf aus Bananen, Süsskartoffeln, Fleisch und Gemüse – lecker!

Highlight des Tages: die Elefanten, der Schwarzmilan und der Riesenfischer

Vorschaufotos:

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