Der letzte Tag an der Küste

Es regnete wieder heftig, als ich aufwachte und so blieb ich im Bett und machte dasselbe wie gestern: ich las die Nachrichten im Internet und schrieb am Reisebericht. Der Regen liess nach dem Frühstück etwas nach und wir fuhren Richtung Bilbao zum Strand von Azkorri. Leider hatten sich ein paar Fischer mein Motiv als Anglerstandpunkt ausgesucht und so fuhren wir unverrichteter Dinge zum Hauptstrand von Sopelana, wo es attraktiven Flysch zu finden gibt.

Doch wie sollte es auch anders sein: genau in dem Moment als wir ankamen, fing es wieder in Strömen an zu regnen und ich konnte aufgrund der Regentropfen auf dem Filter, die jedes Bild ruinieren, nicht mehr fotografieren. Wir warteten eine Stunde im Regen und als dann auch noch andere Leute Fussabdrücke in meinem angepeilten Vordergrund hinterliessen, gaben wir auf und stiefelten zurück zum Auto. Grmpf…!

Wir fuhren zurück nach Barrika, wo wir in einem kleinen Asado Restaurant ein wirklich gutes Mittagessen genossen. Gerd’s Sardellen und meine hausgemachte warme Chorizo waren ausgezeichnete Vorspeisen, auf die ein perfekt grilliertes Rindsfilet für mich und ein profanes Schweineschnitzel für Gerd folgten. Hausgemachter Flan machte das vorzügliche Essen komplett und zu meinem Entzücken hatte auch der Regen endlich aufgehört. Es war genau zur richtigen Zeit; die Flut kam langsam hinein und ich stieg glücklich hinab zum Strand von Barrika.

Ich fotografierte fröhlich drauf los und schon bald gesellten sich sechs sympatische spanische Fotografen aus Malaga zu mir. Wir unterhielten uns zwischen den Aufnahmen angeregt über Fotografie und tauschten Email-Adressen aus. Obwohl wir zu siebt waren, funktionierte es zusammen ganz gut – ein gutes Beispiel dafür, dass Respekt und gegenseitige Rücksichtsnahme nicht nur Worte sind, sondern auch gelebt werden können!

Die zwei Stunden am Strand vergingen wie im Flug und schon bald war das Wasser so hoch, dass ich etwas zurück weichen musste. Ich schnappte mir mein Stativ mit Kamera und wollte auf einen Felsen klettern, aber leider hatte ich den Kugelkopf nicht richtig fest fixiert und die Combo fiel mir mitten ins Gesicht! Ich spürte bald, wie mir Blut aus einer kleinen Platzwunde oberhalb der Lippe hinunter lief! Nun, das liess mich nicht davon abhalten, noch ein paar Fotos zu machen, bevor ich die Treppen zum Parkplatz hoch stieg. Gerd’s verblüfftes Gesicht, als er mein verbeultes Gesicht sah, war ein echter Lacher! Spanien scheint für mich wirklich ein gefährliches Pflaster zu sein…

Wir fuhren zurück zum Hotel, nahmen einen tröstenden Drink an der Bar, packten den Rest unserer Klamotten und liessen den letzten Abend bei einer Flasche Txakoli ausklingen.

Warum sind letzte Ferienabende immer so traurig…???

Highlight des Tages: der herrliche Barrika Flysch

Fotogalerie:

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