Der Klassiker: 25 fontes

Ich hatte mich sehr darauf gefreut, heute Morgen nach Ribeira da Janela zu fahren, denn ich erwartete zum Höchststand der Flut hohe Wellen.
Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht und wurde mit einem stürmischen Himmel und einigen sehr hohen Wellen, die über den kleinen Felsen rollten, empfangen. Es war eine ziemliche Herausforderung, Kamera und Objektiv vor der Gischt zu schützen, aber dafür haben wir in der Regel Duschhauben dabei, die kurzerhand zwischen den Belichtungen über Objektiv und Kamera gestülpt werden. Ich genoss diesen kühlen, frischen Morgen am stürmischen Meer sehr und fuhr dann zurück, um mit Gerd zu frühstücken.

Gerd machte Sandwiches, wir packten unsere Kamerasachen und fuhren hinauf zur Paul da Serra, um in Rabaçal zu parkieren, wo der Ausgangspunkt für unser fotografisches Ziel des heutigen Tages war: die berühmten 25 Quellen “25 fontes”.

Es ist vom Forsthaus aus eine einfache einstündige Wanderung entlang der Levada und die beliebteste Tour unter allen Madeira Besuchern. So waren wir dann auch nicht überrascht, dass bereits eine grosse Menge Autos parkierten, als wir ankamen. Wir entschieden uns, den Shuttle Bus hinunter zum Forsthaus zu nehmen, der pro Weg 45 Minuten Zeit spart. Ehrlich gesagt, ist der Weg hinunter auch nicht von hohem Wert und recht uninteressant, da man nur entlang der Teerstrasse läuft. Wenn man es nun nicht gerade sportlich sieht, gibt es keinen Grund, nicht die 5 Euro für die Fahrten Hin und Zurück zu investieren. Während wir hinunterfuhren, überholten wir circa 100 (!!) Wanderer und der Fahrer sagte, dass dies geführte Wandergruppen sind, die eigentlich gestern laufen wollten, es aber wegen des Regens abgesagt wurde. Er sagte uns auch, dass sie erst zum Risco Wasserfall gehen würden und danach zu den 25 fontes und wir dankten ihm herzlich für den Tip. Also gingen wir zügig und direkt zu den 25 fontes, um vor den Massen dort zu sein.

So brauchten wir auch nur 45 Minuten entlang der Levada, bis wir den fantastischen Felskessel der 25 fontes erreichten. Es ist ein Ort von ausgesprochener Schönheit mit grossen und kleinen Wasserfällen über die gesamte Breite und Höhe, die sich in einen kristallklaren kleinen Pool ergiessen. Die Felswände sind bedeckt von Moosen und Farnen und es sind verschiedene Gesteinsarten in Grau, Schwarz und verschiedenen Rottönen sichtbar. Dieser Felskessel ist einfach ein unglaublich faszinierender Ort, an dem wir über zwei Stunden verweilten und fotografierten. Die grossen Wandergruppen kamen und gingen und die Magie des Ortes ging ein wenig im Trubel der Leute verloren. Aber zwischendurch war es immer mal wieder ruhig und wir genossen den Ort – der Massenauftrieb ist zwar Schade, aber unvermeidbar, weil die 25 fontes eben so populär sind.

Wir gingen langsam zurück nach Rabaçal, machten eine lange Mittagspause und fotografierten interessante Moosstrukturen an einer Felswand über der Levada. Die Vegetation ist auf Madeira wirklich sehr interessant und ich fand es sehr bedauerlich, dass ich nicht genügend Zeit hatte, mich ausgiebig der Flora der Insel zu widmen. Aber man kann einfach nicht alles machen in der Kürze der Zeit und so stehen diese Ferien überwiegend unter dem Stern der Landschaftsfotografie.

Wir passierten auf dem Rückweg Fanal, aber es gab heute keinen Nebel und wir fuhren runter nach Ribeira da Janal, wo wir die letzte Stunde damit verbrachten, die Felsen und hohen Wellen zu fotografieren. Es ist wirklich ein feiner Ort! Wir fuhren zurück nach Porto Moniz und assen ein frühes Abendessen in der schönen lauen Luft und bekamen nochmals einen kleinen Ponchas! Es gab keine Hoffnung auf schönes Abendlicht und so fuhren wir zurück zum Apartment, um anzufangen, die Koffer zu packen – am Sonntag würde es bereits zurückgehen! Der Wetterbericht für morgen war nicht schlecht und wir hofften, den Tag an der Küste verbringen zu können.

Das schlechte Ende des Tages war, dass Gerd insgesamt zehn Zecken überall auf meinem Körper entfernen musste, die ich mir wohl gestern im Gras am Aussichtspunkt an der Kirche eingefangen hatte. Glücklicherweise übertragen die Zecken Madeieras dank der Mauereidechsen keine Borreliose Viren…

Ist es nicht schrecklich, wie schnell die Zeit in den Ferien immer vergeht? Nur noch ein weiterer Ferientag…

Highlight des Tages: die faszinierenden 25 fontes

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012
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Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

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