Reisebericht: Tansania 2008

Schön, dass Ihr den Weg zu unserem Reisebericht aus Tanzania und Zanzibar 2008 gefunden habt. Hinter uns liegen zwei wunderschöne Safari-Wochen in Tanzania und eine Woche Traumstrände und Schnorcheln auf Zanzibar.

Während unserer Reise vom 14.11.2008 bis zum 08.12.2008 besuchten wir die folgenden Gebiete:

– Arusha National Park

– Tarangire National Park

– Lake Manyara National Park

– Ngorongoro Conservation Area

– Serengeti National Park

– Sansibar

Die perfekt auf unsere individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Reise wurde geplant und realisiert durch Elvira Wolfer von Bush Trucker Tours – Nairobi; durchgeführt wurde die Reise von Elvira´s Partner Aafeez, einem tansanischen Safariveranstalter. Alle Touren, die von ihm in Tansania angeboten werden, sind ebenfalls auf Bush Trucker zu finden.

Falls Euch die Vorschaubilder Lust auf mehr gemacht haben, besucht doch unsere Tansania & Sansibar Fotogalerien auf unserer Homepage SA*GA Photography. Einzelne Galerien sind bei den einzelnen Tagesberichten ebenfalls verlinkt.

Kommentare und Feedback sind jederzeit in den Kommentarfeldern unter den Reisetagen willkommen.

Wir wünschen Euch nun viel Spass beim Lesen des Reiseberichts, der hoffentlich ein wenig Afrika-Sehnsucht in Euch wecken wird.

Heute starteten wir unser Abenteuer Tanzania und flogen mit der KLM um 6 Uhr ab Düsseldorf nach Amsterdam. Ein kurzer Flug mit einer Fokker 50 und in Amsterdam erwartete uns holländisches Nieselwetter und etwas Nebel. Nach knapp drei Stunden Wartezeit im Transfer und einer kleinen Verzögerung wegen verspäteter Maschinen aus Paris und Wien ging es endlich weiter nach Kilimanjaro Airport, wo wir nach 8 Stunden Flugzeit um 20.30 Uhr Ortszeit landeten.

Es war immer noch sehr warm, aber wir haben Glück gehabt, dass wir im Flugzeug in Reihe 20 sassen und so nicht sehr lange am Visa Office warten mussten. Die Reisetaschen waren auch schon da und wir waren endlich angekommen! Draussen erwarteten uns Steven, unser Guide für die nächsten 13 Tage und Elvira, die für uns die Reise organisiert hat. Ein herzliches Hallo und schon waren wir im Landcruiser unterwegs zu unserem Hotel für die nächsten zwei Nächte, der Moivaro Safari Lodge. Unser Bungalow ist geräumig mit einem grossen Bad und sehr gemütlich. Wir verbrachten den restlichen Abend bei einem leckeren Nachtessen mit Elvira und verquatschten uns ein wenig – als wir auf die Uhr schauten, war es bereits halb eins! Zeit ins Bett zu gehen…

Highlight des Tages: das leckere Essen in der KLM

Wir erwachten recht früh und ich habe meine erste Begegnung mit einer Spinne hinter mir. Sie war aber nur klein und meine Panik hielt sich in Grenzen! Im Garten tobten zu unserer Begeisterung viele bunte Vögel: eine Witwenstelze, Flötenwürger, Bülbüls, Nektarvögel und einige andere bunte Vögel, deren Namen wir nicht kannten. Was für ein schöner Tagesbeginn! Wir frühstückten mit Elvira zusammen, die uns aber dann leider verlassen musste und zurück nach Nairobi fuhr, während wir mit Steven unseren ersten Tag in einem der tansanischen Nationalparks verbrachten.

Pünktlich um 9 Uhr holte Steven uns ab und wir fuhren das kurze Stück zum Arusha National Park. Steven kaufte die Permits und kurze Zeit später sahen wir bei der Fahrt zum Momella Gate unsere ersten Giraffen – was für schöne elegante Tiere! Am Momella Gate parkierten wir das Auto und machten eine etwa 2,5-stündige Walking Safari, bei der wir vom bewaffneten Ranger Raimund begleitet wurden. Als erstes sahen wir wunderschöne bunte Bienenfresser – Weißstirnspinte, die am Flussufer ihre Bruthöhlen hatten und eifrig damit beschäftigt waren, den Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen.

Wir wanderten weiter bis zu einer grossen offenen Ebene, wo eine grosse Büffelherde weidete. Wir konnten uns den bulligen Tieren bis auf etwa 150 Meter nähern und bewundern. Es sind starke, mächtige und als Einzeltier auch gefährliche Tiere, die aber auch eine gewisse Faszination ausstrahlen.

Ein wenig weiter frass eine Giraffe an einer Akazie und ein paar Meter daneben tobten Paviane in den Büschen. Wir stiegen ein wenig den Hang hinauf und hatten einen schönen Ausblick auf die Ebene und die grasenden Büffelherden. Weiter ging es zum Tululusia Waterfall, idyllisch gelegen und eine willkommene Abkühlung!

Auf dem Weg zurück verbrachten wir noch einige Zeit bei den Bienenfressern, wo uns einige schöne Fotos gelangen – sie posierten aber auch wie Supermodels! Gleich neben den Bienenfressern fanden wir einen Agamanen, der sich auf einem Felsen sonnte und sich ebenfalls für uns in Szene setzte.

Wir verabschiedeten uns von Raimund und fuhren mit Steven weiter zum Big Tree Arch, einem Würge-Feigebaum mit einem grossen Loch, so gross, dass man durchfahren konnte. Nach gebührender Bewunderung war es Zeit für eine Lunch Break und wir fuhren zum Kilimanjaro View Point, von dem man einen grossartigen Blick über die Ebene und die umgebenden Hügel sowie zu den Momella-Seen hatte. Ein schöner Platz zum Picknicken; das fand wohl auch der grosse Hornvogel, der uns fast durchs Essen flog!

Die Lunchbox konnten wir nicht ganz bewältigen, ohne zu platzen, und so fuhren wir satt und zufrieden zu den Momella-Seen. Unterwegs sahen wir Grüne Meerkatzen, Giraffen, Kronenkiebitze und am Ufer eines Sees eine Bande Nachtreiher, die richtig niedlich auf ihren Ästen hockten und aussahen, als hätten sie volle Backen.

In den salzhaltigen Momellaseen machten sich zahlreiche Grosse und Kleine Flamingos über die Algen her und von überall her flogen weitere Flamingos ein! Wir wunderten uns, dass sich auch einige Nilgänse in dem salzigen Wasser tummelten. Am Ufer fand Steven auf einem Stein eine ziemlich hässliche Spinne; ich schaute sie mir tapfer an – das hielt aber nur solange, bis Gerd mir zurief, sie würde auf mich zukommen und ich entsetzt zurücksprang. Aber immerhin – angucken geht schon!

Wir fuhren um die Seen, die nun mit den malerischen Hügeln im weichen Licht des späten Nachmittags sehr schön aussahen. So ging unser erster Safaritag dem Ende zugegen – ein schöner Start, den wir mit einem leckeren Abendessen bei einer Flasche Weisswein ausklingen liessen.

Highlight des Tages: die Bienenfresser

Fotogalerie: Arusha National Park Fotogalerie

Vorschaufotos:

Wir frühstückten wieder zeitig und um 9 Uhr holte Steven uns ab: heute ging es für drei Tage in den Tarangire National Park. In Arusha trafen wir Steven´s Boss Aafeez, der uns noch ein paar Infos gab und viel Spass wünschte. Ausserdem stiess noch Paul zu uns, der ab jetzt für unser kulinarisches Wohl sorgen sollte. Der kleine Anhänger wurde an den Landcruiser gehangen und es konnte losgehen.

Wir passierten die Ardai Plains und legten beim Meserani Snake Park einen Besuchsstop ein. Dort konnten wir alle gefährlichen und ungefährlichen Schlangen Ostafrikas bewundern und die einzelnen Tiere wurden uns von einem kundigen Guide erklärt. Zum Schluss durften wir noch eine kleine Schlange halten – faszninierende Tiere! Ein Maasai Cultural Heritage Museum gehörte auch dazu und wir wurden von einem Guide sanft zu einem Besucht überredet… Letztendlich war es recht interessant, einen Einblick in das Leben der Maasai zu bekommen, wenn es auch für uns sehr, sehr fremd und teilweise auch schwer verständlich ist. Der Maasai, der uns führte, war ein hochgewachsener und unglaublich stolzer junger Mann – eine tolle Ausstrahlung. Der Ausgang liegt in einem (künstlichen?) Maasai-Dorf, wo wir sofort von Frauen umringt wurden, die etwas verkaufen wollten. Das sind genau die Situationen, in denen wir uns total unwohl fühlen und wir suchten recht schnell den Weg zurück zu Steven. Das reicht dann auch an menschlicher Kultur für diese Ferien…

Nach etwa 90 Minuten Fahrt erreichten wir die Zion Campsite einige Kilometer vor dem Parkeingang gelegen. Mit Hilfe der Jungs von der Campsite war unser schönes geräumiges Zelt schnell aufgebaut und auch Paul´s Küche eingerichtet. Unser Zelt hat zwei Feldbetten mit Matratze, einen Tisch und sogar einen kleinen Spiegel – wir mussten lachen, als Paul diesen aus dem Fass zauberte und in das Zelt trug! Erstaunlich, was die Jungs so alles aus den Kisten und Fässern zu Tage förderten – es fehlte an nichts! Die Campsite an sich ist recht schön gelegen mit vielen Schatten spendenden Bäumen und einem gedeckten Rastplatz mit einer kleinen Bar, wo man Wasser und Softdrinks kaufen konnte. Lediglich die sanitären Anlagen waren etwas gruselig und wir versuchten, diese Aktivitäten auf die Toiletten am Eingang des Parkes zu verlegen. Duschen war aber ganz okay. Überhaupt waren wir vom Zustand der sanitären Anlagen innerhalb der Parks sehr positiv überrascht und begeistert.

War es in Arusha noch angenehm warm gewesen, war es hier im Tarangire erheblich heisser. Es war aber eine trockene Hitze, so dass wir gut damit klar kamen.
Nach dem Lunch machten wir dann unseren ersten Game Drive im Tarangire National Park. Kurz nach dem Eingang begrüssten uns die ersten Braunbauch-Flughühner, Gelbkehlfrankoline sowie Impalas und es dauerte nicht lange, bis wir im Tarangire River einen Elefanten auf der Suche nach Wasser fanden. Während der Pirschfahrt begegneten wir noch vielen Elefanten, die auch Jungtiere dabei hatten sowie viele Impalas, Giraffen, Büffeln, Frankoline und herzig posierende kleine Dik-Dik´s. Zum Abschluss des Tages gab es noch ein wunderschönes Abendlicht, das die Boababbäume des Parks golden leuchten liess. Ein würdiger Abschluss dieses Tages im Park. Der Abend verging recht zügig – Paul hatte toll gekocht und uns vertrieben die vielen fliegenden Käfer schnell ins Zelt, wo wir früh ins Reich der Träume hinüberschlummerten.

Highlight des Tages: das Dik-Dik

Fotogalerie: Tarangire National Park

Vorschaufotos:

Um 5.20 wurden wir von Steven geweckt und waren nach einer schnellen Tasse Kaffee um 6 Uhr am Eingangsgate des Parks. Das Morgenlicht war sanft und wir fanden nach kurzer Zeit einen wunderschönen Weißbrauenkuckuck malerisch auf einem Ast posierend. Ein kurzer Abstecher führte uns zu einem Baum, in dem zu unserer Begeisterung ein Schlangenadler Ausschau nach seinem Frühstück hielt. Ein wunderbarer majestätischer Vogel, an dem wir uns kaum satt sehen konnten. Zum Glück hatte Steven immer genügend Geduld für uns! Kurze Zeit später huschten zwei grosse Vögel lautlos durch die Luft und landeten hoch in einem Baum nahe bei uns. Wir konnten unser Glück kaum fassen, sahen uns doch mit ganz grossen Augen zwei Milchuhus an! Dieser Morgen war schon damit ein absoluter Höhepunkt für uns. Die beiden Uhus flogen bald weiter, doch unweit des Baumes gab es mehrere grosse Kaffernhornraben, die auf dem Boden nach Nahrung suchten, ein paar Sträusse und einen Weißbauch-Lärmvogel auf der Suche nach Wasser.
Wir fuhren noch ein paar recht abenteuerliche, sehr matschige Wege und blieben sogar einmal in einem Wasserloch stecken. Doch Steven, ganz ruhig und besonnen, aktivierte den Allradantrieb und die Differentialsperre, legte ein kleinen Baumstamm unter das rechte Vorderrad und so ging es schnell weiter. Faszinierend, was diese Autos so leisten können! Auf dem Weg sahen wir noch viele Vögel wie den schönen Starweber, Würger und Frankoline sowie blühende Ammocharis Lilien.
Zurück im Camp gab es ein leckeres Frühstück, wir duschten und holten ein wenig Schlaf nach. Nach dem Lunch ging es los zur zweiten Pirschfahrt des Tages. Unterwegs sahen wir eine Riesentrappe, unweit trieben ein paar Grüne Meerkatzen ihr Unwesen und eine flache Weichschildkröte überquerte in aller Seelenruhe die Piste. Kurze Zeit später begegneten wir einer auf einem Ast posierenden Gabelracke und einer kleineren Elefantenherde sowie einem Straussenpaar mit vier winzig kleinen Straussenkindern – putzig, die Kleinen!

Am Rande des Tarangire Rivers fanden wir einen fleissigen Bienenfresser, den Zwergspint, Nilgänse mit Nachwuchs und eine grössere Elefantenherde, die nur wenige Meter vom Auto entfernt graste. Wir Alle genossen diese Begegnung mit den grossen Dickhäutern, die sich von uns nicht beeindrucken liessen. Lediglich ein LKW mit Arbeitern beladen machte eine der Damen etwas nervös und sie trompete ihren Unmut laut hinaus.
Hoch oben in den Palmen entlang des Flusses hatten ein paar Weissrücken-Geier ihre Nester. Ein weiteres Highlight für uns war ein Paar Steppenadler, das in kurzer Entfernung in einem toten Baum sassen. Ebenfalls sehr majestätische Vögel und wir waren sehr glücklich, sie in ihrem natürlichen Zuhause beobachten zu können. Im Fluss fanden wir eine Elefantenherde, die zum Wasser schritt – sehr langsam, aber sehr zielgerichtet und begleitet von einem Graureiher und einer Bande Waffenkiebitze. Am anderen Flussufer standen drei andere Safarifahrzeuge und die Leute starrten mit Ferngläsern den Fluss entlang. Nicht lange danach hatte auch Steven gesehen, was sie beobachteten: eine Gruppe von drei, vier Löwinnen, die im Schatten eines Baumes dösten. Wir fuhren in die Richtung und als wir dort ankamen, waren zwei der Damen bereits oben angekommen und lagen faul im Gras; von einer waren nur die in die Höhe gereckten Pfoten zu sehen! Es tat sich nicht viel und nach einiger Zeit fuhren wir weiter und fanden zu guter Letzt noch ein Paar Löffelhunde, die sich in ihre Löcher abduckten. Niedliche kleine Kerle! Ein wirklich ereignisreicher, schöner Tat wurde von einem leckeren Abendessen von Paul gekrönt, bei dem wir unsere Erlebnisse Revue passieren liessen. Müde fielen wir in unsere Betten.

Highlight des Tages: der Schlangenadler und die Milchuhus

Fotogalerie: Tarangire National Park III

Vorschaufotos:

Um sieben Uhr rief Paul zum Frühstück und danach machten wir uns auf eine ganztägige Pirschfahrt tief in den Park hinein. Wir fuhren bis an den Rand des Silale Sumpfes. Die Vegetation veränderte sich ständig und auch der Boden wechselte von sandig auf rote Erde und zurück. Ein hübscher Weißbrauenkuckuck posierte nochmals auf einem Ast, Giraffen ästen direkt am Weg neben dem Auto und Impalas beäugten uns gleichzeitig misstrauisch und neugierig. In der grossen Ebene suchte Steven nach Geparden, aber wir wurden leider nicht belohnt. In der Ebene gab es aber dennoch einiges zu entdecken: eine grosse Büffelherde und Familie Schabrackenschakal, die ihr Heim unter einem grossen Baum hatte und sich von uns nicht sehr beeindrucken liess. In der Nähe des Flusses wanderten wieder grosse Elefantenherden – grossartig!

Am Rande des Sumpfes liegt eine Picknick-Site, wo wir unseren Lunch nahmen – umringt von ein paar Dreifarbenglanzstaren und Starwebern. Kurz vor der Pause entdeckten wir am Sumpfrand unsere ersten Schreiseeadler – zwar weit entfernt, aber es war trotzdem sehr schön, diese schönen, grossen Adler durch das Fernglas gesehen zu haben.

Wir fuhren zurück Richtung Fluss, wo ein Graureiher auf seine Nahrung wartete und dabei von dem winzigen und sehr niedlichen Haubenzwergfischer, einem kleinen Eisvogel, begleitet wurde. Dieser kleine Künstler fischte immer wieder nach kleinen Fischen oder fing Insekten – was für ein hübscher Vogel! Nahe am Ufer landete der lustige Hammerkopf, der Nester so gross wie eine 3-Zimmer-Wohnung baut, und schritt im Uferbereich auf und ab. Der quirlige Dreibandregenpfeifer suchte aufgeregt im Uferbereich nach Insekten – was für ein Leben hier am Flussufer!

Auf der Weiterfahrt begegneten wir einem eiligen Sekretär und einer Riesentrappe. Der Sekretär stakste stolz durch die Savanne und liess sich auch nicht von den schimpfenden, ihre Nester verteidigenden Kronenkiebitzen beeindrucken.

Danach statteten wir dem Poarcher´s Hide in einem riesigen Boabab-Baum einen Besuch ab. Durch einen kleinen Eingang versteckten Wilderer bis vor nicht allzu langer Zeit ihre Beute. Es dauerte eine Weile, bis die Ranger dieses perfekt getarnte Versteck entdeckten und dem Treiben Einhalt geboten. Leider gab es dort einige der lästigen Tse-Tse Fliegen und ich wurde natürlich auch wieder gestochen.

Der Sonnenuntergang spielte heute mit und uns gelangen einige schöne Aufnahmen von Bäumen gegen die untergehende Sonne.

Der Tag endete für uns mit einem kleineren Schock: auf der Rückfahrt bemerkte ich, dass sich von unserem 300mm Objektiv das Bajonettrückteil durch die Ruckelei im Auto gelöst hatte. Geistesgegenwärtig hielt ich die Kombination zusammen, so dass keine Kabel rissen. Steven stoppte das Auto und uns gelang es, das Bajonett wieder an das Objektiv anzuschrauben – zum Glück waren drei von vier Schrauben okay. Gut, dass Gerd immer sein schweizer Sackmesser mit den Werkzeugen dabei hat! Ein kurzer Funktionstest und Erleichterung machte sich breit: IS, Fokussierung und Blendenübertragung funktionierten einwandfrei – da haben wir viel Glück gehabt! Wir entnahmen eine Schraube vom leichteren 14mm Objektiv und schraubten es an das 300mm, so dass es wieder voll stabil war. Es hielt dann auch bis zum Ende ohne Probleme. Zurück im Camp wartete Paul schon mit dem Dinner, das gewohnt wohl schmeckend war!

Highlight des Tages: die Elefantenherden und das Paar Schreiseeadler

Vorschaufotos:

Nach dem Frühstück wurden das Zelt und die Küche abgebaut und gegen neun Uhr verliessen wir die Zion Campsite und machten uns auf den Weg zum Lake Manyara National Park. Es war eine kurze Fahrt, auf der uns Steven einige interessante Pflanzen am Wegesrand zeigte; unter anderem eine Akazienart, die Kapseln hat, in denen Ameisen leben. Diese halten die Elefanten davon ab, die Akazien zu plündern und so die Vegetation zu zerstören. Steven beeindruckte uns immer mehr durch sein Fachwissen über Tiere und Pflanzen. Er kennt wirklich jeden Vogel, jedes Tier und jede Pflanze inklusive des wissenschaftlichen Namens. Wir sind sehr froh, ihn bei uns zu haben!

In Mto Wa Mbu erreichten wir unser Heim für die nächsten drei Nächte: die Sunbright Campsite. Hier wurden wir von Angelina herzlich empfangen und fühlten uns direkt zuhause. Die Campsite ist relativ neu und sehr gemütlich: die Zelte stehen unter schattigen Bäumen, es gibt einen luftigen Aufenthaltsbereich mit Bar und für Paul seine Küche, die zu einem lebhaften Aufenthaltsort mutierte – alle inklusive Angelina halfen mit!. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber und gepflegt. Flugs war das Zelt aufgebaut und nach dem Lunch statteten wir dem Lake Manyara National Park unseren ersten Besuch ab. Am Anfang ist der Park bestimmt von Regenwaldartiger Vegetation mit viel dichtem Grün und mehreren Leberwurstbäumen, deren Früchte wie Leberwürste von den Ästen hängen. Nach kurzer Zeit ging die Vegetation in Savanne mit Bäumen und Büschen über und wir sahen viele Elefanten, Impalas, Zebras und Giraffen.

Am Hippo-Pool lagen die Flusspferde faul im kühlen Nass und Madenhacker betrieben ihre Körperpflege. Am Ufer gab es einige Pelikane, viele Waffenkiebitze und Störche, Nilgänse und Zwerg- und Rosaflamingos. Plötzlich hörten wir eine Art heulendes Geräusch und schauten nach oben: Hunderte von Störchen flogen ein und liessen sich im Sturzflug kreisend vom Himmel fallen – was für ein Anblick, den auch Steven genoss! Hier am Hippo-Pool ist immer was los! Dann sah ich plötzlich etwas Grösseres auf uns zusegeln – ein Schwarzmilan auf der Suche nach Nahrung und ziemlich schnell hatte er auch etwas erbeutet und liess sich zum Fressen circa 100 Meter entfernt von uns nieder. Wir pirschten uns langsam und vorsichtig an ihn heran, doch er interessierte sich gar nicht für uns und frass einfach weiter. Steven kam auch, wir näherten uns bis auf 20 Meter und beliessen es dann dabei, obwohl er immer noch völlig unbeeindruckt von uns seine Beute verspeiste. Was war das wieder für ein tolles Erlebnis mit einem Greifvogel!

Zurück im etwas schattigen Wald standen wir plötzlich vor einem Elefantenbullen, der gemütlich an den Pflanzen frass und zu dem sich nach kurzer Zeit ein Kumpel gesellte. Einge Meter weiter beschützte eine Elefantenkuh ihr sehr junges Elefantenbaby – Steven meinte, es wäre gerade mal eine Woche alt. Es hatte auch noch nicht viel auf den Rippen und es war zuckersüß, wie es mit dem kleinen Rüsselchen die Blätter von den Zweigen holte. Das sah alles noch ein wenig unbeholfen aus, aber beim Überqueren der Piste – es waren mittlerweile noch zwei weitere Autos gekommen – war es dann ganz schön forsch und mutig!

Letztendlich zum Abschluss des Tages bot die Vogelwelt wieder alles auf, was bunt und schön ist: Bienenfresser, einen zwischen Giraffen nach Insekten jagenden Graukopfliest (eine Eisvogelart) und dann am Bach in kürzester Entfernung einen wirklich grossen Eisvogel: den Riesenfischer. Er sass erst ganz nah am Auto auf einem Ast und war von unserer plötzlichen Ankunft genauso verblüfft wie wir ob seines Anblickes. Dann flog er zum Glück nur ein Stückchen in das Bachbett und wir konnten ihn ausreichend bewundern. Am Ende des Baches gruppierten sich einige Elefantendamen mit Nachwuchs, doch irgendwie hatten wir nun nur noch Augen für den grossen, schönen Riesenfischer.

Es war Zeit, den Park zu verlassen und voll mit Eindrücken ging es zurück zur Campsite. Angelina “quälte” uns mit Musik von Westlife und Paul verwöhnte uns an diesem Abend mit einem afrikanischen Eintopf aus Bananen, Süsskartoffeln, Fleisch und Gemüse – lecker!

Highlight des Tages: die Elefanten, der Schwarzmilan und der Riesenfischer

Vorschaufotos:

Heute hiess es 5.30 Uhr aufstehen, eine Tasse Kaffee und auf in den Park. Das Licht war nicht so toll, es war ziemlich wolkig und auch die Tiere machten sich zunächst etwas rar. Erst als wir Richtung Seeufer unterwegs waren, fanden wir dann plötzlich in einigen Metern Entfernung von der Piste vier Löwen in der Sonne dösend: ein männlicher Löwe mit drei Löwinnen. Unsere ersten richtig nahen Löwen!
Der Löwe fing an zu gähnen und Steven sagte, das wären Anzeichen dafür, dass sie sich bald bewegen würden. Und richtig: kaum drei Mal gegähnt, blies er zum Abmarsch, überquerte langsam und gemächlich vor uns die Piste und machte sich auf der anderen Seite ins Gebüsch. Zwei der drei Löwinnen folgten ihm und legten sich nicht weit entfernt von uns in den Schatten eines Busches.
Wir beobachteten sie eine Weile und fuhren dann weiter durch den Grundwasserwald, bis wir zu unserer Begeisterung in einem Baum einen Kampfadler mit seiner Beute, einer Ginsterkatze, fanden! Er sass in der Astgabel, seine Beute fest in den Fängen und schaute uns ebenso gross an wie wir ihn. Auch Steven war begeistert und wir waren überglücklich, dem grössten Adler Afrikas in nur 10 Meter Entfernung Aug-in-Aug gegenüber zu stehen! Er ist bis zu 86 cm hoch, hat gewaltige Fänge, ziemlich breite Schultern und einen ziemlich einschüchternen Blick. Als Dik-Dik möchte ich ihm nicht gegenüberstehen und Steven erzählte, dieser Adler hätte schon kleine Babies erbeutet, die Frauen unvorsichtigerweise unter einem Baum abgelegt hätten.
Plötzlich krachte in der Nähe ein Schuss und wir erschraken genauso wie unser Adler, der aufgeregt mit seiner Beute davon flog! Wir waren total entäuscht. Kurze Zeit später trafen wir auf ein Auto mit den Rangern, die erklärten, sie hätten einen Hund geschossen, der innerhalb des Parks war. Hunde können Krankheiten wie Hundestaupe oder Tollwut in den Park tragen und werden daher geschossen.

Wir schauten nochmal beim Hippo-Pool vorbei, wo ein paar Hippos in der Ferne an Land grasten und fuhren zur Campsite, wo uns Angelina und Paul bereits zum Frühstück erwarteten.

Danach nutzten wir die Zeit, um ein paar T-Shirts zu waschen, die Kamerabatterien aufzuladen – die Leiden der digitalen Fotografie – und wir duschten ausgiebig.

Nach einem Nickerchen und Lunch ging es wieder in den Park. Kleine Grüne Meerkatzen und Diademmeerkatzen spielten am Wegesrand und mehrere Horden Paviane tobten durch den Wald. Sie hatten Junge in allen Grössen und zogen laut schmatzend über eine kleine Lichtung. An einem Bach fanden wir mehrere kleine Graukopflieste, die geduldig auf einem Ast für uns posierten. Diese kleinen Kerle sind wirklich total putzig!

Am Hippo-Pool dösten die Flusspferde im Wasser – irgendwie beneidete ich sie: sie hatten es schön kühl; für uns war es heute ein sehr heisser Tag. Viele der eifrigen Mittelreiher hüpften auf den Rücken der Flusspferde und der Büffel auf der Suche nach Insekten und Parasiten. In der Ebene gab es eine Herde Zebra mit Nachwuchs und zwei Sattelstörche staksten in nicht allzu weiter Entfernung vom Auto.

Schliesslich erreichten wir wieder den Baum unseres Kampfadlers und zu unserer grossen Freude war er wieder daheim! Reste der Ginsterkatze lagen in einer Astgabel und er sass eine Etage höher satt und zufrieden im Baum. Diesmal störte kein Schuss und wir konnten ihn ausgiebig bewundern – mehr als eine “Wiedergutmachung” für heute morgen!

Es wurde spät und wir schauten zum Abschluss nochmals am Hippo-Pool vorbei, wo wir nun ganz allein waren. Die Flusspferde waren etwas munterer und würden wohl in kurzer Zeit an Land gehen. Es waren heute weniger Flamingos da als gestern und die meisten waren draussen auf dem See: wir konnten ein mehrere zehn Kilometer langgezogenens rosafarbenes Band entlang des Sees erkennen.
Ein schöner Tag ging zu Ende und im Camp erwartete uns Paul mit selbstgebackenen Brötchen und einer leckeren Nudelsosse; Angelina verschonte uns mit Westlife und legte stattdessen eine BBC produzierte DVD über die Serengeti ein, die uns einen schönen Einblick in das gab, was uns erwarten würde.

Highlight des Tages: der Kampfadler und die Graukopflieste

Fotogalerie: Lake Manyara National Park

Vorschaufotos:

Schon vor dem Frühstück wurden wir von einem Graukopfliest begrüsst, der dort auf der Campsite sein Revier hat und hungrig sein Frühstück fing. Wir nahmen auch ein reichhaltiges Mahl zu uns und fuhren bepackt mit vollen Lunchboxes in den Park, um dort den ganzen Tag zu verbringen. Am Wegesrand begleiteten uns Giraffen, Elefanten, Paviane, Bienenfresser und die niedlichen Eisvögel. Wir fuhren beim Kampfadler vorbei und der Bursche war tatsächlich wieder daheim! So konnten wir ihn noch ein letztes Mal bewundern – wahrscheinlich werden wir so einen fantastischen Adler nie mehr in der freien Natur sehen! Auf dem Weg zu den Hot Springs wechselte die Vegetatin vom Grundwasserwald zu einer Baumsavanne und es wurde heisser – selbst die Giraffen sassen unter schattenspendenden Bäumen, was recht komisch aussah, wenn da plötzlich ein langer Hals aus dem Gras ragt!

Wir machten auf einer am Fluss gelegenen Campsite Mittagspause und erreichten kurz danach die Maji Moto Ndogo Hot Springs. Das Quellwasser hat circa 75 Grad und die ganze Umgebung wird dadurch noch heisser. Bunte Ablagerungen prägen das Bild hinunter zum Seeufer, wo zahlreiche Flamingos nach Nahrung suchten – eine Idylle, wenn auch eine heisse. Steven erklärte, dass man einem lokalen Glauben nach mit dem heissen Wasser Pech abwaschen kann, aber ich konnte nur kurz den Finger in das heisse Wasser halten, während Gerd und Steven tapfer die Hände wuschen. Ich hoffe, Gerd hat mein Pech mit abgewaschen!

Wir blieben dort eine Weile und fuhren danach noch etwas weiter in den Süden. Steven wollte schauen, ob es Schwarze Nashörner im Wald hat, aber wir fanden keine. Angeblich sind sie im Nationalpark auch von Wilderern ausgerottet worden.

Auf der Rückfahrt passierten wir zahlreiche Zebras, Büffel, Impalas bis wir schliesslich dem Hippo-Pool einen letzten Besuch abstatteten. Am anderen Ufer weit entfernt sass ein Schreiseeadler, der sich wohl zu unserem Abschlussbesuch vorgenommen hatte, uns besonders zu erfreuen: er liess sich auf einen abgestorbenen Baum in nur circa 25 Meter Entfernung vom Auto nieder! Ein unglaubliches Glück und wir waren total begeistert, ihn so nah beobachten und fotografieren zu können. Ein majestätisch schöner Greifvogel!

Zurück auf der Campsite erwartete uns Steven´s Boss Aafeez mit seinen zwei Brüdern. Sie hatten Proviant für die kommenden Tage gebracht, so dass Steven und Paul nicht nach Arusha zurück fahren “mussten”. Sie taten uns ein wenig Leid, denn sie hatten sich wohl darauf gefreut, ihre Familien für einen Tag zu sehen, während wir am Krater sind. Wir plauderten ein wenig, Elvira liess Grüsse ausrichten und wir berichteten begeistert von unseren Erlebnissen. Alles perfekt bisher! Zum Dinner legte Angelina den zweiten Teil der Serengeti-DVD ein und wir bekamen noch mehr Lust auf die kommenden Tage.

Highlight des Tages: der Schreiseeadler

Vorschaufotos:

Etwas wehmütig zumute war es an der Zeit, sich von Angelina und ihrer Crew zu verabschieden. Wir waren hier sehr herzlich aufgenommen worden und Angelina hatte vor allem mit ihrem “Tom” – Gerd – reichlich Spass. Wir tauschten E-Mail-Adressen und machten ein paar Erinnerungsbilder. Unser Heim wurde abgebaut und alle Sachen auf den Anhänger geladen und dann ging es los auf die kurze Fahrt zum Ngorongoro-Krater.

Die Fahrt vom Gate zur Wildlife Lodge war sehr staubig, da es viele LKW´s hatte, die mit Strassenausbesserungsarbeiten beschäftigt waren. Beim ersten Aussichtspunkt bot sich uns der erste atemberaubende Blick in den riesigen Krater, in dem es gerade im nördlichen Teil regnete! Grandios und riesig sind wohl die treffensten Ausdrücke für diesen Anblick. Kurze Zeit später erreichten wir ein Grabmal für Michael Grzimek, der hier bei Dreharbeiten zum Film “Die Serengeti darf nicht sterben” mit dem Flugzeug abgestürzt ist.

Wir fuhren erst zur Simba A Public Campsite, auf der zahlreiche Marabous und Milane ihr Unwesen trieben, wo wir den Anhänger und Paul liessen. Leider musste Paul dort campen, um auf den Anhänger aufzupassen. Das tat uns sehr Leid, denn die sanitären Anlagen dort waren das Schlimmste, was wir bisher gesehen hatten. Wir fragten uns, wie man dort auf die Toilette gehen kann, ohne zu kotzen oder wie man in dem zentimeterhohen Dreck auf dem Boden duschen kann. In unserem Reise Know-How Reiseführer von 2006 ist das schon erwähnt und in der Zwischenzeit hat sich leider nichts geändert. Eine gewisse Grundreinigung am Tag wäre da schon ausreichend – Public Campsite gut und schön, aber bei dem Geld, das die Verwaltung an Eintritt nimmt, sollte wenigstens das drin sein! Steven übernachtete in der Lodge und wir hätten Paul auch gern da gehabt, aber der Anhänger sollte nicht ohne Beaufsichtigung bleiben.

Nun erreichten wir die Wildlife Lodge, wo wir zwei Nächte blieben. Wir assen unseren Lunch in der Lounge und konnten danach das Zimmer beziehen. Die Lodge hat eher den Charme eines Durchganghotels als den einer afrikanischen Lodge, ist aber bei weitem nicht so schlecht, wie sein Ruf. Das Äussere wird gerade renoviert, so dass die Betonmauern verschwinden und die Qualität des Essens ist durchaus gut, ausreichend und vielfältig. Die Zimmer sind etwas abgewohnt, aber trotzdem okay und haben grosse Panoramafenster mit Blick in den Krater – nichts zu meckern!
Nach dem Lunch fuhren wir hinunter in den Krater und wurden von Thompson-Gazellen, Zebra- und Gnuherden begrüsst. An einem kleinen Teich suchten zahlreiche Kronenkraniche, Riesentrappen und Heilige Ibisse nach Nahrung und im Lerai Forest sass ein männlicher Gaukler hoch oben in seinem Baum. Ausserdem sind noch Elefanten lautstark im Wald unterwegs. Die Kronenkraniche sind wunderschöne Vögel und wir genossen es, sie so zahlreich und nah zu bewundern. Es gelangen mir sogar zwei Flugaufnamen – im Flug kann man die schöne Zeichnung des Gefieders besonders schön sehen.

An einem Hippo-Pool fanden wir etwas entfernt vier Löwinnen, die faul dösend in der Sonne lagen. Irgendwie sind Löwen doch die langweiligsten Tiere der Savanne, aber wehe, sie bewegen sich: dann wird die ganze Kraft, Energie und Dynamik dieser Katzen sichtbar und die Faszination stellt sich ein.

Das Licht war an diesem Tag sehr merkwürdig und es wurden nur die kleinen Hügel im Krater von Sonne erfasst – ein schönes Landschaftsmotiv, endlich! Ein kurzer Stop am Toilettenhäuschen und ein kurzer Blick zum Marabou-Schlafbaum und wir mussten den Krater verlassen. Die Fahrt hinauf zur Lodge gestaltete sich auf der schlechten, ausgeschlagenen Piste recht abenteuerlich. Der Pad ist nur in den Kraterrand gehauen und rechts geht es senkrecht nach unten. Ich bekam jedes Mal eine Krise, wenn Steven weit rechts am Rand fuhr und dabei fröhlich pfeifend in den Krater schaute! Aber er hatte die Fahrerei gut im Griff und es gab nie einen Grund zur Panik!
Das Abendessen in der Lodge war wieder gut und reichhaltig – wenn man möchte, aber wir entschieden uns für zwei “Diät-Tage”, da uns Paul bisher doch sehr verwöhnt hatte. Auf dem Zimmer luden wir erneut die Batterien und fielen früh müde ins Bett.

Highlight des Tages: Die Kronenkraniche

Fotogalerie: Ngorongoro Conservation Area I

Vorschaufotos:

Der Wettergott meinte es gut mit uns und schickte uns ein sanftes Morgenlicht in den Krater. Die Konturen waren sehr schön sichtbar in dem weichen Morgenlicht und wir genossen diese fantastische Stimmung, die nur eine halbe Stunde anhielt bevor die Bewölkung wieder stark zunahm.

Wir frühstückten und trafen um 8 Uhr Steven für unsere ganztägige Kratertour. Ihm war es etwas kühl, doch wir genossen die angenehmenTemperaturen und brauchten auch keinen langärmeligen Pullover. Eigentlich sind nur maximal 6 Stunden im Krater erlaubt, aber ausser beim Eingangsgate wird das nirgends kontrolliert und so kosteten wir acht schöne Stunden in dieser einzigartigen Umgebung aus. Da es geregnet hatte, blühten viele schöne Pflanzen, aber es war die Hakenlilie, die herausstach und besonders bezaubernd war. Da sie auch oben auf dem Kraterrand blühen, konnten wir aussteigen und ein paar nette Aufnahmen machen.

Auf dem Weg in den Krater begegneten uns einige Maasai-Kinder, die Zebuherden in den Krater begleiteten. Die Maasai dürfen hier ihre Herden zum Trinken hinunterbringen – Ngorongoro ist kein Nationalpark, sondern eine Nature Conservation Area, wo circa 32000 Maasai leben. Allerdings sind die Dörfer nur bis zum Kraterrand erlaubt und nicht innerhalb des Kraters.

Auf der Fahrt nach unten sahen wir einen jugendlichen Augurbussard unweit der Piste im Baum – ein hübscher, noch etwas flusiger Bursche! Wir kamen unten an, Steven öffnete das Autodach und wir waren sogleich von Maasai umringt, die uns Ketten, Arm- und Halsreifen und Speere verkaufen wollten. Höflich, aber bestimmt lehnten wir ab und auch für Fotos wollten wir nicht zahlen. Nicht, weil wir dafür zahlen müssten, sondern weil wir uns dabei sehr unwohl fühlen – das ist einfach nicht unsere Sache – nirgendwo auf der Welt!

Wir fuhren langsam durch grosse Gnu- und Zebraherden und fanden dann auch schnell die Familie Simba: ein Löwe und seine drei Löwinnen lagen wie immer faul dösend im Gras. Ein einsames Zebra graste in circa 300 Meter Entfernung. Plötzlich kam Leben in die Bande: zwei Löwinnen standen auf und näherten sich langsam, aufmerksam beobachtend dem friedlichen Zebra. Simba setzte sich auch hin und beobachtete die Aktion seiner Damen wie in einem Theater. Die Löwinnen pirschten sich heran, mal schleichend, dann wieder kurze Zeit sitzend bis auf circa 100 Meter. Das Zebra hatte die Löwinnen jedoch bemerkt und starrte in deren Richtung. Langsam trabte es zu seiner Herde zurück und für dieses Mal blieben die Löwen hungrig zurück. Glück für mich, denn eine Jagdszene hätte ich nur ungern live miterlebt. Ich will immer nur glückliche Tiere sehen!

Auf der Weiterfahrt sahen wir die gewaltigen Ohrengeier im Baum und einen weiteren jungen Augurbussard, diesmal noch näher als am Morgen. Dann kam der grosse Regen, wir mussten das Dach schliessen und die Pisten wurden sehr matschig. Gerade jetzt trabten zwei Schwarze Nashörner im Galopp durch die Ebene. Wir fuhren etwas näher ran, aber sie waren zu weit entfernt und durch den Regen nur schlecht zu sehen. Aber immerhin, zwei grosse Nashörner – superschön!

Es regnete weiter und wir fuhren zur Ngoitokitok Springs Picnic Site, wo schon eine Bande von hungrigen Milanen auf die Lunchpakete der Touristen wartete. Wir waren von Elvira vorgewarnt worden und auch Steven sagte, wir sollten lieber im Auto essen. Ein anderer Tourist hatte nicht auf seinen Guide gehört und ass draussen – und wir konnten beobachten, zu welchen Flugmanövern Milane fähig sind, um an den Inhalt touristischer Lunchpakete zu gelangen…. Im Süsswassersee gab es einige Hippos und einige Webervögel sowie Perlhühner hofften auf ein paar Krümel der Touristen.

Wir beendeten unseren Lunch und fanden auf der Weiterfahrt unseren ersten Löffler, der in einer der grossen Pfützen spraddelte. Er flog weiter, doch kurze Zeit später entdeckten wir ihn in einem Bach auf der Suche nach Futter wieder und konnten ihn ausgiebig bewundern.

Die Tierwelt innerhalb des Kraters ist wirklich reichlich und wir erspähten eine weitere Gruppe Löwen (ein männlicher Löwe mit zwei Löwinnen), die natürlich dösten und nur hin und wieder den Kopf hoben, als sich eine weitere Löwin näherte. Gegenüber im Baum war wieder unser junger Augurbussard und in einem anderen Baum ein Schwarzbrust-Schlangenadler. Nach ausgiebiger Bewunderung fuhren wir zum Hippo-Pool, wo wir circa 40 Flusspferde mit Madenhackern und Mittelreihern sowie einer Gruppe von Nachtreihern vorfanden. Die Flusspferde bespritzten sich mit dem matschigen Wasser, gähnten und schoben sich durch den Pool, im Wasser schwammen zwei Pelikane und am Ufer schimpften die Waffenkiebitze laut vor sich hin. Hier war was los!

Paul hatte uns heisses Wasser, Kaffeepulver und Tee mitgegeben und ich mixte den Jungs ihre Heissgetränke.

Wir fuhren zurück ins Kraterinnere und Steven erspähte plötzlich einen Geparden. Tatsächlich, unser erster Gepard in nicht allzu weiter Entfernung, aber doch zu weit für ein Foto. Egal, durch das Fernglas konnten wir diese elegante Katze gut beobachten und fanden etwas später auf der anderen Seite der Piste einen weiteren Geparden im Gras. Der erste Gepard verschwand langsam Richtung Kratersee und wir entdeckten einen dritten Geparden! Wie schön – wir starrten gebannt durch unsere Ferngläser und bewunderten diese filigranen Katzen. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten – plötzlich hatte es auch noch zwei schwarze Nashörner! Uns gelangen ein paar Aufnahmen mit Konverter – nicht sehr gut, aber immerhin, wir sind glücklich.

Heute war eindeutig Cat Day – ein paar Kilometer weiter fanden wir eine Gruppe Löwen sehr nah an der Piste. Sie waren offensichtlich völlig vollgefressen – man konnte die dicken Bäuche deutlich sehen. Es war ein männlicher Löwe etwas abseits und eine Löwin mit drei fast erwachsenen jungen Löwen. Die Drei hatten noch Flaum am Nacken und ein ziemlich niedliches Gesicht – und eine vollgefressene Wampe. Eine der Drei schien etwas überfressen und würgte mehrmals lautstark. Die anderen wälzten sich von einer Seite auf die andere und boten dabei immer wieder niedliche Posen – so sehen die Löwen wirklich putzig aus, aber wirft man einen genaueren Blick auf die Pranken, dann kann man sich ihre andere Seite wieder sehr gut vorstellen. Ein paar Meter weiter lag ein weiterer männlicher Löwe nur circa 20 Meter vom Auto entfernt und gab eine wahre Show zum Besten: es wurde gegähnt, die Zähne gezeigt und die Mähne geschüttelt. Beeindruckend, diese Kraft und vor allem die langen Zähne.

Es wurde Zeit, den Krater zu verlassen und vollgepackt mit Eindrücken machten wir uns auf die matschige Auffahrt, die Steven natürlich ohne Probleme meisterte. Es war nun stark bewölkt und es gab kein schönes Abendlicht.
Wir assen zu Abend, gönnten uns Bier und Wein und luden ein letztes Mal unsere Batterien auf, bevor wir uns morgen auf den Weg in die Serengeti machen werden.

Highlight des Tages: Cat Day – die Löwen und die Geparden

Vorschaufotos:

Heute gab es keinen Sonnenaufgang, wir frühstückten zügig um 7 Uhr und trafen Steven zur Abreise kurz vor 8 Uhr. Wir holten Paul und den Anhänger auf der Campsite ab und fuhren los Richtung Serengeti.

Es war immer noch stark bewölkt, doch je weiter wir uns vom Krater entfernten, desto mehr lockerte es auf – und es wurde wieder wärmer. Nach einer Stunde erreichten wir die 55km lange Oldupai Schlucht – die Wiege der Menschheit. Wir schlenderten durch die zwei Räume des von Mary Leaky gegründeten Museums, wo es Informationen zu den Ausgrabungen gibt, einen Abriss der Geschichte, Steinwerkzeuge, einen Gipsabdruck der Laetoli Footprints (Fussabdrücke von Menschen, die hier vor 3,7 Millionen Jahren hinterlassen wurden) und zahlreiche Fossilien von längst ausgestorbenen Tierarten; meist grössere Varianten von Giraffen, Antilopen, Büffeln und Vögeln.
Nach der Besichtigung gingen wir zum Aussichtspunkt und ein Student erklärte uns noch mehr zur Schlucht. Ein sehr netter junger Mann, der an der Universität studiert und hier freiwillig Arbeit leistet. Nächstes Jahr von Juni bis August wird er selber an den Ausgrabungen teilnehmen, die nur in diesen drei Monaten durchgeführt werden können wegen der Gefahr von Tierangriffen. Er erklärte uns die fünf Erdschichten, die an einem Hügel sichtbar sind und welcher Evolutionsstufe diese entsprechen. Hier liegt also der Ursprung des Menschen bis hinüber in Äthiopien, wo man Lucy gefunden hat. Entsprechende Fussabdrücke aus derselben Zeit sind hier in der Oldupai Schlucht konserviert. Ein merkwürdiges Gefühl, ich versuchte mir auszumalen, wie es früher hier ausgesehen haben möge mit den frühen Menschen und den grossen Tieren.

Wir fuhren weiter, es lag noch eine weite Fahrt vor uns. Plötzlich wurde die Piste sehr schlecht und nach fünf Kilometern sahen wir die Strassenmaschinen – Gott sei Dank nur eine Baustelle! Steven hielt an, es gab Probleme mit der Lenkung. Paul und Steven verschwanden beide unter der Motorhaube, es wurde geschraubt und gehämmert und nach einer halben Stunde stand das Lenkrad zwar auf dem Kopf, aber die Lenkung funktionierte wieder. In der Zwischenzeit hatten uns vier, fünf andere Touristenautos überholt und alle hatten angehalten und gefragt, ob sie helfen könnten – Hilfsbereitschaft wird hier noch gross geschrieben!

Wir passierten die Grenzmarkierung zwischen der Ngorongoro Conservation Area und dem Serengeti National Park und zwischen hier und dem Naabi Hill Gate fand gerade eine riesige Gnu- und Zebramigration statt. Zehntausende von Tieren an beiden Wegrändern – soweit das Auge reichte sieht man bis zum Horizont dunkle Punkte. Es gab kleine und grosse Gnus und Zebras und alle grasten friedlich. Der Anblick zog sich kilometerweit hin bis zum Naabi Hill Gate, wo Steven die Permits kaufte und wir eine Lunchpause begleitet von Glanzstaren, Mäusen und Webervögeln machten. Wir gingen hinauf zum Aussichtspunkt, wo sich einige der hübschen Siedleragamen in der Sonne aalten. Sie waren sehr geduldige kleine Models, die sich gern fotografieren liessen. Mit unserem 150mm Makro rückten wir ihnen auch nicht so nah auf die Pelle wie die anderen Touristen mit den kleinen Kompaktkameras. Wenn ein mit einer Kamera bewaffneter ausgestreckter käseweisser Arm auf sie zukam, nahmen die kleinen Kerle sofort Reissaus. Würde ich auch machen…

Wir fuhren langsam weiter und warfen einen ersten Blick auf die “unendlichen Weiten” – die Serengeti. Nach einer Erzählung von Steven kamen die Maasai einst aus Kenia hierher, weil sie Webervögel mit frischem Gras aus Süden kommend sahen. Da musste also fruchtbares Land sein! Also zogen sie los und trafen erst mal auf die endlosen Weiten, die sie dementsprechend “Siringet” nannten. Später liessen sie sich bei den südlichen Kopjes nieder und wurden bei Gründung des Nationalparks 1959 ausserhalb gezügelt.
Schliesslich erreichten wir Seronera Valley und unser Heim für die nächsten fünf Tage, die Tumbili Public Campsite. Der Anhänger wurde entladen, Paul richtete seine Ecke am Kochplatz ein und unser Zelt wurde aufgebaut. Die sanitären Einrichtungen (4 Plumpsklos und zwei Duschen) sind sauber und der Mann mit den grünen Gummistiefeln kümmerte sich regelmässig um die Sauberkeit. Wir starteten zu einem Spätnachmittags Game Drive und bereits kurze Zeit später stiessen wir auf eine Löwin in einer Astgabel. Es war eine Löwin aus dem Forschungsprogramm, denn sie hatte einen Sender umgebunden. Sie war auf dem Weg, den Baum zu verlassen und stellte sich dabei nicht gerade geschickt an – es wirkte eher tolpatschig, wie sie sich langsam rückwärts den Baumstamm hinuntergleiten liess und dann nur das letzte kurze Stück sprang. Im Baum nebenan schlief ein Leopard ebenfalls in einer Astgabel, leider mit abgewandtem Gesicht. Dann bemerkten wir, dass die Löwin mittlerweile auf dem Weg zur Piste war! Sie kam näher und näher und zog unbeeindruckt direkt vor uns auf die andere Seite der Piste – Warten lohnt sich!

Das Licht wurde wärmer und es zogen ein paar Wolken auf. In der Ferne regnete es und es gab einige interessante Lichtstimmungen und einen kleinen Sonnenuntergang mit schönen Farben. An einem kleinen Teich hatten die Mittelreiher ihren Schlafbaum – genau über einem Nilkrokodil, von dem wir nur den üppigen Rücken sahen. Zurück auf der Campsite war es plötzlich sehr voll geworden: eine Gruppe von über 40 jungen Campern war eingetroffen und baute ihre Zelte auf – das konnte ja heiter werden bei der Anzahl der Toiletten! Gerd’s schlimmste Befürchtungen wurden leider bald wahr und der Mann mit den grünen Gummistiefeln fing an, uns Leid zu tun, doch er tat unverdrossen seinen Job. Wir gingen Duschen und Gerd musste zuerst einen Achtbeiner aus der Dusche werfen – es sollte meine einzige und letzte Begegnung mit diesen Tieren sein! Paul hatte zwischenzeitlich gekocht und wir bekamen Kartoffelpürree mit einem leckeren Rindergeschnetzelten. Gegen 21 Uhr kehrte Ruhe ein auf der Campsite und wir schliefen auch schnell ein.

Highlight des Tages: Die Gnu- und Zebramigration

Fotogalerie: Serengeti Nationalpark I

Vorschaufotos:

Nach einer etwas unruhigen Nacht war ich wie immer um 6 Uhr auf den Beinen; ich schlafe verdächtig viel hier. Es gab nur einen Mini-Sonnenaufgang und ich versuchte, das Beste daraus zu machen. Man darf aus Sicherheitsgründen das Camp nicht verlassen, es gibt keinen Zaun und Tiere kennen sowieso keine Grenzen. Das ist auch gut so.

Nach dem Frühstück ging es los und ich äusserte meinen Wunsch des Tages: einen Schopfadler. Wir fuhren kaum 30 Sekunden weiter, Steven stoppte das Auto und zeigte auf einen – Schopfadler !! Er sass auf einem Baum etwas weiter entfernt, aber sein hübscher Schopf war durch das Fernglas sehr gut zu erkennen. Was für ein Glück und was für ein hübscher Kerl!

Danach fuhren wir eine ganze Weile langsam durch die Gegend und ich machte ein paar Landschaftsaufnahmen; die Tiere machten sich an diesem Vormittag etwas rar – bis auf den pechschwarzen kleinen Drongo, der pfeifend auf seinem Ast sass und keck für uns posierte. Ein schöner Vogel!

Die Säugetiere waren weiterhin nicht zu entdecken und so sprangen mal wieder unsere gefiederten Freunde in die Bresche: Lovebirds (Goldbugpapagei) liefen auf der Suche nach Samen durch das Gras, mehrere Weißscheitelwürger und Gabelracken thronten auf den Spitzen der Büsche und wir sahen unserer einzigen Blauracke auf der Jagd nach Insekten zu. Die Strichelracke erwies uns auch noch die Ehre und somit hatten wir an einem Vormittag alle drei Rackenarten gesehen.

Die Säugetiere liessen sich dann gegen Ende des Vormittags doch nicht lumpen und wir entdeckten in einem Leberwurstbaum drei dösende Löwinnen. Eine hatte wieder einen Sender, aber wir konnten natürlich nicht feststellen, ob es sich um dieselbe Löwin wie gestern handelte. Zumindest sah sie auf ihrem Ast nicht so ängstlich aus… Wir beobachteten die Gruppe eine Weile, wie sie sich auf den Ästen fläzten und begaben uns zum Lunch zurück ins Camp.

Wir dösten ein wenig und nutzten die Ruhe zum Duschen bevor es um 15.30 Uhr wieder auf die Piste ging. Den Anfang machte nochmals eine Strichelracke, diesmal näher am Auto und somit genauer zu betrachten. Sie sah etwas grimmig und zersaust aus, blieb aber doch geduldig sitzen – eine schöne Racke! Da durfte die Gabelracke natürlich auch nicht fehlen und präsentierte sich ebenfalls aus nächster Nähe – es war unser Racken-Tag!


Bei den Maasai Kopjes war das Licht nun nicht mehr so harsch und wir fanden einige schöne Motive sowie einen Schlangenadler hoch oben in einer Akazie. Aufmerksam beobachtete er seine Umgebung und liess uns dabei auch nicht aus den Augen. In einiger Entfernung sahen wir mehrere Autos parkieren – das konnte nur einer von drei Gründen sein: Löwe, Gepard oder Leopard. Also machten wir uns auf den Weg dorthin und fanden einen männlichen Löwen vor, der unter einem Akazienbaum seine Beute – ein Gnu – bewachte. In einiger Entfernung auf der anderen Seite der Piste lag seine Gemahlin satt und faul im Gras. Vor dem Löwen hatte sich eine stattliche Anzahl von Weißrücken- und Kappengeiern auf die Lauer gelegt, die nur darauf warteten, dass der Löwe unaufmerksam wurde, damit sie auch ein Stück von der Beute stiebitzen konnten. Doch der Löwe liess sich nicht auf das Spiel ein und zeigte den Geiern alle paar Minuten mit einem Fauchen und seinen grossen Zähnen wer der Herr der Serengeti ist! Ein faszinierendes Schauspiel. Der Löwe wirkte auf eine Art so schläfrig und dösig, war aber zugleich hellwach und jederzeit auf dem Sprung. Die Geier hatten an diesem Abend wohl keine Chance auf eine Mahlzeit gehabt.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir bekamen eine kurze Andeutung eines Sonnenunterganges geschenkt, bei dem die Sonne eine kurze Wolkenlücke nutzte und die Landschaft in ein schönes warmes Licht tauchte. Auf einem Leberwurstbaum fanden wir einen weiteren schlafenden Leoparden, aber er war sehr weit entfernt und der Kopf auch wieder von der Piste abgewandt. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit traf eine neue grosse Gruppe junger Camper ein und musste teilweise im Dunkeln ihre Zelte aufbauen. Nach einem wie immer wohlschmeckenden Dinner von Paul schliefen wir gegen 21.30 Uhr ein – mit dem Kopf voller Erlebnisse und der afrikanischen Geräuschkulisse im Hintergrund.

Highlight des Tages: Die Rackenshow, der Schopfadler und der verteidigende Löwe

Fotogalerie: Serengeti Nationalpark II

Vorschaufotos:

Unsere Nacht endete bereits um 4.45, als die neuen Camper ihre Zelte bereits wieder abbauten und wir starteten an diesem Morgen auch um 6 Uhr für den Game Drive am Vormittag. Wir erlebten heute einen schönen Sonnenaufgang und ich fand ein paar fotogene Bäume als Vordergrund.

Nach einer Weile setzten wir die Pirschfahrt fort und plötzlich entdeckte ich zwei Ohren im Gras. Zwei Ohren an einem hoch aufgerecktem Körper – Gepardenalarm und ich hatte sie gefunden! Steven fuhr näher an sie ran und wir sahen eine Gepardin mit vier etwa 8 bis 9 Monate alten Jungen im schönsten Morgenlicht. Sie hatten noch weichen Flaum im Nacken und ein ganz süsses Gesicht! Steven sagte, die Gepardin wäre eine gute Mama, weil sie vier Junge durchgebracht hat – viele junge Geparden werden von Löwen oder Hyänen getötet.

Die Familie zog langsam an unserem Auto vorbei und überquerte die Piste auf die andere Seite – immer Mama voran und die Kleinen hinterher. Die Gruppe überquerte einen sumpfigen Teil und auch wir fuhren um den Sumpf herum und trafen sie auf der anderen Seite wieder. Sie gingen noch ein wenig tiefer in die Ebene, bis die Gepardin einen kleinen Hügel fand und dort zum Überblicken der Ebene verweilte. Die Kleinen legten sich entspannt in einiger Entfernung ins Gras.
Was für ein tolles Erlebnis – Geparden in ihrem Lebensraum zu sehen gehörte zu unseren grössten Wünschen und dass es auf so eine schöne Art und Weise wahr wurde, war doppelt schön.

Wir waren wie verzaubert, als wir die Pirschfahrt zu den Maasai Kopjes fortsetzten. Das Licht war immer noch weich und schön und die Kopjes entfalteten so ihre ganze Faszination und Schönheit. Die durch Erosion geformten Felsen weisen ähnlich wie die Spitzkoppe in Namibia bizarre und runde Formen auf. Mitunter sieht es so aus, als hätten Riesen mit Murmeln und Bauklötzen gespielt!

Bei den Nata Kopjes thronte hoch oben auf einem Felsen wie auf einem Ausguck ein Dunkler Singhabicht und Steven fand in einem dichten Akazienbusch zwei gut getarnte Fleckenuhus. Wir fragten uns, wie Steven das macht: er fährt, lenkt, schaut rechts und links und entdeckt Tiere an den unmöglichsten Orten! Wir mussten zwei Mal hingucken, ehe wir die Uhus entdecken konnten! Wir waren wieder mal sehr glücklich, diese Könige der Nacht zu sehen. Sie machten daher auch einen recht verschlafenen Eindruck, wo sie doch gerade erst ihre Nachtschicht beendet hatten. Eine schaute uns kurz an, die andere schlief tief und fest.
Wir setzten die Fahrt fort und einer der Dunklen Singhabichte hatte Beute erspäht und landete direkt vor uns auf der Piste im Gras. Er hatte es auf eine kleine Eidechse abgesehen und hielt sie fest in den Fängen. Er war ob unserer Anwesenheit etwas verunsichert, so dass wir einige Augenblicke später weiterfuhren und ihm sein Frühstück gönnten! Toll, ihn so aus der Nähe in seinen schicken Pumphosen gesehen zu haben!

Was für ein Morgen – voll mit Eindrücken kehrten wir ins Camp zurück und wurden von Paul mit einem leckeren Frühstück empfangen. Wir waren allein auf der Campsite – was für eine Ruhe und Idylle. Doch wir waren sicher, sie würde nicht lange dauern…

Um 14 Uhr war es Zeit für die Nachmittagstour, die für mich mit einem weiteren Highlight begann: ich entdeckte in nicht allzu weiter Entfernung einen Schopfadler in einem Baum. Diesmal lohnte sich die Distanz für ein Foto und wir konnten den grossen Greifvogel mit seiner hübschen Frisur auf den Chip bannen. Bald danach dösten unter einem schattigen Baum drei Löwinnen mit fünf 8 bis 9 Monate alten Jungen. Sie waren von uns recht unbeeindruckt und schauten nur hin und wieder zu uns rüber.

Wir setzten die Fahrt fort und wurden mit einer weiteren Löwin auf einer Kopje und drei kleinen Löwen belohnt. Sie waren in naher Distanz auf einem Felsen und alle Drei schauten mit ihren niedlichen Gesichtern neugierig zu uns herüber. Was sind das denn für weisse Dinger, die da auf uns gerichtet sind? Kann man diese weissen Menschen essen? Oder mit ihnen spielen? Es machte einen Riesenspass, die Kleinen zu beobachten, wie sie tapsig auf dem Felsen hockten und es gelangen uns einige schöne Aufnahmen. So hatten wir heute junge Geparden und junge Löwen gesehen – wunderbar! Wir waren total happy und auch Steven war ziemlich begeistert, denn Löwen sind seine Lieblingstiere. Obwohl er schon so viele gesehen hat, lässt die Faszination nicht nach – daran erkennt man den wirklichen Tierliebhaber.

Nachdem wir uns von den Löwen trennen konnten, ging die Vogelshow für uns unverdrossen weiter: in einem Baum hockte ein junger, zauseliger Augurbussard, der etwas hungrig aussah. Auf dem Weg zur Süsswasserquelle vom Seronera River lagen zwei völlig vollgefressene Geparden unter einem Baum und waren zu satt, um sich zu bewegen. Sie hoben nur kurz den Kopf, um abzuschätzen, ob von uns Gefahr droht. Es roch nach Aas, ihre Restbeute musste noch in der Umgebung liegen. Ausserdem sehen wir viele Impalas, einige Warzenschweine und zwei etwas aufgeschreckte Löffelhunde.

Die Kopjes sind sehr malerisch und am Horizont zeichnete sich eine Regenfront ab, so dass sich mit dem hellen Gras, den schönen Kopjes und dem dunklen Himmel schöne Landschaftsmotive ergaben. Auf einer der Kopjes thronten zwei Löwinnen – die Anzahl der Löwen in diesem Teil der Serengeti ist wirklich enorm!

Zurück im Camp hatten wir circa 20 neue Mitcamper und es gab kein Wasser mehr auf den Toiletten. Die Sickergruben werden gerade neu ausgehoben und dafür wurde das Wasser abgestellt – und das bei fast 30 Nutzern der sanitären Anlagen! Ich benutzte dann für das kleine Geschäft lieber die Buschtoilette im Gras hinter unserem Zelt. Die neuen Mitcamper erwiesen sich als eine ziemlich lautstarke Truppe, die bis nach 11 Uhr mit Gejohle und Gesängen eine Party feierten und uns eine kurze Nacht bescherten.

Highlight des Tages: Die jungen Geparden und die jungen Löwen

Vorschaufotos:

Nach einer sehr kurzen Nacht hiess es um 5.30 Uhr Aufstehen, einen Kaffee schlürfen und los gings zur Pirschfahrt. Dieser Morgen stand bei dem schönsten Sonnenaufgang der Ferien und tollen Licht unter dem Motto der Landschaftsfotografie. Wir hielten an einem fotogenen Punkt, wo Steven dann auch noch eine Gruppe Löwen ausmachte; eine ganze Familie mit zwei Löwen, drei Löwinnen und vier Jungspunden. Wir schauten jedoch nur mit dem Fernglas, da sie sehr scheu wirkten. Der Galeriewald bot noch zahlreiche schöne Fotomotive im Morgenlicht und auch unsere Vögel spielten an diesem Morgen mit. Wir sahen Weißschnabelwürger, Rotschnabeltokos, einen schönen Schweifglanzstar und emsige Maskenweber beim Nestbau.

Das Sahnehäubchen an diesem Morgen waren dann aber doch die zwei männlichen Gaukler, die unweit der Piste auf unterer Höhe in einem Baum sassen. Wir hatten sie schon öfter am Himmel fliegen sehen und ich hatte mir wirklich gewünscht, sie mal ausgiebig bewundern zu können und nun sassen sie einfach da und posierten willig! Sie gehören in der Tat zu den schönsten Adlern und man konnte ihnen irgendwie ansehen, dass sie stolz darauf waren. Wir machten ein paar Fotos und schauten ihnen so lange mit dem Fernglas zu, bis einer von ihnen abflog und seine Kreise am Himmel zog.

Es war Zeit, ins Camp zurückzukehren, doch unterwegs gab es noch einen Leoparden in einem Baum – leider wieder mit abgewandten Gesicht und 100 Meter entfernt – und direkt am Wegesrand der Hauptpiste lag ein vollgefressener Gepard mit seiner Beute und wurde von sechs, sieben Autos und seinen Insassen bestaunt. Ein ereignisreicher Morgen ging zu Ende und wir freuten uns auf unser Frühstück, mit dem uns Paul schon erwartete.

Wie schon fast gewohnt, nutzten wir die Pause bis zum Nachmittag zum Dösen, Duschen und Kamerareinigung. Um 14 Uhr ging es dann auf zum nächsten Game Drive, der erstmal mit einem kräftigen Regenschauer begann. Die Vögel waren danach jedoch sehr aktiv und wir fanden schnell eine etwas sauer dreinblickende, total durchnässte Gabelracke, die hoch oben auf einem Busch zu trocknen versuchte. Süss und zauselig sah sie aus! Ein Weißbauch-Lärmvogel erwies uns nach langer Abwesenheit auch mal wieder die Ehre und im dichten Busch des Flusses suchten zwei Flusspferde nach Nahrung. Einer der Jungs schaute direkt zu uns herüber und hatte noch Gras im Maul – irgendwie wollte man ihm direkt eine Serviette zum Maul abwischen reichen!

Am Fluss gab es reichlich Leben und so fanden wir auch mal wieder drei kleine Zwergspinte, die sich einen schönen Ansitzast gesucht hatten und von dort aus emsig Insekten fingen.

Auf dem Weg zum Retima Hippo Pool boten sich einige schöne Landschaftsaufnahmen und es gab grosse Impala-Herden und viele Giraffen am Wegesrand. Ich mag die hübschen Maasai-Giraffen sehr gern mit ihren niedlichen Gesichtern und den wackelnden Ohren. Sie taten mir etwas Leid, denn immer, wenn sie mit den Ohren wackelten, vertrieben sie damit Milliarden von Fliegen. Diese Fliegen müssen für alle Tiere wirklich extrem lästig sein!

Plötzlich bremste Steven stark und rief: “Chamäleon!” Ein gelb gefärbtes Chamäleon überquerte gerade in seiner unnachahmlichen Gangart die Piste vor uns. Es erreichte den grünen Wegesrand und seine Farbe veränderte sich flugs auf grün, so dass man es in der Tat nur noch schwer erkennen konnte, wenn man nicht wusste, wo es war. Im grünen Gras wuchsen kleine gelbe Blumen und das Chamäleon bildete tatsächlich im Grün kleine gelbe Streifen aus – eine wahrlich perfekte Tarnung! Wir waren fasziniert von diesem wandlungsfähigen kleinen Kerl!

Wir überquerten den Fluss und unten im Flussbett im Sand lag ein langer Waran; auf der anderen Seite badeten ein paar Flusspferde. Von einem Aussichtspunkt weiter oben zeigte uns Steven zwei Nilkrokodile, die im Sand in der Sonne dösten. Ein sehr grosses Exemplar und ein kleineres – mit ganz vielen Zähnen! Furchterregend, diese Reptilien.

Wir erreichten den Retima Hippo Pool und wurden von einem unangenehmen Geruch empfangen. Steven hatte den Verursacher schnell gefunden: ein männliches totes Flusspferd lag aufgedunsen unten am Flussufer. Ein kleineres Flusspferd schwomm am Rande des toten Tieres und Steven erklärte uns, dass die anderen Flusspferde sicher sein wollen, dass einer von ihnen wirklich tot ist. Wenn sie sich vergewissert haben, schieben sie es an ein Flussufer, wo es dann ein willkommenes Fressen für Hyänen, Löwen oder Leoparden ist. Im Sand vor dem Toilettenhäuschen fanden wir dann auch relativ frische Leopardenspuren, aber der Bursche hatte sich natürlich in der Sicherheit seines Busches oder Baumes versteckt und war nicht zu sehen.
Im Pool planschten, tobten und spielten 30 bis 40 Flusspferde in allen Grössen. Man lieferte sich mit lautem Getöse kleinere Machtkämpfe, tauchte unter und wieder auf, es wurde gegähnt und mit Wasser geplanscht. Ein interessantes Schauspiel – der Besuch hatte sich gelohnt!

Auf der Rückfahrt wurden wir von vielen Tse-Tse Fliegen geplagt und Gerd verbrachte die Zeit damit, sein Diplom als Tse-Tse Fliegen Killer abzulegen. Mittlerweile hatte ich mindestens 15 Stiche der lästigen Fliegen und normale Mückenstiche waren zusätzlich dabei. Das einzig gute an Tse-Tse Fliegenstichen ist, dass sie nicht lange jucken. Die Anti-Histamin Creme von Elvira tut da Wunder! Von den Mückenstichen hat man leider länger was – teilweise verursachen sie bei mir grosse allergische Reaktionen und jucken trotz Creme tagelang. Gerd hat natürlich wie immer nur ein Drittel der Stiche, die ich habe – der Glückliche! Wir liessen uns aber von den Tse-Tse Fliegen nicht die Laune verderben und genossen die Tierwelt der Savanne.

Plötzlich ein Anblick, wie ich mir Afrika immer vorgestellt habe: eine offenen Fläche und zahlreiche Giraffen schreiten langsam vorbei. Wir trafen auf eine Gruppe von 20 Giraffen mit mehreren grossen Bullen, die gemächlich an Bäumen fressend ihres Weges zogen. Ich war begeistert und konnte mich kaum daran satt sehen – während Gerd und Steven die Tse-Tse Fliegen bekämpften! Meine persönlichen Helden:-)

Den Abschluss des Tages bildete ein Weißbrauenkuckuck, der direkt neben der Piste sass. Steven kann seine Stimme perfekt nachahmen und der Kuckuck antwortete auch prompt – wir mussten lachen und Steven musste das nochmal wiederholen. Grossartig!

Die Toiletten in der Campsite hatten immer noch kein Wasser und heute hatte es 30 neue Camper – ich zog also immer noch meine Buschtoilette und die Toilette vom Visitor Centre vor. Die Nacht war zunächst ruhig, bis gegen Mitternacht Elefanten in naher Umgebung die Bäume niedermachten – in der Nacht ein unheimliches Geräusch. Dann sah ich Licht von Taschenlampen der Jungs und wurde auch neugierig. Ich schaute aus dem Zeltfenster und sah tatsächlich eine Katze hinter unserem Baum Richtung Campsite schleichen! Sie war hell, gross und hatte den typischen Katzengang – wahrscheinlich eine Löwin! Eine halbe Stunde später hörte ich lautes Getöse vom Küchenbereich. Am nächsten Morgen sahen wir die Mülltonne mitten im Gras – eine Hyäne hatte sie dorthin geschleppt und sich über die Küchenabfälle hergemacht. Wieder etwas später hörte ich erneut ein Geräusch und erspähte im Licht meiner Taschenlampe direkt neben dem Zelt einen kleinen Schabrackenschakal – der Kleine war aber mehr erschrocken als ich und schaute mich mit aufgestellten Ohren und grossen Augen an, bevor er in die Dunkelheit flüchtete. Afrika live…

Highlight des Tages: Die Gaukler und die Giraffengruppe

Fotogalerie: Serengeti Nationalpark IV

Vorschaufotos:

Nach dieser etwas kurzen, unterbrochenen Nacht war ich ziemlich müde und kaputt. Wir frühstückten um 7 Uhr und starteten danach zu einer Ganztagestour in den südlichen Teil des Parks. Gleich am Anfang gab es eine Herde der schönen Leierantilopen mit ein paar Jungtieren, denen wir eine Weile zusahen.

Das Highlight des Tages bot sich gleich zu Beginn: an einem kleinen Teich hatte sich ein Fischadler zum Trinken niedergelassen – keine 20 Meter von uns entfernt. Wir waren verblüfft und absolut glücklich, diesen bei uns in Europa so scheuen und streng geschützten Greifvogel so nah beobachten zu können. Er stand dort mit ziemlich dreckigen Pumphosen, weil er schon im Matsch gelaufen war. Der Wind zauste seine Kopffedern von hinten, so dass es manchmal aussah, als hätte er eine Haube auf! Er schaute zu uns hinüber, fühlte sich aber nicht gestört und sichtlich wohl. Zwei Autos passierten uns und schenkten ihm kaum Aufmerksamkeit – aber die hatte er ja von uns genügend! Nach einer Weile trank er und flog ab – uns werden diese 20 Minuten sicherlich immer in Erinnerung bleiben.

Er flog zunächst in eine Akazie hinter uns und Steven entdeckte sofort eine giftig grüne Schlange oben in den Ästen: eine Baumschlange, auch Boomslang genannt.. Im Snake Park hatten wir gelernt, dass diese Schlange sehr giftig ist und es momentan noch kein Gegengift gibt. Sie räkelte sich in den Ästen und wir konnten ihre ganze Länge von circa 2 Metern bewundern; sie hob sogar den Kopf und äugte zu uns herüber. Nach einigen Minuten hatte sie aber genug und verzog sich in den hinteren Teil des Baumes. Ein tolles Erlebnis! Der Fischadler hatte in der Zwischenzeit ein paar Mal laut geschrieen und flog dann endgültig ab, um sein Frühstück zu suchen.

Ein Fahrer der Autos, die uns passiert hatten, erzählte, dass es in der Nähe einen Leoparden im Baum geben würde. Steven hatte sich heute in den Kopf gesetzt, dass wir an unserem letzten Tag unbedingt einen fotogenen Leoparden finden müssen und wendete das Auto. Wir kamen nach ein paar Minuten am Baum an, aber wie immer schaute die Katze in die andere Richtung. Schade!

Wir setzten unsere Fahrt zu den südlichen Kopjes fort und erreichten nach etwa einer halben Stunde einen kleinen See, wo sich Flamingos und Stelzenläufer tummelten und ein paar Giraffen tranken. Etwas später tauchten die ersten Kopjes der Moru Kopjes auf, die besonders malerisch in die Landschaft eingebettet sind. Wir hielten beim Gong Kopje und Steven suchte die Umgebung aufmerksam nach Löwen ab, da sie sich bevorzugt an den höchsten Stellen aufhalten. Wir stiegen aus und kletterten ein paar Meter hoch auf ein Plateau, wo Felskugeln wie Murmeln aufgereiht waren und es einen grossen Felsblock mit regelmässigen Vertiefungen gab. Steven nahm einen Stein und konnte beim Schlagen in die Vertiefungen verschiedene Töne erzeugen: Maasai Musik! Die Maasai hatten die Moru Kopjes lange besiedelt, bevor die Serengeti ein Nationalpark wurde. Ein paar Kopjes weiter hatten sie einige Felszeichnungen hinterlassen: Kreise mit Mosaiken, einen Elefanten und zu unserem grossen Staunen auch ein Velo. Über den Zeichnungen nisteten einige Haussegler, die sich von uns nicht stören liessen und eifrig ein- und ausflogen.

Es war Zeit für Lunch und wir fuhren zum Visitor Centre, wo wir uns über das Black Rhino Projekt zum Schutz und Bestandswahrung des Schwarzen Nashorns, das von Bernhard Grizmek gegründet wurde, informieren konnten. Nach Hinterlassung einer kleinen Spende machten wir Pause und verzehrten Pauls letztes Lunchpaket.

Wir fuhren langsam durch die Kopjes zurück und es boten sich Landschafts- und Felsmotive ohne Ende. Schade, schade, dass wir nicht im schönen Morgen- oder Abendlicht hier waren! Mein Landschaftsfotografenherz blutete heftig… Wir genossen aber trotzdem die tollen Felsformationen und die Zebraherden, die sich gerade in diesem Gebiet herumtrieben. Sogar zwei grosse Gruppen von Elefanten sahen wir.
Zurück im Seronera Valley erinnerte sich Steven an seinen Vorsatz, für uns einen fotogenen Leoparden zu finden und er verfolgte dieses Ziel eisern. Wie immer war er nach relativ kurzer Zeit erfolgreich und wir fuhren ein klein wenig abseits des Weges Richtung des Baumes, in dem der Leopard lag. Dieser war aber sehr schüchtern und kletterte vom Baum. Aber schön, wir haben ihn und sein schönes Gesicht zumindes mal gesehen!

Nun erreichten wir den Baum vom Morgen und unser Freund war immer noch da. Mittlerweile hatte er über Mittag eine Gazelle erbeutet, die nun oben im Baum in einer Astgabel hang. Was muss der Leopard für ein starkes Tier sein, wenn er senkrecht mit einer Gazelle im Maul oder in den Fängen einen Baum hochklettern kann! Er hatte natürlich auch gegessen und lag nun satt und malerisch der Länge nach auf einem Ast. Endlich konnten wir einen Leoparden in seiner ganzen Pracht bewundern, denn er zeigte uns diesmal auch sein Gesicht – und das fast eine halbe Stunde lang. Wir machten ein paar Fotos mit Konverter, da die Entfernung doch beträchtlich war. Das geht zu Lasten der Qualität, aber so können wir uns wenigstens immer an ihn erinnern. Steven erklärte, dass es sich sicher um eine Dame handeln musste, da sie den Ast zwischen den Beinen plazierte – einem männlichen Leoparden könnte das unangenehm sein 😉

So ging unser letzter Safaritag dem Ende entgegen und wir machten uns auf dem Heimweg zum Camp. Doch ein Highlight hatte die Tierwelt noch zu bieten: einen hübschen braunen Goliathreiher, der an einem kleinen Teich nach Fischen Ausschau hielt. Ein unglaublich schöner und eleganter Reiher mit einer sehr ungewöhnlichen Farbe. Der Reiher und die vollkommen gelungene Safari mussten gefeiert werden und wir kauften im kleinen Laden der Staff Village eine Flasche Nederburg Chardonnay für den Abend.

In der Campsite war es heute Abend ruhig – es gab nur zwei weitere Paare und auch die Toiletten hatten wieder Wasser. Paul servierte unser letztes Dinner und bei uns machte sich Wehmut breit, aber dafür hatten wir ja den Chardonnay! Während des letzten Glases schauten wir uns ein paar der Fotos an, die wir während dieser Safari gemacht hatten an und wir waren beide sehr glücklich darüber, was wir alles gesehen und erlebt hatten. Die Reise war nicht zuletzt durch die tolle Arbeit von Steven und Paul rundum gelungen, die uns mit ihrer Freundlichkeit, Wissen und kulinarischem Können verwöhnt haben.

Ich war vielleicht ein wenig enttäuscht über die wenigen Gelegenheiten, die tollen Landschaften im schönen Licht zu fotografieren – dafür war es zum Einen vielleicht die falsche Reisezeit. Die kann man sich aber nicht immer aussuchen und zum Anderen sind die Zeiten von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends, die man im Park unterwegs sein darf, nicht ideal für die Landschaftsfotografie, da das schöne rote Licht des Sonnenaufganges bereits um 5.45 Uhr einsetzt. Wenn man dann an einer ausgesuchten Stelle wie z.B. den Kopjes sein wollte, müsste man deutlich vor dieser Zeit losfahren – und das ist nicht erlaubt. Ich habe zumindest versucht, aus den kurzen Augenblicken des Morgen- oder Abendlichtes das Beste zu machen.

Highlight des Tages: Der Fischadler und unser letzter Leopard

Vorschaufotos:

Es hatte fast die ganze Nacht gewittert und geregnet und auch morgens um 6 Uhr war es noch sehr nass, doch nach und nach liess der Regen nach bis es um 7 Uhr trocken war. Wir packten unsere letzten Sachen zusammen, frühstückten und dann wurde auch schon unser Heim abgebaut, Pauls Küchenutensilien in Kisten und Boxen verpackt und auf den Anhänger geladen. Austausch von E-Mail Adressen, ein paar letzte Fotos von Steven und Paul und auch ein Silberschnäpper kam uns zum Abschied besuchen, bis es dann wirklich hiess, Abschied zu nehmen von der Serengeti und wir den kurzen Weg Richtung Airstrip fuhren.

Die Jungs hielten noch kurz in der Staff Village und Paul kam mit zwei Faltkartons zurück. Wir konnten es kaum glauben, aber Paul liess uns nicht ohne seine allerletzte Lunchbox abfliegen! So standen wir dann bewaffnet mit unseren Fotorucksäcken und zwei Lunchboxen am Airstrip und bald kamen drei kleine 12-sitzige Flugzeuge an; eine davon war unsere Air Excel. Der Pilot hatte unsere Tickets dabei und überreichte sie an Mr. Tom und Mrs. Sandra – wir staunten nur noch…. Unsere Taschen wurden in die Maschine geladen und wir verabschiedeten uns endgültig von Steven und Paul, die noch eine 9-stündige Fahrt nach Arusha vor sich hatten. Da das Auto eine Touristenlizenz hat, dürfen sie nur bis 18 Uhr fahren und müssten sonst sogar noch irgendwo kurz vor dem Ziel übernachten.

Highlight des Tages: Pauls Lunchbox

Am Morgen war es sehr bewölkt und es fing kurze Zeit an, heftig zu regnen. Dadurch war es wieder extrem schwül und heiss – mein Wohlfühlfaktor sank gen Null.

Nach dem sehr üppigen Frühstück nutzten wir die Ebbe und liefen in 15 Minuten Richtung Nungwi, bis wir den Leuchtturm und wenig später die Hauptbucht mit der Werft erreichten. Auf Zanzibar ist alles noch sehr malerisch, so wie die Dhaus bei Ebbe im Sand liegen und die Kinder in den Pools nach Fischen und Krebsen suchen. Hier hat man wirklich noch seine Ruhe, es gibt keine aufdringlichen Händler und das Meer ist so türkis wie man es sich erträumt hat.

Am Strand wurden wir nur von Souleyman angesprochen, der uns einen Trip nach Mnemba zum Schnorcheln anbot. Das Angebot haben wir dann auf dem Rückweg für übermorgen angenommen und 10$ Deposit hinterlassen. Ansonsten kann man hier unbeschwert seine Zeit geniessen und bei Ebbe auf Sandbanken weit hinauslaufen.
Wir kauften ein paar Dosen Cola Light und gingen langsam zurück. Aufgrund der hohen Luftfeuchte waren wir völlig fertig – Duschen war angesagt.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Balé beim Schreiben und Lesen, in der Dusche und dann beim Dinner. Die immer lachende Cristina ist dabei stets sehr aufmerksam und freundlich um unser Wohl bemüht.

Highlight des Tages: Die Dusche

Heute gab es einen kleinen Sonnenaufgang und der Tag versprach, sonnig zu werden. Es war zunächst auch nicht mehr ganz so schwül wie die letzten beiden Tage.

Wir hatten für heute morgen einen kleinen Schnorcheltrip von Nungwi aus zum Kendwa Coral Reef gebucht, aber Haruj kam und sagte, dass das Dive Centre angerufen hätte, es wäre heute morgen keine gute Sicht und wir sollten erst um 13 Uhr kommen.

Auch gut – wir nutzten die Ebbe zu einem weiteren Strandspaziergang nach Nungwi und machten ein paar Fotos vom Strand, den schönen Farben des Meeres und den Dhaus. Das Wasser war sehr flach und wir konnten weit herauslaufen – immer schön um die Pools mit den Seeigeln herum. An manchen Stellen hatte es sehr viele Exemplare in allen Grössen und der Spaziergang glich eher einem Hindernislauf. Es war sehr ruhig, einige junge Männer sprachen uns an, um ein paar Worte zu wechseln und sie waren stolz, ein paar Brocken Englisch sprechen zu können.

Es war mittlerweile sehr heiss geworden und wir machten uns auf den Heimweg zum Hotel, wo wir eine erfrischende Dusche nahmen und ich japsend unter dem Deckenventilator lag. Die Luftfeuchtigkeit war zwar geringer, aber die extreme Hitze machte mir auch zu schaffen. Ich bin eben doch eher der nordische Typ und träumte unter meinem Deckenventilator von schneebedeckten Bergen, blauen Himmel und minus 10 Grad!

Die Realität war aber ganz anders und wir legten reichlich Sonnencreme auf für den Schnorcheltrip. Wir wurden auf die andere Seite von Nungwi gefahren, wo uns schon der Captain von der Dhau erwartete. Kurze 10 Minuten später sprangen wir vom Schiff und schnorchelten zu den vorgelagerten Korallen. Diese waren allerdings etwas entäuschend: viele Korallen sind tot und der Fischreichtum fällt eher spärlich aus. Was meine Idylle aber wirklich stark störte, waren die Unmengen von (ungefährlichen) Quallen, die sich in dichten Schwärmen durch das Wasser schoben und auch am Gesicht vorbeistrichen. Das war mir nach einer Weile zu eklig und ich ging aus dem Wasser ins Boot, während Gerd noch ein wenig den harten Hund spielte und weiter schnorchelte.

Schliesslich kam er auch wieder an Bord, wir wechselten die Position und Gerd machte einen weiteren Versuch. Es hatte zwar mehr Fische und weniger Quallen, aber ich verzichtete doch auf einen zweiten Gang und wartete lieber auf Gerd. Zurück am Strand nahmen wir noch ein Getränk und unser Taxi brachte uns zurück ins Hotel.

Den Nachmittag beschlossen wir mit einem leckeren Cocktail, der uns von der fröhlichen Cristina ins Balé gebracht wurde. Nach dem Dinner sahen wir im Sternenhimmel ein freundliches Gesicht: der Mond bildete einen lachenden Mund und zwei sehr helle Sterne rechts und links sahen wie Augen aus! Êlvira erklärte uns später, dass die beiden hellen Sterne Jupiter und Venus waren und diese Sternenkonstellation in der Art und Weise nur alle 40 bis 50 Jahre zu beobachten ist. Es sah aber auch wirklich sehr speziell und schön aus!

Highlight des Tages: Der lachende Sternenhimmel

Fotogalerie: Sansibar Galerie

Vorschaufotos:

Am Morgen hiess es für Gerd etwas eher aufstehen (ich war wie immer um 6 Uhr draussen), denn wir mussten uns um halb neun Uhr nach Nungwi aufmachen, wo wir Souleyman trafen. Wir liefen mit ihm und einem dänischen Paar auf die andere Seite der Halbinsel, wo wir uns am Dive Centre passende Flossen leihen konnten. Die Dhau war auch schon da und wir fuhren mit fünf weiteren Touristen los – eine überschaubare Sache! Gestern hatten wir Dhaus gesehen, die mit bis zu 15 Leuten beladen waren.

Die Fahrt bis Mnemba dauerte ungefähr 45 Minuten; wir fuhren vorher noch den Muyuni Strand an, wo einer der Jungs mit einem grossen Thunfisch in der Hand und einer Kühlbox beladen an den Strand watete, um das Mittagessen vorzubereiten. Die Dhau navigierte nah an die Insel heran, betreten ist verboten. Der Anker wurde ausgeworfen und wir sprangen so wie wir waren über Bord. Hier waren auch nicht alle Korallen in Ordnung – es gab viele weisse, tote Korallen -, aber alles in allem war es ein sehr gutes Schnorchelrevier mit vielen bunten Fischen und allen Arten, die in diesen Gewässern häufig vorkommen. Wir fanden Korallen in allen Farben und eine sah aus wie eine blutrote Unterwasser-Rose! Selbst mir hat es richtig Spass gemacht und ich war mindestens 45 Minuten im schönen warmen Wasser – Rekordverdächtig! Wir fanden uns in einem Haufen Seenadeln wieder und folgten ganzen Schwärmen von schwarzen Fischen, die immer gemeinsam über eine Anemone herfielen. Von den wenigen Fischen, die wir mit Namen kannten, waren Riffbarsche, Anemonenfische, Zebrafische, Papageienfische und Doktorfische zu bewundern.

Gerd blieb etwas länger im Wasser und sah sogar eine recht grosse Seeschlange. Das Meer ist hier wirklich toll: türkisfarben mit schönen Sandbänken, sehr warm – eine richtig schöne Badewanne! Nach einer Weile kamen auch die anderen zurück zum Boot und wir fuhren zum Strand, wo uns ein leckerer, in Alufolie geschmorter Thunfisch mit Salat, Reis und Obst erwartete. Wir waren alle hungrig und rasch war fast alles vertilgt. Wir hatten noch kurz Zeit, uns am Strand umzuschauen, der alles bot, wie man sich Zanzibar vorstellt: ein breiter weisser Strand, grüne Vegetation, türkisblaues Meer – ein Traum!

Ein Albtraum war die Sonne, die gnadenlos vom Himmel brannte. Gut für die Sicht zum Schnorcheln, schlecht für die Haut und so hatten wir uns natürlich trotz mehrmaligen Eincremens die Waden verbrannt. Arme und Gesichter hatten schon etwas Farbe und es gab keine Probleme. Wir tuckerten langsam innerhalb des Riffes zurück und die Jungs liessen uns und zwei Andere vor unserem Hotel aussteigen. Schon faszinierend, wie vorsichtig und doch sicher sie die Dhau durch das seichte Wasser lenken!

Zurück im Bungalow hiess es erstmal Duschen, zwei Aspirin gegen den Sonnenbrand einwerfen und dann wartete Cristina auch schon mit unseren Nachmittags-Cocktails. So liessen wir den Tag langsam ausklingen und sassen Abends noch etwas am Lagerfeuer am Strand und schauten in den Sternenhimmel.

Highlight des Tages: Die Fische vom Mnemba-Atoll

Der Tag sollte wieder ein ruhiger Tag werden, an dem wir versuchten, unsere Waden grösstenteils aus der Sonne zu halten. Den Morgen über sichtete ich unsere Fotos, schrieb am Reisebericht und Gerd las in seinem Magazin lustige Geschichten aus der Politik- und Wirtschaftswelt seiner Heimat.

Es war zum Glück ein stark bewölkter Tag, so dass wir gegen Mittag einen Spaziergang nach Nungwi unternehmen konnten. Wir sprachen mit Souleyman über die Möglichkeit einer ganztägigen Spice Tour, doch zum einen waren uns die Kosten dafür zu hoch und zum anderen konnte ich mir nicht vorstellen, bei dieser Schwüle einen Tag unterwegs zu sein. Wir überlegen momentan, im Juli nochmal Zanzibar zu besuchen. Dann ist es etwas kühler und die Luftfeuchtigkeit ausserhalb der Regenzeit nicht so hoch, so dass Ausflüge für mich erträglicher werden würden. Ausserdem würden wir gern auf Chumbe Island schnorcheln und dort ein oder zwei Nächte verbringen.

So machten wir einige Fotos der Dhaus, ein paar Reiher waren auch zu Besuch und kehrten in einem Restaurant ein. Ich nahm zwei leckere Fruchtcocktails und Gerd probierte einen Calamari-Salat – er war begeistert und ich stellte fest, dass ich auch Calamari mag. Wir schlenderten langsam zum Hotel zurück, wo ich meine geliebte Bruschetta vertilgte. Heute gab es Mango-Cocktails von Cristina und wir liessen den Tag gemütlich ausklingen.

Im Sand gehen viele der lustigen Taschenkrebse ihres Weges. Manche von ihnen haben richtig grosse Häuser, in denen sie sich zurückziehen, wenn Gefahr droht. Wir heben sie auf und sie kommen vorsichtig heraus – was sie doch für starke Beine und Scheren haben! Wir lassen sie weiterziehen und erfreuen uns an den drei Gabelracken, die durch den Garten toben und sich mit den Raben zanken.

Highlight des Tages: Die malerischen Dhaus am Strand

Gerds Waden waren immer noch nicht ganz in Ordnung und ein Mückenstich am Fussgelenk verursachte ihm Gelenkschmerzen beim Laufen, so dass wir den ganzen Tag im Hotel im Balé verbrachten. Lieber den Sonnenbrand und den Stich ganz auskurieren und dann die letzten beiden Tage geniessen als es noch schlimmer zu machen.

Ich nutzte die Gelegenheit und erstellte den Reisebericht für unsere Homepage – es war Mittag bis ich mit dem Design zufrieden war. Nun konnte ich die einzelnen Tage generieren und musste zuhause nur noch die Bilder integrieren. Wir verbrachten eine Stunde im Internet, um die deutschen Namen der Vögel zu ermitteln und bis zum späten Nachmittag war ich fast fertig und Gerd hatte seinen halben Kriminalroman gelesen.

So ging dieser Tag recht kurzweilig dahin und es war bereits wieder Zeit für die Cocktails und Dinner. Es ging ein starker, angenehmer Wind und wir sassen noch eine Weile am Lagerfeuer.

Highlight des Tages: Der Blick auf das türkisblaue Meer

Vorschaufotos:

Es begrüsste mich um 6 Uhr ein sehr schöner, pastellfarbener Sonnenaufgang, den ich ganz auskostete – es gab ja nicht viele sehr schöne Gelegenheiten. Gerd schlief etwas länger und ich hatte bis zum Frühstück den kompletten Reisebericht auf der Homepage fertig gestellt; es fehlten nur noch ein paar kleinere Details.

Den Morgen verbrachten wir im Balé beim Schreiben, Lesen und Fotos sichten. Nach einem kleinen Mittagssnack hatte sich das Wasser so weit zurückgezogen, dass wir unseren kleinen Spaziergang nach Nungwi machen konnten.
Wir nahmen Kamera und Stativ mit und hofften auf einen schönen Sonnenuntergang

Bei den Jambo Brothers musste ich erstmal Wasser tanken – es war so schwül, dass ich mich schon fast etwas schwach fühlte. In Gerds Glas gab es Eis – ich fischte zwei Würfel hinaus und kühlte mein Gesicht! Nach einer Weile hatte ich mich etwas erholt und wir liefen etwas am Strand entlang. Hin und wieder sprachen uns Einheimische an, um etwas zu verkaufen oder Bootsausflüge anzubieten. Daraus entstanden ein paar nette Unterhaltungen – aufdringlich sind die Leute hier wirklich nicht. Hakuna matata! Es gibt hier auch einige Maasai, die ihre Waren anbieten – besonders der junge, fröhliche Maasai mit der dunklen Sonnenbrille versucht es unverdrossen.

Der Sonnenuntergang war etwas wolkig, bot aber dafür schöne Farben. Der Fahrer vom Hotel holte uns um kurz vor sieben Uhr ab und brachte uns zum Hotel. Eine wohltuende Dusche, ein leckeres Dinner und eine Weile am Lagerfeuer beschlossen den schönen Tag.

Highlight des Tages: Der Sonnenaufgang

Der letzte Ferientag!

Der Sonnenaufgang war heute wolkig und ich konnte den roten Ball am Horizont nur schemenhaft hochsteigen sehen. Die Farben waren aber trotzdem sehr schön und ich genoss den Anblick und die relative Kühle des Morgens. Nachdem die Sonne aufgegangen war, wurde es schnell heisser und auch die Luftfeuchtigkeit nahm leider wieder zu.

Den Morgen verbrachten wir im Hotel und am frühen Nachmittag liefen wir am Strand entlang nach Nungwi. Die Zeit der Ebbe hatte sich etwas nach hinten verlagert, so dass wir heute keinen Rücktransport brauchten und auch am Strand zurückgehen konnten.

Wir verabschiedeten uns von Souleyman und kehrten ein letztes Mal bei den Jambo Brothers ein, um eine Kleinigkeit zu essen. Wir kamen mit Haji ins Gespräch und bei einem Cocktail verging der Nachmittag recht schnell und wir wurden am letzten Abend mit einem Bilderbuchsonnenuntergang verwöhnt.

Der grosse, rote Ball versank direkt neben dem Leuchtturm der vorgelagerten Insel im Meer – traumhaft schön! Wir liefen zurück und der Maasai mit der dunklen Sonnenbrille versuchte ein letztes Mal sein Glück, uns Schmuck zu verkaufen.

Cristina erwartete uns bereits und nach einer erfrischenden Dusche genossen wir bei einer angenehmen Brise unser letztes Abendessen und liessen den Abend und die Ferien bei einem Blick in den Sternenhimmel am Lagerfeuer ausklingen.

Highlight des Tages: Der Sonnenuntergang

Ein letzter Sonnenaufgang, der leider auch wieder hinter einer kleinen Wolkenbank versteckt war, und ein letztes Frühstück. Ich mag keine “letzten Male”! Unser Flug startete erst gegen 17 Uhr, so dass wir noch fast den ganzen Tag hatten. Wir packten die letzten Sachen zusammen und verbrachten einige angenehme Stunden im Balé. Ein letztes Mittagessen, eine letzte Dusche und wir machten uns mit Cristina, die ihre freie Woche bei ihrer Familie in Stone Town verbringt, auf dem Weg zum Flughafen.

Der Flughafen von Zanzibar ist klein. Sehr klein. Der Check-In findet draussen statt – in der prallen Sonne. Innerhalb von einigen Minuten waren unsere T-Shirts von Schweiss durchtränkt und ich einem Hitzeschlag nahe. Endlich bekamen wir alle drei (!!) Bordkarten und auch das Gepäck war durchgecheckt bis Düsseldorf.

Unangenehm war, dass wir von jedem Mitarbeiter um Geld angebettelt wurden, teilweise von den verhüllten Frauen recht aggressiv. Ich vermied daher den Gang zur Toilette, der eher einem Spiessrutenlauf glich. Mittlerweile waren wir in dem heissen Wartesaal mehrmals durchgeschwitzt – eklig! Wir fragten uns, wofür die 30 USD pro Person Flughafengebühr verwendet werden…

Leider hatte unser Flug Verspätung. Erst eine Stunde, dann zwei Stunden und letztendlich kam die Maschine um 19.45 Uhr an und wir starteten statt um 16:50 Uhr erst um 20:10 Uhr. Der Übergang in Nairobi passte jedoch genau und wir flogen pünktlich Richtung Amsterdam ab. Die Nacht war recht kurz und auch in Amsterdam klappte es mit dem Umsteigen gut, obwohl wir nur eine knappe Stunde hatten.

Wir waren dann in Düsseldorf angekommen – unser Gepäck leider nicht. Doch zum Glück war es nicht verloren und die beiden Taschen wurden am späten Abend gegen Mitternacht von einem Kurier gebracht. Die Umsteigzeit in Amsterdam war offensichtlich – wie so oft – zu kurz fürs Umladen gewesen..

Ende gut – alles gut!

Highlight des Tages: die kühle Temperatur von 5 Grad in Düsseldorf

Vielen Dank für Ihr Interesse!

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