Reisebericht: Norwegen – Troms 2014

AuroraWir freuen uns, dass Ihr zu unserem Reisebericht “Arktische Wetterkapriolen” von unserer Reise in die Troms Region in Norwegen aus dem September 2014 gefunden habt. Senja

Gerd und ich verbrachten zwölf sehr unbeständige Tage im hohen Norden Norwegens auf der Insel Senja und im Herzen der wunderschönen Lyngen Alpen. Wir erlebten eine Menge Stürme und viel Regen, aber auch sehr schöne Lichtstimmungen und eine Nacht mit fantastischem, starken Nordlicht, das das absolute Highlight dieser Reise war.

Wie immer, buchten wir alles individuell und hatten auf Senja wieder die schöne und komfortable Unterkunft Hamn i Senja gebucht, wo wir ein grosses Apartment mit Wohnzimmer, voll eingerichteter Küche, Schlafzimmer und grossem Badezimmer bewohnten. AutumnIn Nordmannvik hatten wir ein wunderschönes Haus direkt am Fjord reserviert, das Ingar Lyngmo gehört und auch von ihm verwaltet wird: Lyngen Fjordbuer

Blue hour mooreUnser Auto, einen fünftürigen Skoda Yeti 4×4 Diesel, mieteten wir bei Europcar am Flughafen in Tromsø an. Wie immer in Norwegen, war das Auto tiptop in Ordnung und bot ausreichend Platz für unser Gepäck und die Fotoausrüstung.

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Wir hoffen, dass Ihr nun Spass beim Lesen unseres Reiseberichts habt und wir Euch mit auf unsere Reise in den hohen Norden nehmen können. Wenn Ihr durch eine Suchmaschine hier her gekommen seid und nur diesen Einzelpost seht, dann klickt bitte auf den folgenden Link, um zum gesamten Reisebericht zu gelangen: Reisebericht Arktische Wetterkapriolen – Norwegen 2014

Sandra Schänzer & Gerhard Schöning
SA*GA Photography ~ Moments in Light ~
Lyngen Alps

SASUnsere Norwegen Herbstferien begannen genauso wie unsere Winterferien im Februar und so erspare ich mir ausschweifende Details. Wenn Ihr mehr Informationen benötigt, schaut bitte in den Anreisetag unseres Reiseberichts “Leuchtendes Senja – Norwegen 2014”. Radisson BluHier nun die Kurzfassung: wir nahmen den Zug von Basel zum Flughafen Zürich, flogen nach Oslo, übernachteten im Radisson Blu Airport Hotel und setzen unsere Reise am frühen nächsten Morgen kurz vor 8 Uhr nach Tromsø fort.

Der Flug dauerte 1:45 Stunden und es war ein ruhiger Flug bis auf die etwas holprige Landung, die dem Sturm geschuldet war. BreakfastWir nahmen unsere Koffer in Empfang und gingen hinüber zum Europcar Schalter, wo wir unser Auto – einen Skoda Yeti 4×4 TDI Diesel – anmieteten. Es regnete, als wir losfuhren, wurde aber bald trocken und grau. Wir erreichten Finnsnes nach 90 Minuten und machten einen Einkaufsstop im Zentrum, wo wir Lebensmittel und Getränke für die ersten sechs Tage auf Senja kauften.

Wir erreichten Hamn I Senja nach weiteren 45 Minuten Fahrt und wurden freundlich von Ely begrüsst, die wir schon von unserem Aufenthalt im Februar kannten. Wir unterhielten uns kurz, bekamen die Schlüssel und bezogen unser gemütliches Apartment mit einem schönen Blick über den Hafen und die Berge. Das Wetter war immer noch trüb und wir kochten uns erst mal ein Abendessen (Pasta Bolognese). Es gab wenig Hoffnung auf gutes Licht und wir behielten Recht: die Sonne ging hinter einer fetten Wolkendecke unter. Wir hakten den Tag ab und gingen ins Bett, als wir den Regen gegen die Scheiben klatschen hörten.

Highlight des Tages: Einkaufen in Finnsnes

Fly agaricZu diesen zwei Tagen gibt es nicht allzu viel zu schreiben, da auch sie trüb ohne Sonnenschein blieben. Der 5. September begann mit Sturm und Regen und wir genossen ein langes, köstliches Frühstück im Restaurant. Am Buffet findet man alles, was das Herz begehrt: SenjaSäfte, Kaffee und Tee, Müsli, Nüsse, Früchte, Joghurt, Eier, Rührei mit Speck und kleinen Würstchen, Käse, Aufschnitt, Lachs, Hering in Tomatensauce und Tomaten sowie Gurken.

Als es endlich aufhörte zu regnen, erkundeten wir eine Gegend in der Nähe vom Senjatroll, wo wir einen malerischen kleinen Fluss fanden. Wir machten dort ein paar Fotos und ich entschied mich für Langzeitbelichtungen, um wenigstens etwas Ruhe ins Bild zu bringen. AnderdalenAuf dem Weg zurück zum Auto fanden wir einige sehr schöne Fliegenpilze und einen anderen attraktiven Pilz, dessen Name mir nicht bekannt ist. n20140906096Sie waren aber definitiv die Mühe von einigen Fotos wert und wir hatten viel Spass dabei. Es fing wieder an zu regnen und wir fuhren zurück nach Hamn i Senja, wo wir unseren Lachs zu Mittag assen. Ich verbrachte den Nachmittag mit Surfen im Internet, während Gerd las. Am Nachmittag nutzten wir nochmals eine Regenpause, um ein kleines Moor in der Nähe zu erkunden. Der Pfad war sehr nass und das Wasser stand oft in grossen Pfützen, da die Erde vom Regen völlig vollgesogen war. Aber wir fanden ein paar schöne potentielle Stellen, die sich für Fotos eignen würden für den Fall, dass wir nochmal Licht bekommen würden. Jetzt war es allerdings sinnlos und wir kehrten ins Apartment zurück, wo wir bis zur Nachtruhe blieben.

Am 6. September war es auch nicht viel anders: als ich aufstand war es grau, aber immerhin trocken und der Wind hatte sich zu einer sanften Brise beruhigt. Wir entschieden uns, die trockene Periode zu nutzen und fuhren die kurzen rund 50 km zum Anderdalen Nasjonalpark im südlichen Teil von Senja. n20140906005Der Park ist 125 Quadratkilometer gross und wurde 1970 gegründet. Der Wanderweg durch die Moorlandschaft ist sehr schön und wir machten bald eine längere Pause, um Pilze und Beeren zu fotografieren. Der Weg über das Moor führt über einen schmalen Plankenweg, der viel Spass macht und die Landschaft mit den alten Kiefern im Moor mit den Moortümpeln ist sehr attraktiv anzusehen. MoorAber bei dem Licht sah es alles sehr flach aus, aber ein paar Fotos liessen wir uns nichtsdestotrotz nicht nehmen. Besser als gar nichts! Ich machte dann auch meine erste echte Erfahrung mit Moortümpeln. Ich dachte immer irgendwie, dass der Grund der Pools aus Schlamm besteht, aber ganz und gar nicht! Als ich meine Hand hineinsteckte, ging sie durch den „Boden“ wie Butter und ich konnte auch keinen Grund fühlen 😮 Es wäre definitiv keine gute Idee, auch nur einen falschen Schritt auf die falsche Stelle zu machen! Wirklich faszinierend!!! Wir machten dennoch eine längere Pause neben einem Moortümpel und ich tobte mich an Details der kleinen Pflanzen im Tümpel austobte – Zen Fotos, auf ein Minimum reduziert. Das ist wirklich etwas, was mir Spass macht und wenigstens ein wenig Kreativität war an diesem Tag!

SenjaWir fuhren schliesslich nach Hamn i Senja zurück, assen zu Mittag und verbrachten den Nachmittag mit Internet surfen, lesen und ich programmierte an einer neuen Funktion für meine Webseite herum. Immer schön das Gehirn in Schwung halten:)Es gab keinen Sonnenuntergang, aber es war trocken und wir fuhren in das nahe Moor und machten während der blauen Stunde Fotos von den Bergen, die sich perfekt in den Moortümpeln spiegelten. Es war ein lohnenswerter Ausflug und wenigstens ETWAS Landschaftsfotografie! Wir kehrten zurück und ich beobachtete noch eine Weile den Himmel, da eine starke Nordlichtaktivität prognostiziert war. Und tatsächlich, plötzlich gab es eine Lücke in der Wolkendecke und ein fantastisch starkes Nordlicht kam zum Vorschein! Ich eilte ins Zimmer und holte rasch meine Kamera und konnte gerade drei Aufnahmen machen, bis sich die Wolkenlücke wieder schloss. Wie Schade!!! Alles war nach nur drei Minuten wieder vorbei:(Wir warteten noch eine weitere Stunde, aber die Wolkendecke wurde dichter und dichter und wir gingen schliesslich zu Bett.

Highlight des Tages: die Pilze und das kurze Nordlicht

Diashow:

GryllefjordDer 7. September ist schnell abgehandelt. Es regnete viel, aber wir machten trotzdem eine kurze Fahrt nach Bovaer (keine Adler), Tungeneset (keine Devil’s teeth zu sehen, da die Wolken bis auf halber Höhe hingen) und Senjahopen (der Zahlautomat fürs Tanken funktionierte nicht). Unverrichteter Dinge kehrten wir ins Apartment zurück, wo wir den Rest des Tages mit Lesen und Programmieren verbrachten. Laaaangweilig! Gryllefjord

Der 8. September erwies sich dann als bester Tag unserer Zeit auf Senja! Ich stand um 4:30 Uhr auf und wurde von einem komplett klaren Himmel begrüsst! Wooow, ich hatte schon fast vergessen, wie so ein Himmel aussieht!!! Ich eilte glücklich zum Auto und fuhr rüber zum Moor. Ich parkierte das Auto und blieb noch eine Weile im Auto sitzen, da ich etwas früh dran war. Plötzlich sah ich weissen Rauch aus dem Motor vorne links steigen 😮 ! Ich sprang blitzschnell aus dem Auto, schnappte mir meinen Kamerarucksack und Stativ und entfernte mich etwas vom Auto. Der Rauch stoppte, ich schloss das Auto ab und ging hinüber zu den kleinen Moortümpeln. FinnesaeterEs gab nur wenige Wolken am Himmel, die sich Rot färbten, aber die Bildkomposition funktionierte perfekt mit der Spiegelung der Berge. Bald nach Sonnenaufgang wurden die Berge auf der anderen Seite von goldenem warmen Morgenlicht angestrahlt, während etwas Bodennebel über dem Moor waberte. AnderdalenEs war eine Bilderbuch Stimmung und Spiegelung und ich schoss glücklich meine Fotos. Ich fühlte die Kälte des Morgens überhaupt nicht mehr und genoss diese wunderbaren Momente aus vollen Zügen.

Ich kehrte zum Auto zurück und war sehr erleichtert, dass er ohne Probleme ansprang. Ich fuhr auf die andere Seite und parkierte das Auto am Abzweig zum Fluss nahe Senjatrollet und marschierte rasch zum Flussufer. Das Licht hatte den Fluss und die Birken noch nicht ganz erreicht und ich suchte mir schnell eine geeignete Stelle aus, um das Stativ aufzubauen. Gerade rechtzeitig, als die Sonne die tolle Szene vor mir erhellte, war ich parat und genoss zwanzig weitere aussergewöhnlich schöne Momente. Ich fuhr schliesslich zurück und wir nahmen heute nur ein schnelles Frühstück, damit wir das Beste aus diesem Tag machen konnten.

Wir fuhren wieder in den südlichen Teil von Senja und trafen schnell auf einen schönen kleinen Wasserfall, wo wir eine längere Fotopause einlegten. Der Kontrast vom roten Fels, dem grünen und gelben Laub, dem leichten Nebel und dem wilden Wasser gefiel uns sehr! AnderdalenSchliesslich setzten wir die Fahrt fort, bis wir den kleinen Ort Flakstadvag erreichten. Auf dem Weg dorthin durchfuhren wir drei sehr dunkle, für Norwegen typische Tunnel und ich wechselte jedes Mal vorher von meiner Sonnenbrille auf die normale Brille – besser war das, bevor ich blind durch die Tunnel fahre:) AnderdalenDie Küste gegenüber des Hafens ist sehr dramatisch mit hohen Gipfeln und steil abfallenden Klippen. Wir bummelten gemütlich am Hafen entlang, machten ein paar Fotos und genossen den Wind, die Sonne und die angenehm warmen Temperaturen.

Danach nahmen wir den Weg zurück zur Hauptstrasse und fuhren nochmals den Anderdalen Nasjonalpark an, wo wir dieselbe Wanderung nochmal machten, aber diesmal waren die Bedingungen perfekt. Die Herbstlandschaft sah wunderschön aus mit dem herbstlich gelben Gras, den grünen und roten Blaubeersträuchern, den dunklen Moortümpeln und dem schönen blauen Himmel. Die Farben waren grossartig und wir machten über eine Stunde lang Fotos der Kiefern mit dem Moor und den Tümpeln, bis wir schliesslich bemerkten, dass mehr und mehr Wolken aufzogen. Das gute Wetter hielt noch nichtmals 24 Stunden! Die Sonne versteckte sich dann auch bald hinter Wolken und wir wanderten zurück um Auto und kehrten ins Apartment zurück, wo wir zu Abend assen. Wir waren ziemlich hungrig, da wir zugunsten des schönen Wetters das Mittagessen haben ausfallen lassen 😉

HamnNach dem Essen bemerkten wir ein kleines Loch in der dichten Wolkendecke genau dort, wo sie untergehen sollte. Wir fuhren rasch zu einer Stelle in der Nähe von Hamn i Senja, wo ich einen idealen Vordergrund mit roter Herbstvegetation fand. HamnIch spielte zunächst mit Langzeitbelichtungen bis die Sonne unterging und alles perfekt zusammen kam. So wurden es dann am Ende 1/6 Sonnenauf- und -untergänge. Sehr enttäuschend und wir hatten dieses Jahr wirklich extremes Pech mit dem Wetter:(Wir verbrachten die blaue Stunde in der Bucht von Morvikka, aber starker Regen setzte ein, bevor ich fertig war mit meinem Panorama. Das war er nun also, der einzig gute Tag während unseres Aufenthalts auf Senja:(

Highlight des Tages:
der ganze schöne Herbsttag!

Diashow:

Lyngen Alps9. September: Wie kommt es nur, dass die schlechter Wettervorhersage immer stimmt und die gute Vorhersage niemals eintrifft?? So war es dann auch, dass das grottenschlechte Wetter mehr als pünktlich Einzug hielt und wir am Morgen von Wolken bis auf den Boden und Starkregen begrüsst wurden. So genossen wir ein extra langes Frühstück und fuhren danach nach Gryllefjord, um ein letztes Mittagessen einzukaufen. Lyngen AlpsEs ist unser letzter Tag auf Senja bevor wir morgen weiter zu den Lyngen Alps fahren und es sah so aus, als könnten wir heute überhaupt nichts machen, da der Regen einfach nicht aufhören wollte!

So verbrachten wir den Rest des Tages im Apartment. Gerd las während ich den Reisebericht schrieb und im Internet surfte. Sehr sehr langweilig:(

10. September – Hallo Lyngen Alps

Leider war es schon wieder Zeit weiterzuziehen und Senja heute zu verlassen. Es war wirklich zu Schade, dass wir nur einen guten Tag hier hatten! Es regnete natürlich und so genossen wir ein letztes langes Frühstück im Restaurant und eine fröhliche Unterhaltung mit Ely bevor wir die Rechnung zahlten und abfuhren.

Wir machten Halt beim Coop Extra in Nordkjosbotn und kauften Essen und Getränke für die kommenden Tage ein und setzten nach dem Tanken unsere Fahrt für das letzte Stück bis Nordmannsvik fort. Eigentlich hätte die Fahrt zu unserer Unterkunft Lyngen Fjordbuer landschaftlich sehr schön sein können, wenn man denn etwas von der schönen Fjordlandschaft hätte sehen können! Die Wolken hingen fast auf dem Boden und es regnete immer wieder.


Inger war bereits an der Sea Cabin und begrüsste uns herzlich. Er zeigte uns das Haus und gab uns noch einige Tips für Wanderungen und schöne Orte. Die Sea Cabin ist eigentlich ein grosses Haus mit einem grossen Wohnzimmerbereich mit Panoramafenstern und einer komplett eingerichteten Küche, einem Badezimmer im Erdgeschoss und drei Schlafzimmern sowie einem weiteren Badezimmer im Obergeschoss. Lyngen AlpsMerkwürdigerweise gab es keine einzige Kommode oder Schrank und so liessen wir unsere Klamotten einfach im Koffer und verstauten ihn in einer kleinen Ecke. Wir richteten uns ein, kochten ein leckeres Chicken Tikka Masala zum Abendessen und ich machte ein paar Fotos der beeindruckenden Lyngen Alps während der blauen Stunde. Glücklicherweise waren sie mittlerweile zu sehen – was für eine hübsche Bergkette!!

Eine weitere schöne Einrichtung des Hauses ist die kleine Sauna, die an das Badezimmer im Erdgeschoss angeschlossen ist. Wir heizten sie auf und genossen einen ziemlich heissen Saunagang bevor wir den Tag mit einer erfrischenden Dusche beschlossen und müde ins Bett fielen.

Highlight des Tages: die Lyngen Alps zur blauen Stunde

Norway autumnEs war ein weiterer trüber und sehr regnerischer Tag, von dem es nicht viel zu erzählen gibt. Wir bereiteten unser Frühstück zu und machten eine Location Scouting Tour Richtung Storslett, wo wir in einem Buchladen zwei Wanderkarten der Region kauften. Norway autumnEs war danach etwas schwierig, geeignete Fotostellen zu „sehen“, weil die Wolken immer noch sehr tief hingen und es immer wieder regnete. Aber wir fanden doch ein paar nette Orte, die wir am Freitag, wenn die Vorhersage gut war, näher erkunden wollten. Ganz vergebens war der Tag aber doch nicht, weil wir einige schöne Stellen mit Birken und Kiefern fanden und ich Detailaufnahmen der Stämme mit der schönen herbstlichen Vegetation machte. Das hat wirklich viel Spass gemacht an diesem trüben Tag!

Wir fuhren schliesslich nach Olderdalen, um etwas Reifendruck aufzufüllen und tranken einen Kaffee im Kiosk, wo wir mit Karsten, dem netten deutschen Auswanderer, plauderten. Das Wetter war immer noch nass und widerlich und wir fuhren zurück in unser gemütliches Heim. Inger war in seinem Garten und wir plauderten eine Weile und machten Pläne für einen eventuellen Besuch in der Adler Beobachtungshütte eines Freundes von Inger.

Ich wurde dann schliesslich richtig aufgeregt, als ich in den Aurora Nachrichten las, dass es einen mega starken Sonnensturm, einen X-Flare, gegeben hat und in der Nacht auf Samstag ein unglaublicher KP 6 bis KP 7 auf uns regnen sollte!! LyngenUnd noch dazu sagte der Wetterdienst für genau diese eine Nacht einen klaren Himmel voraus!!! Zu schön, um wahr zu sein, aber ich war extrem glücklich darüber – wenigstens etwas Glück nach all diesem schrecklichen Wetter bisher:)

Wir assen zu Abend, gingen in die Sauna und dann auch gleich zu Bett, denn ich wollte früh aufstehen, um für den Sonnenaufgang parat zu sein.

Highlight des Tages: die Nahaufnahmen der schönen herbstlichen Vegetation

Diashow:

Lyngen AlpsEs war ein weiterer äusserst trüber Tag und ich verbrachte den Morgen mit Kaffee auf dem Sofa und las Nachrichten im Internet. Aurora borealisEs fing auch noch an zu regnen, aber einige Sonnenstrahlen schafften es irgendwie durch die Wolkendecke und zauberten riesige und zahlreihe Regenbögen über dem Fjord und den Bergen. Das war doch wenigstens etwas!

Wir machten nach dem Frühstück nur eine kurze Tour um Djupvik herum, da das Wetter einfach zu schlecht für Fotos war und wir kehrten bald darauf zur Cabin zurück. Im Verlauf des Nachmittags wurde meine Stimmung immer düsterer, da die Wolken immer noch sehr tief hingen und auch der Himmel dick wolkenverhangen war, so dass ich mittlerweile bezweifelte, dass wir Nordlichter sehen würden! Aurora borealisAber gegen sechs Uhr abends begann sich der Himmel (und meine Miene:)) aufzuhellen und es wurde klarer und klarer. Wir fuhren zum Einbruch der Dunkelheit zu einem Aussichtspunkt ein paar Kilometer die Strasse hinauf und gegen neun Uhr war bereits eine kleine schwache Aurora zu sehen. NordlichtEine Stunde später fing dann aber unvermittelt eine unfassbare Lichtshow an und der KP 6 stürmte über uns! Es war einfach nur unglaublich – Korona über Korona explodierte über unseren Köpfen, die Nordlichter tanzten in jeder Richtung und schimmerten in allen möglichen erdenklichen Farben. Wir fanden speziell die lila und roten Farben faszinierend, da wir sie so das erste Mal erlebten. Die ganze Show dauerte mehr als zwei Stunden und während wir glücklich drauflos fotografierten, vergassen wir dabei auch nicht die ausreichende Bewunderung dieses einzigartigen Naturschauspiels. Was für ein unfassbares Glück wir hatten, dass der Himmel genau in dieser Nacht das erste Mal klar war (und es sollte auch die einzige Nacht bleiben…) !!!
Nordlicht Korona
Gegen ein Uhr fuhren wir zurück zur Cabin und machten von dort noch weitere Fotos, bis das Himmelsfeuerwerk um 1:30 Uhr fast unvermittelt endete. Wir gingen hinein, wärmten uns etwas auf und versuchten, unsere Eindrücke zu verarbeiten. Ich schaute regelmässig nach, ob die Aktivität wieder zunahm, aber es blieb ruhig und wir gingen um halb vier Uhr ins Bett – was war das für eine gigantisch gute Nacht!!!

Highlight des Tages: nun ja… eben das Nordlicht!

Diashow (mit vielen Nordlicht Fotos!):

Lyngen AlpsDie Nacht war kürzer als kurz und ich stand bereits um 5:15 Uhr wieder für den Sonnenaufgang auf. Der Himmel war schon schön rosa und ich eilte hinaus, um einige Fotos zu machen. Ich fuhr dann schnell rüber nach Djupvik und machte Fotos für ein Panorama und genoss das wunderschöne Morgenlicht auf den Bergen und Gletschern. Beech tree forest

Wir frühstückten zusammen und als ich meinen Fotorucksack zum Auto brachte, bemerkte ich einen fast platten Reifen hinten rechts! Wir wollten eigentlich Ingars Freund Ivar in Storslett treffen, aber nun mussten wir erst nach Olderdalen und hofften, dass die Werkstatt geöffnet sein würde. Wir schickten Ivar eine Benachrichtigungs-SMS und waren froh, dass der junge Mann in der Werkstatt uns sofort anbot, den Reifen abzunehmen und zu inspizieren. Bald darauf fand er auch den Schuldigen: eine grosse Schraube steckte im Reifen! Er meinte, das sei einfach zu reparieren, zog die Schraube heraus, machte das Loch grösser und stopfte eine Art überdimensioniertes Kaugummi, was mit Terpentin bestrichen war, in das Loch. BerriesDie ganze „Operation“ dauerte rund 15 Minuten und wir zahlten dem jungen Mann glücklich 150 NOK bevor wir schliesslich nach Storslett fuhren, wo Ivar auf dem Supermarktparkplatz auf uns wartete. Beech tree forest

Wir hatten eine angenehme Unterhaltung in seinem Caravon und er erklärte die Beobachtungshütte für die Adler und wie wir sie finden würden. Wir verabredeten uns für 4:30 Uhr am nächsten Morgen und verabschiedeten uns schliesslich nach einer netten Plauderei über die gestrige Aurora und Fotografie im allgemeinen. Wir nutzten die Gelegenheit, das Mittagessen einzukaufen und besorgten eine Flasche guten Rotwein als Dankeschön für Ivar.

Lyngen AlpsAuf dem Rückweg fanden wir weitere schöne bunte Birkenwäldchen, wo wir auch prompt anhielten und Fotos machten – diese Art der Fotografie macht auch richtig Spass! Lyngen AlpsAls wir in Nordmannvik ankamen, regnete und stürmte es immer noch und so blieben wir in der Cabin und bewunderten die Sonnenstrahlen, die wieder in voller Schönheit über das Wasser und den Bergen wanderten. Auch das war heute eine richtige – wenn auch andere – Lichtshow und faszinierend zu beobachten. Ein gutes Ende eines ziemlich langweiligen Tages, den wir wie schon fast gewohnt, mit einem Saunagang ausklingen liessen.

Highlight des Tages: die Sonnenstrahlen

Diashow:

RavenDer Wecker klingelte um 3:20 Uhr und wir fuhren nach einer schnellen Katzenwäsche Richtung Skjervøy. Sea eagleEs war ein sehr stürmischer und regnerischer Morgen und wir hatten nicht viel Hoffnung, die Adler in diesen Bedingungen zu sehen. Wir trafen Ivar am vereinbarten Treffpunkt, kletterten durch den Wald hinunter zur Beobachtungshütte, bauten Kameras und Objektive auf und Ivar legte das Luder im Platz vor der Hütte aus. Er war so grosszügig, uns sein 500mm und 400mm Objektiv zu leihen, da wir unsere langen Brennweiten zuhause gelassen hatten. Auf Tierleben waren wir auf dieser Reise einfach nicht eingestellt! Es wurde langsam hell, aber es war immer noch sehr stürmisch und es regnete immer wieder stark. Krähen, Raben und Elstern fanden sich ein und kämpften um das Frühstück, aber von den Adlern fast schon erwartungsgemäss keine Spur.GerdIvarNach fast drei Stunden liessen sich vier Adler am Strand nieder und beobachteten die Szene, aber es war für sie wohl zu trubelig mit all den anderen Vögeln beim Essen und sie flogen davon. Wir gaben dann kurz vor ein Uhr auf, da es fast keine Hoffnung mehr auf Wetterbesserung gab. Wir waren aber trotzdem glücklich, dass wir die Adler zumindest gesehen hatten und einige schöne Fotos der anderen Vögel hatten wir auch im Kasten.

BirdsWir packten also unseren Kram zusammen und gingen hinauf zu den Autos, wo wir uns bei Ivar bedankten und ihm den Wein sowie schweizer Käse überreichten. WaterfallEr freute sich sehr und wir plauderten noch eine Weile über Fotografie bevor wir losfuhren. Wir blieben aber noch eine Weile im Auto und tranken erstmal ein paar Tassen und assen Sandwiches dazu – Frühstück und Mittagessen in einem:)

Auf dem Rückweg hielten wir an einem schönen Wasserfall an und spielten an einem Strand mit Langzeitbelichtungen, als es endlich mal etwas trockener war. LyngenAls wir Djupvik erreichten, sahen wir wieder diese schönen Sonnenstrahlen – das scheint hier wirklich die Regel zu sein und jeden Tag zu passieren! Wir parkten das Auto am Strassenrand und gingen hinunter zum Strand, wo wir bis nach Sonnenuntergang fotografierten. Die Sonne war zwar schon hinter den Bergen verschwunden, aber die Wolken reflektierten noch das goldene Licht auf das Wasser und die Steine am Strand waren perfekt für einen schönen Vordergrund. Es war ein wirklich schöner Abend, den wir aus vollen Zügen genossen – eine seltene Gelegenheit während dieser Ferien!!
Lyngen alpsAls es fast dunkel war, fuhren wir schliesslich zur Cabin zurück, assen zu Abend und schauten in der ARD (den einzigen deutschen Sender hier) den Sonntagabend „Tatort“. Ich schaute öfter prüfend in den Himmel, da es nun fast klar war, aber es gab überhapt keine Nordlichtaktivität! Es war absolut ruhig und wir nutzten die Gelegenheit, nach einem (obligatorischen) Saunagang, etwas Schlaf nachzuholen.

Highlight des Tages: die schöne Zeit am Strand zu Sonnenuntergang

Diashow:

NordmannvikSchon der letzte volle Ferientag! Ich stand um fünf Uhr auf und fuhr hinüber zum Aussichtspunkt auf den Felsen. Der Himmel war schön rosa und ich machte glücklich Fotos der grandiosen Fjordlandschaft. Leider versteckte sich die Sonne dann hinter Wolken und ich wurde nicht mit goldenem Licht belohnt. YetiDie Wolken im Osten verzogen sich viel zu spät und beleuchteten die Berge viel zu spät und das Licht war bereits zu hart. Nun ja, Morgen sollte ich ja noch eine letzte Gelegenheit haben!

Ich fuhr zurück, Gerd stand auf und wir frühstückten gemeinsam, bevor wir nach Kafjordendalen aufbrachen, das sich ungefähr 35 km von Nordmannvik entfernt befindet. Als wir tiefer in das Tal hinein fuhren, wechselte die Strasse schnell von Asphalt auf Schotterpiste und wurde schmaler. Kåfjorden Kåfjorden Sie wand sich durch das Tal und den Hügel hinaus, bis wir den zweiten Parkplatz erreichten, von wo aus die Wanderung zur Hängebrücke und zum Wasserfall beginnt. Die Wanderung ist 1.8 km lang und ein lockerer Spaziergang durch den lichten schönen Birkenwald, der wunderbar bunt aussah im Sonnenlicht und mit dem blauen Himmel. Wir erreichten den Wasserfall, der hier auf 110m tief in einen schmalen Canyon fällt, zügig. Die Hängebrücke ist sehr stabil und die Plattform für das Bungee Jumping befindet sich genau in der Mitte der Brücke. Sie vibrierte nur ein wenig und so war sogar ich mutig genug, sie zu überqueren und von der Mitte aus einige Fotos vom Wasserfall und vom Canyon zu machen. Kåfjorden Wir genossen die Aussicht eine Weile und gingen schliesslich langsam zurück – natürlich mit ausreichend langen Fotostops für herbstliche Birken und Ausblicke über das Tal. Kåfjorden

Wir fuhren zur Cabin zurück, machten eine schnelle Pizza zum Mittagessen und fingen schon mal an, unsere Koffer zu packen. Ach Mann, zu Ende gehende Ferien sind einfach doof!!! Das Wetter hielt sich noch und wir fuhren hinüber nach Skjervøy, wo ich endlich Fotos der schönen Küstenlinie machen konnte. Alle vorherigen Anläufe waren am stürmischen Wind gescheitert, aber dafür war es diesmal einfach perfekt! Es machte einfach unglaublich Spass, die Felsen mit der herbstlichen Vegetation zu erkunden. Die Zeit flog geradezu dahin und als ich das nächste Mal auf die Uhr sah, war es bereits 18:15 Uhr – oh jeeeeeh!!! Sonnenuntergang in einer Stunde!!! Skjervøy Wir eilten zurück zum Auto und fuhren rasch zu einem Punkt, den Gerd auf der Hinfahrt gesehen hatte. Es war in der Tat ein idealer Ort mit einem herrlichen Blick über den Sund in Richtung Lyngen Alpen in der Ferne. Skjervøy Die Berge waren bereits in goldenes Licht getaucht und der Anblick der Landschaft im abendlichen Gegenlicht war einfach traumhaft schön. Wir mussten allerdings sorgfältig arbeiten, da an dieser Stelle der Wind bereits wieder stürmisch wehte und die ersten Aufnahmen dadurch alle verwackelt waren 😮 !! Nach Sonnenuntergang sah der Himmel immer noch grossartig aus und wir hielten auf der Rückfahrt an dem kleinen Strand an, wo wir schon bereits früher fotografiert hatten. Die Farben im Himmel über der kleinen Insel im Fjord waren hier fast schon irreal Pink und Rosa, aber so war es nunmal:)Zu guter Letzt hielten wir nach am Fjord bei Bakkeby an, da der Himmel nun endgültig rot glühte und fantastisch aussah. Viel zu schnell war die Show wieder vorbei – wie schön wäre doch noch ein weiterer schöner Tag hier gewesen!!! MaursundWas für eine Hetze es heute war – Lyngen Alpen in one day, puuuh! Yeti

Wir fuhren schliesslich zurück zur Cabin und packten unsere Koffer fertig. Es sah einigermassen klar aus und wir fuhren zum Aussichtspunkt, weil ich noch Fotos der Milchstrasse probieren wollte, aber es waren doch zu viele Wolken am Himmel und wir gaben bald dieses sinnlose Unterfangen auf. Es gab auch keine weitere Nordlichtaktivität und so genossen wir unseren letzten Saunagang, bevor wir nach diesem ereignisreichen Tag müde ins Bett fielen.

Highlight des Tages: Spielzeit bei Skjervøy

Diashow:

Lyngen Alps Lyngen AlpsEigentlich sollte unser letzter Morgen klar sein, aber es gab vor allem im Osten immer noch sehr viele Wolken, als ich um 5 Uhr aufstand. Aber immerhin nahmen die Wolken im Himmel etwas Farbe an und ich machte Fotos für ein Panorama. Bald darauf fuhr ich zurück und wartete bei einer Tasse Kaffee, ob das Licht doch noch besser werden würde. In der Zwischenzeit verstaute ich schon die Ausrüstung, die ich nicht mehr benötigen würde und dann kam tatsächlich rund eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang die Sonne durch die Wolken und beleuchtete die Lyngen Alpen. Lyngen AlpsIch konnte so noch ein weiteres Panorama fotografieren, bis es letztendlich Zeit fürs Frühstück war. Wir packten die restlichen Sachen, beluden das Auto, verabschiedeten uns von Ingar und fuhren los Richtung Tromsø. TromsöIn Nordkjosbotn tankten wir das Auto voll und gaben die restlichen Plastikflaschen im Supermarkt zurück. Es war mittlerweile ein toller Tag mit strahlend blauem Himmel – was für eine Ironie!!!

Wir kamen ein wenig zu spät in Tromsø an, doch der nette Mann am Schalter von Europocar beschwerte sich nicht und er war auch nicht weiter an unserem repariertem Reifen interessiert. Wir checkten an den Self-Service Maschinen ein, druckten Boardkarten und Gepäckaufkleber und scannten die Koffer am Aufgabeband. Wie immer war alles sehr einfach, effizient und schnell! n20140916170Wir passierten die Sicherheitskontrolle und tranken noch einen gemütlichen Kaffee in der Bar. Der Flug nach Oslos dauerte nur knappe zwei Stunden und wir genossen die Ausblicke über die Fjorde und Gletscher – diesmal konnte ich sogar sehr gut Senja und Finnsnes ausmachen!

In Oslo hatten wir zwei Stunden Zeit und nutzten diese für ein paar Einkäufe und einem leichten Mittagessen. n20140916176Die Zeit ging schnell vorbei und wir konnten bald ins Flugzeug nach Zürich. Weitere zwei Stunden Flugzeit, gefolgt von der Bahnfahrt nach Basel und wir waren wieder zurück zu Hause in Basel.

Nun waren dies vielleicht nicht unsere besten Ferien, denn das Wetter hat schon viele Unternehmungen verdorben, aber nichtsdestotrotz haben wir die wenigen guten Tage und vor allem die grossartige Nacht mit den starken Nordlichtern aus vollen Zügen genossen. In den nächsten Winterferien kann es nur besser werden 😉

Wir bedanken uns für Euer Interesse an unserem Reisebericht und hoffen, dass Ihr beim Lesen und Betrachten der Fotos viel Spass hattet. Ausserdem freuen wir uns auch sehr über Euren Besuch unseres Fotoblogs mit aktuellen Fotos und Informationen über unsere Fotoprojekte: SA*GA Photography – Photoblog of Sandra Schaenzer
Lyngen Alps Panorama

F a c e b o o k