Reisebericht: Norwegen – Lofoten 2013

Wir freuen uns, dass Ihr zu unserem Reisebericht aus Norwegen “Lofoten 2013 – Zwischen Sturm und Licht” gefunden habt.

Gerd und ich verbrachten zehn völlig unterschiedliche Tage im hohen Norden Norwegens. Das Wetter war ungewöhnlich und wir reisten während unserer Ferien vom Winter in den Frühling und wieder zurück in den Winter! Wir erlebten viel Regen und heftige Schneestürme, bewunderten die grossartigen Polarlichter und genossen den Anblick der grandiosen Winterlandschaft nach frischem Schneefall.

Wie immer haben wir unsere Reise individuell geplant und hatten unser temporäres Zuhause in den folgenden Selbstverpflegerunterkünften, die in der Regel alte, renovierte Fischerhütten – hier in Norwegen Rorbuer genannt – sind, gebucht:

Lofoten Rorbuer in Svolvaer

Henningsvær Rorbuer in Henningsvær

Solsiden Brygge in Ballstad

Unser Auto, einen 5-türigen Opel Astra 1.6 TCDI, hatten wir über Hertz am Flughafen Leknes gebucht. Das Auto war in perfektem Zustand und hatte erwartungsgemäss Winterreifen mit Spikes aufgezogen.

Alle unsere Norwegen Fotogalerien könnt Ihr unter Norwegen Fotogalerien auf SA*GA Photography ~ Moments in Light ~ ansehen.

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Wir hoffen, dass Ihr nun Spass beim Lesen unseres Reiseberichts habt und wir Euch mit auf unsere Reise durch Sturm und Licht nehmen können. Wenn Ihr durch eine Suchmaschine hier her gekommen seid und nur diesen Einzelpost seht, dann klickt bitte auf den folgenden Link, um zum gesamten Reisebericht zu gelangen: Reisebericht Norwegen – Lofoten 2013

Sandra Schänzer & Gerhard Schöning
SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

Eigentlich begann unsere Reise schon einen Tag vorher, als wir den Zug zum Flughafen Zürich nahmen und ins Radisson Blu Airport Hotel einzogen. Unser Flug nach Oslo würde am nächsten Morgen bereits um 6:55 Uhr gehen und wir würden ihn per Zug aus Basel nicht mehr rechtzeitig erreichen.

So erledigten wir den Check-in im Hotel und gingen direkt ein Stockwerk höher in die Check-in Halle, wo wir unser Gepäck aufgaben. Dieser Vorgang ist mittlerweile komplett automatisiert, so dass wir unsere Bordkarten bis Leknes aus dem Automaten bekamen und das Gepäck am Bagagge Drop-off Schalter abgaben. Es folgte ein schnelles asiatisches Abendessen sowie ein Drink in der Hotelbar und wir fielen müde ins Bett.

Wir standen um 5:30 Uhr auf, tranken einen schnellen Kaffee und gingen nach dem Hotel Check-out sofort durch zur Sicherheitskontrolle. Das Hotel ist wirklich sehr günstig gelegen, aber sie lassen es sich auch fürstlich bezahlen!

Unser Flug nach Oslo hob pünktlich ab und wir erreichten den Flughafen nach etwas mehr als zwei Stunden. Es folgte dieselbe Prozedur wie letztes Jahr: wir mussten unser Gepäck vom Band holen, durch den Zoll und hinaus in die Abflughalle, um das Gepäck wieder am Baggage Drop-Off abzugeben. Aber diesmal ging es mega schnell und reibungslos und war nicht so ein Disaster wie letztes Jahr, als wir fast den Flug nach Tromsö verpassten! Der Flug nach Bodø dauerte 1,5 Stunden und wir landeten in einem Mix aus Sonne, Nebel und Wolken. Wir konnten aber sogar schon die Lofoten in der Ferne ausmachen!

Unser letzter Flug des Tages mit Widerøe nach Leknes war ein wenig verspätet, aber der Flug machte mit der kleinen Dash-8 100 richtig Spass! Leknes ist ein sehr kleiner Flughafen und wir bekamen sehr schnell unser Gepäck und ich traf Dag von Hertz und erledigte die Formalitäten für die Autovermietung.

Und so waren wir schnell unterwegs in diesem grossartigen Mix aus Licht und Wolken und auch die weissen Berge sahen einfach nur toll aus. Wir hielten an einer der wenigen Parkgelegenheiten an und ich machte ein paar Fotos über den Fjord mit der untergehenden Sonne. Wenig später war ich sehr enttäuscht, nahe Svolvær keinen Standpunkt zu finden für das schöne Abendlicht. Wir waren zwar schon mal vor 13 Jahren hier, aber an die genauen Orte konnte ich mich nicht mehr erinnern. So fuhren wir zu unserer Unterkunft, dem Lofoten Rorbuer, checkten ein und fuhren in einen Supermarkt, um unsere Einkäufe zu erledigen. Die Berge in der Ferne leuchteten in einem wunderbaren Rot und mein Fotografenherz blutete…

Wir hatten ein schnelles Abendessen, das aus den berühmt-berüchtigten Kjøttboller mit Nudeln bestand, und planten den nächsten Tag. Die Wettervorhersage war nach wie vor sehr schlecht für die kommenden Tage, aber wir wollten das Beste daraus machen und Aufgeben war nun wirklich keine Option!

Highlight des Tages: das EINE Foto und Kjøttboller…

Der heutige Tag ist schnell erzählt…

Wir standen zur blauen Stunde auf und fuhren die E10 entlang, bis wir einen Haltepunkt am Husvågpollen fanden, wo wir das Auto parkieren konnten. Genau in dem Moment, wo ich mein Stativ aufgebaut hatte, fing es an zu regnen – und es sollte an diesem Tag kaum noch aufhören!

Ich machte dennoch ein paar Fotos, weil mir die ruhige Stimmung gut gefiel und wir fuhren dann zurück zum Rorbuer für ein leckeres Frühstück.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Location Scouting. Die Strassen waren ziemlich glatt, da der Regen auf das blanke Eis fiel und sie in Eisbahnen verwandelte. Aber die E10 sowie die meisten Küstenstrassen waren so gut wie eisfrei und einfach zu befahren. Wir machten eine Tour nach Laukvik und Mortfjorden, bevor wir nach Svolvær zurück fuhren, wo wir plötzlich eine wunderbare Lichtstimmung über dem Fjord erblickten. Wir hielten an der nächstmöglichen Haltebucht und ich baute schnell Stativ und Kamera auf, um diese Stimmung festzuhalten. Puuuh…!

Wir setzten unser Location Scouting fort und fuhren nach Brenna und umkurvten teilweise Gimsøya, wo wir ein paar mögliche Standpunkte für die Nordlichter auf der Karte markierten. Das Wetter blieb bis nach Sonnenuntergang einfach nur regnerisch und wir machten ein paar Fotos von Svolvær, bevor wir in unser Rorbuer fürs Abendessen zurückkehrten. Ich schaute sofort nach den Bundesliga Fussballergebnissen und war sehr glücklich, dass Bayern 6:1 gegen Bremen gewonnen hatte.

Die Wettervorhersage für morgen Abend schaute sehr gut aus und wir verbrachten den Abend damit, Locations auf der Fjordseite ausfindig zu machen. Es war zumindest ein Licht am Ende des Tunnels…

Highlight des Tages: Der Bayern München Sieg…

Der Wettergott meinte es weiterhin nicht gut mit uns… Als ich morgens aufstand, regnete es in Strömen und ich legte mich noch eine weitere Stunde hin.

Wir frühstückten und starteten trotz des Regens unsere Erkundungsfahrt Richtung Laukvik auf Austvågøya. Die E10 war gut befahrbar und die kleine Strasse nach Laukvik nur am Anfang etwas vereist. Der Regen setzte dem Eis doch ziemlich zu und sowohl Schnee als auch Eis schmolzen so schnell, dass man zusehen konnte. Doch es fing wieder stärker an zu regnen, so dass wir zurück ins Rorbuer fuhren und uns eine Kleinigkeit zum Mittagessen machten.

Als es zumindest etwas trockener war, fuhren wir Richtung Stamsund und fotografierten am schönen Strand von Skokkelvika. Am Rolvsfjorden gab es ein paar attraktive Eisschollen vor eindrucksvoller Kulisse, die ich erfreut fotografierte, während Gerd einer Wasseramsel nachjagte. Wir fuhren schliesslich weiter, parkierten an der Kirche in Gimsøy und warteten auf den Abend. Der Wetterdienst hatte eine relativ klare Nacht vorausgesagt, was wir aber angesichts der dicken schwarzen Wolken nicht wirklich glauben wollten.

In der blauen Stunde vertrieb ich mir die Zeit am Strand und wir spielten ein Swiss Quiz im Auto, um die Langeweile Stunde für Stunde zu vertreiben. Als es auch um 23 Uhr immer noch bis zum Horizont dick bewölkt war, gaben wir auf und fuhren zurück ins Rorbuer, wo wir um Mitternacht auf Gerd’s Geburtstag anstiessen. Es sollte auch an seinem Geburtstag nichts mit einem grünen Feuerwerk werden.

Highlight des Tages: die blaue Stunde am Strand von Gimsøy

Am Morgen war ich überrascht, nicht das Geräusch von Regen zu hören, als ich aufstand und entschloss mich, es zu probieren. So fuhr ich auch nur hinüber zur Flughafen Gegend und fotografierte den Fjord im blauen Morgenlicht mit Sturmwolken. Aber schon kurze Zeit später fing es erneut an zu regnen und ich packte meine Sachen wieder ein und fuhr zurück.

Wir genossen ein herzhaftes Geburtstagsfrühstück und fuhren dann nochmal zum Morfjorden, um zu sehen, ob es trocken genug sein würde, um die Eisschollen zu fotografieren, die wir vor zwei Tagen dort gesehen hatten. Nun, erstens regnete es ohne Unterlass und zweitens waren die Eisschollen ziemlich zusammen geschmolzen bzw. in einem ziemlich unattraktiven Zustand. So verliessen wir Morfjorden ohne ein Foto, kehrten zum Rorbuer zurück, assen zu Mittag und fuhren nach einem kleinen Mittagsschläfchen an die Küste nach Brenna.

Nun war es endlich auch mal mehr als zwei Minuten lang trocken und ich machte ein paar Fotos der fantastischen Küste mit den Sturmwolken, die sich auf der anderen Seite türmten. Man kann durchaus attraktive Motive unter diesen Bedingungen finden und sie gehörten auch zu meinen Zielen, aber doch bitte nicht NUR solche Schlechtwetterfotos!

Das Wetter sah nun etwas freundlicher auf der anderen Seite bei Skokkelvika aus und wir fuhren hinüber. Am Ende war es jedoch genauso trüb wie überall und wir machten zum Ende des Tages noch ein paar Strandfotos, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Leider war der Spirituosen Laden in Svolvær schon geschlossen – super. So kauften wir ein paar Sachen zum Abendessen ein, fuhren zum Rorbuer und hatten ein ruhiges Abendessen. Wir werden Gerd’s Geburtstag ganz sicher gebührend nachfeiern, wenn wir wieder zuhause sind!

Highlight des Tages: die Sturmfotografie bei Brenna

Heute Morgen war irgendetwas anders! Als ich aufstand, wurde ich nicht nur vom strömenden Regen, sondern auch noch von heftigen Sturmböen begrüsst, die mich fast in den Fjord wehten! So ging ich wieder in unser gemütliches Heim, trank einen Kaffee und las Nachrichten im Internet.

Wir mussten unser Apartment im Lofoten Rorbuer heute verlassen und nach Henningsvær für die folgenden vier Tage umziehen. Wir waren ein wenig traurig, diese perfekte und sehr empfehlenswerte Unterkunft zu verlassen. Die Apartments lassen keine Wünsche offen und sind absolut modern und komfortable eingerichtet: eine komplette Küche mit Spül- und Waschmaschine ist vorhanden und die Frischluftzufuhr ist durch ein ausgeklügeltes System in allen Räumen perfekt und geräuschlos geregelt.

Wir frühstückten, packten das Auto und verabschiedeten uns von Ruth, der Eigentümerin. Es war unglaublich, aber in der Zwischenzeit hatte sich die Sonne ein wenig durch die Wolken gekämpft und wir machten einen Halt am Husvågpollen, wo das goldene Morgenlicht herrlich den Vordergrund beleuchtete. So machte ich tatsächlich meine ersten Fotos im guten Licht! Sollten es die ersten und einzigen Fotos dieser Reise werden…?

Wir erledigten unsere Einkäufe für die nächsten Tagen im Supermarkt in Svolvær bevor wir die gute halbe Stunde nach Henningsvær fuhren. Unsere nächste Unterkunft waren die Henningsvær Rorbuer, die wir schnell in der Nähe des Hafens fanden. Wir wurden von Marianne begrüsst, bezahlten den restlichen Betrag und bezogen Rorbuer Nummer 17. Es ist ein typisches renoviertes Fischerhäuschen, aber nicht so komfortable wie unsere letzte Unterkunft, obwohl es hier noch teurer ist. Das Rorbuer hat einen kleinen Wohnbereich mit Kitchenette und zwei Schlafzimmer mit je einem Badezimmer. Der Blick aus dem Fenster ist sehr schön, aber leider geht die Terrasse auf die andere Seite heraus. Es ist aber trotzdem ein gemütliches und uriges Heim für die nächsten Tage.

Wir verfrachteten das Gepäck und die Einkäufe in das Rorbuer und starteten unseren Nachmittagsausflug, nachdem es endlich mal längere Zeit trocken war. Wir besuchten als erstes den Strand von Unstad, aber es war Flut und die attraktivsten Steine lagen unter Wasser. Es scheint, dass die Lofoten in den letzten Jahren zu einem begehrten Ziel für Fotografen geworden ist, denn es tummelten sich schon einige andere Fotografen mit Stativen bewaffnet am Strand. So verliessen wir Unstad wieder und fuhren weiter nach Uttakleiv, einem weiteren bekannten Lofoten Strand. Die Steine und Felsen waren sehr schön und wurden regelmässig von Wellen überwaschen und ich versuchte mich an einigen Langzeitbelichtungen. Aber schon bald nach uns kam eine weitere grosse Gruppe Fotografen an und uns wurde es zu wuselig. Die Fotografen störten uns überhaupt nicht, aber wir sind lieber mehr oder weniger allein an einer Location und können die Natur so besser geniessen und so fuhren wir nach einer kleinen Mittagspause nur drei Kilometer weiter zum Strand von Haukland. Hier waren wir ganz allein und die Felsen sind sogar noch attraktiver. Ich tobte mich glücklich und ausgiebig an dieser Stelle aus und war fasziniert von den Farben und Formen der Felsen.

Es war schon später Nachmittag und wir machten uns langsam auf den Rückweg nach Henningsvær. Aber Halt – da gab es noch einen wunderschönen Stop am Rolvsfjorden, wo das Wasser perfekt ruhig für eine Spiegelung der gegenüber liegenden Berge war. Was war das für ein Spass!

Wir kamen genau richtig zur blauen Stunde in Henningsvær an und fotografierten am Hafen. Die Fischerboote machten sich für die Nachtfahrten bereit und die Lichter der Boote und der Häuser beleuchteten den Hafen malerisch.

Schliesslich kehrten wir zurück ins Rorbuer, bereiteten ein leckeres Chicken Tikka Masala zu und verbrachten den Abend bei einem Glas Wein, Lesen und Reisebericht schreiben. Es gab wieder keine Hoffnung auf Polarlichter, denn es regnete erneut.

Highlight des Tages: Haukland beach

Diashow:

Auch der heutige Tag ist schnell erzählt. Es war noch trocken, als ich aufstand und ich fuhr die Henningsvær Strasse entlang, bis ich eine Parkbucht an einer interessanten Stelle fand. Die Sturmwolken sahen interessant aus und ich machte ein paar Fotos mit den schönen Felsen im Vordergrund. Eigentlich hätte ich Schnee auf den Felsen lieber gehabt, aber der gesamte Schnee war mittlerweile vom Regen weggewaschen worden:(

Nach ein paar Minuten fing es wieder an zu regnen und ich fuhr zurück ins Rorbuer.

Wir wollten es nochmal in Uttakleiv und Haukland versuchen, aber es hörte die ganze Zeit nicht auf zu regnen, während wir dort warteten. So gaben wir schliesslich auf und besuchten stattdessen das Wikingermuseum in Borg. Es ist ein interessantes Museum mit einem grossen restauriertem Wikingerhaus, einer Ausstellung der Werkzeuge, die die Wikinger benutzten, ihre Kleider und es gab sogar ein offenes Feuer.

Wir fuhren zurück nach Henningsvær, machten in der blauen Stunde ein paar Fotos von der anderen Seite des Hafens und assen danach zu Abend im Rorbuer.

Es gab wieder keine Hoffnung auf einen klaren Nachthimmel und so schaute ich bei einigen Gläsern Wein in einem Internet Live Stream das Pokalviertelfinale meiner Bayern gegen Dortmund, das sie 1:0 gewannen:)

Highlight des Tages: Der Bayern Sieg gegen Dortmund!

Nicht wirklich überraschend regnete es, als ich am Morgen aufstand und so las ich die Nachrichten, während ich an meinem Morgenkaffee nippte.

Wir machten uns gar nicht erst die Mühe, am Morgen etwas zu unternehmen, da es ohne Unterlass schüttete und brachen erst am frühen Nachmittag auf, als es etwas aufklarte. Wir fuhren nach Svolvær, um das Auto voll zu tanken, aber wir passten nicht richtig auf und füllten den Tank mit dem steuererleichterten günstigeren Diesel, den Privatpersonen nicht tanken dürfen! Wir fragten die nette Dame an der Kasse, ob der Diesel irgendwie anders ist und den Motor beschädigen würde und zu unserer grossen Erleichterung verneinte sie die Frage! Wir sind noch mal davon gekommen, aber wir haben den günstigen Diesel wirklich aus Versehen getankt!

Wir fuhren dann wieder nach Brenna, wo ich nochmals mit den schönen Felsen spielen wollte. Es regnete immer noch, als wir ankamen, aber trocknete kurze Zeit später für ungefähr eine Stunde ab. Ich machte ein paar Fotos und wir kehrten zurück nach Henningsvær, wo es dann auch wieder regnete.

Die Wettervorhersage für die Nacht sah jedoch viel versprechend aus und so assen wir früh zu Abend und gingen bereits um 20 Uhr ins Bett – draussen schneite es heftig. Ich stellte den Wecker für Mitternacht und kontrollierte den Himmel. Na, verdammte Axt – was war das denn…? Dort war tatsächlich eine Lücke in den Wolken und diese Lücke schimmerte deutlich grün…! Ich weckte Gerd, füllte die Thermoskanne mit frischem Kaffee und wir gingen hinaus. Wir wurden von einem starken Sturm mit Schneeschauern empfangen, aber wir konnten sehen, dass in jeder Lücke am Wolkenhimmel Nordlichter zu sehen waren. So parkierten wir das Auto an einer geeigneten Stelle und warteten darauf, dass der Schneesturm aufhören würde. Ein kleiner Polarfuchs kam vorbei und schaute uns genauso verwundert an wie wir ihn. Der Schneefall hörte auch bald auf, aber der Sturm blieb uns erhalten und es war eine ziemliche Herausforderung, das Stativ stabil zu halten. Es gelang uns bis 4:30 Uhr, einige brauchbare Fotos der Nordlichter zu machen und wir waren ziemlich glücklich, überhaupt welche in diesen zehn Tagen gesehen zu haben während dieser Ferien. So waren sie wenigstens kein komplettes Disaster und Enttäuschung. Uns war nun ziemlich kalt vom Sturm und wir erreichten gegen 5:00 Uhr glücklich unsere warmen Betten und schliefen selig bis um Sonnenaufgang.

Highlight des Tages: die Aurora!

Diashow:

Ich war geradezu fassungslos, als nur zwei Stunden später der Wecker klingelte und ich einen klaren Himmel aus dem Fenster erblickte! Also flugs in die Klamotten und wieder heraus in den Sturm, der mit unverminderter Stärke tobte.

Ich fuhr nur eine kurze Strecke aus Henningsvær hinaus, bis ich einen grossen Felsen mit einem schönen Blick hinüber auf die Berge von Vestvågøy fand. Der Wind war immer noch unglaublich stark und ich hatte grosse Schwierigkeiten, das Stativ und den Grauverlauffilter während der Fotos zu sichern. Ich musste sehr vorsichtig und sorgfältig arbeiten, damit die Aufnahmen nicht verwackelten oder das Stativ umfiel. Als die blaue Stunde vorbei war, ging ich kurz zurück ins Auto, um mich etwas aufzuwärmen. Und dann erleuchtete die Sonne wunderschön die Berge von Vestvågøy. Was für eine Wohltat für Augen und Seele! Nach ein paar Aufnahmen war ich neugierig, wie der kleine See aussehen würde. Ich war sehr überrascht, viele frische Eisschollen am Ufer vorzufinden – in nur drei Stunden! Der Tidenhub und der Wind waren offensichtlich ein gutes Team. Ich machte ziemlich erfreut ein paar Fotos und fuhr zum gemeinsamen Frühstück mit Gerd zum Rorbuer zurück, wo ich ihn mit einem breiten Lächeln im Gesicht begrüsste.

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Strand nach Haukland. Leider hatten die Berge auf dieser Seite nicht so viel Schnee mitbekommen, aber es war zumindest wieder ein Hauch von Winter sichtbar. Die Kontraste waren sehr hoch, aber ich genoss es trotzdem eine Stunde lang sehr, die Felsen und ihre Strukturen zu entdecken. Wir fuhren weiter nach Uttakleiv, wo die herein kommende Flut die runden Steine attraktiv umspülte. Ich suchte nach einem ansprechendem Bildaufbau und war schliesslich ziemlich zufrieden mit den Fotos auf dem Display. Beharrlichkeit zahlt sich eben doch aus…

Wir assen unsere Mittags Sandwiches am Sandstrand von Haukland und fuhren danach hinüber zum Rolvsfjord, der sich als mein Lieblingsfjord der nördlichen Lofoten entpuppte. Es ist ein sehr ruhiger und attraktiver Fjord und ich finde dort immer wieder etwas neues Interessantes. Leider wurde das Sonnenlicht immer fahler und wir machten die letzten Fotos des Tages in der Nähe der Gimsøystraumen Brücke und der untergehenden Sonne über Vestvågøy.

Schliesslich kehrten wir zum Rorbuer zurück, weil die Farben sehr bedeckt blieben, assen zu Abend und genossen einen ruhigen Abend. Leider gab es wieder keine Hoffnung auf Polarlichter – die Vorhersage war schlecht und es schneite.

Highlight des Tages: der Sonnenaufgang

Diashow:

Dieser Morgen begann wie jeder andere Morgen, aber doch ein wenig anders: es regnete nicht nur, nein, es blies auch noch ein heftiger Sturm und es wurde nichts mit Morgenfotografie. Aber über Nacht war recht viel frischer Schnee gefallen und die Landschaft hatte endlich wieder ihr Winterkleid angezogen – gute Aussichten!

Wir verliessen Henningsvær heute und zogen in unsere letzte Unterkunft dieser Reise, dem Solsiden Brygge Rorbuer in Ballstad. Wir waren schon um neuen Uhr parat und liessen den Schlüssel im Briefkasten, da noch niemand an der Rezeption war. Wir mochten das Henningsvær Rorbuer hier durchaus, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte nicht ganz. Mit 1800 NOK – immerhin knapp 300 Franken – war es die teuerste Unterkunft unserer Reise, aber die mit dem geringsten Komfort. Zum Beispiel fehlte ein Wasserkocher, es gab keinen Backhofen, der Herd hatte nur zwei Platten und die Räume waren recht klein. Der Ort ist super, die Leute sehr nett, aber wir finden, dass die Unterkunft stark überteuert ist.

Wir fuhren auf dem Weg nach Ballstad in Haukland vorbei und der Anblick war eine Wohltat fürs Auge mit dem frischen Schnee und auch der Sturm war auf dieser Seite einem lauen Lüftchen gewichen. Ich widmete den faszinierenden Felsen mit den Bergen im Hintergrund weitere Fotos, während Gerd am Strand mit der Canon G1X Makros von den Seealgen machte. Wir genossen die Zeit hier sehr und fuhren nach zwei Stunden weiter nach Leknes, um zu tanken. Wir erreichten das Solsiden Brygge Rorbuer, aber die Rezeption war nicht besetzt und ich musste die Lady anrufen. 20 Minuten später war sie da, wir checkten ein, bezahlten und plauderten ein wenig, bevor sie uns das Rorbuer zeigte. Dies ist die Unterkunft mit dem niedrigsten Preis, aber es schlägt Henningsvær dennoch: der Wohnbereich mit einer gut ausgestatteten Küche ist geräumig, ebenso das Bad und das etwas kleinere Schlafzimmer. Hier passt das Preis-Leistungsverhältnis und die Anlage ist wahrlich zu empfehlen.

Wir deponierten nur unser Gepäck und machten uns wieder auf die Socken, da es sich mittlerweile auch aufgeklart hatte. Wir fanden einige sehr schöne Buchten mit Eisschollen am Flakstadpollen fjord und verbrachten reichlich Zeit damit, die schöne Winterlandschaft fotografisch festzuhalten. Der Strand von Flakstad war ebenso grossartig mit dem frischen Schnee und wir hatten dort eine Menge Spass. Nun war es schon wieder Zeit, zurück zu fahren, denn das Wetter schaute vielversprechend aus für heute Nacht und wir wollten noch zu Abend essen, bevor wir auf Polarlichtjagd gehen würden.

Auf dem Rückweg machten wir einen letzten Stop am Aussichtspunkt von Napp, der einen atemberaubenden Blick über den Storvatnet See bietet, der malerisch mit Eisschollen bedeckt war, während in der Ferne die Sonne hinter den Bergen unterging. Wirklich atemberaubend – ich liebe die norwegische Landschaft!

Wir kehrten zurück zum Rorbuer, assen ein schnelles Abendessen und waren schon wieder auf dem Weg zur Küste. Es war noch nicht ganz dunkel, als wir Myrland erreichten, aber wir konnten bereits die ersten Polarlichter am nördlichen Himmel sehen – jaaaa!!! In den nächsten Stunden folgte ein gigantisches Himmelsfeuerwerk, über das wir uns extrem freuten und glücklich waren. Es ist einfach sehr speziell, diesem tanzenden grünen Licht zuzuschauen und während einer relativ langen Zeit spannte sich sogar ein riesiger Aurora Bogen über den gesamten Fjord – atemberaubend schön! Wir wechselten die Orte nach Flakstadpollen und dem Strand bei Flakstad und waren von dem Spektakel völlig überwältigt:)Viel zu schnell zogen aber wieder Wolken auf und das Wetter änderte sich. Es war bereits am Schneien, als wir in Ballstad ankamen und es sollte bis zum Morgen nicht mehr aufhören.

Wir gingen müde, aber sehr glücklich ins Bett.

Highlight des Tages: das Himmelsfeuerwerk!

Diashow:

Es war noch bedeckt, als ich den neuen Tag begrüsste, aber ich ging dennoch für einen Spaziergang in die Umgebung des Rorbuer raus. Ich ging bis zum Leuchtturm an der Mole und fand einige ruhige Kompositionen der Berge mit den vorgelagerten Felsen. Es klarte langsam auf, wie vom Wetterdienst vorausgesagt: es sollte ein schöner trockener Tag mit einem Mix aus Wolken und Sonne geben…

Ich ging zurück zum Rorbuer, wir frühstückten und starteten freudig in den Tag. Wir wollten nach Reine fahren, da wir beide diese spektakuläre Gegend sehr mögen und wir schauen wollten, wie sehr es sich in den letzten acht Jahren nach unserem ersten Besuch verändert hat. Unser erster Halt auf dem Weg führte uns nach Hella am Torsfjorden, wo wir eine wundervolle Winterlandschaft vorfanden mit zugefrorenen Seen und schneebedeckten Bergen.

Als wir in Reine ankamen, war es immer noch bedeckt mit ein paar Aufhellungen und wir machten ein paar Fotos vom wunderschönen Reinefjorden. Dies ist eine – wenn nicht DIE – Gegend der Lofoten, die mir am besten gefällt. Viel Drama, schroffe Berge, tiefe Fjorde und dramatisches Licht – hier wird das alles auf einem Teller serviert:)Wir assen an diesem schönen Ort zu Mittag und bemerkten eine schwarze Wolkenwand, die sich Richtung südliches Ende der Insel schob. Hmmm….

Schon kurze Zeit später begann der Schneesturm, der fortan nicht mehr aufhören sollte! Trockenes Wetter? Was für ein Witz wieder mal!!! Auf dem Rückweg nach Leknes schneite es heftig und ich fuhr streckenweise in einem kompletten White-out!

Doch als wir den Pass bei Napp überfuhren, bemerkte ich ein einsames Lichtloch an der Küste und war mir sicher, dass es in Uttakleiv war. Ich änderte rasch die Route und wir fuhren zum Strand. Es war eine goldrichtige Entscheidung: als wir den Tunnel verliessen, wurden wir von einem fantastischen Abendlicht empfangen und … von drei Minibussen mit Fotografen. Am Strand tummelten sich mehr als ein Dutzend Fotografen mit Stativen und ich versuchte irgendwie, noch meinen Platz dazwischen zu finden. Das war nicht angenehm und machte wenig Spass und ich war doch ein wenig enttäuscht über dieses Erlebnis an unserem letzten Abend und dem einzigen Sonnenuntergangslicht der ganzen Reise:(Ich versuchte aber, das Beste daraus zu machen und kam zurück mit ein paar stimmungsvollen Langzeitbelichtungen.

Das Licht verschwand schnell nach Sonnenuntergang und wir kehrten ins Auto zurück, um uns aufzuwärmen. Ich dachte, ich könnte noch ein paar Aufnahmen zur blauen Stunde am Strand von Hauklund machen, aber als wir aus dem Tunnel kamen, hatte uns der Schneesturm schon wieder eingeholt.

So fuhren wir zurück nach Ballstad, wo wir unser letztes Kjotboller Abendessen hatten und warteten darauf, dass sich der Himmel nochmals aufklaren würde. Es dauerte auch in der Tat nicht lange und ich sah die ersten Wolkenlücken mit Sternen! So eilten wir zum Auto und machten uns auf die Polarlichtjagd. Wir fuhren als erstes Myrland an und wurden von einem riesigen Nordlicht begrüsst. Ein grosser Bogen über dem gesamten Fjord – gigantisch! Wir verweilten dort und fuhren dann hinüber zum Strand nach Flakstad. Zu unserer grossen Überraschung gab es am Strand und Parkplatz keinen einzigen weiteren Fotografen! Wir konnten unser Glück kaum fassen und ich eilte hinunter an den Strand. Gerade rechtzeitig für ein unfassbar gigantisches Himmelsfeuerwerk. Die Aurora war riesig und bedeckte fast den gesamten Himmel und mir gefielen besonders die Reflektionen im nassen Sand. Die Polarlichter tanzten ohne Unterlass am Himmel und plötzlich waren der Strand und die Berge vollständig grün erhellt: über unseren Köpfen explodierte der Himmel mit einer wunderschönen Corona! Wooooow….!!! Wir starten atemlos hinauf in den Himmel, der in grün und lila über uns wie ein Feuerwerk explodierte. Es war ein unglaublicher, unvergesslicher Moment, den ich in meinem Leben nie mehr vergessen werden. Ich schrie und sprang am Strand herum und vergass fast die Fotos – Glückshormone pur!! Gigantisch, fantastisch – einfach nur fabelhaft! Dieses Feuerwerk dauerte noch ein paar Stunden an und wir genossen es aus vollen Zügen.

Wir fuhren nochmals zurück zum Strand von Haukland, wo wir von einem weiteren spektakulären Feuerwerk überrascht wurden. Die Location war als Vordergrund fantastisch und ich merkte weder Wind noch Kälte, während ich fotografierte und dem Polarlichttanz im Himmel zuschaute. Auch hier gab es keine anderen Fotografen – wir verstanden das beide nicht, aber vielleicht waren sie vom Schneesturm nach Sonnenuntergang entmutigt.

Die Polarlichter wurden gegen 2:30 morgens schwächer und wir fuhren völlig überwältigt und glücklich zurück zum Rorbuer. Das Erlebnis dieser Nacht wird uns immer in Erinnerung bleiben – unglaublich, was wir beobachten durften in diesen vergangenen Stunden.

Highlight des Tages: die grossartige Corona

Diashow:

Nach nur etwas mehr als drei Stunden Schlaf stand ich wieder auf und kam in den Genuss des einzigen wirklich guten Sonnenaufgangs dieser Ferien! Die Berge vom Festland waren gut zu sehen und ich machte ein paar Fotos mit den Felsen im Vordergrund. Kurz danach ging die Sonne perfekt zwischen zwei Wolkenschichten auf und badete sowohl den Hafen von Ballstad als auch die Berge in wundersch̦nes rosa Morgenlicht. Hier war es nun Рdas fantastische Lofoten Licht, auf das ich die ganze Zeit gewartet hatte!

Ich bewunderte die Aussicht sowie das Licht, machte Fotos und ging zurück zum Rorbuer, wo ich mit Gerd frühstückte. Wir packten unseren Kram zusammen, beluden das Auto und hatten noch eine nette Unterhaltung mit der Lady, die die Rorbuer betreute. Sie war begeistert von unseren Erlebnissen und Fotos der letzten Nacht!

Ein letzter Stop an der Tankstelle, um das Auto vollzutanken, ein letzter Besuch im Supermarkt und wir fuhren zum kleinen Flughafen von Leknes. Check-in und Security waren dementsprechend problemlos und einfach. Es war nun sonnig mit blauem Himmel und ich war sicher, dass wir in der kommenden Nacht nochmals Nordlichter sehen würden; wie Schade, dass wir nun abreisen mussten!!!

Der erste Flug hinüber nach Bodø war schön ruhig und wir schauten wehmütig zurück auf die Inseln der Lofoten. Die Flüge nach Oslo und Zürich verliefen ebenfalls reibungslos und wir bekamen einen frühen Zug nach Basel, wo wir kurz vor Mitternacht ankamen.
Es waren schöne Ferien, trotz des garstigen Wetters. Es kann ja immer besser, aber auch schlechter sein und wenn ich nun so auf die Erlebnisse zurückblicke und die Fotos betrachte, kann ich nur sagen, dass ich glücklich und zufrieden mit den Ergebnissen bin. Wir hatten viel Regen, aber auch Schnee und Sturm und wurden zum Schluss doch noch mit einem unvergesslichen Anblick der Polarlichter belohnt.

Eigentlich alles in allem nicht zu schlecht, oder…?

Highlight des Tages: das schöne Lofoten Licht

Wir hoffen, Euch hat unser kleiner Reisebericht Spass gemacht und danken Euch für Euer Interesse – Sandra & Gerhard

Wir freuen uns über Euren Besuch unseres Fotoblogs mit aktuellen Fotos und Informationen über unsere Fotoprojekte: SA*GA Photography – Fotoblog vob Sandra Schänzer

Die letzte Diashow:

F a c e b o o k