Reisebericht: Norwegen 2012

Wir freuen uns, dass Ihr zu unserem Reisebericht nach Tromsø in Nordnorwegen im Winter 2012 gefunden habt. Wir verbrachten fünf wundervolle Nächte in den Fjorden und im Hochland in der Umgebung von Tromsø. Der Schwerpunkt dieser Reise lag auf dem Fotografieren der Polarlichter, die im Jahr 2012 ihren Höhepunkt erreichten.

Gebucht haben wir diese Reise durch Dionys Moser’s Reiseagentur Fotoreisen CH, die sich auf Fotografenreisen spezialisiert hat und durch ihn und sein Team perfekt organisiert war. Dionys hat keine Zeit und Mühe bei der Suche nach schönen Orten gescheut und eine glückliche Hand bei der Wahl der Fotolocations bewiesen. Die Gruppen bestanden aus maximal acht Personen pro Minibus und er und sein Team, Michael und Carmen, waren perfekt in der Analyse der Wetter- und Nordlichtprognosen. Wir können Fotoreisen CH für Reisen, die Ihr aus persönlichen Gründen nicht selber organisieren könnt oder wenn man einfach nicht genügend eigene Zeit für das Location Scouting hat, sehr empfehlen.

Ein besonderer Dank geht an Carmen Moosmann, die souverän und immer freundlich unsere Gruppe begleitete.

Wenn Euch die Vorschaufotos in diesem Reisebericht gefallen haben, besucht bitte unsere Norwegen 2012 Fotogalerie für mehr Fotos. Einzelne Galerien sind auch in den Tagesberichten verlinkt.

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Ein letztes Wort zu den Farben der Nordlichter in meinen Fotos. Meine Augen nahmen die Polarlichter als ein dunkles bis helles Grün wahr, das nur bei stärkerer Aktivität sehr hell erscheint. Die Farbe ist aber keinesfalls ein grelles Neongrün, das jedoch genauso vom Kamerasensor aufgezeichnet wird. Ich habe mich dazu entschieden, meine Fotos bezüglich Sättigung und Kontrast in der EBV nicht gnadenlos zu übertreiben, um eine natürliche Bildaussage zu bewahren; ich habe die Sättigung der Grüntöne sogar um mindestens 25% zurückgenommen! Am Himmel fand ein wahres Farbfeuerwerk und Sternenexplosion statt, die ich in meinen Fotos einfangen wollte. Mir ist bewusst, dass meine Fotos nicht so spektakulär aussehen, wie viele andere Fotos, aber sie sind authentisch und zeigen die Natur so natürlich wie sie ist. Für mich als Fotograf ist dies nichts Besonderes – es entspricht lediglich meinen persönlichen ethischen Grundsätzen der Naturfotografie, die ich für alle meine Fotos konsequent verfolge.

Wir wünschen Euch nun viel Spass beim Lesen unseres Reiseberichts über die faszinierenden Polarlichter, die wir erleben durften und hoffen, Euch in eine komplett andere Welt entführen zu können.

Sandra Schänzer & Gerhard Schöning
SA*GA Photography

Reiseberichte.com

Vor uns lag ein langer Tag, da wir in Kopenhagen und in Oslo umsteigen mussten, um nach Tromsø zu gelangen. Wir nahmen früh morgens den Flugizug von Basel zum Flughafen Zürich und trafen unsere Mitreisenden unter der Anzeigetafel im Terminal 1.

Ich hatte mich auf Anfrage von Fotoreisen.ch als Gruppenleiter für den Check-in bereit erklärt und begrüsste die Leute, während Gerd die Pässe und die Etix-Tickets einsammelte. Kurze Zeit später kam die Dame für den Gruppen Check-in, wir mussten unser Gepäck aufreihen und wurden eingecheckt. Ich verteilte die Boardkarten, wir konnten endlich die Sicherheitskontrolle passieren und warteten auf den Abflug nach Kopenhagen.

Der Flug dauerte nur 1:30 Stunden und wir hatten in Kopenhagen etwas Zeit, durch den Transfer Bereich zu streifen, bevor wir an Board unserer Boeing für den kurzen 50-minütigen Flug nach Oslo gehen konnten.

In Oslo wurde es dann richtig hektisch! Unser nächster Flug war ein Inlandsflug und wir mussten unser Gepäck vom Band holen, durch die Zollkontrolle, nach oben in den Abflugbereich laufen und das Gepäck am Baggage drop-off abgeben. Leider warteten an dem Schalter schon ungefähr 100 andere Reisende und wir hatten nur 20 Minuten bis zum Abflug. Als Gruppenleiter sprach ich mit dem anwesenden Personal, die zunächst sehr unwillig waren, uns abzufertigen. Die Dame wollte uns auf einen späteren Flug umbuchen, aber wir machten deutlich, dass wir eine Gruppe von 25 Leuten waren und eine Umbuchung einen viel grösseren Aufwand bedeuten würde. Ganz plötzlich war es möglich, unser Gepäck an einem der anderen Schalter abzugeben und wir eilten durch die Sicherheitskontrolle zum Abfluggate. Wir waren erleichtert, den Flug erreicht zu haben und das Bodenpersonal versicherte mir nochmal, dass unser Gepäck auch mitkommen würde – sie wären nun informiert, dass wir als Gruppe reisen.

Und in der Tat, unser gesamtes Gepäck befand sich komplett und intakt auf dem Band in Tromsø, wo wir kurz nach 18 Uhr landeten. Wir wurden von Dionys und Carmen begrüsst, in die Minibusse verladen und fuhren zu unserem Hotel, wo wir die nächsten fünf Tage bleiben würden: Das CityLiving Hotel in der Innenstadt. Die Zimmer sind geräumig mit einem grossen Bett, einem Sofa, TV, freien WLAN-Zugang, einem Tisch mit zwei Stühlen und einer kleinen Kochnische, wo wir kleinere Gerichte zubereiten konnten.

Wir hatten nicht viel Zeit uns einzurichten, da die Polarlicht Vorhersage für die kommende Nacht relativ gut war, so dass wir uns alle bereits um 20 Uhr trafen, um zum wunderschönen Ersfjordbotn Fjord zu fahren. Der Fjord ist umrahmt von steil aufragenden Bergen, doch leider werden die Lichter des Fischerdorfes auf den Bergen reflektiert und tauchen diese in ein unangenehmes Orange. Gut, dass man nun in der Digitalfotografie den RAW Modus hat, in dem man diese Farbverschiebungen währnd der Nachbearbeitung gut korrigieren kann!

Wir positionierten uns auf dem Pier und schon erschien das erste Polarlicht! Es war nur ein schwaches Polarlicht, aber es war für uns alle das erste Polarlicht, das wir je sahen und so waren wir alle total fasziniert von dem dünnen grünen Band, das am Ende des Fjords erschien. Das Licht wurde im Laufe der Nacht etwas stärker und wir konnten die ersten Fotos vom Polarlicht machen! Wir warteten bis um 2 Uhr morgens und das Polarlicht tauchte mal mehr, mal weniger stark auf und wir fotografierten munter drauf los.

Wir waren gegen 3 Uhr morgens zurück im Hotel und fielen todmüde, aber glücklich, ins Bett.

Highlight des Tages: unser erstes Polarlicht

Fotogalerie: Die Magie der Polarlichter, Teil I
und
Die Magie der Polarlichter, Teil VII

Vorschaufotos:

Wir haben gut geschlafen, doch leider erwartete uns schlechtes Wetter als wir aufwachten. Starke Winde und Schneeregen – keine guten Bedingungen für einen kurzen Tagesausflug.

Das Team organisierte daher einen spontanen Workshop, in dem Carmen auf EBV-Techniken zur Bearbeitung von Polarlichtbildern einging und Dionys einige Diashows seiner anderen Fotoziele zeigte. Ein bisschen Werbung muss ja auch sein 😉

Wir starteten früh genug am Nachmittag, um die blaue Stunde am Hafen einzufangen und parkten in Hafennähe. Wir machten einen netten kleinen Spaziergang über die Molen, wo die schneebedeckten Boote einen schönen Vordergrund und Kontrast zu den beleuchteten alten Hafenhäusern abgaben. Auf der anderen Seite des Fjords gab die beleuchtete Eiskathedrale einen schönen Blickfang im blauen Abendlicht. Wir verbrachten unsere ganze Zeit im Hafen, während andere bereits über die Brücke zur Eiskathedrale liefen, wo wir uns schliesslich alle wieder trafen. Wir fuhren dann ungefähr 30 Kilometer bis ins Hochtal, das auf dem Weg nach Sommerøya liegt. Das Hochtal ist immer noch nicht weit genug von der Küste entfernt, um keine Lichtverschmutzung in den Fotos zu haben, aber die schönen Berge geben einen guten Hintergrund ab.

Es zeigten sich einige mittelstarke Polarlichter, bis wir plötzlich ein komplett grünes Loch in der Wolkendecke entdeckten – ganz starkes Polarlicht! Wir packten alle unsere Sachen zusammen, gingen zurück zu den Minibussen und fuhren ein paar Kilometer weiter, bis wir in einer Bilderbuchlandschaft geradezu von Polarlichter umgeben waren! Das Nordlicht war über den ganzen Himmel in allen Richtungen sichtbar und es ergaben sich unzählige Fotomotive. Dabei sieht jedes Foto trotz fast gleich bleibenden Bildaufbau anders aus, da die Polarlichter sich ständig veränderten.

Das Hochtal ist nicht weit entfernt von Ersfjordbotn und so fuhren wir gegen Ende nochmals zum Fjord und hofften auf bessere Bedingungen als gestern. Wir wurden nicht enttäuscht und das herrlich grüne Polarlicht leuchtete auf allen Seiten vom Fjord, so dass wir viele schöne Fotos machen konnten. Was für ein Spass!.

Es war nun klar und wurde schnell richtig kalt und so entschieden wir uns gegen 2 Uhr zum Hotel zurückzufahren.

Fotogalerie: Die Magie der Polarlichter, Teil II
und
Die Magie der Polarlichter, Teil VIII

Highlight des Tages: das Polarlicht über dem Fjord

Vorschaufotos:

Wir hatten gut geschlafen und besorgten Frühstück und Getränke im Supermarkt nebenan.

Das Wetter war heute schön und sonnig und wir nutzten die Gelegenheit für einen Ausflug auf den Hausberg von Tromsø, dem Storsteinen. Wir kamen rechtzeitig vor den grossen Gruppen am Parkplatz an und nahmen die Seilbahn Fjelleisen, die uns in nur fünf Minuten auf das beliebte Ausflugsziel brachte. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf Tromsø, die Berge und Fjorde.

Es war ziemlich windig und kalt auf den Aussichtspunkten, aber es machte Spass, einige Panoramen von dieser grandiosen Aussicht zu machen. Wir nutzen für die Panoramen zum einen die Shift-Funktion des 17mm TS-E Objektivs sowie das 135mm Tele für traditionelle Panoramen. Das Licht war leider schon sehr hart – es muss ein Traum sein, hier oben bei warmen Morgen- oder Abendlicht zu fotografieren! Wir genossen den Aufenthalt trotzdem und genossen die Aussicht, bis wir nach 90 Minuten wieder die Seilbahn zurück nahmen.

Wir starteten den Abendausflug rechtzeitig zur blauen Stunde und ich entschied mich diesmal, über die Brücke Richtung Eiskathedrale zu laufen, wo wir uns alle trafen. Es gelangen mir einige stimmungsvolle Aufnahmen des abendlichen Fjords – das späte oder frühe Licht im hohen Norden ist einfach wunderschön!

Ich traf Gerd und unsere Gruppe an der Eiskathedrale und wir fuhren die für mich attraktivste Location der Reise an: der See Nakkevatnet bei Sjursnes. Dieser ruhige, idyllische Ort ist auch bereits ohne Nordlichter eine Augenweide. Und als Krönung von allem, endlich mal keine Lichtverschmutzung!

Wir mussten diesmal recht lange auf die Polarlichter warten und wenn sie kamen, dann waren sie nur sehr kurz sichtbar und schnell wieder verschwunden. Ein totaler Unterschied zu den vergangenen Tagen! Michael, ein sehr netter Arzt aus der Nähe von Luzern, und ich stapften durch den hüfthohen Schnee und fanden einen perfekten Standpunkt für schöne Landschaftsaufnahmen. Wir wurden mit einem starken, aber nur kurz andauerndem Polarlicht belohnt. Gerd hatte Probleme mit dem Zoomobjektiv und wir sahen später, dass alle seine Fotos defokussiert waren und im virtuellen Mülleimer landeten. Ich hatte ebenfalls Probleme, als ich auf das 17mm TS-E wechselte und aufgeregt einige Fotos machte – bis ich in der Dunkelheit realisierte, dass das Objektiv versehentlich geshifted war und die Bilder auch defokussiert waren. Schock, Horror!! Mir gelangen zwar noch einige Fotos mit dem Zeiss 21mm, auf das ich wechselte, aber das Polarlicht war da schon sehr abgeschwächt.

So waren wir in dieser Bilderbuchlandschaft mit Polarlichtern und wir haben beide fast alle Fotos versemmelt – wir waren doch etwas frustriert, als wir zum Hotel zurückfuhren! Ich hoffte inständig, dass wir nochmals an einem anderen Abend an den See zurückkehren würden…

Highlight des Tages: der See Nakkevatnet

Fotogalerien: Die Magie der Polarlichter, Teil III
und
Die Magie der Polarlichter, Teil IV

Vorschaufotos:

Heute hatte Gerd Geburtstag, aber es blieb nicht genügend Zeit für ein Geburtstagsessen, so dass wir beschlossen, dies nach unserer Rückkehr in die Schweiz nachzuholen.

Am späten Vormittag machten wir einen 3-stündigen Ausflug in die Gegend um Skulsfjord, die auch aus landschaftlicher Sicht sehr attraktiv ist. Kurz vor dem Abzweig nach Skulsfjord findet sich regelmässig eine Herde Rentiere, die im Schnee nach Nahrung suchen. Sie warteten schon auf das Brot, das Carmen für sie mitgebracht hatte und kamen schnell näher, so dass unsere Gruppe einige schöne Fotos dieser etwas ulkig anmutenden Tiere machen konnte. Wir verbrachten eine Stunde bei den Rentieren und fuhren dann ein Stück weiter zum Ort Skulsfjord. Es ist ein typisches malerisches norwegisches Fischerdorf mit hübschen roten Holzhäusern, die um den ruhigen Fjord herum angesiedelt sind. Es gab eine Fülle von Fotomotiven, aber leider nicht genügend Zeit. Nun ja, letztendlich haben wir diese Reise wegen der Polarlichter gebucht und nicht für Tageslichtexkursionen – so war es okay 😉

Wir fuhren zurück nach Tromsø und liessen es bis zum nächtlichen Ausflug ruhig angehen. Die Wettervorhersage heute war nicht so gut und es war in der Tat ziemlich bewölkt. Wir fuhren nichtsdestotrotz den langen Weg bis zur Küste nach Sommerøya, das attraktiv an der Küste liegt. Es gibt dort eine beleuchtete Brücke über den Fjord zur Stadt, die die meisten unserer Mitreisenden sehr attraktiv fanden als Blickfang für die Nordlichter. Ich war davon nicht so sehr angetan, da ich mich als Naturfotograf sehe und menschliche Einflüsse so gut es geht aus meinen Fotos heraushalten möchte. Es ist eben die Philosophie meiner Fotografie – Punkt! Das ist der Fluch einer Gruppenreise, auch wenn es sich ausschliesslich um Fotografen handelt: man muss immer zu Kompromissen bereit sein. Aber auch das war okay für uns, denn das Polarlicht war natürlich nicht nur über der Brücke sichtbar, sondern überall und wir konnten einige nette Fotos mit Polarlicht vom Strand aus mit den Bergen auf der anderen Seite des Fjordes machen und hatten viel Spass dabei.
Nach einer Weile wechselten wir den Ort und erklommen einen kleinen Hügel am Ortsende von Sommerøya. Ich konnte nur einige Fotos mit schwachem Nordlicht von der verschneiten Landschaft, dem Ozean und dem Sternenhimmel machen, bevor der Himmel sich komplett bewölkte und kein Nordlicht mehr zu sehen war.

Da die Wettervorhersage verheerend war, fuhren wir zurück nach Tromsø und genossen den Luxus eines längeren Schlafes.

Highlight des Tages: die Rentierbande

Fotogalerie: Norwegen – Wildlife Galerie

Vorschaufotos:

Wir waren fast perfekt ausgeruht und bereit für unseren bereits letzten Tag unserer Reise in Norwegen. Warum nur vergeht Zeit so schnell in den Ferien?

Die Wettervorhersage für die Nacht war vielversprechend und so machten wir nur einen kurzen 2-stündigen Ausflug gegen Mittag. Wir fuhren rund eine halbe Stunde zu dem kleinen Ort Tisnes, wo sich in einer Bucht schöne Eisplatten und Schneestrukturen angesammelt hatten. Einen Kilometer weiter kann man einen Spaziergang zu einem Schiffswrack machen, doch wir entschieden uns trotz des harten Mittagslichts, am Strand zu bleiben für ein paar Landschaftsaufnahmen. Diese Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus, weil Gerd kurz nach unserer Ankunft beobachtete, wie ein grosser Schwarm von Seevögeln auf dem Strand in einiger Entfernung landete. Er nahm seine Kamera mit dem 300mm Objektiv und näherte sich langsam und vorsichtig dem Platz, wo sich die Vögel zur Nahrungssuche versammelt hatten. Es gelangen ihm einige wirklich gute Nah- sowie Flugaufnahmen, als der gesamte Schwarm nach einer guten halben Stunde wieder davon flog. Wir fanden dann später heraus, dass wir Meerstrandläufer fotografiert hatten, die hier an der norwegischen Küste zu den heimischen Brutvögeln zählen. Was für eine wunderschöne und unverhoffte Begegnung!

Die Vorhersagen für Wetter und Polarlicht waren blendend für die kommende Nacht und so fuhren wir frühzeitig in die Gegend um den See Nakkevatnet. Wir hielten erst im Tal an und warteten darauf, dass der Himmel aufklaren würde. Der Himmel öffnete sich erst nach über zwei Stunden, aber das langatmige Warten hatte sich gelohnt, denn wir wurden mit einem enormen Ausbruch an Polarlichtern belohnt. Sie überzogen den gesamten Himmel und formierten sich zu einem perfekten Bogen. Was für ein Himmelsspektakel! Michael und ich kämpften uns erneut durch den Tiefschnee weiter in die Ebene und konnten schöne Fotos mit einem perfekten Vordergrund schiessen. Es war einfach nur schön und wir waren alle schon jetzt sehr glücklich – und der Abend hatte gerade erst begonnen!

Angesichts dieses Himmelsschauspiels konnten wir einfach nicht aufhören zu fotografieren, doch wir fuhren dann weiter bis zum See. Ich war darüber sehr glücklich, da wir ja unsere Fotos von dieser Location vor zwei Tagen allesamt versemmelt hatten und ich ja auf einen Wiederbesuch gehofft hatte. Was soll ich sagen, aber nach dieser Nacht war ich fast versucht, alle bisherigen Fotos zu löschen, denn wir wurden von einem wahren Feuerwerk an Polarlichtern verwöhnt, das über drei Stunden andauerte. Mir war eigentlich rundum warm, nur meine Füsse wurden irgendwann eiskalt, aber ich spürte es einfach nicht mehr – der Film, der sich über und vor mir abspielte war einfach zu faszinierend, so dass ich alles um mich herum vergass!

Michael und ich wechselten den Aufnahmeort, an dem wir einen kleinen Bach in die Bildkomposition einschliessen konnten und einen freien Blick auf einen Berg hatten, der fast wie ein Vulkan mit einem perfekten Vulkankegel aussah. Was für eine wunderschöne und sagenhaft traumhafte Kulisse – und wir waren beide ganz allein in der Ruhe und Stille dieses Ortes, da alle unsere anderen Mitreisenden in den Bussen waren, um sich aufzuwärmen oder sogar zu schlafen! Über unseren Köpfen tobte ein Sturm von Polarlichtern, die über den Himmel tanzten und permanent in Intensität und Farbe wechselten – es war einfach nur grossartig und atemberaubend!

Wir fuhren schliesslich gegen 2 Uhr morgens weiter und hielten an einer Stelle an, wo es schneebedeckte Tannen gab, über denen Nordlichter tanzten. Die Location war okay, aber nicht perfekt für eine ansprechende Bildkomposition, da die Tannen zu hoch auf einem Hügel waren und ein sauberer Bildaufbau ohne Schwenken der Kamera – und der damit verbundenen stürzenden Linien – nicht möglich war. Es war trotzdem ein schöner Anblick fürs Auge und ein vergnügsamer Stop!

Wir fuhren weiter und hielten ganz plötzlich an, als wir ein enorm starkes Polarlicht am Himmel sahen. Wir hatten Glück und das Polarlicht leuchtete über schönen Bergformen und einer klaren Ebene vor uns. Dieses Polarlicht war sicherlich das stärkste Polarlicht, das wir auf dieser Reise gesehen haben; es war fast so hell wie Tageslicht und tanzte über den gesamten Himmel. Wir sahen sogar mehrere Koronen über uns!

Wir waren alle geradezu erstarrt und überwältigt von diesem Schauspiel und es war nur noch das Klicken der Kameraverschlüsse zu hören. Fantastisch, wunderbar – es gibt einfach keine Worte, um dieses Feuerwerk zu beschreiben!

Letztendlich verblasste das Polarlicht und wir fuhren glücklich und zufrieden zurück nach Tromsø, wo wir gegen halb fünf Uhr morgens ankamen. Wir waren beide zu aufgekratzt, um direkt schlafen zu gehen und so verbrachte ich noch einige Zeit im Internet während Gerd ein paar Sachen für unsere Abreise zusammen räumte.

Was für eine Nacht!

Highlight des Tages: die Polarlichter am See Nakkevatnet

Fotogalerien: Die Magie der Polarlichter, Teil V
und
Die Magie der Polarlichter, Teil VI

Vorschaufotos:

Es war eine sehr kurze Nacht mit nur vier Stunden Schlaf, aber was macht das schon nach so einer fantastischen Nacht mit diesem Rausch an Polarlichtern?

Wir packten unsere restlichen Sachen, tauschten Email-Adressen mit Michael und Peter & Barbara, einem sehr netten Paar aus der Westschweiz, aus und fuhren mit den Minibussen zum Flughafen.

Es gibt nicht viel zu erzählen von diesem letzten Tag, der nur Rückreisetag war. Check-in verlief zügig, doch das Flugzeug aus Oslo hatte über eine Stunde Verspätung und wir flogen mit 90 Minuten Verspätung ab. Diesmal mussten wir nur in Oslo umsteigen und es hiess zunächst, dass wir aufgrund der Verspätung auf einen späteren Flug umgebucht worden seien. Am Ende hatte jedoch unser gebuchter Flieger nach Zürich ebenfalls Verspätung und wir erreichten alle das Gate gerade noch rechtzeitig.

Der Flug verlief ruhig und schnell, wir bekamen unser Gepäck und nahmen den Zug zurück nach Basel, wo wir gegen 22 Uhr eintrafen.

Es war eine bemerkenswerte Reise, die uns immer in Erinnerung bleiben wird. Sie war kurz, aber eindrucksvoll und wir hoffen, dass wir nächstes Jahr nochmals einige Zeit in Norwegen verbringen können, um die Polarlichter zu sehen und zu fotografieren.

Wir hoffen, der kleine Reisebericht hat Euch gefallen und danken für Euer Interesse – Sandra & Gerhard.

Norwegen Fotogalerien

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