Reisebericht: Namibia 2012

Schön, dass Ihr den Weg zu unserem Reisebericht aus Namibia 2012 gefunden habt. Wir verbrachten rund zweieinhalb fantastische Wochen in der Kalahari Wüste sowie im tiefen Süden dieses grossartigen Landes.

Unsere Reise 2011 hat in uns wieder einmal den Namibia Virus geweckt, so dass wir dieses Jahr einfach wieder kommen mussten, aber uns diesmal nur auf den südlichen Landesteil konzentrieren wollten.

Während der Reise vom 16. Mai bis 3. Juni 2012 fuhren wir rund 2850 Kilometer auf Teer- und Schotterpisten und besuchten die folgenden Orte:

– Kalahari Wüste Red Dunes Lodge

– Köcherbaumwald Mesosaurus bei Keetmannshoop Mesosauros fossile site and accommodation

– Keetmannshoop Bird’s Mansion Hotel

– Oranje River Norotshama River Resort

– Fish River Canyon Fish River Lodge

– Sperrgebiet Rand Park, Klein-Aus Eagle’s Nest Chalets

– Namib Tiras Mountains Koiimasis Ranch – Schwalbennest

– Kalahari desert Teufelskrallen Tented Lodge

Wir mieteten unseren Toyota Hilux 4×4 wie schon in den vergangenen Jahren bei Frank Krystofiak, dem Eigentümer von Nambozi 4×4 Car Hire – Windhoek

Falls Euch die Vorschaubilder in diesem Reisebericht Lust auf mehr gemacht haben, freuen wir uns über einen Besuch unserer Namibia Fotogalerie. Einzelne Galerien werden später unter den Tagen verlinkt – ich arbeite noch an den Fotos und bitte um etwas Geduld. Um über Neuigkeiten informiert zu werden, könnt Ihr in unserem SA*GA Photography Fotoblog den E-Mail Service abonnieren.

Da uns die Farben der Namib letztes Jahr so gut gefallen haben, haben wir einenn Fotokalender mit Fotos aus Namib Rand und der Sossusvlei gemacht, den es (auch als immerwährenden Kalender) hier zu bestellen gibt: Namibia Fotokalender Es wird sicherlich auch einen überarbeiteten Kalender für 2013 geben, den wir im Fotoblog ankündigen werden.

Wenn Euch der Reisebericht gefallen hat, freuen wir uns über Kommentare im Fotoblog.

Wir wünschen Euch viel Spass beim Lesen des Reiseberichts, der hoffentlich ein wenig Afrika-Sehnsucht und Wüstenträume in Euch wecken wird.

Sandra Schaenzer & Gerhard Schoening
SA*GA Photography

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Reiseberichte.com

Zur Abwechslung flogen wir mal wieder mit der Air Namibia ab Frankfurt und wir fuhren gegen Mittag mit den Zug von Basel nach Frankfurt Flughafen. Wir wollten, wie schon letztes Jahr, rechtzeitig am Flughafen sein, um noch Tickets für die Premium Economy zu ergattern. Wir waren auch früh da, aber leider waren schon alle Tickets für diese Flugklasse vergeben, aber es gab noch ein Spezialangebot für einen Ugrade in die Business Class für 450 Euro, das nochmals 175 Euro mehr waren als für die Economy Premium. Wir zögerten aber nicht lange und kauften wir uns beide einen Upgrade – schliesslich ist es nur Geld und ich habe meine Haltung seit meinem kleinen Eingriff am Herzen Anfang des Jahres geändert: Gebe das Geld aus, das Du verdienst, solange es geht – das Leben ist kürzer als man denkt…

Es war immer noch früh und wir assen eine Kleinigkeit zu Mittag bevor wir durch die Passkontrolle gingen, die Duty Free Shops passierten und zur Sky Lounge gingen. Unsere Business Class Tickets erlaubten uns den Zugang und wir verbrachten dort fast 90 Minuten, die wir mit freiem Internetzugang, einem Glass Wein und einigen Snacks verbrachten.

Wir gingen durch die Sicherheitskontrolle, wo wie immer in (und nur dort!) Frankfurt, meine Fotoausrüstung als potentielle Massenvernichtungswaffe identifiziert wurde. Der Typ erklärte mir, dass meine Objektive speziell geschliffen wären und sie deshalb besonders geprüft werden müssten. Nun, er nahm dann einen (und nur einen!) meiner beiden Image Tanks und ging zu der Maschine, um ihn auf Sprengstoff zu testen. Alles sehr logisch, oder…? Ich hasse die Frankfurter Sicherheitskontrolle wirklich, da sie dort ohne Sinn und Verstand handeln und diese Dinge mir immer nur in Frankfurt widerfahren. Ich nahm dann meinen Image Tank wieder in Empfang und wir konnten kurz danach ins Flugzeug, wo wir mit einem Glas Champagner empfangen wurden. Cool!

Das Flugzeug hob etwas verspätet ab und bald danach wurde das Abendessen serviert. Als Vorspeise gab es Roast Beef auf Salat und als Hauptspeise eine Lachslasagne und ein leckeres Dessert. Dazu nahmen wir Südafrikanischen Rot- und Weisswein und bewunderten den Blick über die Alpen, wo gerade die Sonne unterging – wunderschön! Ich konnte sogar den Mont Blanc sehen.

Wir schliefen bald danach ein, während das Flugzeug seine Route nach Süden Richtung Namibia nahm.

Highlight des Tages: das Abendessen in der Business Class

Der Flug war letztendlich sehr schnell und wir landeten in Windhoek 20 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit. Dank der Business Class waren wir unter den ersten, die die Maschine verlassen konnten und auch mit bei den Ersten am Visaschalter. Das ist wirklich ein Vorteil, denn sonst kann die Wartezeit am Schalter schon recht lang werden. Wir nahmen unser Gepäck in Empfang und ich ging direkt zum MTC Shop, um eine SIM Karte für mein Smartphone zu kaufen. Ich kaufte diesmal nur 300 MB, aktivierte den Datentarif und fand heraus, dass es auch diesmal nicht auf Anhieb auf meinem HTC Smartphone funktionierte, während der junge Mann neben mir mit seinem Samsung überhaupt keine Probleme hatte. Ich war ein wenig frustriert und wir gingen zurück in die Ankunftshalle, um nach Frank Ausschau zu halten. Er ist sehr gross und nicht zu übersehen, aber da war kein Frank. Hmmm, ich rief ihn auf seinem Handy an und es stellte sich heraus, dass er uns erst morgen erwartet hatte. Aber kein Problem, er war 20 Minuten später da und wir freuten uns über das Wiedersehen. Wir unterhielten uns angeregt, während wir nach Windhoek zu seinem Büro fuhren, die Papiere ausfüllten und den Hilux SRX 4×4, einen grossen, 5.30 Meter langen Turbo Diesel übernahmen. Ich war mit meinem “Panzer” ziemlich happy und wir starteten unsere Reise. Wir hielten erst an einer Tankstelle und betankten den Hilux mit 150 Liter Diesel und fuhren weiter zu einem Einkaufszentrum, wo wir Getränke und Wein kauften und im MTC Shop vorbeischauten. Leider war heute Feiertag und die Leute im MTC Shop konnten mir mit meinem Smartphone Problem nicht weiterhelfen, da sie nicht voll besetzt waren. Schade.

Wir liessen nun Windhoek auf der B1 Richtung Rehoboth hinter uns. Wir erreichten unsere erste Unterkunft, die Kalahari Red dunes Lodge, nach 230 Kilometern und ein wenig mehr als 2 Stunden Fahrzeit auf der Teerstrasse. Wir wurden freundlich von zwei Erdmännchen, Toffie und Gertruida, sowie den Managern Cilas und Johan empfangen, bekamen einen Welcome Drink offeriert und gingen zu unserem Zelt “Nyala”, nachdem wir das Registrierungsformular ausgefüllt hatten. Was für eine tolle Lage es ist hier! Unser Zelt ist gross mit einer Wohnecke, einem Schlafzimmer und einem grossen Badezimmer. Zusätzlich hat es noch eine Aussendusche, die aufgrund der Lage am Rand nur unser Zelt hat – sehr schön! Draussen gibt es eine schattige Terrasse mit einem Tisch, zwei Stühlen und einer Hängematte mit einem fantastischen Blick über die Kalahari und auf die Dünen. Sie sind in diesem Teil der Kalahari sind noch nicht sehr hoch und bauen sich erst auf dem Weg nach Norden auf, wo sie in Botswana gewaltige Höhen erreichen. Trotzdem ist die Landschaft hier sehr reizvoll mit dem roten Sand und den Akazienbäumen.

Wir sassen bei einem Glas Wein auf der Terrasse als mich ganz plötzlich diese verdammte Pollenallergie traf – genau wie letztes Jahr, als wir beim Kalahari Farmhouse waren! Es muss hier ein spezielles Gras wachsen, das mir Mühe macht, und meine Augen waren innerhalb von 10 Minuten geschollen. Ich nahm eine Anti-Histamin Tablette, die glücklicherweise ihren Job tat und mir ging es nach einer Stunde wieder besser. Die gute Nachricht war, dass mein Smartphone sich plötzlich mit dem Internet verbinden konnte und somit auch hier alles im grünen Bereich war. Wir duschten und machten ein Nickerchen bevor wie die anderen Gäste zur Sundowner Tour trafen. Schnell sahen wir die ersten Elandantilopen und Springböcke sowie Impalas und Erdmännchen. Die Fahrt dauerte 90 Minuten und nach einer Stunde fing mein Fotografenherz an zu bluten, als das Licht schön weich wurde, wir aber keine Stops machten, um fotografieren zu können. Wir erreichten dann die Düne für den Sundowner und die Sonne stand bereits kurz vor Sonnenuntergang. Wir machten ein paar schnelle Aufnahmen und schon verschwand die Sonne unter dem Horizont. Wir tranken ein Glas Wein bzw. eine Flasche Bier und fuhren dann zurück zur Lodge. Der Himmel war nun tiefrot und mir gelangen noch ein paar Aufnahmen von Akazienbäumen vor dem roten Himmel. Ich liess die Kamera, wo sie war, weil ich noch Fotos für Sternspuren später machen wollte. Ich startete den Timer, als wir zum Abendessen gingen und genossen ein fantastisches Essen, das von Oubaas zubereitet wurde, der auch im Service arbeitet. Es gab eine Kürbiscremesuppe und als Hauptspeise gefüllte Kürbisse, Karotten, Reis und Geschnetzeltes vom Oryx als Buffet. Es war köstlich, vor allem das Oryx Fleisch. Nach einem leckeren Nachtisch gingen wir früh zurück zum Zelt, da wir nun ziemlich müde waren. Ich holte die Kamera rein und duschte kurz, bevor wir müde ins Bett sanken.

Highlight des Tages: die Rundfahrt auf der Farm mit den Tieren und dem schönen Sonnenuntergang

Fotogalerie: Namibia 2012 – Kalahari Fotogalerie

Wir haben sehr gut geschlafen und standen um kurz nach 5 Uhr auf. Meine Augen waren immer noch geschwollen von der Allergie, aber ich fühlte mich ganz okay. Es war ziemlich kühl am Morgen und wir zogen unsere Fleecejacken an. Die Akazienbäume sahen toll aus gegen den roten Morgenhimmel und der Mond stand mit seiner Sichel genau darüber. Ich machte ein paar Fotos von der Terrasse aus und danach fuhren wir drei Kilometer bis zum Wasserloch. Wir hatten gestern dafür um Erlaubnis gefragt und Cilas war damit einverstanden, solange wir auf den Fahrspuren blieben. Natürlich würden wir das tun; wir lehnen Off-road Fahren sowieso ab, da die Spuren in der Wüste sehr lange zu sehen sind. Es gab dort endlose Fotomotive und wie immer war die Zeit für alles viel zu kurz, bis die Sonne aufging. Gut, dass wir noch eine weitere Nacht in dieser schönen Lodge haben und morgen früh nochmals rausgehen können!

Das Licht war bereits 30 Minuten nach Sonnenaufgang zu harsch und wir entschieden uns, noch ein wenig die Vögel am Wasserloch zu beobachen. Es gab eine Gruppe von Scharlachwebern (Anaplectes rubriceps) und einige niedliche zitronengelbe Vögel. Als ich mich umdrehte, erblickte ich eine grosse Gruppe Springböcke (Antidorcas marsupialis), die von den Dünen Richtung Wasserloch kamen. Sie sahen uns nicht, da wir still standen und nicht sprachen und sie kamen sehr nah an uns heran. Wir entschlossen uns dann, zurück zu fahren und sie nicht länger von ihrem Frühstück abzuhalten. Sobald wir uns Richtung Auto bewegten, stoben sie laufen und springend Richtung Dünen davon – was für ein Anblick!

Wir fuhren langsam zurück zur Lodge und gingen zum Frühstück. Die Auswahl war gross mit Cerealien, Aufschnitt, Käse, Tomaten und Gurken, Joghurt, Kaffee und Tee. Wir bestellten aus der Küche Rührei mit Speck dazu und genossen ein ausgiebiges Frühstück. Danach arbeitete ich am Reisebericht und duschte in der Aussendusche, während Gerd versuchte, ein paar Vögel und die Senegal Seidenspinne (Nephila senegalensis) auf den Chip zu bannen. Ein guter Start in die Ferien!

Wir machten eine lange Pause auf der Terrasse und die beiden Erdmännchen, Toffie und Gertruida, kamen auf Besuch auf der Suche nach ein paar Streicheleinheiten. Das Männchen Toffie war total happy, wenn es gestreichelt wurde, aber das Weibchen Gertruida war leider etwas aggressiv. Gerd sass auf dem Boden und fotografierte, als das Weibchen zu ihm kam, auf seinen Schoss hüpfte und ihm in die Hand biss! Er hatte kein Essen in der Hand oder etwas anderes, dass für ein Erdmännchen interessant sein könnte. Aber es blutete nicht sehr stark und alle waren wieder glücklich, nachdem Gerd die Wunde desinfiziert hatte.

Wir assen eine Kleinigkeit zu Mittag und starteten gegen halb zwei Uhr den Wanderweg durch die Dünen, der mit rund zwei Stunden angegeben war. Es war ein schöner Spaziergang durch die Dünen, die hier von West nach Ost verlaufen und wir überstiegen mindestens fünf Dünenkämme während unserer Wanderung. Wir trafen auf interessante Blumen, wie die Kaktusfrucht, die die Buschmänner gegen Magenweh benutzen oder der schönen Nachtkerzenblüte und wir sahen viele Webervögel und sogar einen Gleitaar, der allerdings sofort wegflog, als er uns von weitem erspähte. Die Wanderung stellte sich als lang heraus und wir waren nach 3/4 der Zeit schon ziemlich erschöpft – nun, für uns ist es nicht leicht, in so einer Hitze in der Wüste zu wandern und es ist auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, wenn es zu warm ist – ich bin eher der nordische Typ 😉 Wir kamen schliesslich um kurz nach vier Uhr in der Lodge an, machte eine Pause und fuhren wieder los für das schöne Abendlicht. Das Licht am Abend ist hier allerdings nicht so intensiv wie das Morgenlicht und wir genossen die Zeit in der Natur, machten hin und wieder ein Foto und bewunderten den Ausblick über die Kalahari.

Wir fuhren nach Sonnenuntergang zurück zur Lodge und machten noch einige Fotos der attraktiven Akazienbäume gegen den tief rot gefärbten Himmel und ich bereitete die Kamera für die Sternspuraufnahmen vor. Cilas hatte uns freundlicherweise angeboten, die Lichter am Weg zu löschen, wenn wir nach dem Abendessen zurück sind, da es keine anderen Gäste auf unserer Seite hatte. Die Jungs Cilas, Johan und Obas sind wirklich sehr nett und zuvorkommend und obwohl die Lodge ziemlichen Luxus bietet, fühlen wir uns hier sehr wohl, weil die Betreuung durch die Drei sehr persönlich und nett ist und nicht so übertrieben wie anderswo. Das Abendessen war wieder sehr lecker und wurde diesmal als Tellergericht serviert. Wir hatten einen Amarula als Aperitif und als Vorspeise gab es eine Pastete aus Spinat, die mit Fetakäse und Tomate gefüllt war. Die Hauptspeise war ein leckeres Rindersteak mit Pfeffersauce, Kartoffeln, Bohnen und Süsskartoffeln und einem Joghurtkuchen als Nachspeise. Wir gingen kurz nach dem Essen zurück, um die Kamera für die Sternspuren zu starten und Gerd spielte mit dem Astrotrac und versuchte den Südpolarstern auszumachen. Die Milchstrasse sah einfach nur fantastisch aus und wir konnten einige Fotos machen, als die Lichter auf der anderen Seite gelöscht waren – wunderschön!

Nächte unter dem südlichen Sternenhimmel sind einfach nur toll!

Highlight des Tages: der Sonnenaufgang in den Dünen und die Milchstrasse

Vorschaufotos:

Heute war der grosse Tag des Champions League Finales zwischen meinem Verein Bayern München und Chelsea. Ich war schon ziemlich aufgeregt und spürte die Kälte kaum, als wir heute etwas früher zu den Dünen laufen mussten, die wir uns für den Morgen ausgesucht hatten. Wir nahmen unsere Stirnlampen und wanderten durch die herrlich kühle Morgenluft. Der Mond war gerade aufgegangen und stand als schmale Sichel über den Akazienbäumen. Wunderschön! Wir fingen an, zu fotografieren und wanderten zu den Dünen bis die Sonne aufging. Das Gras nahm eine herrlich warme Farbe an und sah herrlich aus gegen den blauen Himmel.
Die Vögel erwachten langsam und flogen aus ihren grossen Webervogelnestern in den Akazienbäumen. Wir wanderten langsam zurück zum Haus, packten unsere restlichen Sachen und gingen ins Haupthaus zum Frühstück. Wir wurden von Cilas freundlich begrüsst und unterhielten uns über unsere Sternenfotografie der vergangenen Nacht. Wir frühstückten, zahlten die Rechnung und dankten dem ganzen Team für seine Freundlichkeit und das grosszügiges Entgegenkommen, bevor wir uns auf den 250 km langen Weg nach Keetmannshoop machten. Kurz bevor wir das Gate erreichten, trafen wir auf die vier Giraffen, die hier auf das Farmgelände gezügelt wurden. Sie standen alle völlig still und schauten uns neugierig an. Wir konnten diesem Anblick nicht widerstehen und machten ein paar Fotos, obwohl das Licht schon sehr hart war.

Wir machten einen Halt im Supermarkt von Mariental wo wir Wein, viel Wasser, Getränke und ein paar Kekse kauften. Die Fahrt weiter nach Keetmannshoop ist ziemlich langweilig und wir waren froh, als wir den Abzweig Richtung Köcherbaumwald nach zwei Stunden Fahrt endlich erreichten. Wir hatten drei Nächte im Mesosaurus Camp reserviert, aber ich hatte eine Nacht in Keetmannshoop umgebucht, als Bayern das Finale erreichte, so dass ich das Spiel sehen konnte. So fuhren wir also die 40 km bis Mesosaurus, wo wir von Giel, einem sehr netten älteren Herren, empfangen wurden. Er führt das Camp und ist auch noch Guide für die Fossilien auf der Farm. Wir erklärten, dass wir nur in das Chalet einziehen und etwas Gepäck da lassen würden und dann nach Keetmannshoop zurück fahren würden, um das Endspiel zu sehen. Er lachte und hatte dafür Verständnis! So brachten wir eine Tasche und die meisten unserer Einkäufe in das Chalet und fuhren zurück nach Keetmannshoop, wo wir eine Weile nach unserem Hotel Bird’s Mansion suchen mussten. Wir fanden es schliesslich, checkten ein und bestellten Pizza zum Mittagessen. Es war schon ziemlich spät und die Pizza dauerte sehr lang und so mussten wir uns beeilen, um rechtzeitig am Garas Köcherbaumwald anzukommen. Dieser Köcherbaumwald liegt 20 km nördlich von Keetmannshoop und ist nicht so überlaufen wie der Bekanntere auf der Nolte Farm. Wir zahlten die Eintrittsgebühr für heute und morgen und erkundeten das kleine, aber feine Gebiet. Köcherbäume sind faszinierend andere Bäume und sie sahen im warmen Nachmittagslicht grossartig aus. Einige Bäume blühten und die gelben Blüten hoben sich wunderschön gegen den tief blauen Himmel ab. Wir machten Fotos, bis nach Sonnenuntergang die Dunkelheit herein brach und fuhren zurück ins Hotel nach Keetmannshoop.

Ich schrieb am Reisebericht und wir warteten darauf, dass das grosse Endspiel beginnen würde. Als Anstosszeit war, konnten wir den Sender, der das Spiel übertrug, nicht sehen und wir gingen hinunter in den Conference Room, aber auch dort war das Spiel nicht zu sehen. Die Mädls vom Hotel waren aber sofort hilfsbereit, schauten nach, auf welchem Programm das Spiel gezeigt wurde und stellten den Sender sogar auf unserem Zimmer ein! Ich freute mich sehr und schaute mit Spannung das Spiel. Leider ging es nicht so aus wie erhofft und nach einem heftigem Nervenkrimi verlor Bayern zu meinem grossen Entsetzen unser “Finale dahoam” im Elfmeterschiessen! Ich war entsetzt und unendlich traurig – ein letzter Trostwein und die paar Stunden Schlaf liessen mich dieses Drama ein wenig vergessen.

Highlight des Tages: (leider!!) der Köcherbaumwald

Fotogalerie: Namibia 2012 – Köcherbaum Fotogalerie

Vorschaufotos (23):

Heute morgen war es wirklich hart, kurz vor fünf Uhr aufzustehen nach dem verlorenen Finale und einer sehr kurzen Nacht. Aber wir standen trotzdem auf und fuhren hinaus nach Garas, wo wir ganz alleine den aufwachenden Tag geniessen konnten. Die Köcherbäume wachsen dort an den Seiten der Hügel und es war nicht so einfach, einen geeigneten Standpunkt für Vor-Sonnenaufgangsfotos zu finden. Es gelangen mir jedoch einige Aufnahmen und war fasziniert, als die Sonne dann aufging und die Köcherbäume in dem orange farbenen Licht geradezu zu glühen schienen. Es sind einfach so wundervolle Bäume!

Wir kehrten zum Hotel zurück und holten eine Stunde Schlaf nach, bevor wir zum Frühstück gingen. Es war ungewöhnlich, dass wir die einzigen Übernachtungsgäste waren und das Hotelpersonal doch das ganze Frühstücksprogramm aufbot: Müsli, frische Früchte, Aufschnitt, Käsebällchen, Joghurt, verschiedene Arten Brot, Kaffee, Tee und Eierspeisen konnten extra in der Küche bestellt werden. Wir nahmen ein Omelete mit Käse, Tomate und Schinken und ein Sunrise toast, das eigentlich eine Scheibe Toast mit einem Loch in der Mitte war, wo sich das Spiegelei befand – es sah eben aus wie eine Sonne 😉

Wir zahlten die Rechnung, dankten den Mädls nochmals für ihre freundliche Uterstützung und liessen ihnen ein grosszügiges Trinkgeld da – das haben sie sich wirklich verdient! Wir betankten den Hilux bevor wir nach Mesosaurus fuhren und fanden, dass er nicht sehr durstig war. Wir tankten 73 Liter Diesel und waren 650 km gefahren – nicht so schlecht! In Mesosaurus wurden wir wieder freundlich von Giel empfangen und wir konnten beide dem Klub der “Sportsfreunde, die ein Finale verloren” beitreten – sein Rugby Verein hatte auch gestern ein Endspiel verloren! Wir waren immer noch müde und schliefen noch ein Stündchen in unserem gemütlichen Chalet, bevor wir eine Kleinigkeit zu Mittag assen. Das waren eigentlich die Reste der Pizza von gestern, die uns die freundliche Lady in einer Box eingepackt hatte. Die Chalets auf Mesosaurus sind klein, aber gemütlich mit zwei Einzelbetten, einem Tisch, zwei Stühlen und einem Badezimmer. Es gibt weder Strom noch Handyempfang – zwei ruhige Tage lagen vor uns! Hendrik, Giel’s Sohn bereitet am Abend heisses Wasser für die Dusche zu und ist auch für das Abendessen zuständig, das in einer kleinen Lounge neben unserem Chalet zubereitet wird. Es gibt insgesamt vier Chalets und das Bush Camp einige Kilometer entfernt. Uns gefällt es hier sehr gut – es ist sehr persönlich, ruhig und Giel und Hendrik sind beide sehr nette und freundliche Leute.

Ich wachte auf und ging nach draussen, wo ich zu meiner grossen Überraschung einen Bergsteinschmätzer (Oenanthe monticola) auf meinem Lenkrad sitzend vorfand! Wir hatten die Fenster ein klein wenig offen gelassen, aber offensichtlich weit genug, damit der neugierige kleine Kerl reinschlüpfen konnte. Nun war er ziemlich beeindruckt davon, in einem Hilux zu sein und hat ungefähr 12 Haufen hinterlassen, die ich fand, nachdem ich ihn durch die hintere Tür nach draussen liess. Hendrik war gerade dabei, eins der Chalets zu säubern und wir gingen hinüber, um uns vorzustellen und unser Problem zu schildern. Er lachte und gab uns einen Lappen, mit dem wir das Autoinnere vom Vogelkot befreien konnten, während der kleine Kerl auf dem Dach sass und fröhlich vor sich hin trällerte!

Giel sagte, wir könnten den 4×4 track als Rundkurs selber fahren und so fuhren wir dann nach dem Mittagessen los, um die Gegend zu erkunden. Es ist einfach nur wundervoll hier! Es ist die Gegend, mit der höchsten Dichte an Köcherbäumen und das ist definitiv richtig – es gibt hier so viele attraktive Köcherbäume, dass wir eine Woche bleiben könnten! Ich habe noch im Ohr, dass einige Leute meinten, sie wüssten nicht, was sie drei Tage in Keetmannshoop machen wollten – nun, wir haben damit kein Problem und es ist eher zu kurz! Der 4×4 Trail war teilweise sehr steinig, aber unser guter Hilux (und ich) bewältigten den Track gut. Am Ende gab es ein sandiges Flussbett, das etwas schwierig zu passieren war, da die Wegspuren teilweise nicht mehr sichtbar waren. So fuhr ich einfach drauf los und hoffte darauf, den richtigen Weg zu treffen und ich hatte in der Tat Glück. Leider sind die besten Locations für Sonnenauf- und -untergang zu weit entfernt und ich möchte diesen Track wirklich nicht in der Dunkelheit befahren. Aber wir wollten ihn morgen Nachmittag nochmals abfahren mit etwas mehr Zeit.

Wir trafen Giel um halb vier Uhr und fuhren den kurzen Weg auf der anderen Seite der Strasse zu der Stelle, wo die Fossilien sind. Giel ist ein sehr netter und gut gelaunter Mann und er erklärte uns den Mesosaurus sogar auf Deutsch! Er, oder eigentlich sein Sohn Hendrik, fand die Fossilien durch Zufall, als er auf der Farm arbeitete und Hendrik während dessen mit den Steinen spielte. Giel öffnete einen der Steine und fand eine sehr gut erhaltene Fossilie vom Mesosaurus, die 270 Millionen Jahre alt war. Die Knochen, Rippen, Finger und sogar das Rückenmark waren noch deutlich sichtbar. In dieser Gegend der Farm gibt es noch zahlreiche Fossilien zu entdecken und Wissenschaftler aus Europa und Südafrika besuchen Giel regelmässig. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter bis wir eine Stelle mit wunderschönen Köcherbäumen erreichten. Giel sagte, es würde rund 5000 Köcherbäume auf seiner Farm geben. Wir parkierten die Autos und Giel zeigte uns, wie man auf den braunen alten Steinen Musik machen kann und spielte “Bruder Jakob” sowie die südafrikanische Nationalhymne. Er verliess uns danach und wir begannen, Fotos der Köcherbäume im Abendlicht zu machen. Es gibt hier einfach endlose Möglichkeiten für schöne Fotos und wir wussten bereits jetzt, dass wir wieder hierher kommen würden, nicht zuletzt um Giel und seine Familie wieder zu treffen, die sehr freundliche und entgegenkommende Menschen sind. Sie freuen sich so sehr, wenn sie merken, dass man ihr Land genauso liebt wie sie.

Wir warteten bis es dunkel war und bereiteten die Kamera für Sternspurfotos vor. Wir liessen sie eine knappe Stunde laufen und fuhren zurück zum Chalet, wo Hendrik bereits mit dem Dinner auf uns wartete. Er hatte Kudu Würste und Schafkotelletes auf dem offenen Feuer gegrillt und dazu gab es Nudeln, Griechischen Salat und frische Brötchen. Dazu nahmen wir ein Glas Wein und genossen das Abendessen trotz der Kälte. Ja, es war wirklich richtig kalt, der Wind blies ziemlich stark und die Temperatur dazu war sicher deutlich unter 10 Grad! Hendrik fuhr bald darauf zum Haus zurück, da er heute auf das Baby aufpassen musste und wir wärmten uns noch ein wenig am Feuer. Ich war dann noch so tapfer und duschte bei der Kälte und wir gingen früh zu Bett. Nicht nur, weil wir wieder um 5 Uhr aufstehen wollten, sondern auch weil es im Bett so schön warm und kuschelig war!

Highlight des Tages: der Abend im Köcherbaumwald

Fotogalerie: Namibia 2012 – Köcherbaum Fotogalerie II

Vorschaufotos (21):

Der Wecker klingelte um fünf Uhr und wir standen direkt ohne zu Zögern auf. Es war nun wirklich sehr kalt, es muss um den Gefrierpunkt herum gewesen sein und wir zogen alle warmen Kleidungsstücke an, die wir hatten. Wir fuhren hinaus zum Bushcamp und von da aus noch ein paar hundert Meter weiter den 4×4 Track entlang, bis wir einen Ort mit vielen Köcherbäumen erreichten. Das sanfte Morgenlicht vor Sonnenaufgang war fantastisch und wir hatten viel Spass beim Fotografieren, trotz der Kälte. Die unglaubliche Anzahl an Köcherbäumen war überwältigend und es war fast schon schwierig, sich auf eine Bildkomposition zu konzentrieren. Wir genossen die Zeit des Sonnenaufgangs aus vollen Zügen und fuhren um halb acht Uhr zurück zum Chalet zum Frühstück. Hendrik war schon da und begrüsste uns mit einer schönen heissen Tasse Kaffee, die wir sehr gern entgegen nahmen. Es war immer noch sehr kalt, aber die Luft erwärmte sich langsam in der Sonne. Hendrik bereitete uns ein leckeres Omelette mit Käse und Schinken zu, dazu gab es Cornflakes, Toast, Joghurt und Früchte. Alles war perfekt und wir waren ziemlich froh, diese Unterkunft ausgewählt zu haben – sonst hätten wir diese netten Menschen nie kennen gelernt.

Nach dem Frühstück unterhielten wir uns noch eine Weile mit Hendrik über das Leben in Namibia und der Schweiz und holten ein wenig Schlaf nach, bevor wir Giel in seinem Haus besuchten. Aus unerklärlichen Gründen war mein Laptop Akku leer und wir fragten ihn, ob wir ihn bei ihm kurz laden könnten. Er sagte, kein Problem und wir fuhren auf die andere Seite zum Haus von Hendrik, wo wir seine Frau Linn und seine beiden kleinen Söhne trafen. Linn war sehr hilfsbereit und trug meinen Laptop in die Küche, wo er laden konnte, während sie uns eine Farmführung anbot. Sie hoffte, uns die Erdhörnchen zeigen zu können, aber es war ihnen offensichtlich zu kalt und sie verschwanden alle in ihren Löchern. Wir hatten kein Glück, dankten ihr aber für ihre HIlfe und fuhren zurück zu der Stelle, wo die Fossilie mit den hübschen Füssen lag und machten noch ein paar Fotos. Zurück am Chalet, assen wir in der warmen Sonne eine Kleinigkeit zu Mittag und fuhren nochmals den 4×4 Trail, nachdem wir unseren Laptop wieder abgeholt hatten. Wir liessen uns diesmal viel Zeit, machten ein paar Fotos und genossen die Landschaft mit den Köcherbäumen. Die Flusskreuzung war diesmal kein Problem und wir fuhren hinüber auf die andere Seite für den Sonnenuntergang. Die Köcherbäume sahen fantastisch aus und wir genossen die Fotogelegenheit in der Einsamkeit der afrikanischen Steppe ein weiteres Mal, bis die Sonne schliesslich unterging.

Wie schon gestern, blieben wir bis es dunkel war und machten Fotos für Sternspuren und von der Milchstrasse. Nach einer guten Stunde fuhren wir zurück und Hendrik hatte bereits das Abendessen vorbereitet. Linn hatte Lamm mit Gemüse gemacht, das in einem Pot über dem Feuer gegart wird und sehr sehr lecker und zart war. Heute Abend war es nicht so kalt und wir sassen noch einige Zeit am Feuer, bevor auch dieser Tag zu Ende ging.

Highlight des Tages: Köcherbaumrausch!

Vorschaufotos(24):

Irgendwie starten die Tage hier immer gleich: es war eiskalt und wir standen um fünf Uhr auf, um zu den Köcherbäumen zu fahren. Als wir in der Gegend ankamen, die wir gestern angepeilt hatten, konnten wir schon einige Köcherbäume gegen den roten Himmel ausmachen. Der Himmel war heute nicht ganz so schön wie die Tage zuvor, das es bewölkt war, aber am Ende war es ein Vorteil, als die Wolken die Farben des Sonnenaufgangs annahmen. Ich erkundete eine Gegend abseits der Pad und sie stellte sich als wahrer Spielplatz heraus: lebendige und tote Köcherbäume inmitten von Felsen, die aussahen wie Bauklötze, die von einem Riesen dort zum Spielen aufgebaut wurden – wunderbare Fotomotive. Wir verbrachten eine Stunde in diesem magischen Wunderland und fuhren dann zurück zum Chalet. Wir waren heute etwas früher dran und packten erst unsere Sachen zusammen, damit wir direkt nach dem Frühstück losfahren konnten. Hendrik war schon da und bot uns einen heissen Kaffee an. Es war heute trotz des Windes deutlich warmer und wir konnten das Frühstück richtig geniessen bevor wir die Rechnung zahlten, uns herzlich von Hendrik verabschiedeten und uns auf den Weg nach Keetmannshoop machten.

Dort stoppten wir kurz um Getränke und Teufelskrallenkapseln in einer Apotheke zu kaufen. Sie sollen als Naturmittel gegen Athritis und Rückenschmerzen helfen und Gerd wollte sie ausprobieren. Schnell verliessen wir Keetmannshoop und fuhren weiter in den tiefen Süden über Grünau nach Noordoewer an der südafrikanischen Grenze. Wir bogen ab auf die C13 Richtung Aussenkehr und die Landschaft wechselte in eine karge Landschaft, die bald von einer üppig grünen Landschaft mit Weingütern abgelöst wurde. Wir erfuhren später, dass die Trauben nicht für Wein genutzt werden, sondern nach Europa exportiert werden. Nach rund 350 km erreichten wir unsere Unterkunft für die folgenden drei Nächte: Norotshama Lodge, die direkt am Ufer des Oranje River liegt. Wir wurden recht kurz empfangen und zu unserem Bungalow geführt, der aus einem grossen Schlafwohnraum und einem grosszügigen Badezimmer besteht. Die Räume sind sehr dunkel gehalten, aber aus einem guten Grund: es war draussen richtig heiss und die Räume durch die wenigen Fenster schön kühl – fantastisch! Die Lodge hat weiterhin einen schönen kleinen Pool mit Blick über den Fluss und ein Restaurant.

Wir brachten unsere Sachen in den Bungalow und gingen zum Mittagessen in das Restaurant. Einge der angebotenen Speisen war nicht verfügbar und so entschieden wir uns beide für Fleischlasagne, die sehr gut war. Nach dem Essen genoss ich eine ausgiebige Dusche und konnte endlich nach drei Tagen meine Haare waschen. Das war auf Mesosaurus etwas schwierig, da es Abends, wenn das heisse Wasser da war, viel zu kalt war, um die Haare an der Luft zu trocknen. Ich hätte mir ja den Tod geholt! Ich lud unsere CF Karten auf die Image Tanks und den Computer und schrieb am Reisebericht, während Gerd sich ausruhte. Es war heute eine lange Fahrt gewesen und ich wollte nicht nochmal rausfahren. So machten wir zur Sonnenuntergangszeit Fotos vom Gelände der Lodge. Der Blick über den Fluss hinüber zu den Bergen war sehr lohnenswert. Der Oranje River ist der Grenzfluss zwischen Südafrika und Namibia und für afrikanische Verhältnisse recht breit. Wir sahen Wasservögel wie Kormorane und Reiher und auch andere Vögel wie Webervögel und Spatzen, die mich an meine Frobenschar zuhause in der Schweiz erinnerten.

Wir liessen das Abendessen aus, da wir noch satt von der Lasagne waren und stellten die Kamera für Nachtaufnahmen am Fluss auf. Es gab leider keine Chance, sie auf das Kreuz des Südens auszurichten, aber wir machten trotzdem ein paar Aufnahmen vom Sternenhimmel. Vielleicht ist morgen ein besserer Tag für Sternspuren.

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang am Oranje River

Fotogalerie: Oranje River Fotogalerie I

Vorschaufotos (19):

Gerd schlief heute ein wenig länger, doch ich stand um kurz vor sechs Uhr zum Sonnenaufgang auf. Die Berge auf der Südafrikanischen Seite waren in ein sanftes rosa Morgenlicht getaucht und bildeten einen herrlichen Kontrast zu dem Grün des Ufers und dem Fluss. Ich machte einige Fotos, bewunderte die erwachende Vogelwelt und wartete auf den Sonnenaufgang. Als die Sonne aufging, fand ich, dass das sanfte Licht vor Sonnenaufgang eigentlich besser aussah und machte nur noch ein paar Fotos, bevor ich zurück ging und Gerd weckte.

Wir gingen frühstücken und machten danach eine kleine Erkundungstour am Fluss entlang Richtung Rosh Pinah. Wir passierten das Dorf Aussenkehr, was eigentlich eine riesige Ansammlung von einfachsten Hütten ohne sanitiäre Anlagen und Strom für bis zu 3000 Erntearbeiter ist; permanent “wohnen” dort circa 1500 Menschen. Die Lebensumstände dieser Erntearbeiter ist eigentlich ein Skandal, denn schon seit 2003 wollen Regierung und die Weinanbaugesellschaften die Bedingungen verbessern, aber seitdem hat sich gar nichts getan. Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn man nun im europäischen Winter Tafeltrauben aus Namibia kaufen kann.

Die Vegetation war grün und der Fluss wand sich wie ein grünes Band durch das Tal. Die Spuren der grossen Überflutung des vergangenen Jahres waren noch deutlich zu erkennen. Kaum vorstellbar, dass der Fluss mal so gewaltig angeschwollen war. Das Wasser hatte fast das Restaurant in Norotshama erreicht. Die direkt am Fluss gelegenen Bungalows wurden vom Wasser zerstört. Nach 45 km erreichten wir den Ort, wo der Fish River in den Oranje River mündet und wir überquerten die neue Brücke, die die zerstörte Brücke vom letzten Jahr ersetzte. Wir parkierten den Hilux, liefen über die Brücke und genossen den Blick über den Fish River.

Wir kehrten langsam zur Lodge zurück und assen zu Mittag. Gerd hatte ein T-Bone Steak, während ich mich für ein Rinderfilets entschied. Beide wurden mit Spinat, Kürbisgemüse und Pommes Frites serviert und alles war sehr lecker. Danach gingen wir zur Rezeption, um eine Karte des 4×4 Trails und ein Funkgerät für den Notfall abzuholen und fuhren nach einer kurzen Schlafpause los. Das erste Stück des Trails ist eigentlich auch das interessanteste, da er durch einen Canyon mit eindrucksvoll hohen Felswänden aus Dolerite führte, die nun vom warmen Nachmittagslicht beleuchtet wurden. Wir fuhren den Trail bis zu einem steinigen Plateau, wo wir den Hilux wendeten und langsam zurückfuhren. Es war nicht genügend Zeit für den gesamten Trail, der insgesamt 2-3 Stunden dauern würde. Wir nahmen uns aber Zeit, hielten immer wieder für Fotostops an und parkierten das Auto hinter einer grossen Felsformation, die an den berühmten “El Capitan” im Yosemite erinnerte. Heute gab es leider keine Hoffnung auf Sternspuraufnahmen, da die Schleierwolken doch recht dicht waren. Sie waren aber ideal, da sie sich nach Sonnenuntergang blutrot über der Silhouette der Bergketten färbten. Wir staunten über dieses Farbenspiel und blieben dort bis es dunkel wurde und das Farbenspiel der Nacht wich. Da wir keine Sternenfotos machen konnten, fuhren wir zurück zur Lodge, wo wir uns an der Rezeption zurückmeldeten und an der Bar einen Amarula und ein Glas Wein auf den Tag tranken.

Wir waren immer noch zu satt vom Mittagessen, so dass wir im Bungalow nur ein Sandwich zum Abendessen hatten. Ich surfte ein wenig im Internet und sichtete die Fotos, während Gerd die Stative von Sand und Staub befreite und wir gingen wieder früh schlafen.

Highlight des Tages: die Fahrt durch den Canyon mit Sonnenuntergang

Fotogalerie: Oranje River Fotogalerie II

Vorschaufotos (21):

Wir konnten beide nicht gut schlafen und so war zumindest ich glücklich, als endlich der Wecker klingelte und ich aufstehen konnte. Wir nahmen das Auto und fuhren zur selben Stelle wie zum Sonnenuntergang gestern Abend und ich hoffte auf einen schönen roten Himmel gegen den markanten Felsen. Doch meine Hoffnung erfüllte sich nicht, da das Morgenlicht heute sehr schwach war und die Wolken sich noch nicht ganz verzogen hatten. So verliessen wir diesen Ort und fuhren ans Flussufer, was sich als goldrichtige Entscheidung entpuppen sollte. Die Sonne beleuchtete bald nach unserer Ankunft die Berggipfel und ich begann erfreut zu fotografieren. Nach ungefähr 35 Minuten war das Licht am besten und der Fluss beruhigte sich, so dass ich schöne Spiegelungen vom Schilf am Ufer und von den Bergen im Fluss machen konnte. Fantastisch! Ich sass eine ganze Weile einfach nur so auf einem Stein am Ufer und schaute über den ruhig und langsam dahin fliessenden Fluss. Die Vogelwelt erwachte und Schwalben, Kormorane, Reiher und Gänse zogen vorbei. Was für eine unglaubliche friedliche und ruhige Morgenstimmung dies war! Wir genossen den Morgen am Fluss bis fast 8 Uhr und fuhren zum Frühstück zurück zur Lodge.

Wir entschieden uns, einen Tagesausflug zu den heissen Quellen nach Ai-Ais zu machen, das nur 75 km von Norotshama entfernt ist und zugleich der Ausgang vom Fish River Canyon ist. Wir waren bereits 2002 einmal hier und erinnerten uns an eine schöne Wanderung in den Canyon hinein, die wir nun nochmals machen wollten. So fuhren wir kurz nach dem Frühstück los und erreichten Ai-Ais nach etwas mehr als einer Stunde, wo wir das Auto parkierten und uns an der Rezeption anmeldeten. Gerd entschied sich für ein Bad in den heissen Quellen im Innenschwimmbad, der für Tagesbesucher 30 NAD Eintritt kostet, während ich im Schatten am Reisebericht schrieb. Es war schon ziemlich heiss in der Sonne und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, bei diesen heissen Temperaturen in heissen Quellen zu baden! Aber es war wohltuend für Gerd’s Haut sowie für seinen Rücken und er genoss die Zeit im Schwimmbad sehr.

Wir trafen uns wieder und fuhren zum Parkplatz am Ende der kleinen Strasse, wo wir nach einem leckeren Mittagessen zur Wanderung starteten. Auf der einen Seite war es schön, den Fish River mit so viel Wasser zu sehen, auf der anderen Seite war die Wanderung jedoch etwas enttäuschend, da sie überwiegend durch dichten Busch ohne Sicht auf den Fluss oder Canyon führte. Als wir das erste Mal hier waren, führte der Fluss sehr wenig Wasser und wir konnten im Flussbett laufen. Das war aber nicht weiter schlimm, denn da die Landschaft nicht mit uns spielen wollte, sprang eben die Tierwelt ein. Ich bemerkete eine kleine Agame (Agama anchietae), die sich auf einem Stein knapp drei Meter von uns entfernt niederliess. Die kleine Echse posierte willig und ausdauernd für und uns wir konnten einige schöne Fotos machen. Wir waren über diese Tierbegegnung ziemlich glücklich, trotz des doch sehr harten Lichts. Wir gingen dann zurück zum Parkplatz, tankten den Hilux auf und fuhren gemütlich zurück Richtung Norotshama.

Der Himmel war immer noch klar und wir parkierten das Auto in der Nähe des markanten Felsen, wo ich die Kamera für Sternaufnahmen einstellte. Gerd fand einen grossen Grashüpfer (Chorthippus brunneus, syn. Glyptobothrus brunneus), der sich im Sand für die Nacht bereit gemacht hatte und konnte einige interessante Nahaufnahmen im schönsten Abendlicht von dem Insekt machen. Es war heute in der Tat mehr der Tier- als der Landschaftstag 😉 Wir hatten Glück und der Himmel blieb für die Sternenfotos klar und wir liessen die Kamera rund eine Stunde laufen. Ich machte noch ein paar Einzelaufnahmen der Milchstrasse und wir fuhren schliesslich zurück zur Lodge und genossen ein sehr leckeres Abendessen.

Highlight des Tages: der Morgen am Fluss und die kleine Agame

Vorschaufotos (21):

Wir wollten heute frühzeitig zum Fish River Canyon starten und fuhren nicht hinaus für den Sonnenaufgang und hielten uns nur vor der Lodge am Fluss auf und beobachteten die Vögel. Es gab heute überhaupt kein Morgenlicht, denn der östliche Himmel war mit dicken Wolken bedeckt.

Wir frühstückten früh, zahlten die Rechnung und starteten die lange Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft: die Fish River Lodge auf der linken Seite des Canyons. Das bedeutete, dass wir den langen Weg auf der rechten Seite bis zur Teerstrasse B4 hinauf fahren mussten, um auf der anderen Seite wiederum knapp 110 km südwärts zu fahren.

Die Fahrt dauerte insgesamt fünf Stunden und wir kamen um halb zwei Uhr in der Fish River Lodge an. Es dauerte fast 90 Minuten allein von der B4 die D463 hinunter bis zum Abzweig zur Lodge. Danach war der Farmpad stellenweise sehr eng und steinig und fast ohne Ausweichstellen. Wir hatten Glück, dass uns kein Fahrzeug entgegen kam und wir erreichten die Lodge, die direkt am Canyonrand liegt. Der erste Blick in den Canyon, der sich uns bot, war spektakulär und reichte über fast die gesamte Länge von Norden nach Süden. Wir wurden überaus freundlich mit einem Welcome Drink empfangen und die junge Dame erklärte uns die Einrichtungen der Lodge, während unser Gepäck in den Bungalow gebracht wurde. Die Bungalows sind sehr solide aus Stein gebaut, um den immer kräftig blasendem Wind zu trotzen. Der Wohnraum ist geräumig und das Bad fast ebenso gross. Die vorhandene Aussendusche und der am Haupthaus gelegene Pool ist zu dieser Jahreszeit mit dem kalten Wind wohl nur etwas für “harte Hunde”. Wir zogen ein und buchten den Sundowner Drive sowie den Canyon Drive für morgen und machten einen kleinen Spaziergang am Rande des Canyons. Die Panoramablicke in den Canyon sind umwerfend und überwältigend – wir waren total fasziniert.

Wir machten eine kurze Pause und genossen den Blick über den Canyon von unserer Terrasse aus und trafen dann Ralf, unseren Guide und zugleich Manager der Lodge, an der Rezeption, um zum Sundowner Drive zu starten. Die Aussicht am ersten Halt war schon atemberaubend schön mit Blicken über den Canyon, der nun im Licht der untergehenden Sonne besonders schön aussah, da die Strukturen und Formen der Felsen gut sichtbar waren. Wir machten ein paar Fotos und fuhren weiter zum zweiten Halt, der gleichzeitig der Ort für den Sundowner war. Wir hatten von hier einen Blick über den gesamten Canyon bis hin zu den Karasbergen im Osten und wir konnten sogar die Berge am Oranje River ausmachen, die wir in Norotshama vor der Haustür hatten. Wir hatten viel Spass mit Ralf, der sich als ein Mann mit viel Humor entpuppte und wir freuten uns, dass er auch morgen die Tour mit uns machen würde. Wir blieben dort bis nach Sonnenuntergang und fuhren zurück zur Lodge, wo wir uns am warmen Kaminfeuer im Restaurant einen Wein und einen Amarula schmecken liessen. Die Wärme war sehr willkommen nach dem stürmischen Wind draussen! Das qualitativ hochwertige Abendessen wurde als köstliches 3-Gang Menü serviert, das wir bei einer Flasche südafrikanischen Chardonnay genossen.

Wir machten ein paar Fotos für Sternspuren, die mir aber komplett misslangen – wahrscheinlich war der starke Wind daran Schuld. Wir gingen danach etwas frustriert, aber ziemlich müde zu Bett.

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang über dem Canyon

Fotogalerie: Fish River Canyon Fotogalerie I

Vorschaufotos (13):

Ich stand kurz vor sechs Uhr auf und fand einen wunderbar roten Himmel vor, gegen den sich die Köcherbäume wunderschön abhoben. Ich schnappte mir meine Kamera und machte ein paar Aufnahmen, bis Gerd auch kam und wir zusammen den Sonnenaufgang über dem Canyon genossen. Der Canyonrand wird wunderschön von der Sonne, die über den Karasbergen aufgeht, beleuchtet. Durch das seitliche Licht wurden die Formen des Canyons besonders schön sichtbar und wir waren fasziniert von diesem Feuerwerk der Farben – was für ein toller Morgen! Wir hatten ein frühes, aber sehr gutes Frühstück, da unser Canyon Drive bereits um 8:30 Uhr losgehen sollte. Das Frühstück war gut und herzhaft mit Aufschnitt, Käse, sogar geräuchertem Lachs, Cornflakes, Buttertoast, Marmelade und Spiegelei mit Speck.

Wir trafen Ralf an der Rezeption und fuhren los in den Canyon. Die Pad war am Anfang noch gut befahrbar, was sich aber rasch änderte, als wir in den ersten Canyon hineinfuhren. Die erste steile Rampe war schon atemberaubend und Ralf nutzte sowohl 4×4 als auch die Differentialsperre, um diese Passage zu meistern. Die Strecke war nun sehr rumpelig, was Ralf als “Canyon massage” bezeichnete:)Der Fish River Canyon ist zwar nicht der grösste Canyon, aber durch die Tatsache, dass er ein Doppelcanyon ist, einzigartig. Der älteste Teil ist 650 Millionen Jahre alt und entstand aus den Tagen, wo sich Gondwana trennte. Der jüngere Teil, der heute als der Fish River Canyon bekannt ist, entstand vor rund 350 Millionen Jahren. Die verschiedenen Schichten der Steine sind deutlich sichtbar und die schwarzen Steine ganz oben sind die Ältesten, die von der Sonne und der Kälte porös werden. Wir setzten unsere Fahrt in den älteren Teil des Canyons fort und meisterten eine weitere atemberaubende steile Passage – ich wäre fast lieber zu Fuss gegangen! In diesem Teil gab es früher eine Schaffarm und man konnte noch einige Überbleibsel aus der Zeit sehen, wie Schutzbehausungen für Mensch und Tier. Die Farm wurde vor über 40 Jahren aufgegeben, aber es war für uns kaum vorstellbar, dass dieser eigentlich lebensfeindliche Flecken Erde für eine Farm ausgewählt wurde.

Wir kamen schliesslich nach ordentlichem Rütteln an einem Aussichtspunkt an, wo sich der Fish River in einer grossen Schleife durch den Canyon gegraben hatte und unser Blick schweifte über eine Breite von mindestens zehn Kilometern von einem Rand des Canyons zur anderen Seite. Ralf meinte, dass der Fluss noch viel Wasser führen würde und das grüne Band, das sich durch den Canyon wand, sah auch sehr attraktiv aus. Schwalben umkurvten uns neugierig und wir genossen die Aussicht bei einem Kaltgetränk und machten ein paar Fotos. Wir setzten die Fahrt fort und passierten den spektakulären Terror Pass. Dieser Pass ist unglaublich steil und eng, aber Ralf brachte uns sicher hinunter. Ich wollte diesen Pass eigentlich nicht wieder hoch, aber Ralf erklärte, dass es nur diesen einen Weg zum Canyon und wieder zurück geben würde und so blickte ich der Rückfahrt tapfer entgegen.
Unser letztes Ziel war ein Rock Pool, den wir zur Mittagszeit nach einem kurzen Spaziergang erreichten. Die Landschaft sah ein wenig aus wie Ponte Brolla im Valle Maggia zuhause in der Schweiz und irgendwie fühlte es sich fast nicht mehr an wie Afrika 😉 Ralf hatte Lunchpakete mitgebracht und offerierte eine Flasche Sekt – wie wurden wir nur verwöhnt, während wir assen und die Aussicht genossen!

Auf dem Weg zurück machte ich ein paar Fotos, was nicht einfach war, da das Licht sehr hart und die Kontraste noch härter waren, aber ich wollte wenigstens einige Schnappschüsse zur Erinnerung haben. Wir gingen zurück zum Auto und fuhren zur Lodge, was knapp zwei Stunden dauerte. Den Terror Pass hochzufahren war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber die Canyon Massage auf den anderen Strecken war schon recht heftig. Kudus und Strausse entschädigten für die schmerzenden Knochen und irgendwie war es doch eine tolle Fahrt.

Wir entspannten einige Zeit auf unserer Terrasse, machten einige Detailfotos vom Canyon, bis die Sonne unterging und ich versuchte mich nochmals an den Köcherbäumen im Sonnenuntergang.
Anschliessend baute ich nochmals die Kamera für Sternspuraufnahmen auf und hoffte darauf, heute Nacht bessere Resultate zu erzielen. Zumindest war es heute nicht windig – die Chancen standen gut! Das warme Feuer im Restaurant rief und wir gingen hinüber, nahmen einen Aperitif, surften im Internet und ich schrieb am Reisebericht.

Nach dem Essen sammelte ich meine Kamera wieder ein und machte nochmals Fotos für Sternspuren vor unserem Bungalow. Es war perfekt klar heute Nacht und die Milchstrasse sah atemberaubend schön aus. Ich liess die Kamera ihren Job tun und wir gingen schlafen.

Highlight des Tages: den Fish River anzufassen und die Canyon Massage

Fotogalerie: Fish River Canyon Fotogalerie II

Vorschaufotos (20):

Ich wachte kurz nach vier Uhr auf und schaute rasch nach draussen. Die Milchstrasse war nun genau über der anderen Seite des Canyons und ich nahm meine Kamera samt Stativ und belichtete einige Aufnahmen. Ich schaute danach kurz hinter den Bungalow und sah das andere Ende der Milchstrasse genau über den Köcherbäumen – das war mir natürlich auch noch ein paar Fotos wert! Schliesslich versuchte ich noch ein wenig zu schlafen und stand um 5:40 Uhr wieder auf, um die Köcherbäume gegen den schönen roten Morgenhimmel zu fotografieren – es war wunderschön! Es war heute sehr windig und mir wurde schnell richtig kalt, so dass ich die Zeit bis zum eigentlichen Sonnenaufgang lieber im Zimmer verbrachte und die CF Karte von der vergangenen Nacht sicherte. Es gab heute Morgen etwas mehr Wolken und das Licht war daher nicht ganz so intensiv wie gestern, aber ich genoss den Anblick doch sehr. Es sieht einfach toll aus, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den Canyonrand treffen und dann langsam nach unten in den Canyon wandern. Ich war wirklich glücklich, dass wir diese Unterkunft ausgewählt hatten – sie ist absolut jeden Cent wert!

Wir gingen zum Frühstück, zahlten die Rechnung und verabschiedeten uns vom netten Personal. Es sind wirklich sehr nette und freundliche Leute hier und wir mussten noch einmal herzhaft lachen, als die Lady von der Rezeption erzählte, dass sie letzte Nacht unsere Kamera gesehen hatte. Sie wunderte sich über das rote Licht und war sich nicht sicher, ob es sich um ein Tier handelte. Sie warf sogar einen Stein auf MEINE Kamera und als sie sich nicht bewegte, ging sie näher ran, um das unheimliche Ding zu begutachten. Sie ging so nah heran, dass ich auf einem Foto ihren weissen Schal sehen konnte, worüber ich mich schon gewundert hatte! Wir verliessen die Lodge und brauchten auf der Rückfahrt über den Farmpad diesmal nur eine gute halbe Stunde. Der Farmpad ist nicht so schlecht wie sein Ruf: er ist nur manchmal so eng, dass ein Ausweichen unmöglich ist, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Auf der anderen Seite sollte dies kaum passieren, da die neuen Gäste in der Regel aufgrund der Lage nicht vor Mittag da sind und die alten Gäste meistens wie wir direkt nach dem Frühstück weiterreisen.

Wir erreichten die Teerstrasse B4 nach rund 100 Minuten Fahrzeit und fuhren Richtung Aus, wo wir die kommenden zwei Nächte im Eagle’s Nest bei Klein-Aus Vista verbringen würden. Diese Gegend wurde letztes Jahr stark von den verheerenden Regenfällen getroffen und die Schäden sind immer noch deutlich sichtbar; die komplette Anfahrt zur Rezeption ist eine andere. Wir wurden von der Lady in der Rezeption willkommen geheissen und sie erklärte uns alles Notwendige über das Chalet und was zu beachten ist. Die Eagle’s Nest Chalets sind über eine sandige Piste in sieben Kilometer Entfernung zum Haupthaus zu erreichen und natürlich in die Berge einbettet. Ein 4×4 ist jedoch für die Sandpiste nicht unbedingt erforderlich, die Fahrt war einfach. Wir assen ein leichtes Mittagessen im Restaurant während wir auf unser Barbecue Package für den Abend warteten und fuhren dann zu unserem Chalet “Desert Vista”. Das Chalet ist super schön und in die Felsen hineingebaut. Der Wohn- und Schlafraum ist geräumig und gemütlich und es gibt eine eingerichtete Küche mit Gasherd, einem liebevoll gedecktem Tisch, ein Sofa und sogar einen Kamin. Der Braai Platz befindet sich vor der Veranda, wo es auch eine Wasserstelle für Vögel und einen kleinen Garten mit den typischen Wüstenblumen gibt. Strom kommt von den Solarpanels und es können nur Kameraakkus, Laptops oder Handys geladen werden. Wenn man einen Fön benötigt, muss man dafür zur Rezeption fahren und dort fönen. Nun, die Chancen stehen gut, dass die Haare während der Fahrt zur Rezeption bereits trocken sind 😉 Was für ein friedvoller Ort und wir waren sicher, wir würden unsere Zeit hier geniessen.

Wir parkierten das Auto, zogen ein und machten erstmal eine lange Pause und genossen den Blick in die unendliche Weite der namibischen Wüste. Kurz vor Sonnenuntergang machten wir einen kleinen Spaziergang, fotografierten die herrlichen roten Berge und wie die Sonne schliesslich als grosser roter Ball hinter den fernen Bergen unterging. Super schön!

Gerd machte Feuer und wir warteten bei einem Glas Wein darauf, dass aus dem Feuerholz Glut zum Grillieren werden würde. Aber es war wie die Geschichte mit dem Murmeltier, das täglich grüsst: es wollte Gerd einfach wieder nicht gelingen, genug Hitze zu erzeugen und ausser viel Qualm war lange Zeit kein Erfolg zu sehen. Letztendlich legten wir den Rost schräg in die Braaistelle und es gab doch noch ein leckeres Rump Steak mit Folienkartoffel und Salat und als Nachtisch ein Stück Kuchen. Das Braai Package war viel zu viel für einen Abend und wir hatten die Hälfte noch für den folgenden Tag übrig.

Die Kamera machte in der Zeit Sternspuraufnahmen und ich liess danach das Stativ draussen stehen, da ich heute Nacht Aufnahmen von der Milchstrasse machen wollte, nachdem der Mond untergegangen sein würde.

Highlight des Tages: Sonnenauf- und -untergang

Vorschaufotos (17):

Wir wachten in der Nacht auf, weil wir Geräusche hörten, aber wir waren nicht weiter beunruhigt, weil wir dachten, es wären die Feldmäuse auf der Suche nach Futter. Die Chalets sind nicht 100% “Maus-sicher” aufgrund der Bauweise und der eingesetzten Materialen. Wir schliefen wieder ein und ich stand um vier Uhr auf, um einige Fotos von der Milchstrasse über den Bergen zu machen. Der Mond war nun untergegangen und die Sterne einfach nur wieder unglaublich schön! Als ich raus ging, fand ich mein Stativ am Boden liegend! Okay, ich hab’s wieder aufgebaut und versuchte in der Dunkelheit eine Bildkomposition zu finden und zu fokussieren. Genau deshalb hatte ich das Stativ stehen gelassen – ich hatte die Position noch im Hellen festgelegt. Mir gelangen einige Belichtungen und ich legte mich wieder hin, bis wir gegen sechs Uhr aufstanden und mit dem Auto langsam Richtung Restaurant fuhren. Wir konnten draussen Tierspuren ausmachen und wir waren nun sicher, dass uns in der Nacht Pferde besucht hatten, in der Tüte mit dem Feuerholz wühlten und schliesslich mein Stativ umwarfen. Mein Kugelkopf hat nun heftige Kratzer und arbeitet nach einer gründlichen Reinigung wieder einwandfrei. Ich hab ja immer schon gesagt, dass Pferde böse sind – dies war nun der eindeutige Beweis für meine Theorie! Wir hielten hier und dort an und trafen auf einen Oryx, der uns beobachtet und dann doch bald davon lief. Leider war das Licht heute nicht so schön wie gewohnt, da es immer noch diesig war und die Luft fern von klar. Wir denken, dass es aufgrund des starken Windes viel Sand in der Luft hatte, der die schlechte Sicht verursachte. So war es der erste Morgen, der aus fotografischer Sicht nicht so ergiebig war. Die Gegend und die Aussicht über die Landschaft sind mega schön, aber nicht so ideal für die Fotografie. Aber das ist ja nicht alles und wir waren trotzdem gern hier und genossen das Chalet, die Stille, den Nachthimmel und den Blick in die endlose Ebene sehr.

Wir erreichten das Restaurant und waren ob der vielen Gäste aus dem Haupthaus doch überrascht; Aus ist ja nicht gerade eine der Hauptattraktionen Namibias. Zum Frühstück gab es eine grosse Auswahl an Käse und Aufschnitt sowie die üblichen Cornflakes, Joghurt, Früchte, Brot und verschiedene Arten von Ei mit Speck und Würstchen. Das Internet war noch nicht verfügbar und wir fuhren bald nach dem Frühstück knappe 20 Kilometer Richtung Lüderitz bis Garub, wo die berühmten wilden Pferde leben. Die Anzahl der Wildpferde hat sich seit unserem ersten Besuch 2002 deutlich erhöht und so waren zwischen 30 und 40 Tiere am Wasserloch und rund um den Unterstand für die Besucher. Gerd machte einige Fotos und hatte damit seine liebe Mühe, da das Licht bereits sehr hart war und die Sonne nicht ideal stand. Wir beobachteten die Pferde zwei Stunden lang, wie sie spielten, kämpften und am Wasserloch tranken. Auf unserem Weg zurück zu Klein-Aus Vista, sahen wir einen schweren Unfall. Offensichtlich war am Fahrzeug ein Reifen geplatzt, das Auto hatte sich überschlagen und lag völlig zerstört auf dem Dach auf der anderen Strassenseite. Drei farbige Männer standen scheinbar unverletzt vor dem Auto. Wir fuhren so schnell es ging nach Aus zur Polizeistation, um den Unfall zu melden und Hilfe zu organisieren. Die Polizei war hilfsbereit, dankte uns und Hilfe wurde unverzüglich geschickt. Glück im Unglück für die Männer, dass der Unfall nur 15 km vor Aus passiert war!

Zurück in der Lodge surfte ich im Internet, schreib ein paar Emails und wir fuhren zurück zu unserem gemütlichen Chalet. Gerd machte Feuer für unseren Lunch, ich schrieb am Reisebericht und Gerd beobachtete eifrig und grimmig sein Feuer. Er hatte heute mehr Feuerholz genommen und ja, es gab dann nach 90 Minuten genug Glut und Hitze, so dass wir unser Fleisch grillieren konnten, das wir mit dem restlichen Salat und Kartoffeln genossen. Wir entschieden uns, es heute ruhig angehen zu lassen, duschten, machten ein Mittagsschläfchen und entspannten auf unserer Veranda mit dem schönen Blick in die Weite.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang machten wir einen Spaziergang und Gerd widmete sich der Pflanzenwelt, während ich Ausschau nach attraktiven Bäumen als Vordergrund für die sonnenbeschienenen Berge hielt. Gerd war bald in derselben Ecke wie ich, als ich hörte, wie er rief: “Schau, eine Katze!!” Und schon sahen wir eine Ginsterkatze (oder zumindest denken wir, dass es eine war…) eiligen Schrittes nicht weit vor uns die Ebene durchqueren und in den Felsen des Berges verschwinden. Wow! Ich fand dann doch noch einen schönen Baum für mein Sonnenuntergangsfoto und wir warteten darauf, dass die Sonne unterging, was hier über eine viertel Stunde später stattfand als am Fish River Canyon – höchst erstaunlich! Es war immer noch diesig und das, was zwischen den Bergen in weiter Entfernung lag, sah fast aus wie Nebel. Die Sonne ging als grosser roter Ball unter und der Himmel verwandelte sich in ein rotes Feuerwerk. Was für ein toller Anblick!

Wir liefen langsam zurück und genossen den Rest des Sonnenunterganges von unserer Veranda aus und hatten nur ein leichtes Abendessen mit Sandwiches. Es war immer noch sehr warm draussen und der Halbmond schien sehr hell – eine tolle Stimmung. Es gab diese Nacht keine Chance auf Sternaufnahmen, da der Mond heute Nacht nicht untergehen würde.

Es war ein ruhiger und entspannter Tag und Abend heute – schön, schön..

Highlight des Tages: die Wildpferde von Garub

Sperrgebiet Rand Fotogalerie

Vorschaufotos(18):

Wir standen um halb vier Uhr morgens auf, als der Mond untergegangen war und machten ein paar Fotos von der Milchstrasse über den Bergen. Dieser Anblick wird nie langweilig und ich bin immer wieder aufs Neue begeistert – sie ist so klar und deutlich sichtbar! Wir gingen zurück ins Bett, bis ich zum Sonnenaufgang nur ein paar Aufnahmen von unserer Veranda aus machte – es war ein entspannter Morgen.

Gerd kochte Tee und Kaffee, den wir auf unserer Veranda genossen und wir beluden danach den Hilux. Nun stand Frühstück im Restaurant an und wir trafen dort auf Beate und Michael, die im Chalet neben uns wohnten. Wir unterhielten uns nett über Fotografie und Namibia während wir ausgiebig frühstückten. Ich wollte noch meine E-Mails abrufen, doch das Internet funktionierte wieder nicht. Ich war darüber ein wenig verärgert, denn wenn sie schon 50 Namib Dollar für 24 Stunden verlangen (sonst war Wi-Fi in allen Unterkünften – auch zukünftigen – immer frei!), dann sollten sie auch dafür sorgen, dass es funktioniert. So konnte ich es nur gestern für 30 Minuten nutzen; nicht dass es superwichtig wäre, aber trotzdem…

Die heutige Fahrt war kurz und nur 150 km lang bis in die Namib Wüste zur Farm Koiimasis, wo wir das Chalet Schwalbennest für zwei Tage reserviert hatten. Die Route entlang der D707 gilt im allgemeinen als landschaftlich schönste Route Namibias und wir wurden auch diesmal nicht enttäuscht. Wir waren bereits 2002 in diesem Gebiet auf der Gästefarm Namtib und die Landschaft hatte uns schon damals begeistert. Die Tiras Berge ziehen sich auf der einen Seite entlang, während die roten Dünen der Namib auf der anderen Seite sind. Einfach nur schön und perfekt fürs Auge, aber zu dieser Tageszeit nicht so gut zu fotografieren. Wir erreichten bald den Abzweig zum Farmpad nach Koiimasis, der sich noch 20 km durch die Graslandschaft zog. Der Farmpad ist sehr gut und problemlos befahrbar und wir kamen bald an der Fest Inn Fels Lodge vorbei, die wir aber passierten und bis zur Camping Rezeption weiterfuhren. Dort wurden wir von Anke empfangen, die uns das Chalet und die Einrichtungen erklärte. Sie gab uns noch eine Lampe für die Nacht und wir kauften Eier und marinierte Oryx Steaks für Frühstück und Mittagessen.

Das Schwalbennest befindet sich drei Kilometer von der Farm entfernt und ist in die roten Granitfelsen eingebettet – eben wie ein Schwalbennest! Das Haupthaus ist geräumig mit zwei Betten, einem Tisch mit Stühlen, zwei Sesseln und einer voll eingerichteten Küche mit Gasherd und Gaskühlschrank. Solarenergie wird für die Beleuchtung gewonnen, aber es gibt keine Stromanschlüsse. Das Badehaus ist ein separates Gebäude knapp fünfzehn Meter entfernt; gross mit einer schönen Duschecke. Sehr ungewöhnlich, aber auch sehr schön! Wir brachten unsere Sachen hinein und Gerd machte Feuer, da wir bereits hungrig waren. Das Feuer brannte wunderbar und wir hatten bald Glut – Gerd hatte offensichtlich endlich seinen Grillmaxe Meisterkurs bestanden und so genossen wir bald unsere Oryx Steaks – sie waren köstlich!

Wir verbrachten den Nachmittag auf der Terrasse und liessen den Blick über die Ebene mit den Tirasbergen um uns herum schweifen. Eine landschaftlich schöne Ecke und absolut ruhig – ein kleiner Traum! Webervögel kamen zur Wasserstelle und wir hatten viel Spass daran, unsere kleinen gefiederten Freunde zu beobachten. Bald war es Zeit für den Sonnenuntergang und wir erkundeten das Gebiet. Es gab viele Fotogelegenheiten und das warme Licht meinte es sehr gut mit uns.

Wir waren immer noch sehr satt nach dem oppulenten Mittagessen und liessen daher das Abendessen heute aus. Wir sassen nur auf der Terrasse und bewunderten den Nachthimmel sowie die vom Halbmond beschienene Landschaft, die in völliger Stille lag. Die Fotos sehen eigentümlich seltsam aus mit einer wie von Tageslicht beschienenen Landschaft und dem Sternenhimmel darüber! Wir sahen ein Paar gelbe Augen und erfuhren von Anke am nächsten Tag, dass es sich um einen der zahlreichen Wüstenfüchse gehandelt hatte. Schliesslich gingen wir früh zu Bett, Stille macht müde…

Highlight des Tages: das warme Sonnenuntergangslicht in den Tirasbergen

Vorschaufotos (19):

Der Wecker klingelte um drei Uhr und wir schauten hinaus, wie der Nachthimmel aussah. Der Mond war nun unter gegangen, es war schön dunkel und wir konnten die Milchstrasse deutlich sehen. Ich machte ein paar Bilder mit den Bergen und der Milchstrasse und wir gingen wieder schlafen. Sonnenaufgang ist hier um 6:40 Uhr und die Landschaft und die Felsen wurden in ein absolut fantastisch weiches, rotes Licht getaucht. Ich war begeistert von den Möglichkeiten hier auf Koiimasis und fotografierte glücklich vor mich hin. Nach einer halben Stunde war das Licht schon zu hart und ich lief zurück zum Schwalbennest, wo wir Kaffee und Tee auf der Terrasse genossen. Es war nun nicht mehr so kalt wie in den Tagen davor und wir genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Frühstück war einfach heute: Gerd haute fünf Eier mit etwas Salami in die Pfanne, dazu gab es eine Scheibe Brot. Fertig! Nach dem Frühstück trafen wir Anke, kauften Oryx Steaks zum Mittagessen und buchten eine Sternentour mit ihr am Abend. Darauf freuten wir uns jetzt schon! Zurück im Chalet, schrieb ich am Reisebericht und Gerd machte Feuer für das Mittagessen, was heute ein Klacks für ihn war! Mein Grillmaxe produzierte vier herrlich saftige Oryx Steaks, die wir uns bei einem Glas Wein schmecken liessen.

Ich duschte danach und machte einen kleinen Spaziergang, bis ich Empfang hatte, um nach Emails zu schauen. Dann passierte etwas absolut Aussergewöhnliches und sehr Spezielles: ich stand ganz nah neben einem zwei Meter hohen Busch, als ein Zwergfalke mit Beute kam und anfing, seine Beute zu vertilgen. Ich hielt meinen Atem an und machte ein paar Fotos mit meinem Smartphone, um die Begegnung zu dokumentieren. Der Zwergfalke war bald fertig mit seinem Mahl und hüpfte dann sogar nochmal einen halben Meter näher an mich heran, um oben auf dem Busch zu posieren – er war nun weniger als drei Meter von mir entfernt! Nach ein paar Minuten flog der Falke davon und liess mich verblüfft zurück. Es war heute der Geburtstag meiner verstorbenen Mama – ich glaube fest daran, dass sie mir diese Begegnung mit dem kleinen Falken geschenkt hat. Es fühlte sich fast unwirklich an, wie in einem Traum.

Es war nun Zeit für das schöne Nachmittagslicht und wir fuhren einen Kilometer zum Parkplatz des Aussichtspunktes. Wir erklommen den kleinen Hügel und wurden mit einer tollen Aussicht über die Farm und die umliegenden Berge belohnt. Ein anderes Paar, Doro and Peter aus der Schweiz, waren auch da und wir fotografierten alle diese Traumlandschaft im tollen Licht. Die Luft war immer noch ziemlich diesig und wir erfuhren später von Anke, dass es in der Tat ein Gemisch aus aufsteigendem Wasser und Sand ist, das für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich sei. Der Sonnenuntergang war schön, aber leider verschwanden die Farben danach sehr schnell im Dunst. Wir unterhielten uns kurz mit Doro und liessen unseren Kamerakram und die Stative bei ihnen, da wir noch kurz ins Schwalbennest mussten, um warme Kleidung und die Stirnlampen zu holen. Wir waren bald auf dem Hügel zurück, machten ein paar Fotos im Licht nach Sonnenuntergang und hatten eine angenehme Unterhaltung mit Doro und Peter über das Leben in der Schweiz.

Anke kam um kurz nach sechs Uhr hinzu und erklärte uns den Nachthimmel mit einem Laserpointer. Es war mega interessant, nun zumindest teilweise zu wissen, welche Sternkonstellationen wir jede Nacht am Himmel beobachten konnten. Wir lernten Orion, den Jäger mit seinen Hunden, kennen und machten die Sternzeichen Skorpion, Waage, Jungfrau, Löwe sowie die Wasserschlange aus. Sogar die Planeten Mars und Saturn waren mit blossem Auge zu sehen und der Mars schimmerte in einem schönen dunklen Rot am Nachthimmel. Sie erklärte auch, wie man den Stern des Südens (nicht Bayern München…) bestimmen kann, was für Gerd sehr interessant war, da es wesentlich schwieriger ist als den Nordpolarstern zu bestimmen. Wir hatten eine tolle Zeit da oben und Anke erzählte dann über das Leben auf der Farm, das alles andere als einfach ist in dieser Halbwüste. Das Wasser wird aus 140 Meter Tiefe aus drei Bohrlöchern gepumpt, wovon nur eins wirklich ergiebig ist. Sie öffneten die Farm vor 15 Jahren für den Tourismus, um ein zweites Standbein zu schaffen und sie machen unserer Meinung nach einen wirklich guten Job, um die Balance zwischen Tourismus, Pferdezucht und Landwirtschaft zu halten. Plötzlich fiel Anke ein, dass sie vergessen hatte, den Duschkopf in unserem Badezimmer nach der Entkalkung wieder zu installieren und sie war total entsetzt und peinlich berührt. Wir mussten nur lachen, denn wir hatten den “Zapfhahn”, der aus der Wand kam, unter “Dies ist eben Afrika” abgehakt und es ist uns gar nicht weiter aufgefallen!

Wir hatten nach unser Rückkehr ins Schwalbennest nur ein Sandwich zum Abendessen und sassen noch ein wenig draussen, um die Sterne zu beobachten. Kein Zeichen von Füchsen heute…

Highlight des Tages: der Zwergfalke

Vorschaufotos (18):

Ich ging heute Morgen direkt auf den Hügel hinter dem Haus und wurde von der aufgehenden Sonne begrüsst. Es ist hier einfach ein wunderschöner Ort und die ohnehin schon braunroten Granitfelsen sehen im warmen Morgenlicht noch röter und fantastischer aus. Ich hatte Spass am Fotografieren der Steinformationen, während Gerd versuchte, ein paar Vögel auf die Platte zu bannen. Danach gab es Kaffee und Tee, Spiegelei und Brot auf der Terrasse. Wir waren ein wenig wehmütig, diese Unterkunft zu verlassen, aber wir mussten weiterziehen zu unserer letzten Station auf dieser Reise, dem Teufelskrallen Tented Camp in der Kalahari Wüste.

Wir fuhren zur Rezeption, um Anke zu treffen und die Rechnung zu begleichen. Wir hatten noch eine interessante Unterhaltung über giftige und weniger giftige Schlangen und über die Leoparden auf der Farm. Wir dankten ihr für alles und fuhren den Farmpad zurück zur D707.

Wir entschieden uns, am Duwisib Castle anzuhalten, das 1909 von Hansheinrich von Wolf, einem deutschen Hauptmann der Schutztruppe, und seiner amerikanischen Millionärsgattin Jayata erbaut wurde. Das Schloss ist einer der ungewöhnlichsten Anblicke in Namibia überhaupt und wirkt völlig deplaziert. Wenn man eintritt, befindet man sich einfach in einer völlig anderen Welt. Es gibt einen Innenhof mit zwei Veranden und um den Hof herum sind die Räume wie Schlaf- und Badezimmer und Lagerräume angeordnet. Die Lounge und der Salon mit dem Wohnraum ist direkt von der Eingangshalle zu erreichen. Das Schloss wurde in nur zwei Jahren von 1909 bis 1911 erbaut, aber die beiden haben dort nur drei Jahre gelebt. Sie schifften sich 1914 in Lüderitz nach England ein, um Pferde zu kaufen, als sie die Nachrichten vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges erreichten. Sie fuhren trotzdem nach Europa, wo sich Hansheinrich sofort bei der Armee meldete. Bereits vier Tage später fiel er bei der Schlacht an der Somme. Jayata kehrte niemals nach Duwisib zurück und das Schloss wurde 1979 ein nationales Kulturdenkmal Namibias.

Wir setzten unsere Fahrt fort und erreichten Maltahöhe, wo wir kurz am Supermarkt anhielten, um für die restlichen Tage Getränke zu kaufen. Nun war es nur noch etwas mehr als eine Stunde bis Kalkrand und dem Teufelskrallen Tented Camp. Und hier begann dann die komplette Verwirrung… Wir wurden von den Damen Ruby und Rita begrüsst, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie English oder Deutsch sprechen sollten oder besser gar nichts… Ruby gab uns das Registrierungsformular und brachte Tee für Gerd und Wasser für mich. Sie wollte uns danach die Anlage erklären, hatte dies aber bereits wieder vergessen, als wir das ausgefüllte Formular zurück brachten:)So nahmen wir die Schlüssel für Tor und Zelt in Empfang und fuhren die 2.5 km bis zum Tented Camp, das wunderschön auf einer roten Düne liegt. Wir hatten ein Zelthaus gebucht, das etwas grösser ist als die anderen Zelte und sehr gemütlich eingerichtet war mit einem grossen Doppelbett, einem Kühlschrank, Tisch und Stühlen sowie weiteren Stühlen und einem Tisch auf der Veranda. Leider ist die Ausrichtung der Veranda in Richtung Kalkrand mit Blick auf Zäune und Strommasten und nicht in die andere Richtung zu den schönen Dünen. Das Badezimmer ist offen und separat und kann über einen kleinen Steg erreicht werden. Wir waren ein wenig enttäuscht, obwohl das Zelt und die Umgebung schön waren. Das Problem war eben, dass es hier überhaupt keine Möglichkeit gibt, zu wandern und wir in fast alle Richtungen nur die Schotterpiste, Zäune und Strommasten sahen – nicht gerade ermutigend für Naturfotografen! Das Teufelskrallen Tented Camp ist die Schwesterlodge der Red Dunes Lodge und wir entschieden uns, morgen für die letzten zwei Ferientage dorthin umzuziehen. Zumal sowohl der Sundowner Drive als auch alle Wanderwege von dort aus gehen und es – wie schon erwähnt – auf dem Teufelskrallen Gelände keine Möglichkeiten zu Wanderungen gibt.

So machten wir eine längere Pause auf der Veranda und fuhren langsam während des Sonnenunterganges zurück zum Restaurant. Wir machten ein paar Fotos, waren aber aufgrund der Möglichkeiten uninspiriert, da vor allem die Strommasten überall zu sehen waren. An der Rezeption erklärte ich Ruby genau so, warum wir die Reservierung auf die Red Dunes Lodge ändern wollten und sie war sehr verständnisvoll und hilfsbereit. Sie würde Johan in der Lodge anrufen und fragen, ob ein Chalet frei wäre für uns.

Wir dankten ihr und setzten uns ins Restaurant, wo das Verwirrspiel dann weiter ging. Zum Aperitif bestellte Gerd Brandy mit Coki und ich ein Glass vom Hauswein. Dazu bestellten wir bereits eine Flasche Chardonnay für das Abendessen später. Rita kam und nahm alle Weingläser vom Tisch und ich erwähnte nur, dass wir beide den Wein zum Dinner teilen würden, so dass sie uns beide ein Weissweinglas lassen würde. Sie verschwand dann mit allen Gläsern in der Küche und kam mit Gerd’s Brandy, dem Coki und zwei Weingläsern zurück, die jeweils halb voll mit Wein waren und fragte: “Ihr wolltet den Wein teilen, richtig – oder?” Wir lachten alle herzlich, klärten das Missverständnis auf und genossen unseren Aperitif. Ruby erklärte uns auf ihre lustige, unterhaltsame Art die Plantage der heilenden Teufelskrallen, die nun schon seit einiger Zeit erfolgreich läuft. Wir assen schliesslich gemütlich zu Abend, das – neben der Flasche Chardonnay – aus einer Gemüsesuppe, einem super leckerem Oryx Steak mit Kartoffeln und Gemüse und zwei selbst gekochten überaus geschmackvollen Knoblauch- und Pilzsauce bestand. Richtig lecker und eigentlich das beste Abendessen während unserer Reise bisher! Zum Nachtisch gab es ein Stück Kuchen für Gerd und in Kaffeelikör ertränkte Eiscreme für mich.

Wir dankten beiden Ladies für dieses sehr leckere Abendessen und die Unterhaltung und Ruby sagte, sie hätte Johan noch nicht erreichen können, würde es aber morgen früh direkt probieren. Kein Problem und wir fuhren zurück zum Zelt, wo wir noch ein Stündchen auf der Veranda sassen und auf die vom Mond beschienen Landschaft schauten. Der Mond war nun grösser als Halbmond und an Sternspuraufnahmen nicht mehr zu denken.

Highlight des Tages: das Oryx Steak

Vorschaufotos (14):

Wir schliefen hervorragend in unserem gemütlich warmen Betten, obwohl die Temperaturen bis auf den Gefrierpunkt sanken in dieser Nacht. Wir standen um kurz nach sechs Uhr für den Sonnenaufgang auf, aber die Sonne war von dichtem Dunst verdeckt und ging schliesslich als grosser blendend heller Ball auf. Wir machten nur wenige Aufnahmen, da wir keinen interessanten Vordergrund finden konnten. Ich schrieb danach am Reisebericht während Gerd das rege Vogelleben beobachtete und sah, wie sich ein Vogel die Insektenreste vom Kühlergrill unseres Hilux klaubte!

Wir beluden den Hilux, fuhren hinüber, wurden von den drei Ladies herzlich begrüsst und das Frühstück wartete bereits auf uns. Ruby teilte uns mit, dass es mit der Buchung in Red Dunes klar ging und wir dankten allen Damen erneut für ihr Verständnis. Es war uns wichtig, deutlich zu machen, dass wir nur wegen der Begleitumstände umziehen wollten und nicht, weil uns die Unterkunft nicht gefällt – die fanden wir nach wie vor prima und unsere drei Ladies um Ruby herum waren einfach nur umwerfend! Wir hatten zum leckeren Frühstück eine grosse Platte mit Aufschnitt, Käse, Tomate und Gurke sowie Cornflakes, Joghurt, Obst, Tee und Kaffee und wir kosteten es reichlich aus.

Wir verabschiedeten uns, zahlten und fuhren die rund 10 Kilometer rüber zur Red Dunes Lodge, wo Oubaas schon auf uns wartete. Er und Johan hiessen uns mit einem Getränk willkommen, wir unterhielten uns eine Weile über unsere Ferien und bekamen die Schlüssel für das Chalet “Nyala”, dasselbe wie vor zwei Wochen. Cilas war zur Zeit in den Ferien und nicht das – wie Schade! Ein Auto parkte am Chalet neben uns und zu unserer Überraschung trafen wir wieder auf Beate und Michael. Was für ein Hallo! Wir unterhielten uns eine ganze Weile, aber leider reisten sie heute ab, um zurück nach Hause zu fliegen.

Wir zogen in unser gemütliches Chalet ein und ich arbeitete weiter am Reisebericht, während Gerd die Reisetaschen vom Sandstaub befreite und schon die Sachen für die Rückreise packte, die wir nicht mehr benötigen würden. Wir assen einen griechischen Salat zum Mittagessen und ich freute mich schon auf eine erfrischende Dusche in der Aussendusche. Als meine Haare trocken waren, machten wir eine kurze Wanderung zum Dünensofa, um dort auf den Sonnenuntergang zu warten. Das Dünensofa ist ziemlich gemütlich und hat ein Schatten spendendes Dach sowie einige Kissen und liegt auf dem Kamm einer schönen roten Düne. Wir blieben dort, bis das Licht sanft und warm war, machten ein paar Fotos und gingen langsam zur Lodge zurück.

Das Abendessen war wieder einmal köstlich. Es gab eine mit Thunfisch gefüllte Tomate als Vorspeise, Beef Stroganoff mit Gemüse und Reis als Hauptspeise und Joghurtkuchen als Dessert – lecker! Es war heute ein sehr entspannter Tag, den wir bei einem Glas Wein und Blick auf die mondbeschienene Landschaft auf der Terrasse ausklingen liessen.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang auf dem Dünensofa

Vorschaufotos (10):

Wir standen bereits um halb vier Uhr auf, um den untergehenden Mond zu beobachten. Er war nun 3/4 voll und ging aufgrund des Dunstes als grosser orangefarbener Ball am Horizont unter. Es war wirklich kalt, um den Gefrierpunkt herum, aber wir versuchten trotzdem einige Fotos. Das war ein schwieriges Unterfangen und gelang nicht wirklich, aber dafür war es ein Augenschmaus zu sehen, wie der Mond langsam hinter dem Horizont verschwand. Wir gingen wieder zu Bett, um nur zwei Stunden später wieder aufzustehen, da wir zum Wasserloch fahren wollten. Wir zogen drei Schichten Kleidung an, da es so ungewöhnlich kalt war! Wir hatten gerade die erste Düne passiert, als Gerd die vier Giraffen erspähte, die hier auf dem Farmgelände leben! Sie waren nur rund 100 Meter von uns entfernt und beobachteten uns aufmerksam. Wir stiegen aus und bauten das Stativ auf. Der rote Himmel der aufgehenden Sonne war direkt hinter ihnen und wir waren glücklich über die Fotos, die uns nun möglich waren. Die Giraffen blieben gute 15 Minuten bei uns und gingen dann langsam zur anderen Seite und verschwanden hinter der Düne. Wir waren richtig erfreut über dieses Erlebnis und fuhren weiter zum Wasserloch, wo aber heute Morgen ausser der Vogelwelt nicht viel los war.

Wir blieben eine Weile am Wasserloch und fuhren dann zurück zur Lodge, wo wir ein herzhaftes Frühstück genossen. Wir wollten gerade einen Spaziergang durch die Dünen machen, als wir einen kleinen Webervogel auf dem Boden unseres Chalets bemerkten. Ich öffnete die Türen, um ihn heraus zu lassen, aber er flog stattdessen in das Gebälk des Chalets! Wir versuchten, ihn zu ermuntern, hinaus zu fliegen, aber er hüpfte und flog nur im Gebälk umher. Wir warfen sogar eine Plastiktüte mit Wäsche in seine Richtung (natürlich nicht auf den Vogel!!), was darin endete, dass sich die Plastiktüte im Gebälk verfing. Hmmm, wie sollten wir dies nur Johan erklären…? Aber Gerd ist in solchen Fällen immer sehr erfindungsreich: er zog unser Stativ auf die maximale Länge aus und befestigte einen langen Stock mit Kabelbinder an ein Stativbein. Diese Konstruktion war nun lang genug, um die Plastiktüte zu erreichen und wir hatten unsere Wäsche wieder zurück – Puh…! Aber der kleine Vogel war immer noch im Gebälk versteckt und wir konnten nichts anderes tun, als die Türen geöffnet zu halten, solange wir hier waren. Armes kleines Ding:(

So sassen wir dann mit weit geöffneten Türen auf der Veranda, statt einen Dünenspaziergang zu machen und hofften, dass das Webervogelmädchen den Ausgang finden würde. Es waren mittlerweile zwei Stunden vergangen, aber sie wollte ihr heimeliges Heim einfach nicht verlassen und wir entschieden uns, ins Restaurant zum Mittagessen zu gehen. Als wir gerade das Chalet verlassen wollten, sah Gerd eine kleine Schlange an der Tür zum Schlafzimmer! Ich rannte schnell zur Rezeption und informierte Oubaas, der sofort mit Eimer und Besen bewaffnet mit mir zurück kam. Gerd hatte die Schlange beobachtet und Oubaas identifizierte sie als Puffotter. Er scheuchte die Schlange mit dem Besen in den Eimer und liess sie draussen wieder frei. Wir waren beide froh, dass er noch nichtmals versuchte, die Schlange zu töten. Er hatte das auch gar nicht vor und wollte sie lieber wieder in die Freiheit in die Natur entlassen.

So liessen wir dann den Vogel im Haus und assen unseren wohlverdienten Thunfischsalat zu Mittag. Nach unserer Rückkehr war die Webervogeldame etwas aktiver, aber sie wollte einfach nicht den Weg durch die Tür nach draussen finden, wirklich merkwürdig! So liessen wir die Hintertür offen und hofften auf das Beste: dass der Vogel den Weg finden würde und wir nicht eine weitere Schlange einladen würden. Wir gingen beide in der Aussendusche duschen und voilà – die junge Webervogeldame war endlich wieder bei ihren Kameraden draussen in der Natur. Wir waren sicher, dass sie darüber genauso froh war, wie wir!

Wir gingen für Kaffee und Kuchen hinüber ins Restaurant und trafen uns mit einer Gruppe von vier Leuten zum Sundowner Drive. Johan sagte, er hätte für uns eigentlich etwas Spezielles geplant, das er aber wegen der Gruppe verwerfen musste. Er dachte, sie würde erst morgen auf den Drive gehen – wie Schade, aber eine sehr süsse Idee von ihm! Wir genossen den Drive aus vollen Zügen, sahen viele Antilopen und das Licht der Kalahari war wunderschön. Wir machten heute nur ein paar Fotos, da wir nur an der Natur und unserem letzten Sonnenuntergang unserer Namibia Ferien Spass haben wollten. So schauten wir ein letztes Mal der untergehenden Sonne zu, tranken unsere Sundowner und hatten eine interessante Unterhaltung mit Johan.

Das Abendessen war wieder köstlich und begann mit einer Zwiebel-Gurkensuppe und als Hauptgang gab es Hähnchenfilet mit Gemüse und Kartoffelpürree. Ich war nach dem Essen so satt, dass ich das Dessert ausliess und wir auf unserer Terrasse im Mondschein ein letztes Glas Wein tranken.

Highlight des Tages: die Puffotter und die glückliche Freilassung der Webervogeldame

Vorschaufotos (12);

Der letzte Ferientag begann wie all die anderen davor auch: wir standen um kurz vor sechs Uhr auf und fuhren ein paar Kilometer in die Kalahari hinein. Es war heute nicht ganz so kalt wie gestern, aber drei Schichten Kleidung war trotzdem notwendig. Wir parkierten das Auto und wanderten den Pfad entlang, bis wir eine schöne Akazie mit einem grossen Webervogelnest fanden, die sich gut als Vordergrund gegen den roten Himmel machte. Die Sonne ging bald danach auf und wir erfreuten uns am letzten Morgen in der Wüste. Wir schauten noch kurz am Wasserloch vorbei, aber wie schon gestern war es dort ruhig und keine Antilopen zu sehen.

Wir kehrten zur Lodge zurück und frühstückten, während wir uns mit Oubaas und Johan unterhielten. Die beiden schenkten uns den Sundowner Drive gestern und wir dankten ihnen fast schon etwas gerührt. Sie sind beide grossartige Jungs und sie machen auf der Lodge einen hervorragenden Job! Wir hatten noch ein paar Stunden, bevor wir nach Windhoek fahren mussten und genossen die Sonne und die Wärme auf unserer Terrasse. Wir duschten, zahlten die Rechnung und verabschiedeten uns schweren Herzens von Oubaas und Johan.

Wir schauten auf der Rückfahrt – wie versprochen – noch kurz bei der Teufelskralle vorbei, um uns auch von unseren drei lustigen Ladies dort zu verabschieden. Es gab ein grosses herzliches Hallo und Ruby stellte uns ihren deutschen Ehemann Rolf vor. Bei einer Tasse Kaffee unterhielten wir uns mit viel Lachen und mussten uns dann viel zu schnell wieder verabschieden. Doch nun war es wirklich Zeit, nach Windhoek zu fahren, das wir in etwas weniger als zwei Stunden erreichten. Wir trafen Frank, gaben das Auto ab und diskutierten Optionen für unseren nächsten Namibia Besuch. Frank bietet eine interessante Tour in den Caprivi an, in der Art wie wir sie schon in Tansania gemacht hatten mit eigenem Fahrer und Guide im Zeltcamp. Frank fuhr uns zum Flughafen, wir verabschiedeten uns und gingen direkt zum Ticketcounter der Air Namibia, um nach dem Upgrade auf die Premium Economy zu fragen. Wir hatten Glück und zwei Plätze waren verfügbar für ungefähr 290 Euro pro Person. Premium Econonmy bedeutet Business Class Sitze, aber Economy Service, was für uns absolut okay ist, da wir für den Nachtflug nur an den bequemen Liegesesseln der Business Class interessiert sind.

Wir gingen durch die Pass- und Sicherheitskontrolle und zahlten 150 NAD (~ 14 Euro) pro Person Eintrittsgeld für die Business Class Lounge, die leider nicht in dem Upgrade enthalten ist. Der Preis ist aber sehr fair, da alle Getränke und Snacks frei sind und wir auch draussen mindestens dasselbe für Essen ausgegeben hätten. Das Geld war also gut investiert und wir genossen die Zeit in der Lounge. Wir hatten fast vier Stunden Zeit, da wir wegen der Upgrade Tickets so früh am Flughafen waren. Ich editierte beide Reiseberichte und wir entspannten auf den bequemen Sofas bei Kaffee, Wein und Snacks.

Das Flugzeug hob pünktlich ab, wir bekamen das Nachtessen serviert und schliefen bis 90 Minuten vor der Landung. Leider verpassten wir den ersten Zug nach Basel um 10 Minuten und der zweite Zug hatte 20 Minuten Verspätung, so dass wir unseren Anschlusszug in Mannheim verpassen würden – Reisen mit der Deutschen Bahn ist nicht wirklich spassig! So mussten wir bis kurz vor 10 Uhr auf den nächsten direkten Zug nach Basel warten, wo wir dann zuhause freudig von unserer Spatzen- und Grünfinkenschar begrüsst wurden.

Hinter uns liegen 18 fantastische Tage in Namibia, die unvergesslich bleiben werden. Wir haben viel gesehen, die Natur mit allen Sinnen erlebt und nette neue Menschen kennengelernt.

Wir hoffen, wir konnten Euch auf diese Reise mitnehmen und dass Euch der Reisebericht gefallen hat.

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Vielen Dank für Euer Interesse!

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