Reisebericht: Namibia 2011

Schön, dass Ihr den Weg zu unserem Reisebericht aus Namibia 2011 gefunden habt.

Seit unserer letzten Reise nach Namibia sind bereits acht Jahre vergangen und so wurde der Wunsch grösser, einige der Orte, die uns am besten gefallen hatten, erneut zu besuchen.

Hinter uns liegen zwei wunderschöne Wochen in den Kalahari und Namib Wüsten, die uns während unserer 2200 km langen Reise vom 29.04.2011 bis 14.05.2011 in die folgenden Gebiete führte:


Kalahari Farmhouse/Anib Lodge

– Namib Rand Nature Reserve Family Hideout

– Sossusvlei Desert Camp

– Swakopmund Sam’s Giardino

Ameib Ranch Campsite

Gästefarm Eileen im Erongo

Wir mieteten unseren Toyota Hilux 4×4 wie schon bei den vorherigen Reisen bei Frank Krystofiak, dem Eigentümer von von Nambozi 4×4 Car Hire Nambozi 4×4 Car Hire – Windhoek

Falls Euch die Vorschaubilder in diesem Reisebericht Lust auf mehr gemacht haben, freuen wir uns über einen Besuch unserer Namibia 2011 Fotogalerien. Einzelne Fotogalerien sind auch in den Tagesberichten verlinkt. Um über Neuigkeiten informiert zu werden, könnt Ihr in unserem Fotoblog den E-Mail Service abonnieren.

Wenn Euch der Reisebericht gefallen hat, würden wir uns über einen Kommentar in unserem Fotoblog freuen.
Da uns die Farben der Namib so gut gefallen haben, gibt es einen Fotokalender für 2012 mit Fotos aus Namib Rand und der Sossusvlei: Namibia Fotokalender

Wir wünschen Euch viel Spass beim Lesen des Reiseberichts, der hoffentlich ein wenig Afrika-Sehnsucht in Euch wecken wird.

Sandra Schänzer & Gerhard Schöning
SA*GA Photography

Reiseberichte.com

Endlich wieder Afrika!

2009 waren wir in Kenia das letzte Mal auf dem Kontinent, auf dem wir uns eigentlich am wohlsten fühlen und so war es mal wieder Zeit für einen Besuch. Wir entschieden uns für Namibia und möchten in den kommenden 15 Tagen hauptsächlich die Kalahari und Namib Wüsten bereisen sowie liebgewonnene Freunde von vorherigen Besuchen wiedersehen.

So machten wir uns am Freitag Mittag mit dem Zug von Basel auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen. Wir wollten rechtzeitig dort sein, weil wir einen Upgrade in die Premium Economy Class der Air Namibia kaufen wollten und die Plätze in der Regel nur sehr begrenzt verfügbar sind.

Bei unserer Ankunft waren die Check-in Schalter schon geöffnet und wir nur 10 Minuten später im Besitz unserer Upgrades und der Boardingkarten. Wir freuten uns nun sehr auf einen entspannten Flug und gingen in einem der Flughafenrestaurants essen.

Das Boarding begann rechtzeitig und so hoben wir pünktlich um 20:10 von Frankfurt ab und flogen Richtung Namibia. Zugegebenermassen war der Sonnenuntergang schöner als der Service und das Essen der Air Namibia. Aber das ist eigentlich egal, wir genossen die grossen Schlafsessel und verbrachten einen angenehmen Nachtflug.

Highlight des Tages: der Upgrade in die Premium Economy Class

Wir landeten pünktlich um 5:10 Uhr in Windhoek, wo es noch dunkel war. Am Immigrationsschalter waren wir dank der Premium Economy Class nur die Dritten in der Schlange und mussten nicht lange auf den Stempel im Reisepass warten. Das Gepäck kam auch zügig und wir hatten noch eine halbe Stunde Zeit, bis uns Frank von Nambozi 4×4 Car Hire abholen würde.

Sandra fand den MTC Laden und kaufte eine SIM Karte mit Datentarif für ihr Smartphone, von ihr liebevoll Désirée genannt, was auf dem Modellnamen beruht. Endlich wieder mit der Welt verbunden:-)

Frank tauchte pünktlich auf und nach einem freundlichen Hallo fuhren wir zu seinem Büro nach Windhoek, wo wir die Formalitäten erledigten und unseren Toyota Hilux Doublecab in Empfang nahmen. Wir campen diesmal einige Tage und so hatte unser Hilux neben der normalen Ausstattung wie Kühlschrank, der über eine zweite Batterie läuft, Schaufel, Kompressor, Werkzeug, Ersatzreifen, Wasserkanister und Reifendruckmesser auch eine komplette Campingausrüstung inklusive Dachzelt.

Frank gab uns eine kleine Einweisung zum Aufbau des Dachzelts und des Hilux in Tiefsandbedingungen. Immerhin war es acht Jahre her, dass Sandra zuletzt im Tiefsand fuhr!

Frank hatte schon alle unseren bisherigen Namibia Reisen organisiert und wir hatten uns noch einiges zu erzählen. Nach all diesen Plaudereien fuhren wir dann den kurzen Weg zur Casa Piccolo, wo wir eine Nacht bleiben würden. Der Empfang war sehr freundlich und unser Zimmer sauber und zweckmässig eingerichtet.

Nach einer kurzen Rast fuhren wir dann in die Melua Mall, um unsere Einkäufe zu erledigen. Leider funktionierte die Aktivierung des MTC Datentarifs nicht automatisch, so dass wir den MTC Shop aufsuchen mussten. Er war randvoll mit Menschen! Wie bei uns bei der Post, konnten wir eine Nummer ziehen und wurden zu unserer grossen Überraschung bereits nach zwei Minuten aufgerufen. Grosse Erleichterung machte sich breit und der junge Mann konnte die fehlende Aktivierung schnell beheben. Désirée war nun voll funktionsfähig:-)

Nun machten wir die Supermarkt Tour und kauften alles an Lebensmitteln, was wir die nächsten 11 Tage brauchen würden: Grillfleisch war natürlich genauso dabei wie der unvermeidbare Wein in 5-Liter Fassungen zum “Zapfen”:-)In Windhoek bekamen wir alles, was das Camperherz begehrt inklusive frischem Brot, Eier, Speck und Bohnen für das Frühstück und Kartoffeln, Zwiebeln und Dosengemüse für die Beilagen. Reichlich Wasser durfte natürlich nicht fehlen.

Nach dem Einkaufsmarathon entspannten wir uns im schönen, ruhigen Innenhof der Casa Piccolo. Sandra hatte bereits während des Fluges damit angefangen, das Buch “Hummeldumm” von Tommy Jaud zu lesen, das von einer sehr gemischten Reisegruppe in einem Minibus auf der Reise durch Namibia handelt. Im Technikfreak Matze konnte sich Sandra gut wiederfinden, aber ansonsten waren wir heilfroh, dass wir immer individuell reisen und keine Gruppenreisen machen!

Ein leckerer Snack aus Mais-Schinken-Salat für Sandra und (tatsächlich!) Matjes Stip für Gerd bei einem guten Bellingham Premier Grand Cru rundeten den Abend ab.

Wir organisierten unsere Reisetaschen und Fotorucksäcke für die kommenden Tage und liessen den ersten Ferientag langsam ausklingen.

Highlight des Tages: die erfolgreiche Aktivierung der MTC SIM Karte für Désirée!

Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigem Frühstück machten wir uns auf die circa 300km lange Fahrt nach Stampriet, wo wir drei Tage die Campsite des Kalahari Farmhouse reserviert hatten.

Es gab auf der B1 kaum Verkehr und wir kamen gut voran, so dass wir bereits gegen 12 Uhr am Ziel eintrafen. Wir wurden freundlich mit einem Begrüssungssaft in Empfang genommen und waren dann sehr entäuscht, dass die Sundowner Fahrten nur ab der Kalahari Anib Lodge gehen, die 30 km zurück auf dem Weg nach Mariental lag. Hätten wir dies vorher gewusst, hätten wir uns direkt auf der Anib Lodge Campsite eingebucht!

Nun war es nicht mehr zu ändern und wir suchten uns einen schattigen Platz auf der Campsite. Es gab sieben Plätze, die alle mit einem Braai-Platz, einem Licht und Stromanschluss ausgestattet waren. Die sanitären Anlagen sind sehr geräumig und penibel sauber. Eine tolle Campsite, aber leider konnte man – aus unserer Fotografensicht – nichts unternehmen.

So richteten wir uns ein und übten das erste Mal, das Dachzelt aufzubauen. Es ging erstaunlicherweise recht unproblematisch, doch irgendwie sah es mit dem Regenschutz noch etwas gewöhnungsbedürftig aus…

Gerd feuerte die Holzkohle an, aber irgendwie wollte die Kohle einfach nicht glühen – ob es am feuchten Sand lag? Frustriert briet er unsere Steak dann in der Pfanne auf dem Gaskocher, aber geschmeckt hat unser erstes Campingessen bei leckerem Weisswein doch sehr! Es gab viele der hübschen weissen Kuhreiher, die uns Gesellschaft leisteten und neugierig beobachteten. Graubülbüls und Webervögel umflogen uns und wir waren bestens unterhalten.

Wir probierten unsere ersten Sternspuraufnahmen und fielen müde schon gegen neun Uhr auf unsere Matratze im Dachzelt.

Highlight des Tages: die Kuhreiher

Vorschaufotos:

Gut geschlafen hatten wir beide nicht in unserer ersten Nacht im Dachzelt. Wir waren oft wach und das Schlafen im Schlafsack war erstmal wieder gewöhnungsbedürftig. Trotzdem waren wir einigermassen ausgeschlafen und bereiteten unser Frühstück aus Bohnen in Tomatensauce, Spiegelei und Speck zu. Die Sonne wärmte uns bald und trocknete den Tau der Nacht.

Wir hatten uns dazu entschlossen, eine Nacht in die Kalahari Anib Lodge zu ziehen, um den Sundowner Game Drive in die roten Kalahari Dünen mitzumachen. Es gab leider keine Möglichkeit, dies individuell selber zu fahren.
Die Leute im Farmhouse waren so nett und arrangierten den Tausch für eine Nacht für uns und wir packten unsere Campingausrüstung zusammen. Das Dachzelt erstmalg einzupacken dauerte knappe 15 Minuten – na, da geht aber noch was!

Bereits um halb zehn Uhr waren wir an der Kalahari Anib Lodge, wo man uns erwartete und wir unser Zimmer bezogen. Die Anib Lodge ist ein klassisches Touristen Durchgangshotel, wo auch oft Gruppen für eine Nacht bleiben. Wir hatten Glück und es wurden für heute keine grossen Gruppen erwartet.

Es gibt verschiedene Wanderwege in der Umgebung und wir zogen bald los. Das Gras stand aufgrund der vielen Regenfälle der vergangenen Monate sehr hoch und die ganze Umgebung war eher grün als das vertraute Gelb, das wir von unseren vorherigen Reisen kannten. Schnell sahen wir die ersten Springböcke, die vor uns über die Pad sprangen und im Tal, wo es Wasser gab, tobten zwei Regenpfeifer herum. Wir machten eine kurze Rast und wurden überraschend von zwei Gruppen Kuhantilopen rechts und links passiert. Schöne grazile Tiere!

Kurz nach der Pause trafen wir dann auf unseren persönlichen Carlos. Carlos heisst das Erdmännchen mit dem traurigen Schicksal aus dem Buch “Hummeldumm”, aber unser Carlos mümmelte zum einen zufrieden seine Wurzeln und posierte geduldig für uns. Zum anderen handelte es sich bei unserem Carlos um ein Kap-Borstenhörnchen, aber er erinnerte uns sehr an das Buch und es tat unserem Erlebnis keinen Abbruch – was für ein niedliches Kerlchen er doch war! Glücklich war er auch, würde ihm doch Carlos’ Schicksal so oder so sicher erspart bleiben:-)

In der Ferne erspähten wir eine Gruppe Streifengnus, die vor uns kaum Scheu hatten und uns aus dem Wege gingen, als wir näher kamen. Viele Vögel, Springböcke und auch die vielen blühenden Blumen, wie die Große Wüstenkorbblume (Tripteris microcarpa), begeisterten uns. Auf dem Boden huschten Geckos und endlich einmal stand einer der Jungs für Gerd Modell und er fotografierte den kleinen Kerl ausgiebig. Als wir zurück zur Lodge wanderten, trafen wir Gernot und seine Frau Ingrid, die wir als sehr nette Landsleute kennen lernten. Der Rückmarsch war daher sehr kurzweilig und nach einer erfrischenden Dusche war es auch schon Zeit für den Sundowner Game Drive.

In unserem Wagen fanden sieben Leute ausreichend Platz und unser Guide Deon lenkte den umgebauten Landrover zu einem Kameldornbaum mit einem sehr grossen Webervogelnest. Zu aller Überraschung schlängelte sich im oberen Bereich eine Kapkobra durch das Nest, um Eier und Jungvögel der kleinen Webervögel zu erbeuten. Die Kapkobra gehört zu den giftigsten Schlangen; schade um die süssen Vögel

Die Schlange wurde ausgiebig bewundert und wir setzten die Fahrt fort. Mittlerweile kam die Sonne durch die Wolken und wir hatten das schönste Abendlicht, in dem Springböcke und Oryx Antilopen die Kulisse bildeten. Was für ein Genuss!!

Es gibt anscheinend nur einen Ort, an dem Giraffen zu finden sind und genau dort hatte sich ein anderer Landrover der Anib Lodge im Schlamm festgefahren! Die anderen Fahrer waren zwar voller Schadenfreude, aber natürlich sofort hilfsbereit und Deon funktionierte kurzerhand einen ausgedienten Plastikschlauch zu einem Abschleppseil um. Ein wenig wunderte es uns schon, dass alle Fahrzeuge ohne Seil unterwegs waren, da es doch viel Regen gab in der letzten Zeit und es einige schlammige Stellen gab.

Doch Ende gut, alles Gut und alle Teilnehmer konnten die Fahrt fortsetzen, bis wir die rote Düne für den Sundowner erreichten. Vorher hielt Deon nochmals an, um uns ein wenig von der Kalahari Wüste zu erklären. Sandra konnte kaum zuhören, zu schön waren die grünen Bienenfresser anzusehen, die neugierig um Deons Kopf kreisten. Was für schöne kleine Juwelen!

Auf der Sundowner Düne erwartete uns eine kleine Bar und wir suchten nach Motiven für das schöne Abendlicht. Dies war recht schwierig und so konnten wir auch nur einige Schnappschussaufnahmen machen und ansonsten den Wein beim Sonnenuntergang geniessen. Es war fast schon “Hummeldumm”-lustig, wie alle anderen aufgereiht wie an der Leine mit ihren Foto- und Videokameras auf der Düne standen und gegen die untergehende Sonne fotografierten und filmten:-)

Die Fahrt ging geschwind zurück und Sandra flogen die Pollen nur so gegen das Gesicht. Das sollte sich rächen und zurück in der Lodge hatte sie dann auch den dementsprechenden Allergieanfall. Die mitgenommenen Schwarzkümmelkapseln halfen einigermassen und wir konnten frohen Mutes zum Abendessen schreiten.

Wir teilten einen Tisch mit Gernot und Ingrid und verbrachten einen sehr unterhaltsamen Abend bei einem guten Menü. Es gab noch einen kleinen Absacker und wir tauschten unsere Email-Adressen aus, bevor wir müde zu Bett gingen.

Highlight des Tages: die Oryx-Antilopen und die Bienenfresser

Fotogalerie Namibia Allgemein: Fotogalerie Namibia – Allgemein

Wir verbrachten eine sehr erholsame Nacht und wollten eigentlich die schöne Landschaft im schönen Morgenlicht fotografieren. Der Wecker klingelte um 5:15 Uhr und Sandra warf einen Blick hinaus. Alles voller Wolken! Es sah aus wie an einem nebligen Morgen in Basel! Also wieder hingelegt und die Nachwirkungen der Allergie niedergekämpfen.

Gegen acht Uhr gingen wir zum Frühstück, das wir wieder sehr kurzweilig mit Gernot und Ingrid verbrachten. Wir wunderten uns, ob wir uns in der Sossusvlei wiedersehen würden – die Zeitplanung war trotz unterschiedlicher Route ähnlich. Wir verabschiedeten uns und machten uns bereit zur Abreise.

Wir bezahlten, beluden das Auto und wanderten nochmals durch die Umgebung der Lodge. Am Anfang sahen wir keine Tiere, doch zu unserem grossen Vergnügen nahm unser Carlos an derselben Stelle wieder sein Mittagessen ein. Natürlich stand er ebenso willig wie attraktiv Modell und wir verbrachten nette 20 Minuten zusammen.

Kurze Zeit später trauten wir unseren Augen kaum: wir sahen eine grosse Pantherschildkröte! Sie trabte langsam durch die Vegetation von Wasserloch zu Wasserloch und war von uns nicht gerade begeistert. Wir bewunderten sie daher nur kurz und liessen sie dann friedlich ihren Weg gehen.

Auf dem Weg zurück zur Lodge sahen wir die Kuhantilopenherde wieder sowie einige Springböcke und wir stoppten, um die schönen gelben Wüstenkorbblumen zu fotografieren. Es war mittlerweile wolkenlos und sehr heiss und wir waren froh, wieder zurück in der Lodge zu sein.

Nach einem erfrischendem Kaltgetränk fuhren wir zurück zur Kalahari Farmhouse Campsite, wo wir unsere “alte” Campsite wieder in Gebrauch nahmen. Es sah nach Regen aus und wir bauten direkt unser Dachzelt auf. Und ja… endlich begriffen wir, wie das Regenzelt ordentlich gespannt werden muss! Unser Dachzelt sah nun richtig professionell aus! Nun stand noch das Grillieren aus. Gerd wollte sich das letzte Misserlebnis nicht gefallen lassen, kämpfte tapfer die Holzkohle nieder und wir konnten ein ganz echt gegrilltes Rindersteak mit Bratkartoffeln in Speck geniessen. Well done und Sandra war ganz stolz auf ihren erfolgreichen Grillmaxe!

Kurz nach dem Essen zog es sich immer mehr zu und wir räumten eilig unseren Kram zusammen. Da fing es auch schon an zu regnen und wir zogen uns mit der Flasche Wein und den Gläsern ins Autoinnere zurück. Der Hilux ist geräumig und es war irgendwie gemütlich, aber nach einiger Zeit während einer Regenpause zogen wir uns in unser Dachzelt zurück.

Highlight des Tages: Carlos zum Zweiten

Fotogalerie Tiere: Fotogalerie Namibia – Fauna

Vorschaufotos:

Die zweite Nacht im Dachzelt war erholsamer als die erste Nacht – aus uns werden schon noch richtige Camper! Es hat zwar nicht viel geregnet, aber Sandra war trotzdem schon sehr früh gegen halb fünf Uhr wach. Gut, dass sie den Datentarif geladen hatte und eine Stunde leise im Internet Nachrichten lesen konnte, ohne Gerd zu wecken!

Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg in die Namib Wüste. Vor uns lagen circa 350 km und wir stoppten zuerst in Mariental, um dort im Spar Supermarkt unsere Einkäufe für die nächsten Tage zu vervollständigen.

Vor allem Fleisch stand auf dem Einkaufszettel! Es gibt weder ein Dorf noch einen Supermarkt in unmittelbarer Umgebung des Hideouts, so dass wir sicherstellen mussten, alle notwendigen Lebensmittel und genügend Wasser dabei zu haben.

Hinter Maltahöhe endete die Teerstrasse und gemütlich schaukelten wir Richtung Namib Rand und sahen zwei Mal einen Nilwaran auf der Strasse. Leider verzog er sich immer schnell ins Gras, wenn wir anhielten. Je weiter wir gen Westen fuhren, desto bewölkter wurde es und wir ahnten nichts Gutes.

Gegen 13 Uhr erreichten wir das Tor zum Family Hideout und fuhren langsam die letzten 16 Kilometer bis zum Haus. Ricardo, der Meister des Hauses und Guide, war mit der Reinigung des Hauses noch nicht ganz fertig und wir schauten uns ein wenig um.

Es hat sich doch seit 2003 einiges verändert. Die Wüste ist nun mit Gras überwuchert, aber es hat dafür viele Vögel wie Finken und Schwalben in der Umgebung. Das Haus besteht aus einem geräumigen Wohnraum, einer grossen Küche mit Gasherd, Kühlschrank und Gefriertruhe, zwei Bädern und drei Schlafräumen für insgesamt 10 Personen. Auf der Veranda steht ein grosser Tisch mit Stühlen und gemütlichen Windlichtern. Der Braai Platz darf in Namibia natürlich ebenso nicht fehlen wie die Aussendusche.

Nachdem Ricardo die Reinigung beendet hatte, plauderten wir ein wenig, liessen die Luft aus den Reifen des Hilux bis auf 1.5 Bar ab und montierten das Pollenfangnetz am Kühlergrill. Im Gebiet des Hideouts gibt es einen circa 15 km langen genehmigten 4×4 Track, den die Gäste befahren dürfen. Ricardo begleitete uns auf unserer ersten Fahrt, was Sandras Nerven gut tat. Immerhin ist sie das letzte Mal vor acht Jahren im Tiefsand gefahren.

Doch irgendwie kam das Fahrgefühl und der Spass für Tiefsand schnell wieder und mit wachsender Begeisterung fuhr Sandra über die Dünen auf dem 4×4 Track. Endlich auch diese Herausforderung gemeistert – Sandra strahlte wie ein Honigkuchenpferd!

Euphorisch und glücklich kehrten wir zur Lodge zurück, dankten und verabschiedeten Ricardo bis morgen und richteten uns im Haus ein.

Nach einem Abendessen begann es zu regnen und ein riesiges Gewitter breitete sich rundum aus. Es kam Starkregen dazu und wir sahen unsere Chancen auf gutes Morgenlicht schwinden. Eigentlich waren es mehrere Gewitterzellen und wir beobachteten fast atemlos, wie es um uns herum fast im Sekundentakt blitzte und donnerte. Keiner von uns hatte so etwas in dieser heftigen Form und Heftigkeit jemals zuvor erlebt.

Ein leckeres Abendessen aus gewürztem Hähnchenfleisch mit Bratkartoffeln und Weisswein begleitete uns beim Beobachten des spannenden Naturschauspiels, doch der anhaltende starke Regen bereitete uns doch etwas Sorge.

Highlight des Tages: die erfolgreich gemeisterte Tiefsandfahrt!

Fotogalerie Pflanzen: Fotogalerie Namibia – Flora

Photo preview:

Es war eine sehr unruhige Nacht, denn die Gewitter und der Regen dauerten die ganze Nacht an. Immer wieder standen wir auf und schauten staunend auf das aussergewöhnliche Naturspektakel um uns herum.

An schönes Morgenlicht war dann auch nicht zu denken und wir starrten betroffen auf die Seenplatte vor unserem Haus. Auch die Fahrspuren standen hoch unter Wasser.

Es war 10 Uhr morgens und es hatte mittlerweile seit 15 Stunden ununterbrochen geregnet. Weder Wanderungen noch Fahrten mit dem Hilux waren sinnvoll möglich und so schrieb Sandra tapfer am Reisebericht weiter. Ricardo kam auf Besuch und wir konnten sehen, wie er mit seinem Auto durch den Matsch und das Wasser schlidderte. Fahren war also möglich, aber die Gefahr stecken zu bleiben, war ebenso gut möglich. Wir plauderten bei Milchkaffee mit Ricardo und er erzählte uns einiges über die hiesige Vogelwelt und bemerkte, dass er noch nie so viel Regen an einem Stück hier erlebt hatte. Er hatte den Regenmesser abgelesen als er kam und es hatte satte 60 mm geregnet!! Aber er versprach, dass um 13 Uhr die Sonne scheinen sollte! Okay…?

Ricardo fuhr weiter zur Campsite, wo heute eine kleine Gruppe erwartet wurde und wir bereiteten unser Mittagessen vor. Braai fiel buchstäblich ins Wasser und die Steaks brutzelten mal wieder in der Pfanne.

Um 13 Uhr schien dann zwar nicht die Sonne, aber es hörte tatsächlich auf zu regnen – nach 18 Stunden! Es klarte langsam auf und gegen 15 Uhr machten wir eine Rundfahrt auf dem 4×4 Track. Der Regen sickerte erstaunlich schnell in den Sand und die Pads und Dünen waren gut befahrbar.

Die Aussicht von einer der höchsten Dünen auf die Umgebung war atemberaubend schön: unter uns ein Meer von roten Dünen mit grünen Gräsern und hohen Bergen wie dem Tirasgebirge im Hintergrund. Hin und wieder zauberte die Sonne attraktive Farbtupfer in die Landschaft und vor allem der rote Sand leuchtete wunderschön in der Sonne.

Wir näherten uns der grossen Düne und Sandra durchfuhr sie heldenhaft. Geschafft! Mittlerweile war die Unsicherheit fast komplett gewichen, jedoch ohne den Respekt vor den Bedingungen zu verlieren.

Den fantastischen Sonnenuntergang verbrachten wir auf der hohen Düne nahe des Hauses und konnten sogar einige stimmungsvolle Fotos machen. Namibia sieht im grünen Anzug Dank des Regens einfach fabelhaft aus und wir konnten uns an der Farbenpracht kaum satt sehen.

Es wurde dunkel und wir fuhren zurück zum Hideout, wo Gerd ein kleines Abendessen mit Würstchen, Kartoffeln und Brot zauberte.

Mittlerweile hatten sich die Wolken verzogen, es war sternenklar und wir versuchten uns an Sternspuraufnahmen, was uns richtig Spass machte. Das Ergebnis könnt Ihr oben im ersten Eintrag sehen.

Highlight des Tages: der Regenstopp und das zauberhafte Licht der Namib

Fotos aus Namib Rand: Namib Rand Fotogalerie – Teil I

Vorschaufotos:

Der Wecker klingelte um 05:30 Uhr und ein kurzer Blick nach draussen versprach viel Freude: es war immer noch klar mit keiner Wolke am Himmel.

Nach einer kurzen Katzenwäsche sprangen wir in den Hilux und fuhren die 1,5 km bis zur grossen Düne. Das delikate Morgenlicht kurz vor Sonnenaufgang war einfach umwerfend schön und wir fingen an zu fotografieren als wären wir im Schlaraffenland für Fotografen. Die Sonne liess sich etwas Zeit, schaute dann aber über die Berge im Osten und wenig später waren die westlichen Berge in ein zauberhaftes rotes Licht getaucht. Wenig später glich die gesamte Dünenlandschaft einem Fotografentraum in Orange und Rot. Es war einfach nur traumhaft und es gab eine Fülle von Motiven. Es ist herrlich, früh morgens in so einem Licht allein in der Stille der Wüste zu sein! Wir vergassen fast zu fotografieren, denn wir waren schlichtweg überwältigt von dieser speziellen Stimmung und die Farbenexplosion war fast schon ein Overkill für unsere Sinne.

Nach einer halben Stunde fuhren wir ein paar Kilometer weiter und parkierten den Hilux für einen kleinen Spaziergang zu den hinteren Dünen. Auch dort fanden wir wunderschöne Motive in den Dünen und fotografierten die schöne gelbe Crotalaria damarensis, die überall auf den Dünen wuchs. Durch den Regen war die Natur erblüht und überall schossen Pflanzen aus dem Boden.

Wir sind sehr davon fasziniert, wie herrlich grün und blühend die Wüste sein kann und auch davon, wie sehr sich die Landschaft in den letzten acht Jahren gewandelt hat. Damals war es sehr spärlich bewachsen und das Gras war in der ausgedehnten Trockenheit von 2003 verdorrt und nur wenige Zentimeter hoch. Heute ist das Gras weit verbreitet, grün und kniehoch gewachsen.

Gegen acht Uhr kehrten wir für ein deftiges Frühstück zum Haus zurück. Heute gab es das ganze Programm mit Spiegelei und Speck, Würstchen, Bohnen und gebratenen Champignons. Lecker!

Ricardo kam gegen 10 Uhr zum Plaudern bei Milchkaffee und wir kauften zwei T-Shirts und eine Kappe vom Hideout. Das Licht war nun sehr grell und wir nutzten die Zeit zum Aufräumen und Relaxen.

Am Nachmittag fuhren wir dann nochmals langsam den 4×4 Track ab und fanden auch dabei eine Fülle von Motiven. Es war interessant, zu sehen, wie sich die Vegetation verändert hat und wir sahen auch die beiden Oryx Bullen, die niemals die Region verlassen. Die anderen Gruppen der Oryx Antilopen verbringen den Winter in der Namib Naukluft Gegend und sind nur im Sommer hier. Einer der beiden Bullen posierte für uns im schönsten Licht, bevor wir die grosse Düne passierten.

Wir parkierten den Hilux mitten auf der Düne und verbrachten die letzte Stunde bis Sonnenuntergang inmitten der Dünen. Diesmal konzentrierten wir uns auf die Strukturen im Sand, die durch den Wind und Tiere entstehen. Dies war fotografisch sehr spannend und ein wahrer Augenschmaus.

Der spätere Gaumenschmaus gestaltete sich hingegen wieder mal etwas schwierig. Auch das Feuerholz, das wir in Mariental gekauft hatten, wollte und wollte einfach nicht brennen und wir verbrachten eine halbe Stunde in dichtem Qualm. Gerd wollte aber nicht aufgeben und so flogen Anzünder und schlussendlich sogar Lampenöl ins Feuer, aber es half nichts. Das Holz brannte nur kurz und ging dann aus. Irgendjemand hatte definitiv etwas dagegen, dass wir grillieren!

Frustriert ging Gerd in die Küche, um das Fleisch in der Pfanne auf dem Gasherd zu braten.
Aber oh, was war das? Offensichtlich war die Gasflasche für Herd und Kühlschrank leer und somit auch kein Braten auf dem Gasherd möglich. So holten wir unseren guten Campingkocher aus dem Hilux und nach fast zwei Stunden konnten wir endlich zu Abend essen.

Camping ist stressig!

Wir entflohen dem Campingstress mit dem Fotografieren von Sternspuren bei einem leckeren Glas Wein und liessen diesen fantastischen Tag langsam zu Ende gehen.

Highlight des Tages: das schöne Morgenlicht in den Dünen

Fotos aus Namib Rand: Namib Rand Fotogalerie Teil II

Vorschaufotos:

Wir standen wieder um 5:30 Uhr auf, denn im Osten deutete sich ein weiterer wunderbarer Morgen an. Wir fuhren zur Düne und wanderten ein wenig auf Motivsuche umher. Dieses einzigartige Namibia Licht und die Farbenpracht der roten Dünen im grünen Gras unter einem stahlblauen Himmel ist kaum zu beschreiben. Aber deshalb fotografieren wir es ja auch:-)

Die Zeit verging wie im Fluge und wir sahen immer mehr Details. Viele Spuren überzogen den Sand von Vögeln, Klopfkäfern, Füchsen und Antilopen. In den hohen Gräsern gab es einige für Sandra hässliche und für Gerd sehr schöne Wespenspinnen (Argiope australis), denen er sich ausgiebig widmete.

Gegen acht Uhr waren wir zurück am Haus und Gerd pumpte mit dem Kompressor die Reifen wieder auf 2.1 Bar auf, während Sandra die Sachen packte und das Frühstück vorbereitete. Wir mussten für unser Ei, Speck und Würstchen wieder unseren Gaskocher nehmen, aber was das war ja kein Problem. Wir frühstückten gemütlich und hörten dann auch schon Ricardo kommen. Die Zeit des Abschieds nahte! Wie schade, es ist immer wieder so eine schöne Zeit im Hideout und der Abschied fällt uns stets schwer. Wir werden bestimmt nochmal zurück kehren – es ist einfach ein magischer Ort.

Eine kurze Plauderei mit Ricardo – er bekam natürlich auch einen grosszügen Tip – und wir machten uns auf den kurzen, 110 km langen, Weg Richtung Sesriem.

Der Pad zurück zur Strasse war nur noch ein wenig schlammig und gut befahrbar und wir legten die 16 km bis zur C14 zügig zurück. Auf dem Weg nach Sesriem begegneten wir einer Herde Zebras und der erste Blick auf die hohen, roten Dünen des Sossusvlei Gebietes war wie immer atemberaubend schön. Bei einem Stop fanden wir Wilden Sesam (Sesamum capense), den wir trotz des Windes fotografieren konnten. Eine blühende Wüste – wunderschön!

Am Mittag erreichten wir Sesriem, wo wir an der Rezeption am Gate unsere Permits für heute und morgen kauften. So mussten wir morgen früh nicht noch extra warten; das Tor öffnet ja erst um 6:15 Uhr und das erste Morgenlicht ist dann schon fast vorbei.

Wir fuhren 3 km weiter zum Desert Camp, das unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte sein sollte. Das Desert Camp gehört zur Sossusvlei Lodge und ist eine Selbstversorgerunterkunft mit recht viel Charme. Es ist eine Zeltunterkunft mit grossem Doppelbett, Sofa und Schrank und einem sehr geräumigen, gemauerten Bad. Draussen gibt es eine Veranda mit Tisch und Bänken, einem Braai Platz und einer kleinen Kitchennette, die sich unter einem Zelt verbirgt. Da das Desert Camp für Camper ausgelegt ist, gibt es keinerlei Küchenzubehört wie Teller, Tassen oder Besteck, was für uns jedoch keine Problem war.

Nachdem wir unsere Lebensmittel in den Kühlschrank geräumt hatten, fuhren wir dann in die Sossusvlei. Wir sind nun bereits das dritte Mal in der Sossusvlei, aber die Faszination für diese 150 bis 200 Meter hohen roten Dünen ist ungebrochen. Für Sandra gibt es kaum etwas Schöneres auf der Welt, als in dieser Dünenlandschaft zu sein.

Nach 21 km erreichten wir die Flussüberquerung des Tsauchab, der immer noch fliessendes Wasser führte. Wir hielten uns dort eine Weile auf, denn ein Wasser führender Tsauchab River ist schon etwas sehr spezielles. Es muss wirklich enorme Wassermengen geregnet haben vor drei Tagen!

Das Licht wurde ab 16 Uhr brauchbar, als wir die Düne 45 erreichten. Im Gegensatz zum morgentlichen Umtrieb, ist dort Nachmittags nichts los und die Spuren der früheren Besucher bereits wieder vom Winde verweht. Wir stiegen die Düne hinauf, was recht anstrengend war, aber oben angekommen, wird man für alle Mühen belohnt, denn die Aussicht über die Dünen ist schlichtweg hinreissend schön. Wir kamen uns ganz klein vor, als wir allein auf der hohen Düne sassen und die ruhige Atmosphäre in uns einsogen, bevor wir an der Seite der Düne einfach auf dem Hosenboden zu Tale rutschten und zurück zum Hilux gingen.

Die Fahrt zurück gingen wir sehr langsam an und machten viele Fotostopps. Das Licht und die Schattenspiele auf den Dünen werden nie langweilig und wir genossen diese eine intensive Stunde sehr. Leider hatten wir nicht mehr Zeit, da das Gate bereits um 17:30 Uhr zum Sonnenuntergang schliesst und so jagte Sandra die Strecke schnellstmöglich zurück.

Zurück im Desert Camp stand das Grillieren an; diesmal wieder mit Holzkohle. Die Pyramide brannte auch recht gut und nach einer Stunde hatten wir Glut. Meine Güte, das war ja mal was völlig Neues!! Wir hatten am Nachmittag Oryx und Kudu Fleisch bestellt und es gelang uns tatsächlich, beides auf dem Braai zu grillieren. Es dauerte allerdings etwas länger, weil es doch etwas wenig Glut war. Tja, lang übt sich, wer ein perfekter Camper werden will…:-)

Müde fielen wir dann in die gemütlichen Betten, denn morgen sollte der Tag ja wieder früh beginnen.

Highlight des Tages: Dünen, Dünen, Dünen!

Fotos aus der Sossusvlei: Sossusvlei Fotogalerie Teil I

Vorschaufotos:

Der Wecker klingelte wieder um 5:30 Uhr und wir fuhren nach dem Frischmachen zum Eingangstor, wo bereits sechs Autos vor uns warteten. Pünktlich um 6:15 Uhr öffnete das Tor und zu unserer Überraschung benötigten alle Autos bis auf eins noch ein Permit und bogen zur Rezeption ab, während wir weiter bis zum zweiten Gate fahren konnten, wo wir unser Permit vorzeigten, registriert wurden und dann weiterfahren konnten.

Kurz nach der Einfahrt tauchte die Sonne die Dünen in der Ferne in ein wunderschönes rotes Licht – Sandra’s Fotografenherz blutete und wir fuhren tapfer weiter. Nach 21 km passierten wir die Flussdurchquerung und sahen, dass der Tsauchab nicht mehr lief. Die letzten fünf Kilometer 4×4 Strecke waren jedoch immer noch gesperrt, da der Untergrund sehr tief matschig war und das Wasser noch versickern musste. Auf der einen Seite waren wir enttäuscht, dass die Strecke nicht befahrbar war, aber auf der anderen Seite war es ein weiterer Grund, noch einmal wieder zu kommen! Man muss es eben nehmen, wie es kommt und das Beste daraus machen. Nicht zu vergessen, dass Wasser in der Vlei ein seltenes Ereignis ist!

Wir liessen den Trubel der Düne 45 links liegen und fuhren mit einigen weiteren Fotostopps die letzten 20 km bis zum 2×4 Parkplatz. Hier war Ende und auch der Shuttle fuhr nicht mehr. Das Revier lief noch und der Untergrund war tief und matschig, so dass ein Fahren unmöglich war. Wir frühstückten schnell eine Scheibe Brot und machten uns dann mit einigen Anderen zu Fuss auf den Weg zur Sossuvlei, denn es war einer der seltenen Momente, wo es Wasser in der Vlei gab. Schon der Anfang der Wanderung war interessant, denn der Tsauchab führte noch Wasser und die sonst viel befahrene 4×4 Strecke war nun wieder im ursprünglichen Zustand eines Flussbettes. Blumen blühten überall, was für uns ein völlig neuer Anblick war, den wir staunend beobachteten und bewunderten. Der Marsch über 5 km war anstrengend, aber gut machbar. Wir mussten einige Umwege laufen, denn teilweise waren ganze Flächen noch mit Wasser bedeckt! Wir waren noch nie mit schlammigen Schuhen in der Sossusvlei:-)Es war eine herrliche Erfahrung, diese Landschaft so zu durchwandern und als wir dann den ersten Blick auf die mit Wasser gefüllte Sossusvlei werfen konnten, gingen unsere Herzen völlig auf! Ein Anblick, den wir uns immer gewünscht hatten und vor dem wir nun atemlos und fasziniert standen. Die Sossusvlei war nun sogar so voll mit Wasser, dass die vorderen Picknickplätze unter Wasser standen. Das Revier muss hier noch ungefähr eine Höhe von 40 bis 50 cm erreicht haben, wie man an den Kanten des Flussufers sehen konnte.

Die kleinen Kapsperlinge der Sossusvlei waren natürlich auch sofort zur Stelle und bekamen von uns eine grosszügige Portion Sonnenblumenkerne, die sie zügig vertilgten. Wir blieben eine Weile, um zu fotografieren und diesen so seltenen und ungewöhnlichen Anblick zu geniessen. Leider war es nun schon 10 Uhr, das Licht sehr hart und somit nicht mehr schmeichelhaft für Fotos. Aber es zählte mehr die Erfahrung, die Sossusvlei mit Wasser zu sehen – immerhin ist die Namib eine der trockensten Wüsten der Welt. Allerdings ist es dieses Jahr schon das zweite Mal, dass es Wasser in der Vlei gab. Unwetter waren recht häufig und die Reviere liefen dementsprechend. Klimaveränderung oder Zufall? Wir wissen es nicht.

Wir wanderten zurück zum Parkplatz und konnten nun querfeld über und durch die Dünen laufen, da wir die markante Düne vom Parkplatz mit den Fussspuren immer im Blick hatten. Das kürzte den Weg erheblich ab und wir erreichten schnell das Flussufer. Wir waren darauf eingestellt, barfuss durch den Fluss zu waten, aber das Wasser war komplett versickert und liess nur tiefen Schlamm zurück. Wie schnell so etwas in der Wüste passiert – kaum vier Stunden später war das Wasser wie in einem Traum verschwunden!

Die Landschaft war trotzdem faszinierend und wir machten eine lange Rast unter einem schattigen Baum. Plötzlich bog ein junger Mann um den Baum, der uns doch sehr bekannt vorkam. Es war Gernot! Was für ein grosses Hallo und ein noch grösseres Hallo, als Ingrid uns fand. Wir wussten ja, dass wir zur selben Zeit hier sein würden, aber ein Treffen in der Wüste mit so vielen Pfaden war doch schon ein unglaublicher Zufall! So plauderten wir eine halbe Stunde angeregt und erzählten uns von unseren Regenerfahrungen bis wir uns für den Abend verabredeten und Gernot und Ingrid weiter Richtung Vlei wanderten, während wir noch ein paar Fotos vom gelben Burzeldorn (Tribulus terrestris) und interessanter Sandstrukturen im Flussbett machten und schliesslich wieder den 2×4 Parkplatz erreichten.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir um zwei Uhr die ganze Strecke zurück bis zum Desert Camp. Eine kurze Dusche und schon war es Zeit für das schöne Abendlicht, das die Berge um uns herum erst in ein herrliches Orange und dann in ein leuchtendes Rot tauchte. Wir fanden ein grosses Webervogelnest als idealen Vordergrund und später noch eine ausgesprochen attraktive Felsformation, die in der Sonne rot leuchtete. Was für ein gelungener Abschluss eines wundervollen Tages!

Unsere Webervögel warteten bereits auf ihre Sonnenblumenkerne, die wir gern mit einem Schälchen Wasser servierten. Was für ein Gedränge, aber wir lieben eben glücklige Vögel:-)Gerd liess sich erneut nicht entmutigen und startete einen neuen Versuch mit Holzkohle auf dem Braai. Diesmal klappte es einwandfrei und nach etwas mehr als einer Stunde lagen Kudu und Oryx grilliert auf unseren Tellern – geht doch!

Nach dem leckeren Abendessen fuhren wir zurück zur Sossusvlei Lodge, wo wir mit Gernot und Ingrid an der Bar verabredet waren. Wir verbrachten einen lustigen Abend und hatten viel Spass am Ende eines perfekten Tages.

Highlight des Tages: Sossusvlei mit Wasser

Fotos aus der Sossusvlei: Sossusvlei Fotogalerie Teil II

Vorschaufotos:

SSandra war natürlich wieder sehr früh wach und fand einige schöne Motive im Morgenlicht. Die Berge sehen im frühen Licht fantastisch aus, ebenso wie die attraktive Felsformation am Eingang des Camps.

Wir servierten unseren dankbaren Vögeln Frühstück in Form von Sonnenblumenkernen und Wasser, was sie dankbar und lautstark in Anspruch nahmen. Es war schön zu sehen, wie die Jungsvögel ihre Eltern jagten, um auch ihre Portion abzubekommen. Genau wie unsere kleine Spatzenbande zuhause in Basel! Wir frühstückten ebenfalls, packten unsere Sachen und schon bogen Gernot und Ingrid um die Ecke, um sich das Desert Camp anzusehen und um uns zu verabschieden.

Unser Benzintank war noch halb voll, vor uns lagen 350 km, aber wir tankten sicherheitshalber nochmal 20 Liter. Was sich später als sehr ratsam erweisen sollte…

Heute ging es für eine Nacht nach Swakopmund, um noch Lebensmittel für die letzten beiden Campingtage zu besorgen. An sich mögen wir Swakopmund nicht so sehr, da es dort zu oft neblig ist und uns eher an einen trüben Novembermorgen in Basel erinnert. Die allgemeine Begeisterung für Swakopmund können wir daher nicht so ganz teilen. Auf dem Weg dorthin genossen wir die Ausblicke auf die roten Dünen, die bis zum Horizont reichten und grün bewachsen waren. Dann sahen wir kurz vor Solitaire plötzlich eine Gruppe von fünf Giraffen, die gerade die Schotterpiste überqueren wollten! Giraffen hatten wir noch nie in dieser Gegend gesehen und dementsprechend gross war unsere Begeisterung und wir beobachteten sie über eine halbe Stunde bis sie es wagten, langsam und grazil über die Piste zu schreiten. Wieder einmal ein typisches unerwartetes Namibia Erlebnis!

Wir passierten den Gaub Pass und erreichten bald den kurvigen Kuiseb Pass und uns erwartete ein weiteres Highlight: auch das Kuiseb Revier lief reichlich und dieses viele Wasser in dieser Mondlandschaft war ein seltener und ebenso fantastischer Anblick, an dem wir verweilten. Danach wurde die Fahrt eintöniger und die Landschaft immer hässlicher. Wir passierten den Vogelfederberg, der fotografisch zwar sehr interessant ist, aber gerade in der prallen Mittagsonne lag. Kurz vor Walvis Bay zweigt die D1984 von der C14 ab, die direkt nach Swakopmund führt. Unsere Tanknadel neigte sich gegen Leerstand und wir fuhren glücklich unserem Ziel entgegen. Das Glück endete sieben Kilometer vor Swakopmund, als die Strasse plötzlich gesperrt war. Kurz dahinter sahen wir auch warum: der Swakop River führte Hochwasser und war unpassierbar. Es blieb uns ein Rätsel, warum es möglich war, die Zufahrt zum Spreetshooge Pass inmitten der namibischen Pampa zu sperren, aber keinen Hinweis am Abwzeig kurz vor Walvis Bay anzubringen, dass die Strasse nicht bis Swakopmund passierbar ist! So mussten wir rund 25 Kilometer zurück fahren und der Pegelstand unseres Tanks nahm einen bedrohlich tiefen Stand an. Wir schafften es gerade noch mit rot leuchtender Warnlampe bis zur ersten Tankstelle in Walvis Bay! Wie wir später erfuhren, zeigt die Tankanzeige im Hilux nur den eingebauten Tank an und nicht den Stand beider Tanks, so dass ein Stand von 3/4 gerade mal rund 50 Liter sind! Hinterher ist man immer schlauer, man hat daraus gelernt und es ist ja nochmal gut ausgegangen!

Auf Camping hatten wir nun keine Lust mehr und wir fuhren Sam´s Giardino an, um dort eine Nacht zu bleiben. Wir waren dort schon 2002 und hatten sowohl Unterkunft als auch Essen und den dazu gehörenden Bernhardiner in bester Erinnerung. Wir bekamen ein Zimmer, registrierten uns fürs Abendessen und liefen in das Zentrum von Swakopmund, das nur 10 Minuten entfernt lag. Natürlich war es neblig…

Das Abendessen war ein traumhaftes 5-Gang Menü, das Gerd in vollen Zügen genoss und Sandra nur zum Teil nahm. Es gab Lachs mit Rösti, Tomatencremesuppe, Salat, Rinderfilet mit Steinpilzrisotto und selbstgemachtes Vanilleeis als Dessert. Sam ist Schweizer, begnadeter Koch und Weinliebhaber mit eigenem gut sortieretem Weinkeller. Er verbrachte einige Zeit an unserem Tisch und wir führten sehr interessante und informative Unterhaltungen über Namibia und über die Schweiz.

Im Nebel, aber glücklich schliefen wir in sehr bequemen Betten ein.

Highlight des Tages: die Giraffen und die Tankstelle in Walvis Bay

Fotos “Farben & Formen” Sossusvlei: Sossusvlei Farben & Formen

Vorschaufotos:

Trotz der guten Betten wachte Sandra schon sehr früh auf und las leise die Nachrichten im Internet während Gerd noch schlief. Um halb sieben Uhr gab es Kaffee von Sam und Sandra schrub am Reisebericht bis Gerd zum Frühstück kam. Es gab alles, was das Herz begehrte von Brot über Käse, Wurst, Marmelade, Bircher-Müesli, Joghurt und frisches Obst. Es war eine willkommene Abwechslung zu Ei, Speck und Bohnen!

Nach dem Frühstück wechselten wir noch etwas Geld und verliessen dann die neblige kleine Stadt Richtung Usakos auf der B2. Es waren nur 140 km bis zur Ameib Ranch, wo wir zwei Nächte campen sollten. Kurz vor der Farm mussten wir zwei Mal das fliessende Revier kreuzen, was Gerd begeisterte und Sandra’s Nerven etwas belastete. Aber es ging natürlich ohne Probleme; auf den Hilux kann man sich eben verlassen.

Angekommen auf der Farm wurden wir von Waltraud Kögl empfangen. Sie hat bereits ein gutes Alter erreicht und führt die Farm allein, aber mit strenger Hand; ihre Arbeiter scheint sie gut im Griff zu haben. Wir bekamen einen Lageplan zu den Plätzen mit Felsformationen und suchten uns einen schattigen Stellplatz aus. Nach dem Mittagessen war es sehr heiss und wir relaxten im Schatten bis wir um 15 Uhr in die Felsformationen fuhren. Bull’s Party, ein Fels der aussieht wie der Kopf eines Elefantenbullen, liegt fünf Kilometer von der Campsite entfernt. Der Fels sieht einem Elefanten wirklich ähnlich und wir schauten uns fasziniert diese kleine Welt aus Wollsackerosion an, die sehr an die Spitzkoppe erinnert. Eine Fülle von Motiven! Auch hier flossen noch kleinere Bäche, die sich zu kleinen Pools stauten, in dem sich die Felsformationen schön spiegelten. Was für ein fabelhafter fotografischer Spielplatz, an dem wir uns so richtig austobten bis die Sonne bereits um kurz vor fünf Uhr hinter den Bergen verschwand. Dieser Abstecher zur Ameib Ranch hatte sich wirklich gelohnt!

Zurück auf der Campsite machten wir unser Dachzelt nachtfertig und auch diesmal gelang Gerd wieder ein perfektes Feuer mit guter Glut zum Grillieren. Wir hatten in Swakopmund Wildfleisch gekauft und liessen es uns mit Bratkartoffeln bei Weisswein und Bier gut schmecken.

Highlight des Tages: die Felsformationen rund um Bull’s Party

Panoramafotos Sossusvlei: Fotogalerie Namibia – Sossusvlei Panoramen

Photo preview:

Selten hatten wir beide so schlecht geschlafen wie in dieser Nacht. Wir bekamen lange Zeit kein Auge zu und schliefen erst kurz vor drei Uhr ein. Trotzdem standen wir im Morgengrauen auf, legten das Dachzelt zusammen und fuhren zu den Felsformationen bei Bull’s Party.

Leider war es etwas wolkig und die Sonne kommt morgens auch erst eine Stunde nach Sonnenaufgang über die umliegenden Hügel. So kletterten wir die Felsen hinauf und genossen den Ausblick über die weite Ebene, bis das Sonnenlicht auch unsere Felsen beleuchete. Wir fanden einige nette Motive und auch heute spiegelten sich die Felsen in den kleinen Pools, die durch das immer noch leicht fliessende Wasser entstanden. Auf dem Rückweg beobachteten wir die bunten Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis), die in einer grossen Pfütze ihr Morgenbad nahmen. Wirklich süsse kleine Papageien!

Zurück bei der Campsite gab es erstmal Milchkaffee und bald brutzelte ein leckeres Frühstrück auf dem Gaskocher. Die Zeit bis 14 Uhr verbrachten wir mit Relaxen am Pool, Reisebericht schreiben und ein wenig Nachrichten im Internet lesen. Schliesslich fuhren wir wieder zur Bull’s Party und hatten auch heute ein herrliches Abendlicht mit fast schon kitschig wirkenden Spiegelungen in den Pools. Oben in den Felsen neben dem Elefantenkopf konnten wir ein Schlangenadler Paar in einem Baum ausmachen. Schön, dass wir diese majestätischen Adler auch noch mal gesehen haben!

An diesem Abend brieten wir das Fleisch in der Pfanne, da die Holzkohle verbraucht war und es unser letzter Camping-Abend war. Nach dem Essen gingen wir hinüber zur Bar und trafen auf eine Reisegruppe eines schweizer Fotoreisen Veranstalters. Wir tauschten uns eine Weile aus und lachten viel über unsere Erlebnisse. Sprachlos machte uns dann dies: wir erzählten, dass wir vor zwei, drei Jahren Strommasten auf dem Albula Pass fotografiert und per Bildagentur an ein schweizer Stromunternehmen verkauft hätten. Einer der Männer, der im Aufsichtsrat eines Stromunternehmens sitzt, stutzte und meinte, dass wahrscheinlich genau dieses Bild im Jahresbericht eben dieses Stromunternehmens abgebildet ist! Was für ein grandioser Zufall!

Steinmüde fielen wir nach einem Betthupferl auf unsere Matratze im Dachzelt und hofften, dass wir besser schlafen würden.

Highlight des Tages: die Spiegelungen der Felsformationen im Wasser

Fotogalerie Ameib: Fotogalerie Namibia – Ameib Ranch – Bull’s Party – Elephant’s head

Vorschaufotos:

Wir schliefen in der Tat viel besser und es war eigentlich die einzige Nacht, in der wir gut im Dachzelt geschlafen hatten. Dafür war heute das Zusammenlegen des Dachzeltes im Morgengrauen irgendwie umständlich und dauerte lange. Das ist wirklich etwas störend, wenn man morgens früh fotografieren möchte und erst das Dachzelt zusammenlegen muss. Die ruhige Idylle, die man in der Regel beim Campen hat, bezahlt man mit sehr viel Zeitaufwand und auch Arbeit.

Wir fuhren zur Bull’s Party, wo bereits die anderen Fotografen auf die Sonne warteten, die aber nicht kam, weil es wieder sehr wolkig war. Immerhin schaute sie hin und wieder kurz durch die Wolken, so dass uns zumindest ein schönes Motiv gelang. Wir fuhren zurück zu den Rosenköpfchen und beobachteten sie dabei, wie sie ihre Jungen fütterten. Putzig!

Zurück auf der Campsite brutzelten wir unser letztes Frühstück, überraschenderweise wieder Ei mit Speck, Champignons und Bohnen. Wir packten die restlichen Sachen zusammen und machten uns alsbald auf den kurzen Weg zur Farm Eileen am Rande des Erongo, wo wir uns schon sehr auf das Wiedersehen mit Rita und Frederick van Alphen freuten.

Die Fahrt führte uns einmal um das Erongo Massiv herum, da eine Durchquerung leider nicht möglich ist. Auf der Namibia Karte ist zwar eine Fahrstrasse quer durch den Erongo verzeichnet, aber Frau Kögl und auch später Frederick sagten, dass diese Pad seit ungefähr 1935 nicht mehr benutzt wurde! Auf der Fahrt bewunderten wir den Hohenstein mit seinen interessanten Strukturen und sahen endlich auch eine wunderschöne Gabelracke sowie einige Singhabichte auf den Telefonleitungen.

Die Anfahrt auf dem Farmpad zur Farm Eileen war schnell gefunden und ausgesprochen gut zu befahren. Die Pad hat bezüglich Befahrbarkeit einen schlechten Ruf, der aber so gar nicht gerechtfertigt ist. Die Strecke ist für 2×4 ausgelegt und sowohl für normale PKW und erst recht für geländegängige Fahrzeuge perfekt und einfach befahrbar – selbst heute nach dem vielen Regen! Es waren nun 7 km auf der Farmpad bis zur Gästefarm, die wir nach 15 Minuten erreichten. Rita erwartete uns bereits auf der Terrasse und begrüsste uns freudig. Frederick kam auch aus dem Haus und es gab eine allgemeine sehr herzliche Begrüssung. Wir freuten uns alle sehr über das Wiedersehen nach acht Jahren! Natürlich gab es sofort viel zu erzählen und wir sassen eine Weile am grossen Esstisch bei einem Apfelsaft. Es kamen noch andere Gäste an und wir bezogen unseren kleinen Bungalow. Die Zimmer sind geräumig und geschmackvoll eingerichtet mit einem schönen grossen Badezimmer. Unser Bungalow hatte noch einen Vorraum, den wir als eine Art Wohnzimmer nutzen konnten. Wir fühlten uns wohl wie immer und nutzten die Gelegenheit für eine erfrischende Dusche, bevor wir zum guten Spätnachmittagslicht eine kleine Wanderung auf einen Aussichtshügel machten. Von hier hat man einen grossartigen Blick auf diesen Teil des Erongo Kraters, der ruhig im schönen Abendlicht lag. Wir genossen diese Stimmung und gingen dann langsam zurück zur Farm.

Rita hatte sich wieder sehr viel Mühe mit dem Abendessen für ihre nun acht Gäste gegeben. Es gab Brot, eine Pilzsuppe, Tomaten-Gurken-Salat, Reis, Nudeln, Gemüse und Ziegenfleisch. Gerade das Ziegenfleisch begeisterte, da es wesentlich besser schmeckt als europäisches Ziegenfleisch. Frederick erklärte, dass die Ziegen in Europa eher für die Milchproduktion gezüchtet werden und die Ziegen in Namibia ausschliesschlich Fleischziegen sind und dementsprechend anders schmecken. Es war wirklich ein tolles Essen, das wir bei einer Flasche südafrikanischen Sauvignon Blanc genossen.

Fredericks Erzählungen über das Leben auf der Farm und in Namibia waren erfrischend wie immer und so wurde es ein sehr fröhlicher Abend.

Highlight des Tages: das Wiedersehen mit Rita und Frederick

Wir schliefen super gut diese Nacht – eigentlich die erste Nacht überhaupt, in der wir wirklich gut schliefen. Um halb sieben machten wir eine Wanderung am Farmpad entlang und genossen das warme und weiche Licht des Sonnenaufgangs. In dem Sand eines laufenden Reviers fanden wir frische Leopardenspuren – schon beeindruckend, wie gross die Tatzen dieser schönen Katzen sind. Schade, dass wir keinen Leopard gesehen haben, aber sie sind eben sehr scheu und befinden sich gerade in der Paarungszeit, wie uns Frederick später erklärte.

Schon vor dem Frühstück plauderten wir mit Frederick bis die anderen Gäste eintrafen und wir zusammen frühstückten. Rita hatte alles aufgetischt, was das Touristenherz begehrt: Müsli, verschiedene Sorten Aufschnitt und Käse, selbstgeräuchertes Fleisch, Rührei, Joghurt, Marmelade und sogar frische Brötchen.

Nach dem wir alle gut gesättigt waren, gab uns Frederick einen kleinen Überblick über die Geologie und Entstehungsgeschichte des Erongo bevor wir zu einer 2 1/2-stündigen Farmrundfahrt starteten. Was für ein Gegensatz zu 2003, als alles gelb und trocken war. Heute liefen alle Reviere, die Landschaft war grün und die Farben satt. Wir holperten über die Farmpads einen Hügel hinauf, von wo wir eine fantastische Aussicht über die Weite des Kraters hatten und Frederick uns einige Heilpflanzen der Buschmänner erklärte. Die meisten waren Magen- und Darmberuhigend:-)

Wir fuhren weiter durch die schöne Landschaft bis Frederick anhielt und uns über das Wünscheln erzählte. Es wird nicht nach Wasser gewünschelt, sondern nach Brüchen in der Felsstruktur, in der dann oft – aber nicht immer – Wasser zu finden ist. Er hat mittels Wünscheln alle seine Bohrlöcher gefunden und nun sollten wir probieren, eine laufende Ader zu erwünscheln. Wir hatten das schon mal 2003 ausprobiert und Sandra war damals erfolgreicher als Gerd. Frederick zeigte uns, wie man die rechtwinklige Wünschel hielt und Gerd ging los. Tatsächlich bog sich die Wünschel leicht nach links als er den Felsbruch passierte! Nun hatte es auch bei ihm geklappt. Bei Sandra schlug die Wünschel enorm stark bis fast über den Arm nach hinten hinaus! Frederick meinte, es würde Menschen geben, die sensibler auf dieses Phänomen reagierten als andere und Sandra gehörte offenbar dazu. Stolz darüber probierte sie es ein weiteres Mal und dasselbe passierte – es ist ein komisches Gefühl, über diese Bewegung in der Hand keine Kontrolle zu haben!

der Rückfahrt sahen wir eine Gruppe weiblicher Kudus mit Kälbern und gar nicht hoch am Himmel segelten zwei grosse Adler. Wir erreichten die Farm pünktlich zur Mittagspause, wo wir unsere Reste der Camping Vorräte assen, anschliessend Reisebericht schrieben und die Taschen für den Rückflug packten. Ja, leider sollte es schon morgen wieder zurück in die Schweiz gehen:-)

Im schönen Abendlicht brachte uns Frederick auf den Hügel über der Farm, wo wir bereits 2003 Turmaline in Quartz geklopft hatten. Gerd hatte mir damals aus einem besonderen schönen Stück einen Anhänger fertigen lassen. Auch diesmal machte das Suchen und Klopfen mit dem Hammer viel Spass und wir fanden einige schöne Stücke Turmalin. Das Licht war gut und Frederick fuhr auf dem Rückweg einen Aussichtspunkt hoch über der Farm an. Die Sonne tauchte den Krater in ein warmes Licht und es ergaben sich interessante Strukturen durch die Schattenspiele. Das war er nun, der letzte Sonnenuntergang in der Natur in Namibia und etwas wehmütig kehrten wir zurück zur Farm.

Rita und Frederick hatten in ihrer gemütlichen Grillgrotte ein Barbecue vorbereitet. Frederick machte ein grosses, gutes Feuer, das Gerd staunend bewunderte… Schnell waren Würste und grosse Stücke Zebrafleisch gebraten; dazu gab es Tomatensuppe, Squash mit Erbsen, Gemüse und Kartoffeln. Das Zebrafleisch war zart und sehr, sehr lecker und wir alle genossen das Essen und Fredericks Geschichten.

Viel zu schnell ging dieser letzte Abend vorbei und wir schliefen die letzte Nacht in Namibia.

Highlight des Tages: die Farmrundfahrt und Turmaline klopfen

Fotogalerie Erongo: Fotogalerie Namibia – Erongo – Gästefarm Eileen

Vorschaufotos:

Der Morgen brach heran und Sandra ging allein auf das Plateau zum letzten Sonnenaufgang dieser Ferien; Gerd war noch sehr müde. Auf dem Weg hinauf traf sie auf Bambi, einer Kudu Kuh, mit ihrem kleinen Kalb. Bambi ist seit fast sieben Jahren auf dem Farmgelände und hat sich nie einer Gruppe angeschlossen, so dass sie Rita und Frederick schon richtig ans Herz gewachsen ist. Bambi beobachtete mich aufmerksam, aber ihr Kalb war weniger mutig, verschwand im Gebüsch und Bambi folgte ihr bald.

Der Sonnenaufgang war farbenfroh und Sandra schoss die letzten Fotos. Etwas wehmütig genoss sie noch die ruhige Morgenstimmung bevor sie zurück zum Haus ging. Es war schon recht trubelig, zwei weitere Gäste reisten ebenfalls heute ab und wir trafen uns alle auf einen Kaffee auf der Veranda. Bald darauf war Frühstückszeit und wir liessen uns Ritas Köstlichkeiten gemütlich schmecken.

Wir packten die letzten Sachen ein und dann hiess es bereits Abschied nehmen von Rita und Frederick, was uns allen sehr schwer fiel. Auch wenn wir uns selten sehen, ist doch der Kontakt nie abgerissen und wir haben sie und ihre Farm in unser Herz geschlossen. Es ist einfach ein so schöner und idyllischer Ort! Frederick beschrieb uns eine Umfahrung für das versandete Revier, das wir überqueren mussten und wo schon viele Fahrzeuge stecken geblieben sind und dann mussten wir wirklich los. Nach einer herzlichen Verabschiedung machten wir uns auf den rund 250 km langen Weg zurück nach Windhoek.

Unterwegs auf dem Farmpad gab es eine wahre Abschiedsparade: erst trafen wir auf einen Kudu Bullen mit seiner Herzdame, dann machten uns zwei kleine Dik-Dik’s die Aufwartung und einige Tokos flogen wie eine Begleitung neben uns her. Schnell erreichten wir die Umfahrung auf einem Farmpad und kamen danach nach Omaruru auf die Teerstrasse. Eine kurze Rast zum Mittagessen und der Rest der Strecke war schnell zurückgelegt bis wir um halb drei Uhr bei Frank am Tor ankamen. Der Kreis hatte sich geschlossen und nach etwas Plaudern fuhr uns Frank zum Flughafen.

Wir konnten wieder einen Upgrade in die Premium Economy ergattern; allerdings lag der Preis mit 3000 NAD deutlich höher als in Frankfurt mit 275 Euro. Aber der viel bessere Sitzkomfort war es uns wert. Wir waren nun sehr früh dran, gingen durch die Sicherheitskontrolle und surften bei einer Flasche Wein im Internet bis wir das Flugzeug besteigen durften.

Es war bereits dunkel, als die Air Namibia Richtung Frankfurt abflog und unsere Ferien endgültig beendet waren. Wir schliefen die Nacht über sehr gut und landeten gut ausgeruht pünktlich in Frankfurt. Alles ging sehr schnell und bereits 50 Minuten später sassen wir im Zug nach Basel.

Es waren sehr schöne, erlebnisreiche zwei Wochen. Die Haupterkenntnis bleibt wohl, dass Camping für uns eine Art Hassliebe bleiben wird. Wir schätzen die Freiheit und Unabhängigkeit, aber es ist eben auch viel Arbeit und ein erheblich höherer Zeitaufwand. Das Dachzelt war morgens, wenn wir zum Fotografieren wollten, ein echter Zeitfresser, aber ansonsten haben wir uns recht wohl gefühlt. Das nächste Mal werden wir aber wohl doch lieber ein Bodenzelt nehmen.

Highlight des Tages: der letzte Sonnenaufgang im Erongo

Wir hoffen, Euch hat der Reisebericht gefallen und danken für Euer Interesse.

Wir freuen uns über Euren Besuch unseres Fotoblog mit aktuellen Fotos und Informationen über unsere Fotoprojekte SA*GA Photography – Naturfotografie Fotoblog von Sandra Schänzer

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