Reisebericht: Madeira 2012

Wir freuen uns, dass Ihr zu unserem Reisebericht nach Madeira im Frühling 2012 gefunden habt. Gerd und ich verbrachten neun wundervolle Tage vom 6. bis 15. April 2012 auf der Insel des ewigen Frühlings und genossen die Lorbeerwälder, faszinierende Levadawanderungen und atemberaubende Ausblicke über die zerklüftete Küste.

Wie immer haben wir die Reise individuell gebucht und eine schöne perfekte Unterkunft für unseren Aufenthalt in São Vicente an der Nordküste gefunden: Das Hotel Residencia Ferdinanda / Solar da Bica Wir hatten das einzige Apartment gebucht, das etwas vom Haupthaus entfernt und sehr ruhig ist.

Unseren Mietwagen, einen Seat Ibiza 5-Türer, haben wir bei Magos Car Madeira gebucht, einem lokalen Anbieter mit gutem Ruf und gut gewarteten Autos. Es gab am Auto nichts zu beanstanden und es war in tadellosem Zustand.

Wenn Ihr mehr Fotos sehen möchtet, besucht bitte unsere Madeira Fotogalerie. Einzelne Galerien sind auch in den Tagesberichten verlinkt, falls Ihr die Galerien lieber nach und nach ansehen möchtet.

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Wir hoffen, dass Ihr nun Spass beim Lesen unseres Reiseberichts habt und wir Euch in den Zauberwald und an dramatische Küsten entführen können.

Sandra Schänzer & Gerhard Schöning
SA*GA Photography

Wir haben uns auf diese Reise sehr gefreut, da unser erster Besuch 2010 aus verschiedenen Gründen nicht wie erhofft verlaufen war.

Wir verliessen Basel Richtung Zürich Flughafen bereits am frühen Vormittag, da am Karfreitag viele Passagiere, die wie wir in die Osterferien starteten, erwartet wurden. Noch während wir im Zug waren, fühlte ich mich plötzlich unwohl mit schnell schlagendem Puls. Nun war dies nicht ganz so ungewöhnlich nach einem kleinen Eingriff am Herzen vor nicht langer Zeit und wir kauften eine kalte Flasche Wasser im Flughafen, was normalerweise hilft. In der Zwischenzeit gaben wir unser Gepäck am Drop-off Schalter ab und waren froh, bereits am Vorabend eingecheckt zu haben. Wir gingen nach oben durch die Sicherheitskontrolle und ich fühlte sich immer schlechter. Kurz bevor wir an Bord gehen konnten, entschieden wir uns, nicht zu fliegen und sofort den Medizinischen Dienst aufzusuchen.

Wir verliessen den Flughafenbereich und eilten zum Medizinischen Dienst, wo ein EKG durchgeführt und analysiert wurde. Glücklicherweise war es nichts Bedrohliches und ich bekam ein Rezept für Betablocker, die wir sofort in einer Flughafenapotheke kauften. Aber was sollten wir nun tun? Die ganze Reise absagen oder darauf hoffen, dass die Betablocker ihren Job tun würden? Wir entschieden, bis 2 Uhr abzuwarten, ob sich mein Zustand verbessert oder nicht. Ich fühlte mich besser, aber nicht perfekt und doch gingen wir zum Ticket Counter, um unseren Flug nach Funchal umzubuchen. Wir waren erleichtert, als die Dame sagte, dass wir noch heute Madeira erreichen würden, aber wir waren geschockt, als wir hörten, dass wir pro Person 473 Schweizer Franken extra bezahlen sollten! Dies war mehr, als wir ursprünglich für das Ticket bezahlt hatten! Nun hatten wir ja keine Wahl als diesen Aufschlag zu bezahlen, wenn wir nicht die ganze Reise absagen wollten – toll!

Unser neuer Flug sollte um 16:20 Uhr losfliegen, aber schon bald sahen wir auf den Bildschirmen, dass der Flug zwei Stunden verspätet war! Grossartig, nun würden wir nicht vor 10 Uhr abends in Madeira ankommen und wir mussten danach noch nach São Vicente fahren!

Am Ende landeten wir um 22:15 Uhr in Funchal und das einzige Glück des Tages war, dass unser Gepäck als erstes auf dem Band auftauchte. Die Dame von Magos Car wartete bereits in der Ankunftshalle und wir erledigten den Papierkram und packten das Auto. Wir mussten noch auf dem Weg nach Funchal in der Werkstatt von Magos Car halt machen, um eine der Frontlampen auszutauschen, die auf der Fahrt zum Flughafen durchgebrannt war – typisch für den heutigen Tag!!

Wir erreichten São Vicente schliesslich kurz vor Mitternacht und fanden unsere Unterkunft Solar da Bica relativ schnell in der Dunkelheit. Das Apartment ist grosszügig mit einem Schlafzimmer, einem grossen Wohnraum, einer gut eingerichteten Küche und einem modernen Bad. Zu meiner grossen Freude befand sich im Wohnzimmer ein eigener PC mit freiem WLAN Zugang – mein Tag war dann doch noch gerettet!

Gerd packte noch emsig die Taschen aus, doch ich war einfach nur fertig und ging nach einer schnellen Dusche erschöpft ins Bett.

Was für ein schlechter Start in die Ferien – es konnte einfach nur besser werden!

Highlight des Tages: das Bett im gemütlichen Apartment

Als wir nach dem anstrengendem Vortag ziemlich spät erwachten, fielen Regentropfen gegen die Fensterscheiben. Wir gingen zum Frühstück ins Haupthaus, das als traditionelles kontinentales Frühstück serviert wird: Brot, Butter, Marmelade, Aufschnitt, Käse, Joghurt, Müsli, Kaffee und eine Auswahl an Tee. Verschieden Arten von Eiern wie Spiegelei oder Rührei können bei der netten Dame aus der Küche bestellt werden.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Ribeira Brava, machten in einem Supermarkt ein paar Einkäufe und kauften in einem Telekommunikationsladen eine SIM mit Internet Prepaid Tarif für mein Smartphone. Der Supermarkt am Rand von Ribeira Brava war riesig und wir fanden dort alles, was wir brauchten, so dass wir nach einem Tankstop schnell zum Apartment zurückkehren konnten. Wir kochten noch schnell eine Pasta Bolognese zum Mittagessen, machten noch eine kurze Pause und fuhren dann los zum Zauberwald nach Fanal auf dem Plateau von Paul da Serra.

Das Wetter war noch ein wenig unbeständig, doch das waren genau die Bedingungen, die ich mir für den Zauberwald mit den uralten Lorbeerbäumen (Laurel laurisilva) gewünscht hatte. Als wir den Zauberwald erreichten, kam und ging der Passatnebel in ständigem Wechsel und im Nebel – der eigentlich tief liegende Wolken sind – entfalteten die Bäume ihre ganze Magie. Es war schon sehr speziell, inmitten der uralten Bäume zu stehen, wenn der Nebel mystisch um die Bäume wabert – ich wäre auch nicht sonderlich überrascht gewesen, wenn plötzlich ein Kobold um einen Baum geschaut hätte, um Hallo zu sagen!

Es ist nur etwas Schade, dass anscheinend viele weibliche Touristen diese schönen alten Bäume (und nicht nur diese an diesem Ort…) als Toilette missbrauchen. Papiertaschentücher lagen unter vielen Bäumen – das Foto ist nur ein Beispiel und ich musste dafür auch nicht lange suchen. Dieses Verhalten ärgert mich schon seit langem in den Touristengegenden (und nur dort!) in meiner Heimat Schweiz, so dass ich an dieser Stelle mal eine Bitte an alle Ladies richten möchte: kleine Plastikbeutel (z.B. Frühstücksbeutel) oder einfach nur Slipeinlagen sind eine grossartige Erfindung der Neuzeit – bitte benutzt diese, anstatt die Papiertaschentücher in die Natur zu werfen!!!

Trotz der Kälte und leichtem Regen genossen wir es zwei Stunden lang, den Zauberwald zu fotografieren, bis sich der Passatnebel ganz plötzlich auflöste und wir zurück zum Auto gingen.

Es fing wieder stärker an zu regnen und es gab keine Hoffnung auf ein schönes Abendlicht und so schauten wir ein wenig Fernsehen bevor wir früh zu Bett gingen.

Highlight des Tages: der Zauberwald im Fanal

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

Ich stand kurz vor sieben Uhr auf und fuhr 20 Minuten bis zum Strand von Ribeira da Janela, wo sich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Nordküste befindet: Neptune’s finger cliffs, eine Ansammlung markanter Felsen im Meer, die aus einer bestimmten Perspektive wie Finger aussehen.

Ich kam ein wenig zu spät, denn der Himmel im Osten färbte sich bereits rot, aber ein paar stimmungsvolle Aufnahmen gelangen mir dennoch. Die Wellen waren recht hoch an diesem Morgen und ich passte auf, nicht zu nah ans Wasser zu geraten. Der Anblick der Felsen ist spektakulär und ich versuchte mich an verschiedenen Ansichten, die ich an den nächsten Tagen probieren konnte. Ich blieb, bis nach Sonnenaufgang das Licht schnell zu hart wurde. Es überraschte mich ein wenig, dass hier das schöne warme Morgenlicht bereits nach wenigen Minuten vorbei ist; das muss an der doch schon recht südlichen Lage Madeiras liegen.

Ich fuhr zurück und wir genossen ein entspanntes Frühstück im Haupthaus. Das Wetter war noch immer leicht unbeständig und ich wollte es nach den Herzproblemen auch noch etwas langsamer angehen, so dass wir diesen Morgen ausschliesslich zum Location scouting benutzten. Wir assen im Restaurant Caravela am Strand von São Vicente zu Mittag, das wir bereits vor zwei Jahren besucht hatten. Der Fisch dort ist immer frisch und schmackhaft zubereitet – die Portionen sind einfach nur gigantisch!

Nach diesem nicht gerade leichten Mittagessen wollten wir uns die Füsse vertretewn und fuhren hinauf zur Paul da Serra, um eine kurze Levadawanderung zu machen. Levadas sind die für Madeira typischen Bewässerungskanäle und viele Wanderungen führen an ihnen entlang durch Lorbeer- und Eukalyptuswälder. Diese Levada war nur 20 cm breit und wand sich durch dichte Ginsterbuschvegetation, die nicht typisch ist für Madeira, aber die andersartige Kargheit der Ebene Paul da Serra kennzeichnet.

Leider waren die Passatwolken nicht tief genug für den Zauberwald im Fanal und wir fuhren die kurze Strecke zurück nach Porto Moniz, um in einer kleinen Bar ein Glass Wein zu trinken, bevor wir wieder zu den Felsen von Ribeira da Janela fuhren. Der Himmel sah dramatisch aus mit vielen Wolken und die Wellen kamen relativ hoch hinein, was beides von Vorteil für stimmungsvolle Fotos war. Leider war das Wasserkraftwerk am Ende des Flusses stark beleuchtet und die Lichter warfen einen orangefarbenen Ton auf das Wasser und die Felsen. Schade, aber es gelangen uns immerhin einige schöne Fotos!

Es war schon spät, als wir am Apartment ankamen und so assen wir nur noch einen leichten Snack und schliefen zufrieden ein.

Highlight des Tages: der Abend bei Neptun’s finger cliffs

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012 – Teil II

Heute standen wir beide eine halbe Stunde früher auf und fuhren nach Ribeira da Janela, um Neptune’s finger cliffs im Morgenlicht zu fotografieren. Wir waren diesmal pünktlich und uns gelangen einige stimmungsvolle Aufnahmen während der blauen Stunde. Die See war heute ruhiger als gestern, aber die Brandung war immer noch stark genug, um die Lavasteine malerisch zu umspülen.

Wir kosteten die Stunde bis Sonnenaufgang voll aus und fuhren dann langsam zurück nach São Vicente. Unterwegs machten wir einen kurzen Halt in Seixal, wo die Sonne die vorgelagerten Felsen in ein wunderbares orangefarbenens Gegenlicht tauchte. Wir blieben eine Weile und schauten zu, wie die Wellen über die Lavasteine am Strand spülten.

Wir frühstückten, bereiteten Sandwiches zu und machten uns auf den kurzen Weg nach Lamaceiros, wo wir entlang der Levada ins Tal von Ribeira Janela wandern wollten. Diese Levada ist ziemlich breit und windet sich ohne merklichen Höhenunterschied durch das Tal, so dass es eine nette einfache, aber mit fast 14km lange Wanderung war. Es war sonnig als wir losgingen und der erste Teil des Weges führte uns durch einen schönen Eukalyptuswald, der bald von einem dichtem Lorbeerbaumwald mit vielen wunderschönen Farnen abgelöst wurde. Wir machten viele Fotostops, da die Aussicht auf das dichtbewachsene Tal und die üppige Vegetation geradezu dazu einluden, fotografiert zu werden! Es gibt vier malerisch gelegene Picknickplätze auf dem Weg und wir nutzten einen davon für unsere Mittagspause, die wir mit einer aufgeweckten Bande der Madeira Buchfinken teilten. Sie sind lustige kleine Kerle und haben überhaupt keine Scheu. Die mutigsten Finken nahm sogar einige Kerne direkt aus der Hand!
Wir gingen weiter und hielten immer wieder für Fotopausen an, so dass wir am Ende statt der regulären 1.5 Stunden über 2.5 Stunden bis zum ersten Tunnel benötigten! In der Zwischenzeit waren auch die Passatwolken in den höheren Lagen angekommen und wir entschieden uns, die Wanderung an diesem Punkt zu beenden, um in den Zauberwald zu fahren. So liefen wir zurück zum Parkplatz, machten unterwegs noch eine kleine Pause und fuhren hinauf in den Fanal.

Und es war die absolut richtige Entscheidung! Die Wolken waren sehr dicht und die Atmosphäre geradezu mystisch. Die Formen der alten Lorbeerbäume waren schemenhaft im Nebel sichtbar und führten zu einer fast geisterhaften Stimmung. Ich verschwand bald im Nebelwald und fotografierte drauf los, während Gerd in der Nähe des Parkplatzes blieb, um eine Familie Madeira Buchfinken anzulocken und zu fotografieren. Sie nahmen die Nahrung dankbar entgegen und posierten willig für Gerd, der ein paar richtig schöne Aufnahmen der attraktiven, süssen Finken machen konnte. Ich tauchte wieder aus dem Nebelwald auf und hatte mit Gerd zusammen grosse Freude an der Vogelparty, bis die Passatwolken wieder dichter wurden und ich erneut im Zauberwald verschwand. Diesmal hielten sie sich aber nicht sehr lange und wir fuhren noch zu einem anderen Parkplatz weiter unten an der Strasse, hatten aber auch dort kein Glück mehr und es blieb klar.

So fuhren wir zurück nach Ribeira da Janela und machten von einem Aussichtspunkt aus Abend- und Nachtaufnahmen der Nordküste. Hoch oben vom Dorf aus hat man einen grossartigen Blick auf die Küste von Seixal über São Vicente bis nach São Jorge weit im Osten und sogar die Inselgruppe von Porto Santo war klar in der Entfernung zu erkennen.

Wir fuhren glücklich und zufrieden zurück nach São Vicente und assen ein leichtes Abendessen mit Spiegelei und Brot. Was für ein perfekter Tag!

Highlight des Tages: einfach alles!

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012 – Teil III

Vorschaufotos:

Wir standen zur selben Zeit auf wie gestern und passierten Ponta Delgada, um nach São Christavo zu fahren, das hoch auf den Klippen der Nordwestküste liegt. Die Form der Steilküste und sogar Porto Santo in einiger Entfernung waren in der Dämmerung bereits klar zu erkennen und uns gelangen einige feine Fotos während der blauen Stunde. Eine halbe Stunde später ging die Sonne an einer Ecke der Ostküste auf und es war fast so, als würde sie den Hügel hinauf rollen. Ein toller Anblick und ziemlich attraktiv für Fotos.

Nach nur zehn Minuten war die Sonne schon zu grell zum Fotografieren, aber wir beobachteten noch den schönen Sonnenaufgang bevor wir zum Frühstück zurück ins Solar da Bica fuhren. Wir liessen es heute ruhig angehen, machten ein Nickerchen, arbeiteten am Reisebericht und nahmen ein frühes Mittagessen auf unserer Terrasse.

Der Encumeada Pass ist nur eine kurze 20-minütige Fahrt von uns entfernt und wir machten am Nachmittag eine kleine Wanderung an der Levada do Norte und Levada das Rabaças entlang. Die Vergetation auf dem Pass ist üppig grün mit ausgedehnten Lorbeer- und Eukalyptuswäldern und vielen schönen angepflanzten Blumen. Diese Gegend war vor zwei Jahren schwer von den Erdrutschen betroffen und man sieht die Stellen immer noch wie grosse Narben in den Hängen der Berge. Die Wanderung entlang der Levada ist am Anfang sehr leicht, wird dann aber enger und die Abgründe zur linken Seite steiler. Beängstigend! Ich war heute nicht richtig fit und fühlte mich etwas schwindelig, so dass wir nur etwa 80% der Wanderung machten und dann zum Encumeada Pass zurück kehrten. Es war immer noch sonnig und daher nicht so ideal für ansprechende Fotos von der Levada, aber ein paar Aufnahmen sind uns dennoch in schattigen Ecken gelungen.

Wir fuhren zum frühen Abendessen zurück nach São Vicente in unser Lieblingsrestaurant Caravela. Das Essen hier ist immer frisch und die Portionen riesig. Die Fisch Speisekarte ist zwar auf den ersten Blick umfangreich, doch es ist nur das im Angebot, was gerade frisch aus dem Meer verfügbar ist. Die netten Kellner und Kellnerinnen sind immer sehr freundlich und informieren prompt über das aktuelle Tagesangebot an Fisch. Ein wirklich empfehlenswertes Restaurant, wenn Ihr mal nach São Vicente kommt.

Wir genossen einen köstlichen Papageifisch mit Gemüse, Kartoffeln und Reis sowie ein Omelette und fuhren zurück auf den Encumeada Pass, um das letzte Abendlicht einzufangen. Es war einfach nur grossartig! Die Wolken kamen und gingen und waberten um die Passhöhe und die Gipfel von Picu Ruivo und Pico Grande. Das Licht und die Aussicht änderten sich minütlich und es war atemberaubend schön. Das Innere von Madeira ist zerklüftet und wild und genauso wild wechselte das Licht. Wir waren fasziniert, machten eine Menge Fotos und bewunderten das Naturspektakel, das sich vor unseren Augen abspielte. Was für eine grossartige Show!

Wir blieben bis zum Ende der blauen Stunde und fuhren zurück zum Apartment. Ein weiterer prächtiger Tag ging zu Ende, den wir bei einem Glas Wein ausklingen liessen.

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang am Encumeada Pass

Flora Fotogalerie: Madeira Flora Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

Eigentlich wollte ich heute morgen nur an den Strand bei Seixal, aber als ich die Küste in São Vicente erreichte, sah ich im Osten einige dramatische Wolken und ich dachte, dass sie sich gut als Hintergrund bei den Neptune’s finger cliffs machen würden. So fuhr ich schnell zum Parkplatz gegenüber des Kraftwerks und eilte zum Strand. Ein anderer Fotograf kam kurz nach mir, aber zum Glück ist der Strand ja gross genug für alle. Wie antizipiert, machten sich die Wolken gut als Hintergrund und die Fotos sahen schon auf dem Kameradisplay gut aus. Die Wellen waren nicht sehr stark, so dass diesmal nicht alle Lavasteine malerisch umspült wurden. Man kann eben nicht immer alles haben!

Ich verliess den Strand 20 Minuten vor Sonnenaufgang und fuhr zurück nach Seixal, wo ich eigentlich ursprünglich hin wollte. Als ich ankam, war es ganz kurz vor Sonnenaufgang und der Himmel wurde von der aufgehenden Sonne in ein wunderschönes Orange getaucht, umrahmt von hübschen Wolken. Die vorgelagerten Felsen von Seixal waren ein perfekter Vordergrund und ich machte die Fotos, die ich mir vorgestellt hatte. Nach Sonnenaufgang ging ich noch hinunter zum Strand und versuchte mich an Fotos von umspülten Steinen. Es war ganz und gar nicht einfach: es gab weder gute Ergebnisse noch den idealen Moment oder Welle, aber es hat trotzdem viel Spass gemacht!

Ich ging mit Gerd frühstücken und wir entschieden uns, die Vulkangrotten von São Vicente zu besuchen, die nur fünf Minuten vom Solar da Bica entfernt sind. Das Folgende ist eine Übersetzung der Infos von Caves and volcanism Centre of São Vicente :

Die Grotten von São Vicente wurden durch eine vulkanische Eruption vor 890 Tausend Jahren auf der Paúl da Serra geformt. Als die Lava zur See floss, wurde der äussere Teil niedrigen Temperaturen ausgesetzt und verfestigte sich schnell, während im inneren Teil die Lava mit vielen Gasen weiter floss und so eine Serie von Lavatunneln entstanden, die die Grotten von São Vicente formten. Heute kann man hier einen Teil der Lavatunnel besichtigen. Die insgesamt acht Tunnel dehnen sich auf 1000 Meter aus, mit einer maximalen Höhe zwischen 5 und 6 Metern. Es ist das grösste bekannte Höhlensystem auf Madeira.

Die Besichtigung war sehr interessant und das Center hat sich grosse Mühe gegeben, wirklich vorbildlich! Wir gingen zunächst in die Ausstellung, die sich als gar nicht langweilig entpuppte und einen animierten Vulkanausbruch und einen künstlichen Lavafluss zeigt sowie einen gut gemachten 3-D Film über die erdgeschichtliche Entstehung Madeiras und des Archipels. Die Tour in die Grotten begann danach und war ziemlich faszinierend. Auch hier war alles perfekt präpariert und ausgeleuchtet, so dass wir einen tollen Blick in die Erdgeschichte werfen konnten.
Die 8 Euro Eintrittsgeld waren wirklich sehr gut investiert und am Ende trafen wir im Souvenirshop noch die junge Dame, die in der Bar in Porto Moniz kellnert, wo wir schon zwei Mal ein Glas Wein getrunken hatten. Sie arbeitet morgens hier im Souvenir Shop und dann am späten Nachmittag in der Bar. Wir hatten eine nette Unterhaltung und kauften ein paar T-Shirts für Gerd.

Nach dieser beeindruckenden Besichtigung brauchten wir eine Pause und fuhren zum Mittagessen ins Caravela. Während wir assen, bemerkten wir, dass einige Autos die alte Küstenstrasse ER101 befuhren, die normalerweise für den Verkehr gesperrt ist. Wir fragten unseren freundlichen Kellner, der bestätigte, dass die Strasse nur heute auf einigen Abschnitten geöffnet war. So änderten wir kurzerhand unsere Pläne und erkundeten diese schmale, aber malerische Strasse. Nach nur 200 Meter hielten wir an, als wir sahen, dass die Steilwände dicht mit Drüsen-Aeonium (Aeonium glandulosum) bewachsen waren. Diese schöne Pflanze ist in Madeira endemisch und erreicht alle Grössen und Formen. Von dieser Stelle gab es auch einen idealen Blick hinunter auf den schwarzen Lavastrand, wo einige Steine mit Moos überwachsen waren und sich gut als Fotomotiv machten. Die Strasse wird als Einbahnstrasse geführt und so mussten wir keinen Gegenverkehr fürchten und konnten die langsame Fahrt entlang der Küste aus vollen Zügen geniessen. Wir passierten zwei kleine Wasserfälle und unser Seat bekam eine gratis Autowäsche!

In der Zwischenzeit hatte es angefangen zu regnen und die Wolken hingen tief. Wie aufregend! Wieder einmal perfekte Bedingungen für den Zauberwald und so fuhren wir hinauf zum Fanal, wo wir von wunderbar dichtem Nebel bzw. tiefen Wolken empfangen wurden. Wir parkierten das Auto, tauchten in den magischen Zauberwald ein und fotografierten die alten Lorbeerbäume ausgiebig. Doch viel zu schnell wurde der Regen so stark, dass wir das Shooting abbrechen mussten und nach nur zehn Minuten völlig durchnässt waren. Wir kehrten zum Auto zurück und fuhren zum Apartment, um uns, die Fotorucksäcke und die Stative zu trocknen.

Es regnete den ganzen restlichen Tag und es gab somit heute keinen fotogenen Sonnenuntergang. So verbrachten wir einen ruhigen Abend bei einem leichten Abendessen, einem Glas Wein und etwas Fernsehen.

Highlight des Tages: der Besuch der Lavagrotten in São Vicente

Flora und Fauna Fotogalerie: Madeira Flora und Fauna Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

Die Wolken hingen immer noch tief und es regnete leicht, als ich aufstand. So entschied ich mich, heute nicht herauszufahren und blieb im Apartment. Bei Milchkaffee schrieb ich an der deutschen Version dieses Reiseberichts, während Gerd noch schlief. Er stand gegen 8 Uhr auf und wir gingen hinüber ins Haupthaus zum Frühstück. Der Regen war nun sehr stark und wir schauten im Internet nach, wie es auf den Webcams an anderen Orten Madeiras aussah. Und voilà – auf der anderen, südlichen Seite, gab es ein wenig Sonnenschein und so packten wir unsere Kamerarucksäcke und begannen unseren Tagesausflug.

Der Regen auf der Nordseite war fast sintflutartig und wir konnten noch nichtmals das Auto verlassen, um die Lorbeerbäume nahe dem Encumeada Pass zu fotografieren – wir wären innert Sekunden pitschnass gewesen! So fuhren wir weiter, machten einen kurzen Halt am Supermarkt in Ribeira Brava und dann war er da: Sonnenschein pur! Es war fast unwirklich: blickten wir zurück, war es oben in den Bergen grau und regenverhangen, während wir in kurzen T-Shirts in der Sonne und unter einem blauem Himmel standen. Das ist Madeira!

Wir fuhren auf der alten Küstenstrasse weiter bis Ponta da Sol, wo es einen kleinen Wasserfall gab – nochmal Wagenwäsche für den Seat! Wir parkierten am Strand in Ponta da Sol und ich ging hinunter, während Gerd auf dem Parkplatz blieb und einige hübsche gelb-schwarze Vögel fotografierte. Es gelangen ihm zwar nur ein paar Fotos, aber er war recht glücklich darüber, die quirligen Kerle überhaupt erwischt zu haben. Ich verbrachte eine halbe Stunde am schwarzen Lavastrand und fotografierte die Steine und die zerklüftete Küste.

Vor zwei Jahren haben wir in der Nähe von Calheta übernachtet und wir dachten, wir besuchen das Restaurant, wo wir bei unseren ersten Besuchen recht ordentlich essen konnten. Es ist eigentlich ein ziemlich hässliches Hotel direkt am noch hässlicheren Strand (wegen der grossen Wellenbrecher aus Beton), aber das Essen ist gut und frisch. Wir genossen eine längere Pause und setzten unsere Tour fort. Wir fuhren hinunter nach Jardim da Mar, passierten Paul do Mar und es ging wieder in Serpentinen hinauf nach Fajã da Ovelha, von wo sich uns eine spektakuläre Aussicht fast 300 Meter hinunter auf die Küste von Paul do Mar bot. Es ist schon irgendwie komisch, dass der Fussballplatz fast dieselben Dimensionen hat wie der Rest des Dorfes!

Unser nächster Halt war der für seine Aussicht beliebte Leuchtturm von Ponta do Pargo. Der Standpunkt ist wirklich grossartig mit spektakulären Blicken über die Küstenlinie in beiden Richtungen – definitiv eine Traumlocation für Sonnenuntergang, aber leider zu weit entfernt von unserem Apartment während dieser Ferien. Nun ja, das ist zumindest ein guter Grund, nochmals wiederzukommen, oder?
Wir machten hier eine längere Pause und die leichte Brise hatte sich mittlerweile in einen stürmischen Wind verwandelt. Ich war recht nah am Abgrund der Klippen, die hier fast 400 Meter senkrecht nach unten fallen, um zu fotografieren und Gerd ermahnte mich pausenlos, vorsichtig zu sein. Komischerweise empfinde ich bei solchen Sachen keinerlei Schwindel, während ich manchmal grosse Probleme habe, schmale Levadas mit Abgrund auf der einen Seite zu begehen! Da spielt die Psyche mir dann einen Streich! Wir machten trotz des nicht idealen Lichts ein paar Fotos und ich war damit auch nicht so wirklich glücklich. Aber egal, die Aussicht war toll und wir genossen die Zeit hier oben – die guten Fotos gibt es dann eben beim nächsten Besuch!

Es ging ein paar Kilometer weiter bis nach Cabo, wo wir die malerische Kirche Nostra Senhora da Boa Morte ansteuerten. Es gibt einen schmalen Pfad zu einem Aussichtspunkt und ich kann einfach nur immer wieder dieses eine Wort benutzen: spektakulär! Die Steilheit der Küste an diesem Teil Madeiras ist einfach unglaublich. Wir verbrachten eine Stunde hier, lagen im Gras, genossen die Sonne und die Aussicht. Leider kamen dann aber sehr dunkle Wolken auf, die nach Regen aussahen und wir gingen zurück zum Parkplatz an der Kirche.

Unser letzter Stop heute führte uns an die Bergstation der Seilbahn von Achadas da Cruz, die hier ohne Mast steile 448 Meter an den Strand führt. Der senkrechte Blick von hier hinunter and die Küste ist einer der meist fotografiertesten von Madeira und natürlich haben auch wir davon ein Foto mitgebracht. Der Blick entlang der Küste ist hier hingegen weniger spektakulär, aber hier sind die Hauptattraktionen die Seilbahn sowie die Küstenwanderung von der Berg- zur Talstation, die wir dann beim nächsten Mal machen werden.

Es war nun komplett bewölkt und wir fuhren nach Porto Moniz, wo wir unser schon fast gewohntes Glas Wein tranken. Die nette Dame, die hier und im Souvenirshop in São Vicente arbeitet, kam etwas später und brachte uns zu unserer Überraschung als Aufmerksamkeit ein lokales Getränk names Ponchas. Nun, dieser Drink ist eine Mischung aus Rum, Honig, Zucker und Zitronensaft und geht direkt in den Kopf! Aber wie sagte sie so schön: “You will feel very hot”. Prost…

Als allerletztes, nach Ponchas und Wein, fuhren wir nochmals zu unserer Lieblingsstelle an den Strand von Ribeira da Janela. Wegen des starken Windes hatte ich auf hohe Wellen gehofft und ich wurde nicht enttäuscht. Die Wellen waren bis zu drei Meter hoch, als sie auf den kleinen vorgelagerten Felsen krachten und ein schönes Fotomotiv abgaben. Wir verbrachten hier eine dreiviertel Stunde und versuchten die perfekte Welle und den perfekten Moment festzuhalten. Wieder mal kein einfaches Unterfangen! Urteilt selbst, ob es uns gelungen ist…

Zurück im Apartment bereitete Gerd ein leichtes Abendessen während ich mich um unser technisches Equipment kümmerte und die Batterien auflud, die Fotos auf die Bildspeicher sicherte und am Reisebericht arbeitete.

Was für ein Tag trotz des grausigen Wetters am Morgen, aber…

… dies ist Madeira!

Highlight des Tages: der Ponchas und die schönen hohen Wellen in Ribeira da Janela

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

Ich hatte mich sehr darauf gefreut, heute Morgen nach Ribeira da Janela zu fahren, denn ich erwartete zum Höchststand der Flut hohe Wellen.
Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht und wurde mit einem stürmischen Himmel und einigen sehr hohen Wellen, die über den kleinen Felsen rollten, empfangen. Es war eine ziemliche Herausforderung, Kamera und Objektiv vor der Gischt zu schützen, aber dafür haben wir in der Regel Duschhauben dabei, die kurzerhand zwischen den Belichtungen über Objektiv und Kamera gestülpt werden. Ich genoss diesen kühlen, frischen Morgen am stürmischen Meer sehr und fuhr dann zurück, um mit Gerd zu frühstücken.

Gerd machte Sandwiches, wir packten unsere Kamerasachen und fuhren hinauf zur Paul da Serra, um in Rabaçal zu parkieren, wo der Ausgangspunkt für unser fotografisches Ziel des heutigen Tages war: die berühmten 25 Quellen “25 fontes”.

Es ist vom Forsthaus aus eine einfache einstündige Wanderung entlang der Levada und die beliebteste Tour unter allen Madeira Besuchern. So waren wir dann auch nicht überrascht, dass bereits eine grosse Menge Autos parkierten, als wir ankamen. Wir entschieden uns, den Shuttle Bus hinunter zum Forsthaus zu nehmen, der pro Weg 45 Minuten Zeit spart. Ehrlich gesagt, ist der Weg hinunter auch nicht von hohem Wert und recht uninteressant, da man nur entlang der Teerstrasse läuft. Wenn man es nun nicht gerade sportlich sieht, gibt es keinen Grund, nicht die 5 Euro für die Fahrten Hin und Zurück zu investieren. Während wir hinunterfuhren, überholten wir circa 100 (!!) Wanderer und der Fahrer sagte, dass dies geführte Wandergruppen sind, die eigentlich gestern laufen wollten, es aber wegen des Regens abgesagt wurde. Er sagte uns auch, dass sie erst zum Risco Wasserfall gehen würden und danach zu den 25 fontes und wir dankten ihm herzlich für den Tip. Also gingen wir zügig und direkt zu den 25 fontes, um vor den Massen dort zu sein.

So brauchten wir auch nur 45 Minuten entlang der Levada, bis wir den fantastischen Felskessel der 25 fontes erreichten. Es ist ein Ort von ausgesprochener Schönheit mit grossen und kleinen Wasserfällen über die gesamte Breite und Höhe, die sich in einen kristallklaren kleinen Pool ergiessen. Die Felswände sind bedeckt von Moosen und Farnen und es sind verschiedene Gesteinsarten in Grau, Schwarz und verschiedenen Rottönen sichtbar. Dieser Felskessel ist einfach ein unglaublich faszinierender Ort, an dem wir über zwei Stunden verweilten und fotografierten. Die grossen Wandergruppen kamen und gingen und die Magie des Ortes ging ein wenig im Trubel der Leute verloren. Aber zwischendurch war es immer mal wieder ruhig und wir genossen den Ort – der Massenauftrieb ist zwar Schade, aber unvermeidbar, weil die 25 fontes eben so populär sind.

Wir gingen langsam zurück nach Rabaçal, machten eine lange Mittagspause und fotografierten interessante Moosstrukturen an einer Felswand über der Levada. Die Vegetation ist auf Madeira wirklich sehr interessant und ich fand es sehr bedauerlich, dass ich nicht genügend Zeit hatte, mich ausgiebig der Flora der Insel zu widmen. Aber man kann einfach nicht alles machen in der Kürze der Zeit und so stehen diese Ferien überwiegend unter dem Stern der Landschaftsfotografie.

Wir passierten auf dem Rückweg Fanal, aber es gab heute keinen Nebel und wir fuhren runter nach Ribeira da Janal, wo wir die letzte Stunde damit verbrachten, die Felsen und hohen Wellen zu fotografieren. Es ist wirklich ein feiner Ort! Wir fuhren zurück nach Porto Moniz und assen ein frühes Abendessen in der schönen lauen Luft und bekamen nochmals einen kleinen Ponchas! Es gab keine Hoffnung auf schönes Abendlicht und so fuhren wir zurück zum Apartment, um anzufangen, die Koffer zu packen – am Sonntag würde es bereits zurückgehen! Der Wetterbericht für morgen war nicht schlecht und wir hofften, den Tag an der Küste verbringen zu können.

Das schlechte Ende des Tages war, dass Gerd insgesamt zehn Zecken überall auf meinem Körper entfernen musste, die ich mir wohl gestern im Gras am Aussichtspunkt an der Kirche eingefangen hatte. Glücklicherweise übertragen die Zecken Madeieras dank der Mauereidechsen keine Borreliose Viren…

Ist es nicht schrecklich, wie schnell die Zeit in den Ferien immer vergeht? Nur noch ein weiterer Ferientag…

Highlight des Tages: die faszinierenden 25 fontes

Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012
und
Fotogalerie: Madeira Fotogalerie 2012

Vorschaufotos:

Ich stand zur gewohnten Zeit auf und wurde von einem stark bewölktem Himmel empfangen. Ich fühlte aber irgendwie, dass noch etwas gehen könnte und entschied mich, nach oben ins Dorf von Ribeira da Janela zu fahren.Ich ging hinunter auf die Plattform und sah nur zwei kleine Fenster in den Wolken, die rechts und links von Porto Santo orange leuchteten. Ich fing an, ein paar Aufnahmen vom Ozean mit den dunklen Wolken zu machen, als plötzlich das Feuerwerk begann: der Himmel öffnete sich ein wenig mehr und schickte Sonnenstrahlen auf Porto Santo während es zur selben Zeit dort anfing zu regnen. Im selben Moment erreichten Sonnenstrahlen wie durch einen roten Pfeil die Ostspitze Madeira´s und die Küste versank in rosa Licht. Eine Minute später schien die Sonne genau in meine Richtung und warf eine herrlich rote Farbe auf das blaue Meer, während Porto Santo wie unter einem orange farbenem Regenschirm lag. Dies war einfach nur unwirklich wie von einer anderen Welt, fast schon episch. Pures Drama. Pures Licht. Pure Magie. Grossartig…!

Die ganze Show dauerte nur einige Minuten bis die Sonne wieder unter dicken Wolken verschwand und ich atemlos vor Begeisterung mein Geraffel zusammen packte. Mann, dies war ein prächtiges Erlebnis – es zahlt sich doch immer aus, morgens früh raus zu gehen!
Ich fuhr zurück zur Solar da Bica, wir frühstückten und verbrachten einen entspannten Morgen. Ich arbeitete am Reisebericht, wir schauten etwas Fernsehen und Gerd packte weiter an den Taschen für unsere Abreise morgen. Wir brachen dann gegen Mittag zu unserem letztem Ausflug auf, den wir mit einem letzten Mittagessen im Caravela begannen. Ein letzter Schwatz mit dem Kellner, die letzten Lapas, ein letztes Mittagessen – traurig!!!

Wir hatten schon gestern die zahlreichen Rallye Autos bemerkt und auch heute fand wieder ein Rennen statt zwischen Ponta Delgada und São Vicente, die Rali Município de São Vicente. Wir haben die Regeln dieser Rallye nicht so ganz verstanden, denn es konnte kein Zeitfahren sein, da die Rallye Autos die Strassen mit dem normalen Verkehr teilten. Nur die schmale Strasse nach Ponta Delgada wurde von Sicherheitsleuten geregelt und auch wir mussten eingangs des Tunnels für eine halbe Stunde warten. Es war aber recht kurzweilig, weil die Rennwagen an uns vorbei brausten und wir eine Menge Spass dabei hatten. Mal etwas ganz Anderes!

Die Strasse wurde schliesslich wieder freigegeben und wir setzten unsere Tour an der Küste fort, bis wir die kleine Bucht von Calhau de São Jorge erreichten. Wir waren ziemlich überrascht, dort eine Art Freibad mit Diskothek vorzufingen – was für ein merkwürdiger Anblick für Madeira! Wir gingen weiter an den Strand, wo es wieder idyllisch ruhig war und machten ein paar Fotos vom schwarzen Lavasandstrand mit den Steinen und einem grossen Felsen draussen im Meer. Es war ein schöner, sonniger Nachmittag, den wir dort am Strand verbrachten.

Es war bereits nach sechs Uhr, als wir den Strand verliessen und langsam zurück nach São Christavo fuhren, wo wir auf schönes Abendlicht hofften. Doch dieses Mal wurden wir leider entäuscht und die Sonne verschwand hinter einer dunklen Wolkenwand. Wir bliebe dennoch, nahmen ein Glas Wein in der Bar und warteten auf den Beginn der blauen Stunde. Junge Leute aus dem Dorf vergnügten sich dort am Samstag Abend bei lauter Musik und wir genossen unseren letzten Abend – Nossa…!

Wir fuhren dann ein wenig wehmütig zurück nach São Vicente – wie immer eigentlich am letzten Ferientag. Es waren grossartige neun Tage auf dieser schönen und faszinierenden Insel – was für ein Unterschied zu 2010!

Zurück im Apartment bereitete Gerd ein leichtes Abendessen zu, das wir bei Wein genossen. Ein wenig Fernsehen, ein wenig Reisebericht schreiben und wir gingen zu Bett. Ein allerletzter Morgen wartete ja noch auf mich…

Highlight des Tages: der atemberaubende Sonnenaufgang

Fotogalerien: Madeira photo Fotogalerie 2012 – VIII
und
Fotogalerien: Madeira photo Fotogalerie 2012 – IV

Vorschaufotos:

Es war immer noch komplett bewölkt, als ich zu meinem letzten Morgen auf Madeira aufbrach. Ich fuhr nach Seixal, wo ich hinunter an den Strand ging, der in einer malerischen Bucht liegt, die von Felsen umrahmt wird. Obwohl wir alle neun Tage ausschliesslich im Nordwesten von Madeira verbrachten, habe ich nicht die Zeit gefunden, in dieser schönen Bucht bei Morgenlicht zu fotografieren – wie schade! Ich genoss aber auch diesen frischen Morgen in der Bucht und fuhr dann etwas früher als sonst zurück zum Apartment.

Unser Flug war erst für 12:50 Uhr vorgesehen und so konnten wir uns Zeit lassen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bezahlten wir die Rechnung, packten das Auto, verabschiedeten uns von den netten Leuten vom Solar da Bica und fuhren zum Flughafen nach Funchal. Es war sonnig mit ein paar Wolken auf der anderen Seite vom Encumeada Pass und wir hatten eine schöne Fahrt, die nur 40 Minuten dauerte. Wir parkierten das Auto auf dem Parkdeck P1, liessen den Schlüssel im Auto und reihten uns in die Schlange zum Check-in unseres Fluges mit der Edelweiss Air ein.

Wir hatten nun noch genügend Zeit, um eine halbe Stunde auf der Besucherterrasse zu verbringen und den Flugzeugen bei Start und Landung zuzusehen. Besonders die Landung ist spektakulär, denn die Flugzeuge kommen unmittelbar vor der Landung in einer scharfen Kurve auf die Landebahn!

Es war nun Zeit, die Sicherheitskontrolle zu passieren und kurze Zeit später war auch das Flugzeug zum Einsteigen bereit. Abschied von Maderia! Der Flug dauerte nur 3:40 Stunden und wir landeten pünktlich in Zürich. Das Gepäck war zügig auf dem Band und wir fuhren mit dem Zug zurück nach Basel.

Wir hatten eine grossartige Zeit auf Madeira und haben jede Minute und vor allem jedes Wetter genossen. Diese kleine Insel gehört zu den vielseitigsten Orten, die wir bisher bereist haben und wir planen schon unsere nächste Reise 2013, um dann den östlichen Teil der Insel zu erkunden.

Wir hoffe, der Reisebericht hat Euch gefallen und danken für Euer Interesse – Sandra & Gerhard.

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Wir freuen uns über Euren Besuch unseres Fotoblog mit aktuellen Fotos und Informationen über unsere Fotoprojekte: SA*GA Photography – Naturfotografie Fotoblog von Sandra Schänzer

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