Reisebericht: Kenia 2009

Schön, dass Sie den Weg zu unserem Reisebericht aus Kenia 2009 gefunden haben.

Der Afrika-Virus hat uns erneut gepackt und nach unserer Reise in die Nationalparks von Tanzania und Zanzibar im November 2008 zog es uns wieder nach Ostafrika.

Hinter uns liegen drei wunderschöne Safari-Wochen, die uns während unserer Reise vom 01.07.2009 bis 22.07.2009 in die folgenden Gebiete führte:

– Tsavo Ost National Park

– Shimba Hills National Park

– Tsavo West National Park

– Lake Naivasha

Die perfekt auf unsere individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Reise wurde, wie schon für unsere Tanzania Safari, geplant und durchgeführt durch Elvira Wolfer von Bush Trucker Tours – Nairobi

Falls Ihnen die Vorschaubilder Lust auf mehr gemacht haben, besuchen Sie doch unsere Kenia Galerie auf unserer Homepage SA*GA Photography, die viele Fotos unserer Reise in 12 Galerien zeigt. Einzelne Galerien sind bei den einzelnen Tagesberichten ebenfalls verlinkt.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen des Reiseberichts, der hoffentlich ein wenig Afrika-Sehnsucht in Ihnen wecken wird.

Sandra Schänzer & Gerhard Schöning

SA*GA Photography

Heute starteten wir unser Abenteuer Kenia und fuhren früh morgens mit dem Flugzug zum Flughafen Zürich, wo wir nach einem erfreulich schnellen Einchecken ein kleines Frühstück in der Vielfliegerlounge genossen.

Mit etwas Verspätung hoben wir dann gegen 10 Uhr mit der SWISS Richtung Nairobi ab.

Wir hatten Meilen unseres Vielfliegerprogrammes für einen Business Class Flug eingesetzt, so dass wir einen sehr angenehmen Flug hatten. Wir liessen uns mit einem 4-Gänge Menü verwöhnen und Dank des Bordprogrammes wurde es auch nicht langweilig.

Um 18:30 Uhr landeten wir in Nairobi und waren die Ersten am Visaschalter. Die Behörden waren etwas nervös wegen der grassierenden Schweinegrippe und zogen eilig einen Mundschutz über und wir mussten flugs ein weiteres Formular mit Fragen zu Krankheitssymptomen ausfüllen. Das Visa war für kenianische Verhältnisse schnell ausgestellt, das Gepäck bereits auf dem Band und wir wurden im Ankunftsbereich von Elvira begrüsst. Was für ein schönes Wiedersehen!

Wir fuhren eine Stunde zu ihrem Haus durch den dichten Abendverkehr in Nairobi, der aber weniger chaotisch war, als wir ihn uns vorgestellt hatten. Dicht und stinkend, aber irgendwie war es doch ein relativ geordnetes Chaos.

Wir verbrachten noch einen netten gemeinsamen Abend mit Familie, Schmusehunden und Schmusekatzen, von denen sich Kater Miekesch besonders gern kraulen liess und Dino noch mit einem kleinen Fang-den-Ball-Spiel belohnt wurde.

Highlight des Tages: Dino und Miekesch

Leider hatten wir aus völlig unklaren Gründen eine fast schlaflose Nacht und waren am Morgen wie zerschlagen.

Elvira munterte uns mit einem leckeren Frühstück und Kaffee auf und nach einer kurzen Plauderei stand auch schon unser Guide Joseph mit dem geräumigen Landcruiser bereit. Flugs wurden unsere Koffer und Fototaschen verstaut, ein letztes Spielchen mit Dino, ein letztes Kraulen von Miekesch und wir machten uns auf die 320 km lange Fahrt nach Voi.
Wir machten einen kurzen Umweg, um in einem Supermarkt Getränke zu laden und verliessen Nairobi, wo es fast keinen Stau gab und der Verkehr flüssig lief.

Die Fahrt zum Voi Gate lief am Anfang aufgrund der zahlreichen Baustellen recht zäh. Auf einem langen Stück gab es eine tiefe Wellblechpiste, so dass unsere Fotoausrüstung und Laptop heftig durchgeschüttelt wurden. Wir sahen die Kameras und Festplatten schon in Trümmern liegen und baten Joseph, auf solchen Pisten etwas langsamer zu fahren, damit die Erschütterungen nicht allzu heftig wurden. Zu unserer Erleichtetung haben aber alle Ausrüstungsgegenstände die Ruckelei heil überstanden!

Gegen 16 Uhr erreichten wir dann endlich die Aruba Dam Lodge, in der wir fünf Nächte bleiben sollten. Wir waren zu spät zum Lunch, so dass uns nach dem Einchecken ein leckeres Käse/Schinken-Sandwich mit Salat serviert wurde. Es war alles ein wenig hektisch und wir brachten nur unsere Taschen in das geräumige Zimmer, um direkt wieder ins Restaurant zu gehen. Wir waren ja auch entsprechend hungrig!

Dies sollte sich nach unserer Rückkehr als grossen Fehler herausstellen. Als wir unser Geld ordneten, stellten wir fest, dass 10.000 Kenianische Schilling, 60 Britische Pfund und 300 US Dollar gestohlen wurden! Anscheinend hatte man uns gezielt beobachtet und dann – damit es nicht sofort auffällt – von jeder Währung etwas gestohlen. Genügend Zeit hatten die Diebe ja während unseres Essens.

Wir meldeten den Diebstahl der Rezeption, wo erstmal Fassungslosigkeit vorherrschte und uns nach langen Erklärungen eine Untersuchung versprochen wurde. Da wir gerade erst in Kenia angekommen waren und nur den Supermarkt besucht hatten, konnte der Diebstahl nur hier passiert sein. Wir glaubten nicht daran, dass die Untersuchung etwas ergeben würde…

Daher an dieser Stelle die Warnung: auch wenn es hektisch ist, immer und sofort die Wertsachen im Safe verschliessen! Unsere Fototaschen sind seitdem immer bei uns, bei jedem Restaurantbesuch. Offensichtlich wird auf jede Gelegenheit gelauert.

Wir liessen uns die Laune jedoch nicht verderben und beobachteten eine Elefantenherde mit Jungtieren direkt vor der Lodge. Friedliche Riesen, die hier wie geschminkt aussehen: ihre Farbe ist rötlich, da die Erde für ihre Staubbäder im Tsavo East auch rot ist.

So ging dieser Tag nach einem durchschnittlichen Abendessen dank der Elefanten zumindest mit einem Happy End zu Ende.

Highlight des Tages: die Elefantenherde

Tsavo Ost Fotos, Teil I: Tsavo Ost Fotogalerie, Teil I

Nach einer ruhigen Nacht standen wir um sechs Uhr auf und machten unseren ersten Game Drive.
Die Säugetiere machten sich allerdings sehr rar und wir sahen nur weit in der Ferne einige Zebras und Impalas. Die Vogelwelt meinte es besser mit uns und bescherte uns mehrere Taitawürger, Fiskalwürger und den niedlichen Zwergfalken. Ein besonders schöner Falke von nur 20cm Grösse mit einem niedlichen Gesicht. Wir beobachteten und fotografierten ihn eine Weile und er wurde zu unserem ersten Highlight im Tsavo East NP.

Es war dann auch schon wieder Zeit für die Rückkehr zum Frühstück, nach dem wir einige Zeit in der Lodge bis zum Lunch verbrachten und um 15 Uhr zu unserem zweiten Game Drive starteten.

Den Anfang machte eine Gabelracke, die geduldig für uns posierte. Gabelracken haben ein wunderschön buntes Gefieder und sind mit ihrem immer etwas grimmig wirkenden Gesichtsausdruck einfach nur niedlich. Ich kann mich nie an ihnen satt sehen und freue mich über jede Racke, die unseren Weg kreuzt.

Die Säugetiere waren nun am Nachmittag auch häufig vertreten und wir konnten Kudus, Grant Gazellen, Thompson Gazellen, Kuhantilopen, Giraffen und natürlich zahlreiche Elefantenherden beobachten. An einem Sumpf fanden wir drei Löwen, die faul in der Sonne dösten, jedoch für Fotos zu weit entfernt waren. Die Greifvögel waren mit einem Singhabicht vertreten und in einiger Entfernung konnten wir Schlangenadler durch das Fernglas beobachten. Es war schon wieder Zeit, zur Lodge zurückzukehren, aber nicht bevor wir noch die bunten Farben des Sonnenuntergangs geniessen konnten. Die Schleierwolken am Himmel verfärbten sich kurze Zeit später in fantastische Blau- und Rosatöne und tauchte die Landschaft in ein zartes Licht – atemberaubend!

Zurück in der Lodge hatten wir vor dem Abendesse ein Gespräch mit dem Manager wegen des Diebstahls, das eher unerfreulich verlief. Kurz zusammengefasst lief es darauf hinaus, dass man den Täter (natürlich) nicht gefunden hatte und es daher aus seiner Sicht auch keinen Diebstahl gab. Ohne Täter also keine Tat und uns wurde das Gefühl übermittelt, wir wären Lügner – ein sehr befremdliches Rechtsverständis. Uns trifft zwar eine Teilschuld, aber die Art und Weise, wie das Managment mit so einem Vorfall umgeht (der ja passiert war!), konnten und wollten wir so nicht akzeptieren. Wir kontaktierten Elvira mit der Bitte, zwei Tage früher die Lodge zu wechseln.

Highlight des Tages:
die Gabelracken und die Elefantenherden

Tsavo Ost Fotos, Teil II: Tsavo Ost Fotogalerie, Teil II

Vorschaufotos:

Wir starteten wieder um 6:30 Uhr zu unserem morgendlichen Game Drive und wurden gleich von der aufgehenden Sonne empfangen. Zeit für ein paar klassische Landschaftsaufnahmen mit der Sonne hinter einem Akazienbaum!

Das Licht war heute morgen sehr weich und zart und die Vogelwelt war bereits putzmunter. Uns gelangen Fotos von einem etwas müde wirkenden Singhabicht, den quirligen Glanzstaren, Finken, Fiskalwürgern, einem Drongo, einem Graulärmvogel, einem kletternden Rotschnabeltoko und von einem liebevollen Starweberpaar. Etwas weiter entfernt lief ein Wiedehopf auf der Nahrungssuche über den Boden und auch Barbets konnten wir entdecken.

Die Säugetiere waren mit Grant-Gazellen, Elefantenherden und einer einsamen Gepardendame vertreten, die hoch aufgerichtet in der Ebene nach potentieller Nahrung Ausschau hielt.

Wir erreichten schliesslich den Airstrip in der Nähe des Voi Gates, wo wir eine Frühstückspause einlegten. Die Box mit dem Frühstück war reichlich gefüllt und auch ein kaltes Würstchen durfte nicht fehlen!

Mit gut gefüllten Mägen fuhren wir am Gate vorbei, wo Joseph eine neue Telefonkarte für sein Mobiltelefon kaufte und somit wieder erreichbar war. Elvira rief wenig später an und konnte einen Teilerfolg vermelden: es waren Manager aus Mombasa gekommen und sie konnte sich mit ihnen darauf einigen, dass wir zwei Tage vorher abreisen können und das Geld für die Übernachtungen erstattet bekommen. Wir sollten nur für alle Fälle eine schriftliche Bestätigung einfordern. Wir versprachen das und dankten Elvira für ihre tolle Unterstützung.

Wir setzten unsere Fahrt fort und bewunderten die schöne Landschaft mit ihren Ebenen, Hügeln, dem roten Sand und der Vegetation. An einem Wasserloch war gerade Elefantenbadezeit und es hat Spass gemacht, den grossen und kleinen Elefanten beim Bad und dem anschliessenden Rubbeln an einem Baum zuzusehen!

Zurück in der Lodge sprachen wir dann mit Paul, dem Manager aus Mombasa, der sein Bedauern äusserte und uns ebenfalls zusagte, die Kosten für die Übernachtungen über das Büro in Mombasa zu erstatten. Er würde gleich ein Email an Elvira schicken, uns dasselbige ausdrucken und nach dem Lunch würde es bereitliegen – was nicht der Fall war…

Nichtsdestotrotz genossen wir sehr unserem Game Drive am Nachmittag, der zwar nicht viele Tiere brachte, aber dafür ein Highlight: der kleine Zwergfalke hatte kurz zuvor einen Vogel geschlagen und sass mit seiner Beute in einem Busch direkt am Strassenrand. Er liess sich beim Verzehren nicht stören und uns gelangen schöne Fotos dieses wunderschönen, kleinen Kerls. Wir verbrachten eine gute halbe Stunde mit ihm, wobei er uns zwar im Auge behielt, aber überhaupt nicht beunruhigt war. Sein Essen hatte ganz klare Priorität!

Das Licht wurde schnell warm und die Landschaft wurde wieder fotogener. Die Sonne ging als roter Ball zwischen zwei Wolkenbändern unter – leider hatten wir keinen attraktiven Baum als Kulisse und mussten mit einem Busch vorlieb nehmen, was aber trotzdem sehr schön war. Eine tolles Schauspiel!

In der Lodge fragten wir Paul nach unserer Bestätigung, die noch nicht bereit war. Aber nach dem Abendessen sollte sie ganz bestimmt da sein – war sie nicht. Paul war mittlerweile beim Tanzen, aber man wollte sie uns aufs Zimmer bringen. Auch das geschah bis 22 Uhr nicht und Gerd ging etwas aufgebracht zur Rezeption und wurde auf den nächsten Morgen vertröstet.

Highlight des Tages: der Zwergfalke und der Sonnenuntergang

Wir standen um 6 Uhr auf, um nach dem Frühstück frühzeitig zu starten. Es war heute bewölkt und wir bekamen zunächst kein schönes Licht, aber es gab am Anfang auch keine Tiere.

Später an einem Flusslauf, der überwiegend trocken war, aber noch einige Wasserlöcher hatte, fanden wir dann einige Vögel: Nimmersatt, Kuhreiher, Graufischer, Silberreiher, Flammenkopf-Bartvögel, Kiebitze, einen Bienenfresser, Mausvögel um nur einige zu nennen. Die schönste Sichtung war aber sicherlich der junge Singhabicht, der es sich auf einem Baum in unmittelbarer Nähe zur Strasse gemütlich gemacht hatte. Wir konnten ihn ausgiebig bewundern und fotografieren – was für ein schöner Vogel!

Auf der Rückfahrt hatten sich dann auch die Elefanten und einige Büffel am Flussufer eingefunden. Ein kleines Elefantenbaby hatte sich zum Schlafen hingelegt und wurde von der Mutter und einem anderen älteren Tier bewacht – was für ein liebevolles, soziales Verhalten!

Um ein Uhr wurden wir von Duncan zum Mittagessen abgeholt – heute gab es glücklicherweise nur eine leichte Mahlzeit mit Salat, Schinken und Hühnchen.

Während des Game Drives am Nachmittag erkundeten wir eine andere Gegend, aber auch diese war absolut tierleer bis auf einige Dik-Diks und eine Gruppe Elefanten in der Ferne. Der Sonnenuntergang war dafür jedoch ein Schmaus für die Augen, denn die Sonne brach sich ihren Weg durch die Wolken und ging dann als Feuerball hinter den Bergen unter. Selbst der Kilimanjaro war als leichte Silhouette zu erkennen! Ein wunderbares Farbenspiel – das Warten auf dem Hügel hatte sich gelohnt.
Wir lernten mittlerweile, dass man im Tsavo Ost einfach nur Geduld haben musste und dann findet man immer etwas Interessantes. Es ist halt kein Zoo, wo man von Gehege zu Gehege geht! Es gibt zwar keine Tiere im Überfluss wie in Tanzania (was vielleicht auch an der Jahreszeit liegt), aber sie sind da und man muss nur das Auge für sie haben. Bei uns kommt noch dazu, dass wir die Vögel sehr lieben und für uns eigentlich immer etwas dabei ist. Nachdem wir im Laufe der Reise bemerkt hatten, dass fast alle (!) anderen Mitreisenden jeweils nur eine Nacht in der Unterkunft blieben und sich dann öfter bei den Lodgemanagern über die “fehlenden” Tiere beschwerten und für Vögel gar kein Auge hatten, fehlte uns etwas das Verständis. Diese Art zu Reisen hat etwas von “Kenias Nationalparks in 5 Tagen” und wenig mit Tierbeobachtung zu tun.

Nach dem Duschen sahen wir, dass der Mond bereits lange aufgegangen war und den Fluss wunderbar beleuchtete. Duncan holte uns ab und wir bauten hinter dem Restaurant das Stativ auf und probierten einige Fotos. Das Ergebnis war recht brauchbar und wir hofften auf den morgigen Abend, um noch ein wenig mehr auszuprobieren.

Das Dinner war sehr schmackhaft und ich habe sogar die Karottensuppe gegessen!

Highlight des Tages: der Sonnenuntergang und der junge Singhabicht

Es war ziemlich genau 4 Uhr, als Gerd mich weckte und nach draussen deutete. Und tatsächlich! Im hellen Mondschein lief ganz langsam und gemütlich ein älterer Elefant vorn an unserem Zelt vorbei! Was für ein Glück und er war aufgrund des hellen Mondscheins so gut zu sehen. Wir hörten ihn noch eine Weile, wie er in der Umgebung frass und schliefen dann wieder ein.

Gestern Abend hatten wir Lunch boxes bestellt und machten uns nach einem zeitigen Frühstück auf den Weg zum Mudanda Rock.
Wir fuhren zunächste den Fluss hinauf und es boten sich uns immer wieder schöne Aussichten auf den Verlauf und da das Licht noch sehr sanft war, boten sich auch einige Fotogelegenheiten an. Das Morgenlicht ist um diese Jahreszeit fast bis 9 Uhr zu gebrauchen; erst danach wird es zu hart.
In einer Flussbiegung badeten Flusspferde und dann war plötzlich Schluss mit dem Pad, als wir eine tiefe sumpfige Stelle vorfanden, die ein Weiterkommen oder Umfahren unmöglich machte. Schade, aber nicht zu ändern! Also fuhren wir zurück zum Camp und bogen dann rechts auf den gewohnten Weg ab.

Unterwegs trafen wir auf einen quietschbunten Flammenkopf-Bartvogel, der sehr fotogen auf einem Termitenhügel posierte. Er blieb geduldig sitzen und beobachtete uns genau, so dass wir ihn sowohl bewundern als auch auf den Sensor bannen konnten.

Wir erreichten Mudanda Rock gegen 11 Uhr und da es ein klarer, sonniger Tag war, war das Licht bereits sehr harsch. Der Felsen erhebt sich auf 1,5 Kilometer Länge aus der Savanne und ist durch Wind erodiert. An einer Seite gibt es ein Wasserloch, wo sich Elefanten tummeln, doch um diese Zeit war es ausgetrocknet und es gab keine Tiere. Wir genossen eine Weile die Aussicht und fuhren dann weiter nach Voi, wo Joseph die Tanks auffüllte und eine Tageszeitung kaufte. Wir freuten uns sehr, als wir lasen, dass Roger Federer Wimbledon gewonnen hatte und nun der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten ist!

Joseph sprach mit einem anderen Guide, der ihm genau erklärte, wo in der Gegend vor der Voi Safari Lodge mehrere Löwen gesichtet wurden. Wir setzten die Tour fort und stiessen erstmal auf einen Vogel, auf den wir am meisten gehofft hatten, der aber zur Zeit nicht so häufig zu sehen ist: einen Kampfadler! Der junge Bursche sass in einer Senke zum Trinken und ist erschrocken aufgeflogen, als wir kamen – wir hatten ihn leider zu spät erspäht. Er setzte sich in einen nahen Baum und so konnten wir ihn zumindest durchs Fernglas eine Weile beobachten – wir sind immer wieder aufs Neue von der Grösse und der Kraft dieses Adlers beeindruckt!
Kurz nach der Begegnung mit dem Kampfadler fanden wir dann auch an der beschriebenen Stelle die Löwin, die in einem Busch ihre Beute – einen Wasserbock – versteckt hatte und genüsslich frass. Wir sahen zunächst nur ihr Hinterteil, doch nach einer Weile schaute sie nach, wer denn da an der Strasse ist und wir sahen sie in ganzer Grösse mit ihrem blutverschmierten Leckermäulchen. Beeindruckend!

Wir fuhren ein Stück weiter, bis wir ein schattiges Plätzchen zum Parkieren fanden und assen unseren mitgebrachten Lunch. Nach der Pause war es nicht weit, bis wir dann die zweiten Löwen fanden. Diesmal war es eine Löwin mit ihrem Partner, die in der Paarungszeit waren. Kaum angekommen, fühlten sie sich auch schon zu einem Paarungsvorgang animiert und wir konnten es zum ersten Mal selber beobachten – bisher hatten wir dies immer nur in Dokumentationen gesehen. Das Paarungsritual dauerte weniger als eine Minute und die beiden liessen sich wieder zum Dösen in den Schatten fallen. Die Paarungszeit dauert sieben Tage und nach rund drei Monaten werden dann die kleinen Löwen geboren.
Wenige Minuten später traf ein weiteres Safarifahrzeug ein und irgendwie schien das die Löwen wieder aufzuwecken und wir wurden Zeuge von Paarungsvorgang Nummer Zwei: ein gemeinsames lautes Knurren und – schwups – fiel man wieder um; was für ein Leben!

Galdessa campAuf der Rückfahrt zum Camp sahen wir einige Gabelracken, Giraffen, Büffel, viele Zebras, Elefanten und eine Kuhherde. Joseph erklärte, dass diese illegal von Leuten aus Somalia eingeführt wurden und er zählte die Kilometer bis zum Gate, wo er die Beobachtung meldete.

Zurück im Camp machten wir mit Duncan einen kleinen Spaziergang und nutzten das schöne Licht für Flussaufnahmen. Vor allem die Sicht vom vordersten Zelt auf die Flussbiegung ist spektakulär. Wir genossen die Landschaft bis der Mond dunkelorange hinter dem Yatta Plateau aufging. Wir schnappten uns unsere Ausrüstung und gingen mit Duncan wieder zum vorderen Teil. Zwei Flusspferde überquerten gerade den Fluss im Mondschein – es war eine schon fast kitschige afrikanische Idylle! Wir probierten einige Aufnahmen und genossen danach das leckere Abendessen.

Highlight des Tages: die Löwen und der Mondaufgang

Vorschaufotos:

Wir frühstückten bei nahem Löwengebrüll um 6:30 Uhr, aber es sah nicht so aus, als würden wir ein schönes Morgenlicht bekommen, da es sehr bewölkt war. Wir fuhren trotzdem los und stiessen schnell auf Wasserböcke und drei Giraffen. Wir fuhren den “Circuit” am ausgetrockenen Flussbett entlang und beobachteten wieder unsere Eisvögel, die von Gabelracken, Nilgänsen, Ibissen und Waffenkiebitzen begleitet wurden.
Hoch auf einem Baum sahen wir das Nest eines Raubadlerpaares und ein Elternteil thronte dort mit einem Jungtier. Wirklich majestätische Vögel und wir geniessen sie immer wieder sehr. Ein Gaukler liess sich nicht weit entfernt in einen Baum nieder und wurde ausgiebig bewundert. Der Himmel verdunkelte sich und nach kurzer Zeit fielen die ersten kleinen Regentropfen. Regen im Tsavo Ost!

Schnell mussten wir das Dach schliessen und es regnete stärker. Wir machten uns auf den Weg zurück und passierten eine nasse und ziemlich sauer dreinschauende Gabelracke und einen zersausten Graulärmvogel.

Nach dem Lunch sah es nicht so aus als würde das Wetter besser werden und wir nutzten die Zeit zur Kamerapflege, während ein Elefant durch die Campanlage schlenderte. Auf der anderen Seite tobten mehrere andere Elefanten, ein Krokodil döste am Ufer und vor unserem Zelt fand sich der treue Graukopfliest ein, der hier sein Revier hat. Hier ist immer etwas los!

Wir machten trotz des schlechten Wetters dennoch unseren Game Drive, denn irgendetwas passiert doch immer und wir wurden kurz darauf mit einem Flammenkopf-Bartvogel belohnt, der wieder auf seinem Lieblingsplatz, dem Termitenhügel sass. Mittlerweile wurde das Licht besser und wir konnten die schöne Flusslandschaft, an dessen Ufern Krokodile dösten, fotografieren. Einige Elefanten frassen am anderen Ufer und wir trafen auf einige Antilopen. Der Nachmittag endete mit einem wunderbaren Sonnenuntergang – der rote Ball verschwand hinter den Bergen und wir konnten wieder die mächtige Silhouette des Kilimanjaro erkennen.

Nach dem Duschen gingen wir mit Duncan hinüber ins Restaurant und die ganze Mannschaft wartete mit uns auf den Mondaufgang. Plötzlich rief der junge Maasai “It´s coming!” und wir schnappten uns die Ausrüstung und gingen mit Duncan, dem Manager und dem Maasai zu den hinteren Zelten. Der Mond meinte es gut mit uns und ging gross und orange hinter einem Baum auf und tauchte den Fluss nach kurzer Zeit in ein herrliches warmes Licht. Diese Erlebnisse sind sehr magisch und so wohl nur an wenigen Orten der Welt zu erleben. Die Flusspferdmami tauchte ebenfalls mit ihrem Nachwuchs auf und querte im Mondschein den Fluss.

Nach diesem Augenschmaus genossen wir ausgiebig den Gaumenschmaus und sassen anschliessend noch eine Weile vor dem Zelt. Aus der Ferne hörte man die Elefanten fressen und der Löwe brüllte hin und wieder.

Kurz vor dem Schlafen gehen wurde es dann aber für mich nochmal aufregend, denn es hatte sich eine relativ grosse schwarze Spinne auf dem Fenstervorhang gemütlich gemacht. Ich sass wie die Königin von Saba unter meinem Moskitonetz und Gerd versuchte sie mit einem Glas einzufangen, was ihm aber aufgrund des zusammengerollten Rollos nicht gelang. Zumindest verschwand sie und ward nicht mehr gesehen…

Highlight des Tages: der Gaukler und der Mondaufgang

Tsavo Ost Fotos, Teil IV: Tsavo Ost – Fotogalerie, Teil IV

Da die Elefanten und die Flusspferde sich frei bewegen, müssen wir mit Duncan Zeiten ausmachen, wann er uns vom Zelt abholen soll. Allerdings erschloss sich uns der Sinn der Begleitung nicht ganz, denn Duncan war nicht bewaffnet (womit denn auch…) und wir fragten uns, ob der Elefant durch ein “Buh!!” von Duncan zu beeindrucken sei…
Er brachte uns nun zum Zelt und es war ein richtiger Traum mit einem Hauch von “Out of Africa”: ein wunderschönes Zelt mit einem grossen Bett, zwei Nachttischen und draussen ein Tisch mit zwei bequemen Sesseln. Ausserdem gab es draussen noch eine Couch mit Tisch zum Ausspannen und mit Blick auf den Fluss. Das Badezimmer ist sehr geräumig mit einer Dusche (40 Liter), einem Waschbecken und einer separaten Toilette. Es gibt keinen Strom, das Licht wird über Solarpanel geliefert. Alles in allem eine tolle Unterkunft zur Entspannung.

Um ein Uhr holte uns Duncan zum Lunch ab und wir waren wieder sehr positiv überrascht: es gab Pasta und Hühnchen sowie ein sehr lecker gewürztes Brot – der Koch ist exzellent und es mundete hervorragend. Leider darf Joseph hier nicht zusammen mit uns essen:-(

Gegen 16 Uhr trafen wir Joseph und starteten unseren Game Drive, der aber irgendwie ohne das Game stattfand: die ganze Gegend war fast völlig leer, kein Wild, kaum Vögel. Die Elefanten hielten sich versteckt in Flussnähe auf und waren auch kaum zu sehen. In der Ferne sahen wir Dik-Diks, ein paar Antilopen und weit entfernt auf einem Baum sass ein Steppenadler. Das Licht der Nachmittagssonne war jedoch sehr schön und ich machte ein paar Landschaftsaufnahmen. Die ganze Fahrt über fuhren wir über üble Wellblechpisten – es reichte für heute! Nachdem wir auch den Sonnenuntergang nicht mehr erlebten, weil wir ins tiefer gelegene Camp zurück mussten, waren wir schon etwas entäuscht; gerade weil der Sonnenuntergang versprach, interessant zu werden durch eine tolle Wolkenbildung:(

Aber wir haben ja noch fünf Tage vor uns und so hielt die Entäuschung nicht lange an und wir freuten uns auf das, was noch kommen würde.

Duncan holte uns um 19:45 Uhr zum Abendessen ab und wir genossen eine Minestrone, Pasta und Rindfleisch mit Gemüse und Kartoffeln. Das Essen war wieder sehr schmackhaft und wir zogen uns zufrieden zum Zelt zurück, wo wir noch eine Weile auf den vom Vollmond beschienenen Fluss schauten.

Highlight des Tages: die Mondstimmung am Fluss

Tsavo Ost Fotos, Teil III: Tsavo Ost – Fotogalerien, Teil III

Vorschaufotos:

Wir wurden vom immer noch brüllenden Löwen geweckt und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg zu einem ganztägigen Game Drive.

Emmanuel brachte die drei Lunchpakete und wir fuhren los Richtung Voi. Am Anfang war es nach einigen Antilopen zunächst wieder völlig tierleer, aber dann sahen wir plötzlich einen Kaiseradler, allerdings in sehr weiter Entfernung. In der Nähe der Voi Safari Lodge gibt es einige Wasserlöcher und auch die Vegetation ist nicht mehr so trocken, so dass die Tiere genügend zu Fressen finden. An einem Wasserloch fanden wir dann auch eine kleinere Elefantenfamilie und zu unserer grossen Freude sasss dort auch ein mächtiger Kampfadler – und das alles im schlechtesten Mittagslicht! Wir machten das Beste daraus und beobachteten den Kampfadler durch das Fernglas und machten auch ein paar Fotos. Der grosse Vogel hatte sich anscheinend an einem Fuss verletzt, denn er zog ihn im Ruhezustand stets schnell ein und am anderen Fuss waren an den Federn kleine Blutspuren zu sehen. Joseph meinte, es wäre keine schwere Verletzung und er würde sich bald erholen.

Wir fuhren weiter und konnten weitere Elefantenherden, Giraffen, Antilopen und eine niedliche Gabelracke beobachten.
An der Ndololo Campsite machten wir Mittagspause und gondelten danach langsam zurück Richtung Galdessa. An einem fast trockenen Wasserloch thronten zwei Wahlbergadler im Baum und hatten einen sehr prall gefüllten Kropf. Diese sehr kräftige Adlerart hatten wir noch nie beobachten können und daher war unsere Freude sehr gross. Leider war das Licht immer noch sehr ungünstig, so dass die Fotos keine fotografischen Highlights wurden:-(

Plötzlich bremste Joseph scharf, rief “Leopard!” und setzte langsam ein paar Meter zurück. Und tatsächlich, unter einem Busch suchte ein junger Leopard nach ein wenig kühlem Schatten. Wir waren ganz aufgeregt, denn er war nur knappe fünf Meter entfernt und er reagierte auf Bewegung recht nervös. Langsam hob ich die Kamera auf das Autodach und mir gelangen ein paar schöne Aufnahmen dieser sehr hübschen Katze. Nach fast fünf Minuten wurde es ihm aber zu unheimlich und er zog sich auf samtigen Pfoten in den Busch zurück. Was für ein atemberaubendes Erlebnis, das wir da genossen haben! Besser konnte es gar nicht kommen und wir fuhren zufrieden weiter Richtung Camp.

An einer Junction beschlossen wir, für den letzten Teil des Rückwegs den Circuit zu fahren. Am Nachmittag waren dort wesentlich mehr Säugetiere zu finden, die zum Trinken zu den spärlichen Wasserlöchern kamen. Schlangen- und Schreiseeadler vertraten neben vielen Mausvögeln die Vogelwelt.
Wir trafen auf viele Elefantenfamilien mit teilweise noch sehr jungen Elefantenkindern und zwei Mal hätten wir fast eine unangenehme Erfahrung mit den Dickhäutern gehabt, als sie ungestüm aus dem Busch stürzten und Joseph keine Sicht hatte. Ich stand im Fahrzeug und warnte ihn – so ging alles gut.
Wir bogen um eine Kurve und da lag sie im Schatten keine fünf Meter entfernt: eine Löwin. Wir waren alle perplex und Joseph musste das Auto sogar zurücksetzen, da sie für das 500mm Objektiv zu nah war! Hatten wir nicht gedacht, es könnte nicht beser kommen…?

Nach einer Weile gähnte die Löwin zwei Mal und wir erinnerten uns an Stephen, der uns in Tanzania erklärt hatte, dass Löwen stets ein paar Mal gähnen und sich dann auf den Weg machen würden. Und so tat es dann auch unsere Löwin und erhob sich langsam und bedächtig. Nach einigen Blicken rundum, lief sie langsam durch den Busch zum Flussufer und verschwand. Die Elefanten sahen sie nun und trompeteten warnend in ihre Richtung.
Mit all den Adlern, dem Leoparden und der Löwin war es ein wirklich ereignisreicher Nachmittag geworden und wir waren alle ziemlich glücklich und zufrieden.
Auf dem letzten Teilstück gab es noch eine Begegnung mit Elefanten, die rechts und links mit Jungtieren neben dem Pad standen und ihrer Empörung ob unseres Passieren lautstark Ausdruck gaben. Ich habe immer ein wenig Angst vor den Dickhäutern seit dem unangenehmen Erlebnis in Namibia vor einigen Jahren, aber es ging alles gut.

Wir genossen das schöne, warme Nachmittagslicht im Camp und machten einige Aufnahmen vom Flusslauf. Ein Elefantenmami besuchte uns mit ihrem etwa zweijährigen Nachwuchs und wir schauten ihnen eine Weile beim Fressen zu.

Der Mond spielte heute nicht mit uns und blieb hinter Wolken verschwunden. Wir genossen das wieder ausgezeichnete Abendessen und sassen wie immer noch ein wenig vor dem Zelt und lauschten den Geräuschen des Busches.

Highlight des Tages: Cat and Eagle day!

Vorschaufotos:

Wie schon fast gewohnt, wurden wir vom Gebrüll der Löwen geweckt und nach einem frühen Früstück fuhren wir zu den Lugards Falls. Leider ging der Himmel zu, es war komplett bewölkt und es gab kein schönes Morgenlicht. Wir machten trotzdem ein paar Fotos und beobachteten die Vögel: kleine Weißschwanzschwalben, den quirligen Graufischer und zwei emsige Dreibandregenpfeifer.Auf der Höhe des anderen Ufers patroullierte ein Schreiseeadlerpaar und ein Krokodil döste faul vor sich hin – gut, dass es auf der anderen Seite war!

Wir passierten den Crocodile Point und hatten Aussicht auf knapp 20 grosse Krokodile – ein recht furchteinflössender Anblick!

Danach fuhren wir zurück ins Camp und hofften auf besseres Wetter für den Nachmittag – das Wetter ändert sich hier ja sehr schnell, doch heute wollte es nicht so richtig mitspielen. Es war immer noch stark bewölkt, aber hin und wieder schaute die Sonne durch kleinere Wolkenfenster.

Nach kurzer Zeit trafen wir auf einen Singhabicht, der in nur knapp 10 Meter Entfernung auf einem Busch direkt neben der Strasse sass und seine Nahrung beobachtete. Er blieb geduldig sitzen und schaute etwas grimmig in unsere Kamera – sorry Sir, wir haben gerade keinen Klippschliefer für Dich dabei 😉

Etwas später war Elefanten-Badezeit: an einem Flussstück, das gut mit Wasser gefüllt war, hatte sich eine Elefantenfamilie eingefunden, trank und badete im Wasser und Schlamm. Es waren einige Jungtiere allen Alters dabei und es machte Spass, den Dickhäutern zuzusehen.

Am Ende unseres Ausfluges kam die Sonne nochmal richtig durch und tauchte die Busch- und Flusslandschaft in ein schönes, warmes Licht während wir langsam zum Camp zurückkehrten.

Heute war unser letzter Tag im Galdessa Camp und so genossen wir ein letztes vorzügliches Abendessen, beglichen unsere Rechnung und unterhielten uns noch eine Weile mit Duncan und Emmanuel, den beiden Kellnern, die uns während unseres Aufenthaltes so verwöhnt und umsorgt hatten.

Etwas wehmütig sassen wir ein letztes Mal vor dem Zelt und schauten auf den vom Mondlicht beschienen Fluss – es war eine tolle Zeit hier im Galdessa Camp!

Highlight des Tages: der Singhabicht

Vorschaufotos:

Gegen drei Uhr morgens wurden wir von dem lauten Trompeten eines Elefanten geweckt, der gerade den Fluss überquerte. Hyänen jaulten im Camp oder sehr in der Nähe und vielleicht wollte er klarmachen, wer der Chef der Nacht ist.

Kurze Zeit später ein zweites Trompeten und dann hörten wir auch schon, wie er auf erstaunlich leisen Sohlen bei unserem Zelt auftauchte. Er stoppte kurz, zwängte sich dann lautstark durch den schmalen Durchgang zwischen Zelt und dem kleinen Balé mit der Couch und zog gemächlichen Schrittes am Zelt vorbei. Atemlos beobachteten wir ihn – Dank des Mondlichtes konnte man ihn sehr gut sehen und selbst die recht grossen Stosszähne leuchteten im Mondschein. Er zog weiter Richtung Ufer und die Hyänen führten ihr Konzert fort.

So ging eine etwas unruhige Nacht zu Ende, aber wir hatten darauf gehofft, dass uns der Elefant nochmal besuchen würde. Das gehört mit Sicherheit zu den speziellsten Erlebnissen, die wir je hatten und war sehr faszinierend.

Um kurz nach sechs Uhr gingen wir zum Frühstück; ein paar letzte Spässchen mit Duncan und Emmanuel und wir machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, den Shimba Hills. Duncan I, unser sympatischer Room Steward, hatte nun eine Woche Ferien und fuhr mit uns zu seiner Familie nach Voi, das wir nach rund 45 Minuten erreichten.

Nach weiteren 2 1/2 Stunden Fahrt bogen wir von dem Highway ab auf die C107 Richtung Kinango, die nun wieder unbefestigt war. Die Strassenqualität auf dem letzten Stück, für das wir zwei Stunden benötigten, war ganz unterschiedlich: mal ging es nur sehr langsam voran, aber dann gab es auch Abschnitte, wo Joseph 60 km/h fahren konnte.

Um 13 Uhr erreichten wir dann die Shimba Hills Lodge, die inmitten des Waldes liegt. Was für ein Kontrast zum trockenen Busch im Tsavo Ost!

Nach einem Willkommensgetränk und der Registrierung bezogen wir unser Zimmer, das sehr klein, aber zweckmässig war. Es gab zwei Einzelbetten mit Moskitonetz, einen Schrank und eine Ablage mit Wasser zum Zähneputzen; Dusche und Toilette waren auf der anderen Seite vom Gang zur gemeinsamen Nutzung. Vom Balkon aus hatte man einen guten Blick über das Wasserloch, an dessem Ufer sich gerade ein Schreiseeadler in einem Baum niederliess. In der Lodge tobten zahlreiche rote Eichhörnchen; eine Eichhörnchenmutti hatte ein Junges dabei, das sie erst trug, dann aber auch allein über die Balkondächer kletterte. Niedlich!
Wir gingen zunächst zum Mittagessen, das wir hier wieder zusammen mit Joseph nehmen konnten. Das Essen war von guter Qualität, konnte aber gegenüber den kulinarischen Genüssen von Galdessa nur etwas abfallen. Es ist auch italienisch geprägt und durchaus schmackhaft.

Nach dem Lunch machten wir eine kleine Pause und Gerd wurde von einem kleinen wuseligen Room Steward die sanitären Anlagen erklärt. Dann zeigte er Gerd noch die Suite, die am Ende des Ganges lag: ein geräumiger Eingangsbereicht mit Sofa, zwei Sesseln und einem Kühlschrank sowie ein Schlafzimmer mit Doppelbett und ein eigenes Bad. Wir überlegten eigentlich nicht lang, zahlten die zusätzlichen 3000 Ksh für dieses Zimmer und zogen rasch um. Wir genossen die Aussicht mit Joseph vom grossen Balkon und konnten ihm seine gewünschte warme Diet Coke anbieten, während wir ein Glas kalten (!) Wein genossen.
Kurze Zeit später starteten wir zum Game Drive und hofften darauf, die nur hier vorkommenden Säbelantilopen zu finden. Wir fuhren durch den dichten Wald und sahen zunächst keine Tiere, doch dann fanden wir eine offene Fläche, wo eine Gruppe Zwergspinte auf Insektenjagd war. Sie setzten sich regelmässig auf Ansitzäste, die zwar weit entfernt waren, aber wir konnten sie trotzdem gut beobachten. Was für niedliche, immer etwas übel gelaunt reinschauende, bunte Vögel!

Gegen Ende trafen wir auf eine kleine Gruppe grasender Elefanten, die hier viel kleiner sind als die Elefanten vom Tsavo Ost, und auf einen grossen Giraffenbullen, der uns ebenso bestaunte, wie wir ihn. Säbelantilopen sahen wir nur weit entfernt auf einem Hügel durch das Fernglas, aber wir haben ja morgen noch einen Tag!

Wir assen mit Joseph zu Abend und auch das Abendessen war von guter Qualität. Wir bekamen Besuch von einem Buschbaby, das uns neugierig beäugte – ein niedlicher kleiner Geselle!

Sehr müde noch von der Nacht mit den Elefanten, fielen wir müde ins Bett.

Highlight des Tages: die Eichhörnchen und die Buschbabies

Wir haben geschlafen wie die Babies und konnten den Morgen voll geniessen. Die Schreiseeadler sassen schon sehr früh auf ihrem Baum am Wasserloch und liessen sich im schönen Morgenlicht fotografieren.

Wir trafen Joseph zum Frühstück, das aus Obst, Omelette, Bohnen, Schinkenspeck, Toast und Kaffee bestand. Die hübschen roten Eichhörnchen leisteten uns Gesellschaft und wir konnten nicht widerstehen, ihnen ein wenig Melone und Toast zukommen zu lassen. Allerliebst, wie sie manierlich die Nahrung wegmümmelten!

Wir holten unsere Lunchpakete ab und machten uns auf den Weg in den Park. Fast zwei Stunden lang war kein Tier zu sehen, weder Vogel noch Säugetier und nach einem kurzen Regenschauer machten wir eine Pause am Ocean View Point. Wir beschlossen, den Lunch auf unseren hübschen Balkon zu verlegen und unser Glück nochmal am Nachmittag zu versuchen. Doch dann bogen wir um eine Kurve und plötzlich sahen wir sie: eine Gruppe von Säbelantilopen, die nur hier in den Shimba Hills vorkommen. Es sollte wohl Fotografenschicksal sein, dass es ziemlich genau 12 Uhr mittags war und das Licht so ungünstig und unvorteilhaft war, wie es nur sein konnte! Wir genossen den Anblick dieser schönen Antilopen aber dennoch und wenn es etwas bewölkt war, konnten wir auch einige Fotos machen. Diese hübschen Tiere waren es echt wert!

Wir fuhren dann zurück und machten alles bereit für das gemeinsame Mittagessen. Leider fanden wir am Rande des Balkons einen kleinen, hübschen aber toten Vogel: einen Glanzelsterchen, der anscheinend vor die Fensterscheibe geflogen war. Armer kleiner Kerl!

Im Lunchpaket waren Eier, ein leckeres Stück Beef, Obst, Saft und kalte, labberige Pommes mit Ketchup. Wir wissen nicht, ob das auf Touristenfachschulen so gelehrt wird, aber irgendjemand sollte mal erklären, dass kalte, labberige Pommes kein kulinarischer Höhepunkt sind – brrrr…. Es scheint verbreitet zu sein, denn in Tanzania hatte dieses Schicksal im Ngorongoro Krater schon mal zugeschlagen 😉

Gegen 16 Uhr fuhren wir zurück in den Park und trafen nach kurzer Zeit auf einen sehr geduldigen Graukopfliest. Er liess sich von uns überhaupt nicht stören und wir konnten einige schöne Fotos machen, die allerdings eine belichtungstechnische Herausforderung waren vor dem dunklen Hintergrund des dichten Waldes.

Ich hatte den Säbelantilopen heute Mittag gesagt, sie sollten bitte gegen 17 Uhr wieder an derselben Stelle sein und tatsächlich waren sie da! Leider hatte ich vergessen, ihnen zu sagen, dass sie auf der andere Seite der Strasse sein sollten und so grasten sie leider gegen die Sonne. Wir machten dann aus der Not eine Tugend und machten aus ihnen eine Silhouette im Gegenlicht – mal die etwas anderen Fotos der schönen Antilopen.

Die grosse Gruppe Büffel war wieder an ihrem Platz zu finden und auch hier ergaben sich einige feine Fotogelegenheiten im weichen Nachmittagslicht.

Es war schon wieder Zeit, zurück ins Hotel zu fahren, wo die beiden Schreiseeadler bereits in ihrem Baum auf uns warteten. Die Sonne war bereits untergegangen, aber das letzte rosafarbene Licht war ganz bezaubernd für unsere Adler, die ein letztes Mal riefen und dann zu ihrem Schlafplatz flogen.

Wir assen zu Abend und wurden dabei von den neugierigen Buschbabies beobachtet – natürlich fiel auch der eine oder andere Happen für sie ab 😉
Auf der Plattform unten am Wasserloch wurde vom Hotel Futter bereit gestellt und von einer Ginsterkatze dankbar abgeholt. Schön, dass man diese scheue Katze mal sehen konnte!

Wir sassen zum Abschluss auf dem Balkon und überlegten, wie wir dem Glanzelsterchen ein würdiges Ende verschaffen könnten. Gerd nahm die Kleiderstange aus dem Schrank, wir plazierten den kleinen Kerl darauf und legten ihn in eine Astgabel gegenüber in den Baum. So war er zumindest wieder in der Natur und wird nicht achtlos weggeworfen. RIP, kleiner Vogel!

Highlight des Tages: die Säbelantilopen

Shimba Hills Fotos: Shimba Hills Nature Reserve Fotogalerie

Vorschaufotos:

Da wir heute eine lange Fahrt vor uns hatten, gab es bereits um sechs Uhr Frühstück. Die Eichhörnchen schliefen noch, doch schon bald hörten wir die Rufe der Schreiseeadler, die sich kurze Zeit später auf ihrem Lieblingsbaum niederliessen.

Vor der Abfahrt schaute ich nochmal nach unserem kleinen Glanzelsterchen und er wurde in der Tat wieder zum Teil der Natur: Ameisen hatten ihn entdeckt. Um viertel vor sieben Uhr fuhren wir los und benötigten für die C107 bis zur Teerstrasse wieder gute zwei Stunden. Nach weiteren 1 1/2 Stunden erreichten wir Voi und tankten auf. Endlich erreichten wir das Eingangstor vom Tsavo West Nationalpark, doch vor uns lagen noch weitere 48 Kilometer Wellblechpiste bis zur Ngulia Lodge. Die Strassen in den Nationalparks sind wirklich ein Albtraum und wir fürchten jedes Mal um die Festplatten und die Elektronik in der Ausrüstung. Aber auch ohne diese Befürchtung ist das Fahren auf diesen Ruckelpisten nicht sehr angenehm und ohrenbetäubend noch dazu. Wir fragen uns, warum die Strassen in den Parks nicht besser gewartet werden – da hat Tanzania eindeutig die Nase vorn!

Endlich erreichen wir um halb zwei Uhr die Ngulia Lodge, die auf 920m Höhe sehr schön am Ende eines Tales liegt und von Bergen umgeben ist. Tsavo West ist definitiv ein landschaftliches Highlight!

Die Lodge selber hat 40 Jahre auf dem Buckel und das merkt man ihr auch an. Unser Zimmer ist geräumig, aber in einem ziemlich renovierungsbedürftigen Zustand. Vor allem dem Bad würde eine Generalüberholung gut tun: es gibt einiges an Rost und Kalk und wirkt angegammelt. Die Toilettenspülung löst jedes Mal eine kleine Explosion mit Rückstoss aus, die den Benutzer aus dem Bad fegt… Der Empfangsbereich und die grosse Halle mit Restaurant und grosser Terrase mit Ausblick auf das bei Nacht beleuchtete Wasserloch wurde bereits renoviert und macht einen guten Eindruck.
Wir gingen zum Mittagessen, das hier wieder als Buffet gereicht wird und die Qualität des Essens ist soweit gut.

Die Lodge ist eher eine Durchgangsstation für eine Nacht der überwiegend britischen und deutschen Pauschaltouristen und ein längerer Aufenthalt scheint die absolute Ausnahme zu sein. Deutlich wurde es beim Abendessen, als ich eine Flasche Wein bestellte und den Kellner bat, den Rest für morgen zurückzustellen. Er schaute mich an und fragte: “For Breakfast?” Nein, so schlimm ist es dann doch noch nicht, doch aus seiner Sicht war die Frage verständlich, da fast alle Touristen am nächsten Morgen wieder abreisen!

Gegen vier Uhr trafen wir Joseph und fuhren zum Hippo Pool. Joseph war etwas entsetzt, dass der sumpfige Teil komplett trocken war und auch in den Pools war nur noch wenig Wasser. Im grössten Pool lag dann auch ein totes Flusspferd und Joseph fürchtete, dass die Tiere es hier bis zum Einsetzen der Regenzeit sehr schwer haben werden. Auf einem sehr nahen Baum sass ein jugendlicher Schreiseeadler, den wir ausgiebig bewunderten und am anderen Ufer stakste ein Sattelstorch umher. Ein herrlich grosser Storch mit einem bunten Schnabel! Ein einsamer Nimmersatt starrte etwas frustriert in den Tümpel und eine kleine Elefantengruppe nahm ein Schlammbad. Den Abschluss bildete ein junger Kampfadler, der uns beäugte und direkt über uns seine Kreise zog. Was für ein toller Anblick, diesen kräftigen Adler fliegen zu sehen!

Ein ereignisreicher Nachmittag ging dem Ende entgegen und wir schauten noch eine Weile vom Balkon auf das Geschehen am Wasserloch. Ein paar Wasserböcke kamen vorbei und waren ob des Blitzlichtgewitters der Touristen etwas verängstigt. Wir fragen uns immer wieder, warum Touristen die Tiere am Wasserloch anblitzen müssen, wenn man sie doch tagsüber bestens fotografieren kann?

Wir nahmen nur ein leichtes Abendessen, sassen noch ein wenig auf dem Balkon und fielen dann müde ins Bett.

Highlight des Tages: der Sattelstorch und der Schreiseeadler

Tsavo West Fotos, Teil I: Tsavo West Nationalpark Fotogalerie, Teil I

Wir beschlossen, den heutigen Tag zunächst ruhig anzugehen und überzeugten Joseph davon, am Vormittag frei zu haben.

Wir standen um sechs Uhr auf und gingen zum Aussichtspunkt am Swimmingpool, von wo aus der Blick über die gesamte Ebene des Tsavogebietes geht bis hin zum Yatta Plateau und den Hügeln bei Voi. Der Himmel färbte sich von dunkel- auf hellrot und die Hügel der Ebene bildeten eine schöne Staffelung von Grautönen. Nach einer halben Stunde gegen halb sieben Uhr tauchte die Sonne dann als gleissend heller Ball hinter dem Plateau auf und tauchte die gesamte Landschaft in ein warmes Licht – ein wundervoller Augenblick!

Wir machten einige Fotos und genossen dann, wie die Sonne weiter aufging und die Farben sich veränderten. Familie Klippschliefer erwachte und fand sich zum Frühstück auf den Felsen ein. Sehr niedlich, wie sie Blätter wegmümmelten und wie die Kleinen miteinander herumtollten! Mama Klippschliefer war ganz entspannt und liess sich mit dem 24mm Weitwinkel fotografieren und sogar ein wenig an der Seite kraulen.
Die Vogelwelt war auch erwacht und Stare und kleinere Finken flatterten aufgeregt umher.

Wir frühstückten um viertel vor acht Uhr und waren ganz allein – die restliche Touristenbande hatte sich bereits früh auf den Weg zur nächsten Etappe gemacht. So genossen wir ein ruhiges Frühstück gemeinsam mit den Bülbüls, Staren, Finken und den anderen Vögeln. Mein Lieblingsvogel, die Gabelracke, sass auf ihrem Lieblingsansitz und liess sich den gazen Morgen über bei der Insektenjagd zusehen.

Vom Balkon aus konnten wir die Racke, die anderen Vögel und dann sogar zwei junge Kampfadler beobachten. Herrlich so eine Vogelbeobachtung ganz ohne Ruckelei!

Um halb vier starteten wir zum Game Drive und auch das Licht spielte mit, so dass wir ein paar Landschaftsaufnahmen machen konnten. Gleich am Anfang sahen wir einen Leoparden, der sich jedoch sofort auf und davon machte und wir dachten, dass er wohl auf dem Weg zu seinem Abendessen sein wird… Wir trafen unterwegs auf einige Kudus, Dik-Diks, Impalas, Giraffen und das arme Flusspferd lag immer noch im letzten Rest Matsch. Wie traurig!

Der Schreiseeadler war auch wieder zur Stelle und liess sich auf einem attraktiven Ansitz nieder, so dass wir ihn nochmals bewundern und fotografierten konnten.

Auf dem Rückweg sahen wir, wie ein Raubadler zur Landung ansetzte und sich dann auf einem Busch direkt neben der Strasse niederliess. Und dann entdeckten wir auch noch den Kampfadler, der direkt hinter dem Busch sass! Zwei grosse Adler auf einmal – da hatten wir ein echtes Entscheidungsproblem, wo wir zuerst hingucken sollten! Der Raubadler blieb ein paar Minuten sitzen, bevor er weiterflog und der Kampfadler lief ein wenig umher, bis er sich letztendlich auch zum Weiterzug entschloss.
Ein tolles Ende des Game Drives!

Wir sassen vor dem Abendessen bei einem Glas Wein auf dem Balkon, als der Leopard auftauchte und sich dem bereitgestelltem Fleisch widmete. Sofort flammte ein Blitzlichtgewitter auf, von dem er sich jedoch nicht stören liess. Er machte das Stück Fleisch in 10 Minuten nieder, schaute nach heruntergefallenen Resten und verschwand wieder in der Dunkelheit. Obwohl wir diese Anfütterungen nicht gutheissen, haben wir es doch genossen, diese schöne Katze so ausführlich ansehen zu können.

Im Laufe des Abends schaute er nochmal vorbei, um zu prüfen, ob es Nachschub geben würde und verschwand angesichts des negativen Befundes schnell wieder.

Highlight des Tages: die Klippschliefer und die Adlershow

Vorschaufotos:

Der Sonnenaufgang heute morgen war nicht ganz so spektakulär wie gestern. Wir frühstückten und machten uns dann auf den langen Weg zu den Mzima Springs, einer kleinen Wasseroase in dieser so trockenen Landschaft.
Die anderen Minibusse starteten zeitgleich, um im Konvoi zum Amboseli Nationalpark zu fahren, so dass der Beginn der Fahrt etwas staubig war.

Unterwegs war das Licht zunächst noch gut für Landschaftsaufnahmen und wir passierten den Chaimu Krater, der erst vor rund 200 Jahren seinen langen Lavafluss ausstoss. Wir gingen nicht auf den Kraterrand, da wir keine Wanderschuhe anhatten und auch das Wetter mittlerweile völlig bewölkt war.

Wir erreichten den Parkplatz der Mzima Springs, wo schon einige andere Fahrzeuge parkierten, und liefen an den schönen Pools entlang. Eine völlig andere Landschaft bot sich uns hier mit hohen Fieberakazien und saftigen Grün überall. In den Pools badeten Flusspferde, die von kleineren Krokodilen begleitet wurden. Wir erreichten den kleinen, in den Pool eingelassenen, Unterwasserbeobachtungstank und konnten einen Blick auf die herumschwimmenden Barbels werfen.

Oben flog ein Graufischer Paar und zu unserer Begeisterung setzte sich Herr Graufischer mit einem gefangenen Fischchen auf einen nahen Baumstaum und erschlug seine Beute. Endlich konnten wir den hübschen Eisvogel aus nächster Nähe fotografieren und durchs Fernglas beobachten. Schliesslich brachte er den Fisch seiner Gattin, die ihn dankbar verschlang.

Auf einem anderen toten Ast sass eine Riedscharbe, die sich ebenso geduldig ansehen und fotografieren liess. Im unteren Pool gab es zwei tote Flusspferde, die furchtbar stanken und mir wurde jedes Mal schlecht, wenn der Wind wieder in unsere Richtung wehte.
Wir genossen den Anblick der schönen, üppigen Landschaft während wir langsam zurück zum Parkplatz wanderten und ein junger Hagedash sass nahe am Wegesrand auf einem Ast und liess sich willig fotografieren. Ein grosser Vogel, der zur Gruppe der Ibisse gehört, mit einem sehr schönen, bunten Gefieder!

Die Fahrt zurück zur Lodge dauerte knappe 90 Minuten und es waren noch keine weiteren Gäste angekommen, so dass wir die Ruhe zum Mittagessen nutzten.

Gegen halb vier Uhr fuhren wir unsere schon gewohnte Route, aber mein Schreiseeadler war nicht da. Dafür stakste am Ufer des Hippo Pools ein Hammerkop herum und in der Nähe grasten Zebras. Am kleinen oberen Pool machte uns der hübsche Haubenzwergfischer seine Aufwartung und wir bewunderten diesen kleinen hübschen Eisvogel.
Das Beste hatte sich jedoch bis zum Schluss aufgehoben: als wir beim kleinen Eisvogel waren, sah ich, dass sich eine Herde Elefanten dem Wasserpool näherte. Da die Dickhäuter hier aufgrund schlechter Erfahrungen mit Wilderern scheuer sind als im Tsavo East, näherten wir uns vorsichtig und liessen den Landcruiser die letzten Meter mit abgestelltem Motor rollen. Sie blieben unbeeindruckt und wir konnten die Familie ausgiebig beobachten. Es waren zwei sehr kleine Elefanten dabei; eines davon passte locker unter den Bauch seines Mami und war nur etwa einen Monat alt. Es war so schön, zu sehen, wie der Kleine bis zu den Augen im Wasser planschte und mit dem kleinen Rüsselchen trank! Ein etwas älterer Elefant schrubbelte sich am Bein des Mami und wälzte sich sogar am schrägen Ufer im Sand. Im Laufe der Zeit kam noch eine andere kleine Elefantengruppe dazu und aus der Ferne sahen wir weitere drei grössere Tiere antraben. Und das Alles im wunderbar besten Fotolicht – ein echtes Highlight! Wir schauten ihnen eine halbe Stunde zu und dann war es leider an der Zeit, in die Lodge zurückzukehren. Alle Besucher müssen bis spätestens Sonnenuntergang wieder zurück in den Unterkünften sein und es gibt keine Ausnahmen.

Der Leopard kam auch an diesem Abend pünktlich und liess sich wiederum nicht vom Blitzlichtgewitter beeindrucken – er kennt das ja… Wir machten natürlich keine Fotos, da wir den Einsatz von Blitzgeräten in der Tierfotografie grundsätzlich ablehnen.

Highlight des Tages: der Graufischer und die Elefantenfamilie

Tsavo West Fotos, Teil II: Tsavo West Nationalpark Fotogalerie II

Heute stand unser letzter Tagesausflug an und wir machten uns mit Lunchpaketen gegen sieben Uhr auf den Weg. Das Licht war sehr schön und wir konnten einige Landschaftsaufnahmen machen. Die Berge sind wahrlich ein Augenschmaus im sanften Morgenlicht!

Nach knappen zwei Stunden erreichten wir das Chyulu Gate. Ab diesem Zeitpunkt wurden wir von einem mit einer Enfield MK V bewaffneten Ranger begleitet, da wir die Shetani Lavatunnel besuchen wollten.

Wir fuhren zunächst am Lavafluss entlang und konnten an einer Stelle aussteigen. Man kann deutlich sehen, welcher Vulkankegel die Lava vor circa 200 Jahren ausgestossen hat und der Fluss ist circa zwei Kilometer breit und etwas acht Kilometer lang.
Danach fuhren wir zu dem Kegel auf einer von Tse-Tse Fliegen verseuchten Piste. Gut, dass Gerd in Tanzania sein Tse-Tse Fliegen-Abwehr-Diplom gemacht hatte und so viele der Plagegeister vertrieb.

Wir stiegen mit unserem Ranger in einen der Lavatunnel hinab, in dem es bereits nach kurzer Zeit absolut finster war. Wir konnten den Kot der Fledermäuse riechen, aber leider sahen wir im Licht der Lampe keine Tiere an der Tunneldecke hängen. Im Tunnel gab es Skelette eines Warzenschweines, eines Buschbockes, eines Stachelschweines und sogar Reste eines uraltes Nashornskelettes waren zu sehen. Nach knapp 50 Metern kletterten wir durch eine Leiter wieder ans Tageslicht und machten noch einige Fotos vom Vulkankegel. Leider war das Licht mittlerweile sehr hart und die Fotos dementsprechend schlecht. Wir fuhren zurück zum Gate, bedankten uns mit etwas Trinkgeld beim Ranger und fuhren weiter bis zum Poacher´s Lookout, wo wir Mittagspause machten. Von hier hat man einen wunderbaren Blick in die Ebenen von Tsavo, die umrahmt sind von Bergen und uralten Vulkankegeln.

Anschliessend durchquerten wir die Ebene und trafen sogar auf einige Oryxantilopen – wunderschöne Tiere! Wir machten uns langsam auf den Rückweg und legten einen letzten Stop beim Aussichtspunkt “Roaring Rocks” ein. Uns bot sich ein fantastischer Blick hinab in die Ngulia Ebene – schade, dass wir diesen Punkt nicht heute morgen angefahren hatten, als das Licht wunderschön war. Mittlerweile war es total bewölkt und die Landschaft wirkte daher eher flach ohne Konturen.

Zurück in der Lodge packten wir unsere Sachen zusammen und beobachteten Gazellen und Elefanten vor dem Wasserloch.

Highlight des Tages: der Spaziergang durch den Lavatunnel

Tsavo West Fotos, Teil III: Tsavo West Fotogalerie, Teil III

Vorschaufotos:

Heute hiess es zeitig aufstehen und nach einem schnellen Frühstück machten wir uns um kurz nach halb sieben Uhr auf den langen Weg zum Lake Naivasha, wo wir am Crater Lake die letzten Ferientage verbringen werden.

Die Fahrt bis zum Main Gate von Tsavo West dauerte 90 Minuten und wir sahen zum Abschluss nochmal Elefanten, Giraffen, Antilopen, eine Gabelracke, am Himmel kreisende Adler und am Horizont war sogar der Kilimanjaro mit seinen Eiskappen zu sehen.

Bis nach Nairobi brauchten wir weitere fünf Stunden, was zum einen am starken LKW Verkehr lag und zum anderen an den langen Baustellen, wo wir nur im Schritttempo vorankamen. Ausserdem mussten wir quer durch Nairobi, das wie üblich vom Verkehr völlig überlastet war. Endlich kamen wir bei Elvira an, wo es ein grosses Hallo gab. Die Hunde begrüssten uns aufgeregt und wollten erstmal ein wenig Aufmerksamkeit. Während des Mittagessens erzählten wir von unseren Erlebnissen und auch Kater Miekesch bekam noch seine Streicheleinheiten, bevor wir uns um drei Uhr auf den Weg nach Naivasha machten.

Die letzten 145 Kilometer kamen wir gut voran, so dass wir bereits nach 1 1/2 Stunden unser Ziel erreichten. Unterwegs bot sich uns ein toller Blick in das Great Rift Valley und auf die beiden Seen.
Das Camp besteht aus zehn Zelten, die unten am Kratersee wunderschön in die Landschaft eingefügt wurden. Im hinteren Teil hat es einen gemauerten Bereich, in dem sich Dusche, Toilette und ein Waschraum befinden. Sowohl das Bad, in dem Gerd erstmal den Toilettendeckel reparierte und den Kalk aus dem Duschkopf entfernte, so dass das Wasser auch auf uns lief und nicht in alle Richtungen spritzte, als auch dem Zelt würde eine Generalüberholung gut tun. Das Bett ist geräumig und es gibt eine grosse abschliessbare Truhe, wo alle Fotorucksäcke hineinpassen. Von der Terrasse aus hat man einen guten Blick auf den See und zahlreiche Vögel zwitschern vor sich hin. Ein kleines Paradies!

Zum Abendessen gab es ein Buffet mit Suppe, Salat, Kartoffeln, Gemüse, Huhn und frisch gegrilltem Lamm sowie Früchte und Bread-and-Butter Pudding als Dessert. Alles war ausgesprochen schmackhaft und lecker!

Wir verbrachten noch einige Zeit mit Joseph am Lagerfeuer, das wohltuende Wärme verbreitete – hier unten am Kratersee wurde es am Abend geschätzte 12 bis 14 Grad kühl.

Zurück im Zelt erwartete uns eine weitere Überraschung: das Bett war gerichtet und innen fanden wir zwei Wärmflaschen!

Gut gewärmt verbrachten wir eine ruhige Nacht!

Highlight des Tages: der ruhige Kratersee

Es war ein wunderschöner Morgen, als ich gegen viertel vor sieben Uhr am See entlang lief: über dem See wabberten Nebelschwaden, Flamingos und kleine Enten zogen vorbei und die Sonne sandte die ersten wärmenden Strahlen. Eine tolle Stimmung!

Wir frühstückten und beobachteten die schönen Vögel: vier Lovebirds sassen in einem Baumstaum recht nah am Zelt und um den See herum tobten Graubülbüls, Flötenwürger, einige Grünrücken-Camaropteras besuchten uns am Tisch und ein Specht bearbeitete einen Baumstamm in der Nähe.

Nach dem Mittagessen trafen wir uns mit Walter, der uns auf einen 2 1/2-stündigen Spaziergang begleitete. Wir wanderten zur anderen Seite des Sees und erklommen den Kraterrand, von wo aus wir in die Ebene liefen. Dort erwarteten uns in einem Wald von Fieberakazien ungefähr 25 Giraffen, mehrere Zebras, Impalas, Thompson Gazellen und hoch in den Bäumen zwitscherten zahlreiche Vögel wie Schwefelgirlitze, Stare und auch eine Gabelracke war dabei. Wir liefen inmitten der Giraffen, die uns zwar etwas misstrauisch beäugten, sich aber nicht wirklich stören liessen und sich meistens in 20 bis 30 Meter Entfernung aufhielten. Es war toll, diesen grossen Tieren ausserhalb eines Autos so nah zu sein!

Gegen viertel vor sechs Uhr kehrten wir zurück und warteten am Seeufer auf den Sonnenuntergang. Das sanfte Licht tauchte die Fieberakazien in ein warmes Licht und der See wurde immer ruhiger, so dass eine schöne Spiegelung entstand.
Kurz nach Sonnenuntergang beobachteten wir bei einem Glas Wein, wie die Heiligen Ibisse mit lautem Getöse zu ihrem Schlafbaum heimkehrten und am Ende des Sees tauchten ein paar Wasserböcke zum Trinken auf.

Es gab wieder ein leckeres Abendessen und nach einer Weile am Feuer kehrten wir zum Zelt zurück, wo uns eine warme Wärmflasche erwartete.

Highlight des Tages: der Spaziergang inmitten der Giraffen

Crater Lake Fotos, Teil I Crater Lake Naivasha Fotogalerie, Teil I

Vorschaufotos:

Wir standen kurz vor Sonnenaufgang auf und stiegen zusammen mit Walter auf den Kraterrand auf. Von dort genossen wir einen tollen Blick auf den gesamten Krater und auf die Berge, hinter denen die Sonne aufging. Leider war es sehr bewölkt und die Sonne schaute nur kurz zwischen einigen Wolkenlücken durch und warf Strahlen auf den Lake Naivasha.

Wir wanderten mit Walter am Kraterrand entlang und fanden die schönen Blüten der Capparis decidua (Kapern) und unten im Krater grasten zwei Büffel. Ein recht zutraulicher Graubülbül hüpfte in einem Busch auf der Suche nach Nahrung und posierte hin und wieder für ein Foto. Aus den Bäumen und Büschen hörten wir viel Gezwitscher, aber die Vögel waren nur schwer zu sehen. Wir konnten durch das Fernglas Bülbüls, Girlitze und Webervögel beobachten, aber für Fotos waren sie viel zu weit oben in den Bäumen.
In der Ebene fanden wir wieder Giraffen, Zebras, ein Warzenschwein und Thompson Gazellen.

Nach gut 2 1/2 Stunden waren wir pünktlich zum Frühstück wieder im Camp, wo der Chef bereits auf uns wartete. Wir waren ausreichend hungrig und durstig und liessen uns das Frühstück schmecken.

Das Wetter besserte sich leider nicht im Laufe des Tages und wir liefen nur einmal um den See herum, aber auch in der Tier- und Vogelwelt war es eher ruhig.

Nach dem Abendessen machten wir mit Walter einen Night Game Drive. Ausgerüstet mit einer starken Lampe leuchtete Walter in den Busch und in die Bäume und wir sahen schnell leuchtende Augen. Buschbabies huschten in den Bäumen, ein Dik-Dik und zwei Schakale hatten es sich auf dem Boden gemütlich gemacht und wir trafen auf einen Impalabock mit seinem 40 bis 50 Tieren umfassenden Harem – ein toller Anblick mitten in der Nacht!

Eine kleine Giraffe schaute uns gross an und ein paar Zebras liessen sich von uns nicht weiter stören. Plötzlich sahen wir im Schein der Lampe eine Eule fliegen, die sich hinter einen Busch in den Sand setzte. Es war eine Sumpfohreule und wir konnten sie gut durch das Fernglas ansehen. Wir freuten uns sehr, auch noch eine Eule gesehen zu haben.

Nach 90 Minuten waren wir wieder im Camp und schlummerten mit Eindrücken der nächtlichen Fahrt dem nächsten Tag entgegen.

Highlight des Tages: die Sumpfohreule

Crater Lake Fotos, Teil II Crater Lake Naivasha Fotogalerie, Teil II

Leider war es am Morgen wieder überwiegend bewölkt und es wurde nichts mit einem Sonnenaufgang; aber wir hatten ja noch zwei weitere Tage!

Wir frühstückten und während ich die Fotos sichtete, packte Gerd schon mal die Tasche – die Rückreise rückt immer näher…

Gegen 14 Uhr trafen wir uns mit Walter und gingen hinten am See den Kraterrand hoch und durchwanderten in einer Stunde die Ebene bis zum Lake Naivasha. Unterwegs trafen wir auf Zebras, eine einsame Giraffe, Glanzstare und meine Gabelracke war auch wieder da. Der See führte nur wenig Wasser; es ist ein bekanntes Problem, dass die ansässigen Blumenzüchter viel zu viel Wasser aus dem See nehmen und es bald zu ernsten Problemen kommen wird. Kaum am See angekommen, flog auch schon ein Schreiseeadler in geringer Höhe über uns hinweg und am Seeufer paddelte eine Gruppe Pelikane. Im schlammigen Teil suchten Schmiedekiebitze nach Nahrung und am Rande im Schilf sassen ein Silberreiher und ein Goliath Reiher. Wir freuten uns sehr, diesen schönen, grossen Reiher sehen zu dürfen!

Zwei weitere Schreiseeadler sassen direkt am Ufer und wir näherten uns auf etwas 100 Meter. Wir konnten den mächtigen Adler gut durch das Fernglas beobachten, bis es ihm zu bunt wurde und sich auf einer Fieberakazie niederliess. Tolle Vögel!

Wir blieben über eine Stunde und beobachteten das Treiben der Vögel und machten uns langsam auf den Rückweg. Inmitten der Fieberakazien graste ein Elandbulle und wir hatten Glück, dass gerade das warme Licht der Nachmittagssonne herauskam. Der Eland liess sich nicht stören und wir konnten bis auf 20 Meter heran – unglaublich! Die Wanderungen mitten durch die Tiere der Savanne werden uns wirklich unvergesslich bleiben.

Einen Sonnenuntergang gab es nicht; es zogen dunkle Wolken auf und es fing tatsächlich an zu regnen! Es regnete fast zwei Stunden lang, aber es ist wohl doch nur ein Tropfen auf den heissen Stein nach der langen Trockenzeit. Walter erzählte uns, dass es auch während der eigentlichen grossen Regenzeit kaum Regen gegeben hätte und die Landschaft hier ist ebenso wie im Tsavo sehr, sehr trocken. Für Mensch und Tier ist es ziemlich schwer, ausreichend Nahrung zu finden. So freuten wir uns über den kühlen Regen und hofften, dass so vielleicht wenigstens etwas frisches Grün spriessen könnte.

Highlight des Tages: der Elandbulle und die Schreiseeadler

Crater Lake Fotos, Teil III: Crater Lake Naivasha Fotogalerie, Teil III

Vorschaufotos:

Endlich war das Wetter morgens gut und wir standen um halb sieben Uhr unten am Seeufer und beobachteten, wie die Nebelschwaden über den See zogen und die Sonne langsam den Kraterrand in warmes Licht tauchte.

Kleinere Enten und die Flamingos schwammen über den See, in der Ferne rief der Schreiseeadler und die Heiligen Ibisse flogen aus ihrem Schlafbaum auf. Eine fantastische Morgenstimmung, die wir sehr genossen!

Zu guter Letzt hatte sich eine Gruppe von Giraffen bis fast zum Kraterrand vorgewagt und eine kleinere Giraffe bemerkte zunächst nicht unser Näherkommen und zupfte Blätter von einer Akazie. Doch nach einigen Augenblicken bemerkte sie uns und stob davon zu den Anderen. Wir sahen sie nochmals und dann verschwanden sie; ich freute mich, meine Lieblingstiere des Busches noch ein letztes Mal gesehen zu haben!

Wir waren heute die einzigen Gäste im Camp und genossen das letzte Lagerfeuer und das leckere Abendessen bei einem Glas Wein.

Highlight des Tages: der Giraffenbulle

Abreisetag!

Wie immer war ich etwas traurig, dass die Ferien schon wieder vorüber waren, aber ich genoss den Morgen am See nochmal in vollen Zügen. Es gab zwar weder Nebel noch einen Sonnenaufgang, doch es war schön, die Morgenstimmung mit den Flamingos und den erwachenden Ibissen zu erleben.

Nach dem Frühstück packten wir die letzten Sachen und setzten uns nochmals an den Trink- und Badeplatz, wo wir neben den gewohnten Besuchern auch noch Ziernektarvögel, Dünnschnabelgirlitze, Baglafechtweber, Graubrust-Paradiesschnäpper und den hübschen Malachitnektarvogel beobachten und fotografieren konnten. Joseph tauchte gegen 13 Uhr auf und wir machten uns nach dem Verabschieden von Walter und der Crew auf den Weg nach Nairobi.

Nach knapp 90 Minuten erreichten wir Elvira´s Haus und es stand erstmal allgemeines Begrüssungskraulen, Spielen mit Dino und Schmusen mit Miekesch an. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen und fuhren gegen 18:30 Uhr zum Flughafen, zu dem wir wegen des Staus in Nairobis Stadtzentrum 1 1/2 Stunden benötigten. Der Check-In verlief schnell und problemlos und wir warteten in der Business Lounge auf den Abflug.

Der Rückflug verlief ruhig und die Abfertigung in Zürich war wie immer schnell, so dass wir bereits um 7 Uhr im Zug nach Basel sassen. Gross war die Freude, als wir zuhause unsere Sperlings-, Grünfinken- und Kohlmeisenschar beim Frühstück antrafen.

Wir liessen die Ferien Revue passieren und den Tag ausklingen. Schön war es in Kenia und wir werden sicherlich für einen weiteren Besuch zurückkehren. Positiv zu bemerken bleiben die Vielfalt der Tier- und Vogelwelt, wenn man sich wirklich die Zeit für Beobachtungen nimmt, und die Schönheit der Landschaft vor allem im Tsavo West, Shimba Hills und am Lake Naivasha.

Etwas negativ bleiben die grottenschlechten Pisten innerhalb der Parks sowie die Sicherheitslage in Erinnerung. Wir sind es einfach nicht gewohnt, immer alles einschliessen zu müssen und wollen auch nicht stets Menschen mit Misstrauen begegnen, was sehr schade ist und auch nicht unserer Einstellung entspricht. Ausserdem stimmt unserer Meinung nach das Preis-Leistungsverhältnis nicht immer. Speziell Ngulia Lodge und Crater Lake Camp haben hier bei der Unterkunft etwas Renovierungsbedarf. Davon ausgenommen ist ausdrücklich die Qualität des Services und des Essens sowie die Freundlichkeit des Personals!

Highlight des Tages: unsere Frobenschar in Basel

Vielen Dank für Ihr Interesse!
SA*GA Photography – Moments in Light

F a c e b o o k