Reisebericht: Azoren 2013

Wir freuen uns, dass Ihr zu unserem Reisebericht von unserer zweiwöchigen Reise auf die Azoren im Mai 2013 gefunden habt. Dieser Reisebericht ist kein täglicher Bericht, wie wir ihn sonst immer schreiben, sondern eher eine Zusammenfassung mehrerer Tage. Das Wetter war sehr oft zu schlecht für Tagesberichte – es wäre einfach zu langweilig geworden…

Gerd, seine Mutter und ich verbrachten 17 Tage auf drei verschiedenen Inseln der Azoren und jede einzelne hatte ihren eigenen Charme und Highlights. Einzig die hohe Luftfeuchtigkeit haben alle Inseln gemeinsam, die einen Aufenthalt oft etwas ungemütlich macht, obwohl die Temperaturen immer zwischen 15 und 20 Grad waren. Das Problem war eher, dass alles im Haus irgendwann durch die permanent hohe Luftfeuchtigkeit feucht wird: Bettwäsche, Handtücher, letztendlich auch die Kleidung und sie verursachte ausserdem eine heftige Allergie um meine Augen herum, die entweder durch Schimmelpilze oder Hausstaubmilben in den Betten verursacht wurde. Es gibt eigentlich nichts, was die Hauseigentümer dagegen tun können: die Luftfeuchtigkeit bietet perfekte Bedingungen für die Bildung von Schimmelpilzen oder das Gedeihen von Hausstaubmilben und ich möchte deutlich machen, dass wir den Eigentümern unserer Ferienwohnungen keinerlei Vorwürfe machen! Der Luftfeuchtigkeit Herr zu werden, wäre ein Kampf gegen Windmühlen…

Wie immer, haben wir unsere Reise individuell geplant und haben die folgenden Unterkünfte mit Möglichkeiten zur Selbstversorgung auf São Miguel, São Jorge und Pico gebucht:

Quinta Altamira in Caloura auf São Miguel

Jardim do Triângulo in Urzelina auf São Jorge

Adegas do Pico in Prainha auf Pico
und
O Moinho da Bibi , eine wunderbar liebevoll restaurierte Windmühle in Candelaria auf São Miguel

Alle Autos, immer ein Ford Focus 1.6 Diesel Kombi, mieteten wir bei Ilha Verde Rent-a-car an jedem Flughafen. Alle Autos waren in einem guten technischen und sauberen Zustand und wir hatten keinerlei Probleme mit den Autos oder dem Anbieter.

Alle Azoren Fotogalerien gibt es auf unserer Webseite unter Azoren Fotogalerien bei SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

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Wir hoffen, dass Euch unser Reisebericht von den schönen Azoreninseln in der Mitte des Atlantiks gefallen wird. Wenn Ihr durch eine Suchmaschine hier her gekommen seid und nur diesen Einzelpost seht, dann klickt bitte auf den folgenden Link, um zum gesamten Reisebericht zu gelangen: Reisebericht Azoren 2013 – Grüne Inseln und zerklüftete Lavaküsten

Sandra Schaenzer & Gerhard Schoening
SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

Eigentlich begann unsere Reise schon einen Tag früher, als Gerd’s Mutter ankam und wir alle den abendlichen Flugizug nach Zürich nahmen. Unser Flug nach São Miguel sollte bereits um 6:15 morgens abfliegen und so buchten wir uns nochmals in das Radisson Blu Airport Hotel ein, das sich ganz praktisch im Flughafenterminal befindet.

Wir hatten am Vorabend unser Gepäck eingecheckt und so ging die Sicherheitskontrolle und Boarding am Samstag Morgen recht schnell. Wir hoben pünktlich ab und flogen zunächst nach Lissabon, wo wir über vier Stunden im langweiligen Transit Bereich des Flughafens verbrachten. Die SATA brachte uns dann endlich pünktlich nach São Miguel. Ich ging direkt zum Schalter von Ilha Verde, um die Formalitäten für die Autoanmietung zu erledigen und Gerd und seine Mutter sammelten unser Gepäck ein. Kurze Zeit später waren wir bereits auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft: Quinta Altamira in Caloura auf São Miguel. Die Häuser befinden sich schön verteilt in einem riesigen Park und sind geräumig mit zwei Schlafzimmern, einem Badezimmer und einem grossen Wohnbereich mit eingerichteter Küche. Die Betten waren ziemlich klamm von der hohen Luftfeuchtigkeit, aber wir hatten glücklicherweise einen Radiator, den wir die meiste Zeit laufen liessen, um die Luftfeuchte und vor allem die Feuchte in den Betten zu reduzieren. Die Luftfeuchte ist auf den Azoren so gut wie nie unter 80% und alle Bewohner leiden von der Feuchtigkeit in den Häusern und Kleidung oder Bettzeug wird ruckzuck kalt und klamm. Die Temperaturen lagen auch nur bei 15 Grad, was das Ganze mit der hohen Luftfeuchte noch ungemütlicher machte, vor allem für Gerds Mutter. So zogen wir also ein, verstauten das Essen, was wir zuvor noch im Supermarkt auf dem Weg gekauft hatten und machten eine kleine Tour zum Location Scouting.

Die Küstenlinie von Caloura ist sehr spektakulär, aber der Wind blies so heftig, dass an Fotografie nicht zu denken war. Die feine Gischt von See durchnässte uns innerhalb von Sekunden und der Wind würde das Stativ einfach nur die Klippen hinunter wehen. So liessen wir den Tag ausklingen, hatten ein kleines kaltes Abendessen und gingen früh schlafen.

Highlight des Tages: die Ankunft

28. April 2013

Gerd und ich standen früh auf und fuhren hinunter an die Küste von Caloura, um Fotos vom Lavastrand im Mondlicht zu machen. Es war ziemlich bedeckt, aber der Mond schien immer wieder durch Lücken schön auf die Felsen und das Meer. Im Osten war nur ein kleiner Schimmer roten Lichtes zu sehen und wir wurden am ersten Morgen nicht mit schönen Morgenlicht belohnt. So gingen wir auch bald zurück und genossen ein ausgiebiges Frühstück mit Gerd’s Mutter.

Wir entschieden uns, einen Ausflug durch die Berge zum bekannten Wasserfall Caldeira Velha zu machen. Wir kamen am Kratersee Lagoa do Fogo vorbei, ein spektakulärer und junger Kratersee, der von dichter Vegetation und Wäldern umgeben ist. Wir kamen schliesslich am Parkplatz an und machten den kurzen Spaziergang zum Wasserfall. Um diese Zeit sind zum Glück noch nicht so viele Touristen unterwegs und wir hatten den Wasserfall fast für uns allein. Das Wasser ist warm und wird gestaut, damit Leute im Pool baden können, aber wir hatten Glück, dass nur zwei Kinder zum Planschen gingen. Wir fotografierten vor uns hin, denn der Wasserfall bietet viele Möglichkeiten und es gab auch ein reichliches Vogelleben. Gerd gelangen einige schöne Aufnahmen der lebhaften Bergstelze, während ich mich auf den Wasserfall und die Vegetation konzentrierte. Die ganze Gegend ist ziemlich heiss und einige Meter weiter gibt es Fumarolen, die vor sich hin blubbern. In der Tat “Naturally boiling water”, genau wie das Schild gewarnt hatte.

Wir fuhren zurück nach Caloura und assen in einem kleinen Restaurant am Hafen zu Mittag. Es gab ganz frischen Fisch und ich entschied mich für einen Drückerfisch und Gerd und seine Mutter für ein Thunfisch Steak. Ich weiss nicht, was die Ursache war – vielleicht einfach die Unmengen an Olivenöl, die hier verwendet werden – aber ich wurde nach zwei Stunden ziemlich krank und litt unter Erbrechen und Durchfall für den Rest des Tages. Es wurde zum Abend hin besser und ich hatte zumindest eine ruhige Nacht.

Highlight des Tages: Der Moment, als ich nicht mehr kotzen musste…

Diashow:

Wir hörten das Prasseln von heftigem Regen, als der Wecker klingelte und so blieben wir dann auch liegen und verpassten einen weiteren Sonnenaufgang. Es war aber auch so besser, da sich mein Magen noch nicht ganz erholt hatte. Wir frühstückten zusammen und machten uns auf den Weg zu den heissen Quellen von Furnas. Das malerische Dorf liegt schön eingebettet in der Kaldera mit einer üppigen Vegetation und dem Kratersee von Furnas. Die heissen Quellen sind ziemlich beeindruckend – das Wasser kocht heftig und überall schiessen heisse Blasen aus dem Boden. Die Gegend ist gut für Menschen mit kalten Füssen – man kann die Hitze im Boden sogar durch die Schuhe spüren 😉 Wir schlenderten durch das Gebiet mit den heissen Quellen und Fumarolen und fuhren anschliessend hinauf zum Aussichtspunkt, um den Blick über das Dorf und den See zu geniessen.
Wir besichtigten die Plantacoes de Cha Gorreana (Gorreana Teeplantage) auf unserem Weg nach Ribeira Grande und bewunderten die schönen, traditionellen alten Englischen Maschinen und Gerd probierte mit seiner Mutter den Tee, von dem sie auch ein paar Beutel kauften. Wir fuhren dann weiter nach Ribeira Grande, wo wir im einzigen offenen Lokal am Strand zu Mittag assen.

Während wir das Essen genossen, erreichte mich eine E-Mail von SATA, die uns über einen bevorstehenden Streik vom 1. bis 4. Mai informierte. Ups, unser Flug nach São Jorge sollte am 1. Mai fliegen und so eilten wir zum Flughafen nach Ponta Delgada, um uns nach Optionen zu erkunden. Es wäre sinnlos gewesen, erst am 5. Mai für nur zwei Tage nach São Jorge zu fliegen und wir entschieden uns dann lieber dazu, einen Tag früher am 30. April zu fliegen. Die Dame am SATA Schalter war sehr hilfbereit und stellte uns neue Tickets ohne Zusatzkosten aus. Wir fuhren danach zum Ilha Verde Büro in die Stadt und buchten auch den Mietwagen um – wieder völlig problemlos und ohne Gebühren. Der Nachmittag war nun schon fast vorbei und wir fuhren zurück nach Caloura, um die Koffer zu packen und sagten noch im Hotel Bescheid, dass wir einen Tag früher abreisen würden.

Wir machten noch einen Ausflug an die Küste gegen Abend, aber es war komplett bewölkt und wir machten nur ein paar lustlose Fotos. Zurück im Hotel fielen wir dann müde ins Bett.

Highlight des Tages: die heissen Quellen von Furnas

30. April 2013

Dieser Morgen begann mit einem aussergewöhnlichen Erlebnis. Wir standen früh auf und erreichten die Küste von Caloura noch im Dunkeln, um Fotos vom Strand und der Lavaformationen im Mondlicht zu machen. Es wurde langsam hell, aber ich bemerkte sehr schnell, dass es ein weiterer lichtloser Morgen werden würde. So konzentrierte ich mich auf stimmungsvolle Aufnahmen der See mit den Felsen, als plötzlich der Boden unter meinen Füssen zwei Mal heftig schwankte. Als erstes fluchte ich über mein instabiles Stativ, bis ich realisierte, dass das gerade ein Erdbeben war! Wir erfuhren später, dass es eine Stärke von 5.9 hatte und das stärkste der letzten 10 Jahre war. Das Epicenter lag nur 28 km entfertn auf See in einer Tiefe von 10 km.

Wir zogen weiter zu einer kleinen Bucht bei Caloura, wo ich mich auf Wellenfotos konzentrierte. Die Wellen hatten alle mehr oder weniger dieselbe Stärke und waren voraussehbar, aber plötzlich wurde ich von einer hohen Welle erfasst und war völlig durchnässt! Auf einem Foto, das ich nur 15 Sekunden vorher gemacht hatte, sah ich zwei Wellen, die anders aussahen, aber ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob diese Wellen von dem Erdbeben verursacht worden sind. Merkwürdig war es aber trotzdem! Tropfnass stapfte ich die Treppen zum Parkplatz hinauf und wir fuhren zurück ins Hotel. Wow, was für ein Morgen!

Wir frühstückten und in der Zwischenzeit hatte sich auch die Sonne durchgesetzt. Wir genossen ein wenig Sonnenschein auf der Terrasse, bevor wir zum Flughafen fuhren, das Auto abgaben und für unseren Flug via Terceira nach São Jorge eincheckten. Der Flug war pünktlich, wir nahmen unser Auto wieder bei Ilha Verde entgegen und fuhren zuerst in den Hauptort Velas, um Lebensmittel im örtlichen Supermarkt einzukaufen.

Unsere Unterkunft Jardim do Triângulo in Urzelina war nur eine kurze, 10-minütige Fahrt entfernt von Velas und wir wurden vom Besitzer Chris freundlich begrüsst. Er zeigte uns das Areal, erklärte uns Besonderheiten und unterhielt uns mit lustigen Anekdoten. Gerd und ich bekamen das kleine Studio mit Küche und Gerd’s Mutter hatte das Doppelzimmer neben uns. Die Räume sind schön und sauber und von einem wunderschönen Garten umgeben, doch es gab auch hier das Problem mit der klammen Bettwäsche. Leider gab es keinen Radiator, was es für Gerd’s Mutter sehr ungemütlich machte, die sich die ganze Zeit über nicht wirklich wohl fühlte und es war ihr ständig zu kalt. Sie tat uns wirklich leid, aber es gab nichts, was wir tun konnten:(. Kurze Zeit später waren dann auch der Hund Stella und Chris’ Katze zur Stelle und begrüssten uns Neuankömmlinge, während wir einzogen.

Das Wetter war wieder unbeständig ohne Hoffnung auf schönes Licht und so fuhren wir nach Santo Amaro und assen im “Fornos de Lava” Restaurant zu Abend. Das Essen war okay, nicht so ölig und die Leute im Lokal sehr freundlich. Wir genossen unser Dinner bei einer Flasche Wein von den Azoren und fuhren dann müde zurück nach Urzelina.

Highlight des Tages: das Erdbeben

Diashow:

Diese beiden Tage konnte man getrost vergessen! Das Wetter war sehr schlecht und nun war auch noch Gerd’s Mutter mit Magen- und Darmproblemen krank. Es muss wirklich das viele Öl sein – wir haben keine andere Erklärung, denn auch bei ihr ging es relativ schnell vorbei und sie war nach einem Tag so gut wie wieder hergestellt.

Gerd und ich versuchten uns an hoffnungslosen Fotos bei bedeckten Himmel, fuhren aber bald wieder zurück. Wir gingen zum Frühstück ins Haupthaus, wo Chris bereits allerlei Leckereien vorbereitet hatte: Kaffee oder Tee, Müsli, Tomaten und Paprika, schmackhaften Käse von São Jorge, Aufschnitt, Marmelade, Joghurt und Fruchtsalat. Chris ist ein sehr unterhaltsamer Gastgeber, der seine Anekdoten sehr amüsant und lustig erzählt – grossartige Unterhaltung ist beim Frühstück inklusive!

Wir fuhren dann los, um etwas Location Scouting auf der Insel zu machen und schauten hinunter zu den fantastischen Fajã dos Cubres und Fajã do Ouvidor, wo wir auch einen kleinen Spaziergang zu dem natürlichen Felsenschwimmbad machten. Das war dann auch der Zeitpunkt, wo es Schwiegermutter schlecht wurde und wir zurück ins Hotel fuhren. Wir kochten ihr Tee, sie ging zu Bett und schlief den Rest des Tages während wir uns entspannten und ich am Reisebericht arbeitete.

Highlight des Tages: hmmm, eigentlich nix

2. Mai 2013

Es war ein komplett verregneter Tag, den Gerd’s Mutter zur weiteren Erholung nutzte. Gerd und ich fuhren am Nachmittag zur Fajã do Ouvidor, wo wir einen Fotografen trafen, den ich über Facebook kennengelernt habe: Rui Vieira . Rui ist auf São Jorge zuhause und auf Landschaftsfotografie der drei Inseln im Triangulo spezialisiert: São Jorge, Pico and Faial. Ein Besuch seiner Webseite ist sehr lohnenswert – er ist ein grossartiger, talentierter Fotograf mit einem feinen Gefühl für Licht!

So trafen wir ihn, seine Freundin Susana und ihren süssen 4 1/2 Monate alten Sohn Nuno in ihrem Ferienhaus in Fajã do Ouvidor. Wir unterhielten uns bei Thunfisch, Käse, Brot, Wein und Likör sehr interessant und angeregt über Fotografie, die Inseln und über das Leben auf den Azoren. Es war wirklich sehr schön, Rui und seine kleine Familie zu treffen und wir verabredeten uns zu einem gemeinsamen Shooting zum Sonnenuntergang am kommenden Montag.

Es regnete immer noch, als wir zurück waren und so hatten wir nur ein leichtes Abendessen und gingen früh zu Bett.

Highlight des Tages: Das Treffen mit Rui und Susana

Faja dos Cubres Gerd und ich standen kurz vor fünf Uhr auf und wir fuhren zum Aussichtspunkt hoch über der Fajã dos Cubres. Dieser Ort ist sehr beliebt und man sieht auch sofort, warum das so ist: der Blick über die Fajã dos Cubres zur Fajã da Caldeira do Santo Christo mit der zerklüfteten Steilküste ist einfach nur atemberaubend! Trotzdem machte ich nur ein paar Fotos in der blauen Stunde mit Sturmwolken, da es keinerlei Anzeichen für warmes Morgenlicht gab, aber ich war auch damit zufrieden. Wir fuhren danach hinunter zur Fajã und wanderten über die Pfade der Lagune, bis wir einen guten Standpunkt zur Beobachtung der Fluss-Seeschwalben (Sterna hirundo) fanden. Faja dos CubresDie Vögel befinden sich gerade in der Paarungszeit und wir konnten sogar ein glückliches Seeschwalbenpaar bei der Paarung beobachten! Es gab generell viel Aktion in der Kolonie und es war grossartig, diesem Treiben eine Weile zuzuschauen.

GullWir kehrten schliesslich nach Urzelina zurück, frühstückten bei guter Unterhaltung von Chris und entschlossen uns zu einem Ausflug an die Ostseite der Insel. Wir fuhren nach Topo, aber es war dick bewölkt, neblig und sehr windig. Der Blick über die See und die Küste war schön, aber es war einfach zu ungemütlich, um länger zu bleiben.

So fuhren wir weiter zur Fajã de São João, wo wir einen kleinen Spaziergang durch das Dorf an der Küstenlinie entlang machten. Die traditionellen Häuser aus Natursteinen und den kleinen, adretten Gärten mag ich sehr, da sie so gemütlich aussehen. VelasWir assen schliesslich im Studio zu Mittag und während Gerd’s Mutter im Hotel bleiben wollte, um sich vollständig von der Magenverstimmung zu erholen, fuhren Gerd und ich zum Sonnenuntergang nach Velas. Wir wurden dieses Mal nicht enttäuscht und wurden mit grossartigem Abendlicht und dramatischen Wolken über den Klippen von Velas belohnt. Die Gelbschnabelsturmtaucher (Calonectris diomedea) waren in der Dämmerung um uns herum und umkreisten uns mit ihren typischen, lustigen Rufen “aua-auaaa-oiii” 😉 VelasSie kommen nur zur Brutzeit an Land und verbringen ihre meiste Zeit draussen auf See.

Wir wurden mit einem superschönen Sonnenuntergang beschenkt mit fantastischen Farben und wir warteten danach, bis es dunkel genug für Sternenfotos über den Klippen. So ging ein recht trostloser Tag noch mit einem guten Ende vorbei.

Highlight of the day: Sonnenuntergang bei Velas

Diashow:

Faja dos Cubres Faja dos CubresAn diesem Morgen fuhr ich allein zur Fajã dos Cubres. Als ich aufstand, war der Himmel zu meiner grossen Überraschung sternenklar und ich machte mich schnell auf die Socken; zum Glück sind die Wege auf den Azoren fast immer recht kurz. Ich bin einfach nur fasziniert von diesem Panoramablick – absolut erste Klasse, einer der schönsten Ausblicke über eine Steilküste, die ich kenne!

Das Morgenlicht war dann in der Tat voller Dramatik und ich war ziemlich glücklich über die erreichten Fotos, die so wurden, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte. Was für eine herrliche Stimmung: die Natur erwachte, die Vögel stimmten ihre Morgenlieder an, das Geräusch der Brandung weit unter mir und die kühle (aber feuchte!) Morgenluft! Glücklich und zufrieden fuhr ich zurück zur Unterkunft, wo wir alle gemeinsam frühstückten. Moos

Gerd’s Mutter fühlte sich endlich besser und wir machten einen Ausflug zum Parque florestal das Sete Fontes bei Rosais an der Westküste. Close-upDer Blick vom Aussichtspunkt war durch Nebel versperrt, aber Gerd machte mit seiner Mutter einen Spaziergang durch den Park, während ich mich an Makros der Moose an den Bäumen probierte.

Das Wetter hatte sich wieder verschlechtert ohne Hoffnung auf Abendlicht und so verbrachten wir den Abend mit netten Unterhaltungen bei Wein und Käse.

Highlight des Tages: der epische Sonnenaufgang

5. Mai 2013

Faja do Vimes FajaUnd auch dieser Morgen war wieder vollständig bedeckt, so dass ich mir nicht die Mühe machte, aufzustehen. Wir verbrachten ein weiteres lustiges Frühstück mit Chris und fuhren hinüber nach Velas, wo wir auf den Gipfel des Hausbergs spazierten. Von dort hat man einen schönen Überblick über Velas und über die gesamte Küste. Es war ein netter Bummel und wir belohnten uns mit einem guten Mittagessen in dem spanischen Restaurant in Santo Amaro.

Urzelina sunsetEs war schon spät, als wir nach Urzelina zurück kehrten und der Himmel schaute vielversprechend für Sonnenuntergang aus. Ich verbrachte einige Zeit an der Küste und fotografierte die bizarren Lavaformationen im letzten Licht des Tages. Ausserdem war zum ersten Mal der Vulkan von Pico, immerhin der höchste Berg Portugals, in der Ferne zu sehen! Sonnenuntergang Urzelina UrzelinaDie alten restaurierten Windmühlen machten sich ebenfalls gut und ich fotografierte emsig vor mich hin, bis die Sonne als grosser Ball hinter den Klippen von Velas unterging. Was für eine fantastische Stimmung und was für ein tolles Ende eines durchwachsenen Tages!

Ich kehrte zurück und ging bald darauf nach einem Glas wohl verdienten Weines ins Bett.

Highlight des Tages: die herrlichen Sonnenuntergangsfarben

Diashow:

Faja da Areia Faja da AreiaGerd und ich standen kurz vor 5 Uhr auf und fuhren auf die Sonnenaufgangsseite der Insel hinunter in die Fajã da Ribeira da Areia. Hier steht auch der wunderschöne Lavabogen, dessen Position aber zu dieser Jahreszeit leider nicht ideal für Sonnenauf- oder -untergänge ist. So plazierten wir uns auf der anderen Seite des Dorfes und machten Fotos der zerklüfteten Küste im Mondlicht. Die Gelbschnabelsturmtaucher waren noch da und umflogen uns mit ihrem einzigartigen Lied:)Bald darauf begann die blaue Stunde und die Küste sah mit der stürmischen See und den Lavafelsen wunderschön aus. Der Sonnenaufgang war dann aber nicht mehr ganz so klar wie am Vortag, aber es gab doch einige interessante Farben und schöne Wolken. Wir waren mehr als zufrieden mit unserer Ausbeute dieses Morgens und fuhren zurück zum Frühstücken nach Urzelina. Faja da Areia

Faja dos CubresEs war bereits unser letzter voller Tag auf São Jorge und so entschieden wir uns für die klassischste Wanderung, die allgemein auch als die landschaftlich schönste gilt: die ungefähr fünf Kilometer von der Fajã dos Cubres zur Fajã da Caldeira do Santo Christo. Es war ein schöner Spaziergang, aber wir fanden sie alle nun nicht so spektakulär wie sie oft beschrieben wird. Man läuft zumeist durcht dichte Vegetation und man hat kaum Aussichten auf die See und die schöne Küste. Wie auch immer, es war eine nette Abwechslung und wir genossen die Wanderung sehr. Gerd und seine Mutter gingen bis ins Dorf, während ich bei der Lagune einige Makros der Pflanzen machte, die sich durch das Lavagestein kämpfte. Es ist faszinierend: die Pflänzchen nutzen die kleinste Lücke im Gestein und fangen an zu wachsen. Faja dos Cubres

Wir gingen langsam zurück und trafen auf eine sehr geduldige kleine Eidechse, die eine ganze Weile willig für mich posierte. Süsser kleiner Geselle und ich war mir nicht sicher, wer da neugieriger war: die Eidechse darüber, was ich da wohl vorhatte oder ich darüber, wie lange sie noch posieren würde 😉

Madeira lizardWir kehrten schliesslich noch in die kleine Bar in der Fajã dos Cubres ein, wo wir eine nette Unterhaltung mit der Pächterin und ihrem Mann hatten und es uns bei Rotwein und einheimischen Käse gut gingen liessen. Es war ein warmer Tag heute und wie schön war es, hier in der warmen Sonne zu sitzen und Wein und Käse zu geniessen:)

Es war Zeit aufzubrechen und wir mussten schon wieder unsere Reisetaschen packen, da wir Morgen nach Pico weiter reisen würden. Gerd und ich trafen uns um 19 Uhr mit Rui auf dem Parkplatz des Parque Forestal in Rosais. RosaisVon dort nahmen wir seinen 4×4 und fuhren die fünf Kilometer bis zum Leuchtturm. Wir bahnten uns einen Weg durch die dichte Vegetation hinter dem Leuchtturm bis wir plötzlich hoch auf den Klippen am westlichsten Punkt der Insel standen und auf die spitzen Felsen unter uns schauten. RosaisEs war ein grossartiger und dramatischer Anblick und wir begannen alle zu fotografieren, als die Sonne tief genug stand. Es war sehr schön zusammen mit Rui, mit dem wir uns über unsere Fotografie Erfahrungen unterhielten und die Aussicht bewunderten. Das gute Licht und der Sonnenuntergang waren mal wieder viel zu schnell vorbei, aber wir blieben noch eine Weile, um uns zu unterhalten und die Möwen im Flug zu beobachten.

Schliesslich kehrten wir zum Parkplatz zurück, dankten Rui für den tollen Abend und verabschiedeten uns. Was für ein grossartiges Ende eines Tages mal wieder!
Gerd und ich tranken zurück in Urzelina noch ein Glas Wein, während wir den Tag Revue passieren liessen und gingen dann zufrieden schlafen.

Highlight des Tages: Sonnenuntergang in Rosais

7. Mai 2013

Faja dos Cubres Faja dos CubresEs war eine sehr kurze Nacht, als wir um fünf Uhr aufstanden, um ein letztes Mal zur Fajã dos Cubres zu fahren. Wir hatten richtig Glück, denn es war sternenklar und wir konnten Sternenfotos machen, bevor die Dämmerung einsetzte. Am letzten Tag bekamen wir endlich unseren goldenen Sonnenaufgang – manchmal braucht man eben nur etwas Glück und Geduld. Wir kehrten glücklich nach Urzelina zurück und genossen mit Vergnügen unser letztes Frühstück mit Chris.

>Es war heute ein langweiliger Reisetag. Wir trafen uns zum Mittagessen mit Rui, Susana und Nuno in Velas und verabschiedeten uns von ihnen. Wir werden sie wirklich vermissen – sie sind eine süsse kleine Familie! Es war etwas ungewöhnlich, mit dem Flugzeug nach Pico zu reisen, da wir erst nach Terceira fliegen würden und dann wieder zurück nach Pico. Die Fähre würde nur 30 Minuten brauchen, aber es war nicht klar, ob die Fähren Anfang Mai schon ihren Fahrplan aufnehmen würden und so entschieden wir uns – nicht zuletzt wegen Gerd’s Mutter – für die sichere Variante.

Die Flüge waren pünktlich und wir kamen sicher auf Pico an, wo ich das Auto anmietete und wir zu unserer nächsten Untekunft fuhren: Adegas do Pico in Prainha. Wir trafen José, der uns das Haus zeigte, was allerdings ein anderes als das von uns gebuchte war, da die Zufahrtsstrasse vom letzten Regen zu stark beschädigt war. Das Haus ist ein liebevoll restauriertes traditionelles Steinhaus mit viel Holz. Wunderschön, aber auch hier war es innen klamm. Adegas do Pico Adegas do PicoAllerdings gab es sowohl ein Entfeuchtungsgerät als auch Radiatoren und Gerd’s Mutter fühlte sich zumindest in dieser Hinsicht wieder wohler, auch wenn ihr die dunklen Steinwände überhaupt nicht zusagten. Uns gefiel es sehr: wir hatten zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, einen Wohnbereich und eine sehr gemütliche Küche mit einem alten schönen Holztisch. Man kann in jedem Winkel José’s Liebe fürs Detail und für die Häuser spüren.

Es war völlig bedeckt mit leichtem Sprühregen und es gab keine Hoffnung auf Fotos. So kochten wir eine weitere Pasta Bolognese, assen zu Abend und gingen früh schlafen.

Highlight des Tages: Sonnenaufgang über der Fajã dos Cubres

Diashow:

Adegas do PicoAdegas do PicoDer 8. Mai war mal wieder ein Tag zum Vergessen – es regenete ohne Unterlass den ganzen Tag und wir konnten nichts anderes tun als Wäsche waschen, essen, Schlaf nachholen, Reisebericht schreiben und uns langweilen! Pico

9. Mai 2013

Prainha PrainhaEs war noch tief dunkle Nacht als ich kurz nach fünf Uhr aufstand und es sah draussen vielversprechend aus. Ich fuhr hinunter an die Lavaküste von Prainha, wo ich einige schöne Lavaformationen fand, die sich gut gegen den schmalen Streifen roten Himmels gegenüber der Meerenge von São Jorge machten. Es war ein kurzer, aber epischer Sonnenaufgang, als die Sonne durch ein kleines Wolkenloch strahlte. Einige Momente später war die Ostküste von São Jorge in viele Sonnenstrahlen getaucht – ein grossartiger Anblick! Ich fotografierte glücklich vor mich hin, erkundete die Lavaformationen und erfreute mich an dem schönen morgentlichen Panorama. Ich fand schliesslich ein besonders bizarres Stückchen Fels, über das die Wellen des Atlantiks krachten. Wow, das war ein richtiger Spass! Prainha

PlantIch kehrte zum Haus zurück und wir bereiteten ein herzhaftes Frühstück zu bevor wir zu unserem Tagesausflug starteten. Wir machten einen Spaziergang an der Lavaküste entlang, wo ich einige Langzeitbelichtungen der See und Küstenlinie machte. Wir fuhren weiter zum Leuchtturm von Piedade, wo Gerd und seine Mutter die Lavaküste erkundeten während ich im Auto etwas Schlaf nachholte.

Pico altoWir assen im Haus zu Mittag, als ich bemerkte, dass es über den Bergen aufklarte. So machten wir uns wieder auf den Weg und da war er endlich: der Pico Alto Vulkan in all seiner Pracht! Es ist ein Vulkan in klassischer, sehr attraktiver Kegelform und so suchten nach einem schönen Standpunkt für den Sonnenuntergang. FaialWir fanden ihn schliesslich hoch über Madalena mit einem schönen vom Wind gebeutelten Baum, der sich gut als Vordergrund machte. Wir wurden nicht enttäuscht und die Farben des Sonnenunterganges auf dem Vulkan und über der Insel Faial waren atemberaubend schön. PicoWir blieben bis zur blauen Stunde und warteten schliesslich auf die ersten Sterne – was für ein schöner Anblick für Gerd’s Mutter! Ich war glücklich, dass sie endlich auch einmal die Schönheit der Sterne bewundern konnte.

Wir fuhren im Dunkeln zurück nach Prainha – es war ein langer Tag! Es gab nur noch ein Glas Gute-Nacht-Wein und die süssen Träume übernahmen das Kommando.

Highlight des Tages: Sonnenauf- und -untergang

Diashow:

Santo AmaroIch stand mal wieder allein um halb sechs Uhr auf und fuhr rüber zur Küste von Santo Amaro, die nur ein paar Kilometer von Prainha entfernt ist. Santo AmaroHier befindet sich ein weiterer interessanter Küstenabschnitt mit spektakulären Lavaformationen und die Sonne ging ziemlich dramatisch zwischen den Wolken über São Jorge auf. Es war fast wie ein Déjà-vu, als wieder mehrere Sonnenstrahlen auf die Insel und das Meer schienen!

Leider hatte ich heute Morgen nicht so ausgiebig Zeit und musste mich beeilen, da wir für den Morgen eine Whale Watching Tour bei Espaço Talassa, die als bester Veranstalter gelten, gebucht hatten. Sie fahren nicht nur aufs Meer hinaus, sondern haben während des Trips auch einen Meeresbiologen dabei. Wir fuhren über die Berge hinüber nach Lajes und schlossen uns der Gruppe an. Wir waren nur sieben Leute auf einem Zodiac, wo maximal 12 Leute Platz haben. Unsere Meeresbiologin war Hella aus den Niederlanden und unser Skipper war César, ein junger einheimischer Mann von Pico. Wir bekamen Regenjacken und Schwimmwesten und bestiegen das Zodiac im Hafen. PicoWir wurden bereits gewarnt, dass es schwappig werden würde, aber auf das, was kommen sollte, war ich nicht wirklich vorbereitet! Die See war sehr rau, als wir aus dem geschützten Hafen kamen und César navigierte das Boot über acht Meilen lang gegen die Wellen. Es war unglaublich holprig und wellig und ich fühlte mich wie in einer winzigen Nussschale 😮 Ich bekam ein wenig Panik und konnte mir nicht vorstellen, mehr als drei Stunden unter diesen Bedinungen auszuharren, aber wollte auf der anderen Seite auch nicht die Fahrt verderben. So entschied ich mich, zu einer Schildkröte zu mutieren: Mütze über die Augen und Nase, Kopf zwischen die Schultern – ich kann mich nicht vor etwas fürchten, das ich nicht sehen kann… Diese Strategie funktionierte und nach einer unendlich langen halben Stunde stoppte César das Zodiac und wir sahen zum ersten Mal im Leben zwei wunderschöne, grosse Finnwale in nur 10-15 Meter Entfernung! Sie reisten gemeinsam und tauchten zum Atmen ungefähr alle 30 bis 45 Sekunden auf – das war unser Moment, um die Schönheit und gewaltige Grösse dieser Tiere zu bewundern. BuchfinkDas Wasser war sehr schwappig, aber ich hatte nun keine Angst mehr – was für ein toller Anblick!!! Die Finnwale tauchten erst nach mehr als 10 Minuten ab und wir warteten auf Neuigkeiten vom Beobachtungsturm an Land, mit dem César über Funk verbunden war. Endlich wurde er informiert, dass Pottwale gesichtet wurden und wir jagden zu der Stelle. Und tatsächlich, dort waren sie: zwei Pottwale, ungefähr 30 Meter entfernt. Wenn sie zum Atmen auftauchten, konnte man trotz der starken Dünung die unverwechselbare Kopfform sehen. Sehr cool!! Wir genossen den Trip sehr, auch wenn wir nicht das Glück hatten, Blauwale zu sehen, die sich ebenfalls jetzt in den Gewässern aufhalten. Aber dafür wurden wir von einer Gruppe geselliger Delfine auf der Rückfahrt begleitet und das war auch ein sehr schönes Erlebnis.

Lagoa do CapitaoWir kehrten zum Hafen zurück, bekamen ein heisses Getränk und ein Zertifikat mit der Liste der Tiere, die wir gesehen haben. Es war ein lohnenswerter Ausflug, trotz der Angst, die ich am Anfang hatte! Leider gibt es von den Walen keine Fotos, da wir es vorzogen, die Tiere zu beobachten statt durch den Sucher zu gucken. Das Erlebnis war so einfach intensiver. Pico Alto

Am Hafen trafen wir Gerd’s Mutter und wir fuhren zurück nach Prainha, um trockene Klamotten anzuziehen und gingen zum Mittagessen in das Restaurant im Dorf. Es war eine gute Wahl und sowohl Fisch als auch Fleisch mundeten hervorragend nach diesem aufregenden Ausflug aufs Meer.

Es sah nach einem langen Tag aus, denn das Wetter blieb stabil gut und Gerd und ich fuhren am späten Nachmittag ins Hochland. Das Licht war wunderschön und die vielen kleinen Krater sahen grossartig aus in der üppig grünen Landschaft. Wir parkierten schliesslich am Lagoa do Capitão, wo wir unser Abendbrot mit einigen Finken und einem Entenpaar teilten. Die Sonne bewegte sich zügig Richtung Horizont und ich machte ein paar Fotos mit attraktiven Bäumen im Vordergrund. Wir blieben bis es dunkel war und fotografierten den Pico unter dem Sternenhimmel. Ich probierte auch Sternspuraufnahmen zur anderen Seite, als sich der Pico zu zog, aber leider bildeten sich auch im Norden mehr und mehr Wolken.

Wir kamen erst gegen Mitternacht zurück und fielen nach diesem langen und schönen Tag müde in die Betten.

Highlight des Tages: Whale watching

11. Mai 2013

PicoLeider war unsere Zeit auf Pico schon wieder vorbei und wir würden heute nach São Miguel für die letzten beiden Ferientage zurück fliegen. Aber einen weiteren Sonnenaufgang hatte ich ja noch auf dieser schönen Insel und so fuhr ich am frühen Morgen bei sternenklarem Himmel hinauf ins Hochland. PicoEs war eine goldrichtige Entscheidung und ich wurde mit einem tollen Sonnenaufgang über den Inseln São Jorge, Terceira in der Ferne und Pico belohnt. Ich fuhr weiter die Strecke auf dem Hauptkamm entlang und stoppte hin und wieder für ein Foto, bis das Licht nach einer Stunde wieder von Wolken verschluckt wurde. Diese Art von Fotografie war für meinen Geschmack viel zu hektisch, aber ich hatte ja keine wirkliche Wahl, wenn man nur diese eine Gelegenheit hat! Ich vermisste diesen ersten, völlig verregneten Tag, schmerzlich!

LavaSchliesslich fuhr ich zurück zum Haus, wo wir alle zusammen frühstückten. Pico AirportGerd und ich zahlten die Rechnung, unterhielten uns noch nett mit Jose und beluden das Auto. Wir fuhren nach Lajes, weil Gerd gestern vergessen hatte, T-Shirts als Souvenir im Shop der Whale Watching Agentur zu kaufen. Danach ging es an der Küste entlang nach Madalena, wo wir in einem Café ein leichtes Mittagessen assen, machten ein paar Detail Fotos an der Lavaküste und fuhren zum Flughafen.

O Moinho da BibiCheck-in und Sicherheitskontrolle waren zügig und unser Flugzeug hob sogar 15 Minuten früher ab! Es war wirklich eine lustige Situation: alle Passagiere und Gepäck waren an Board und der Kapitän schloss die Türen und wir flogen ab:) O Moinho da BibiSo kamen wir fast eine halbe Stunde früher in São Miguel an, wo ich wie immer das Auto anmietete, während Gerd mit seiner Mutter auf das Gepäck wartete.

Unsere letzte Unterkunft dieser Reise war die wunderschön renovierte alte Windmühle O Moinho da Bibi in Candelaria. Wir wurden herzlich von Gabriela begrüsst, die uns die Mühle zeigte und ein traditionelles Abendessen, zubereitet im alten Holzofen, gekocht hatte.O Moinho da BibiDie Portionen waren RIESIG: es gab Süsskartoffeln mit Blutwurst und Ananas, Rinderbraten, ein ganzes Hähnchen, einen Gemüseauflauf, Tomaten, einen Pudding als Nachtisch und drei Flaschen leckeren Rotwein. Alles war ausgezeichnet und äusserst schmackhaft und wir genossen das Abendessen sehr. Es war unmöglich, alles aufzuessen und so nahmen wir die Reste mit in die Mühle für den nächsten Tag, was überhaupt kein Problem war.

Ich trauerte immer noch ein wenig mit einem weinenden Auge dem Sonnenuntergang nach. Das Wetter sollte wieder umschlagen und ich befürchtete, dass dies die letzte Gelegenheit sein würde. Und so war es dann leider auch…:(

Highlight des Tages: der Sonnenaufgang im Hochland

Diashow:

MosteirosSchon unser letzter Ferientag! Es regnete, als wir um 5:30 Uhr aufstanden, aber wir fuhren trotzdem los – es war ja die letzte Gelegenheit! MosteirosWir hatten Glück und der Regen war durchgezogen, als wir Mosteiros erreichten, wo ich Fotos der im Meer vorgelagerten hohen Felsen machen wollte.

Ich machte ein paar Fotos in der blauen Stunde und gingen weiter zu einem anderen Standpunkt, wo ich Fotos gegen den roten Himmel im Osten machen konnte. Wir konnten für ungefähr drei Minuten einen kurzen Blick auf die Sonne werfen, bevor sie wieder hinter dicken Wolken verschwand. Ich spielte noch ein wenig mit den Felsnadeln und turnte auf den schlüpfrigen Felsen herum – hat aber richtig Spass gemacht.

Sete CidadesWir fuhren zurück zur Mühle und machten Frühstück. Es war nun auch hier trocken und wir entschieden uns, zu den Kraterseen von Sete Cidades zu fahren. Sete CidadesWie jeder andere Tourist, bewunderten wir den Blick vom Aussichtspunkt Visto do Rei, von dem man einen herrlichen Blick über die Kraterseen und Landschaft geniessen kann. Das Erlebnis wird etwas getrübt von den gewaltigen Ruinen des verlassenen Prachthotels Monte Palace, das seit 1990 geschlossen ist und verfällt. Der Blick über die Kraterlandschaft ist aber wirklich spektakulär, auch wenn das Licht sehr flau war und wir nur ein Erinnerungsfoto knippsten. Und wieder einmal die Erkenntnis, dass zwei Wochen für so viele schöne Motive absolut nicht ausreichen:(

Sete CidadesWir setzten unsere Fahrt bis ins Dorf fort, wo die Einheimischen gerade die Kommunion der Kinder, die traditionell am Sonntag vor Pfingsten stattfindet, in der Dorfkirche feierten. Die Menschen waren fein heraus geputzt, sie trugen Flaggen und Kronleuchter und eine Musikgruppe spielte ein ziemlich trauriges Lied, als sie der Prozession Richtung Dorf folgten. Die lauten Knaller von Feuerwerksböllern markierte kurze Zeit später das Ende der Prozession.

MosteirosAnschliessend passierten wir Mosteiros, um nach einem Standpunkt für den Abend zu suchen und fuhren schliesslich zurück zur Mühle, wo wir die Reste vom fabelhaften Abendessen vertilgten. Leider klarte es gegen Abend nicht mehr auf, aber Gerd und ich fuhren trotzdem wieder nach Mosteiros, um vielleicht noch etwas Abendlicht zu erhaschen. Aber es gab nur einen ganz schmalen rötlich schimmernden Streifen am Horizont, aber ich hatte dennoch Spass beim Fotografieren am letzten Abend. Die grünen Algen auf den Steinen sahen grossartig aus und fügten etwas Farbe zu einer ansonsten eher monochromen Szene hinzu.

Es war schon spät, als wir zur Mühle zurück kehrten und so packten wir noch rasch die letzten Sachen zusammen und gingen schlafen.

Highlight des Tages: Mosteiros

13. Mai 2013

Hotel Monte PalaceWir mussten auch ohne Fotografie heute sehr früh aufstehen, da unser Flug nach Lissabon bereits um 8:25 Uhr abheben sollte. Wir tranken einen schnellen Kaffee und mussten dann die schöne Mühle bereits wieder verlassen. Wann auch immer wir wieder kommen, ist diese schöne Windmühle absolut ein Muss! Wir fuhren los, betankten das Auto und fuhren zum Flughafen, wo wir auf der Anzeigetafel sahen, dass unser Flug mehr als sechs Stunden verspätet war! So stellte ich mich am SATA Schalter an und der freundliche Mitarbeiter tat sein Bestes, uns umzubuchen. Letztendlich gab es am nächsten Tag keine Plätze nach Zürich und wir wurden auf eine Maschine nach Frankfurt gebucht. SATA buchte uns ein Hotel in Lissabon und zahlte ebenfalls für die Taxi Transfers, Abendessen und Frühstück. Natürlich nicht ideal, aber das Beste, was man aus der Situation machen konnte.
Wir fragten bei Ilha Verde nach, ob wir das Auto weiter nutzen konnten und wir hatten für den restlichen Tag noch einen fahrbaren Untersatz – sehr schön!

Hotel Monte PalaceWir checkten das Gepäck ein und tranken einen Kaffee in der Bar während ich versuchte, einen Mietwagen in Frankfurt zu buchen, so dass wir nicht mit der verdammten Deutschen Bahn fahren mussten, aber die Mühe war vergebens – alle Mietwagenanbieter waren ausgebucht!

Wir entschieden uns, zum Aussichtspunkt Visto do Rei zu fahren, um im Inneren des Monte Palace Hotels zu fotografieren. Es war etwas gruselig drinnen, aber auch ziemlich interessant. Die Lifte waren ausgebaut und wir schauten in gähnend leere tiefe Schächte; Toiletten standen im Treppenhaus; die alten Textiltapeten waren über und über mit Schimmel bedeckt – was nicht wirklich überraschte. Es muss einmal ein ziemlich beeindruckendes Hotel gewesen sein, aber der Glanz war schon lange Zeit verblasst und lag nun in Trümmern. Wir verbrachten dort fast eine ganze Stunde mit der Erkundung und fuhren schliesslich nach Ponta Delgada, wo wir in der Stadt zu Mittag assen.

Hotel Monte PalaceEs war nun Zeit, wieder zum Flughafen zu fahren und wir gaben das Auto endgültig zurück und passierten die Sicherheitskontrolle. Der Flug nach Lissabon war noch mehr verspätet (Grund war die späte Ankunft aus Toronto) und es war schon kurz vor 19 Uhr, als wir endlich in Lissabon landeten. Es dauerte dann mehr als 90 (!!) Minuten, um das Flugzeug zu verlassen (es gab nur einen Bus…) und bis wir endlich das Gepäck hatten. Somit war es leider zu spät, um Abends noch etwas in Lissabon zu unternehmen. Wir wollten eine Fado Bar besuchen, hatten dann aber statt dessen ein sehr gutes Buffet Abendessen im Novotel Hotel, wo uns die SATA eingebucht hatte. Wir waren dann auch sehr müde und gingen nach einer erfrischenden Dusche ins Bett.

Highlight des Tages: die Erkundung vom Monte Palace Hotel

14. Mai 2013

Auch unser letzter, unfreiwilliger Tag, begann sehr früh und wir hatten nur knappe 15 Minuten fürs Frühstück, bevor wir mit dem Taxi zum Flughafen fuhren. Check-in war überraschend schnell und wir flogen pünktlich nach Frankfurt ab, wo wir nach 2:45 Stunden landeten. Wir versuchten vor Ort nochmals, ein Auto zu mieten, aber alle Vermieter waren in der Tat ausgebucht und wir mussten Bahntickets kaufen. Gerd’s Mutter entschied sich, in Frankfurt auf ihren gebuchten Zug zu warten und wir brachten sie in die DB Lounge, wo ihr Getränke, Snacks und Zeitungen zur Verfügung standen. Wir assen alle zusammen ein letztes Mal in diesen Ferien zu Mittag, bevor Gerd und ich uns verabschiedeten und den Zug nach Basel nahmen.

So gingen schöne Ferien mit einem Tag Verspätung zu Ende. Wir hatten einiges schlechtes Wetter, aber man kann von einem Ziel wie die Azoren nicht permanent gutes Wetter erwarten und ich denke, uns sind einige schöne und stimmungsvolle Fotos gelungen. Nicht zu vergessen, die vielen neuen Erfahrungen und die netten Menschen, die wir kennen lernen durften.

Wir hoffe, Ihr hattet Spass beim Lesen des Reiseberichts und dem Betrachten der Fotos und danken Euch für Euer Interesse – Sandra & Gerhard.

Wir freuen uns über Euren Besuch unseres Fotoblogs mit aktuellen Fotos und Informationen über unsere Fotoprojekte: SA*GA Photography – Naturfotoblog von Sandra Schaenzer

Diashow:

F a c e b o o k