Adios Gorbeia – Hallo Flysch

Als ich kurz vor vier Uhr mit Kopfschmerzen aufwachte, wusste ich schon, dass es kein perfekter Tag werden würde. Ich konnte auch nicht mehr viel länger schlafen, surfte im Internet und schaute um halb sieben Uhr kurz raus wie das Licht war. Der Manager begrüsste mich mit einem freundlichen Buenos dias, ich trat vor die Tür und sah das schönste rote Morgenlicht auf den Berggipfeln – jetzt schon!!! Ich eilte hinunter auf die Terrasse, baute Stativ und Kamera auf, stellte das Foto ein und… das Licht war schon wieder weg! Ich konnte mein Pech kaum glauben und starrte fassungslos auf die Bergkulisse. Das Licht kam auch nicht mehr wieder – da konnte mich auch der Kaffe, den mir der Manager mit einem fröhlichen Lächeln brachte, nicht mehr trösten. Ich schnappte mir meine 5D II und begann stattdessen mit der Sensorreinigung – sehr frustrierend!!

Wir genossen unser köstliches Frühstück, packten die restlichen Sachen zusammen, plauderten mit dem Manager und zahlten die Rechnung. Wir waren sehr überrascht und erfreut, als er uns zum Abschied eine gute Flasche spanischen Rotwein schenkte – wir mussten es ihm wirklich angetan haben! Die Kommunikation war zwar etwas holprig mit unserem eigentlich nicht existenten Spanisch und seinen Brocken Englisch, aber es zeigte uns, dass Verständnis und Sympathie auch ohne grosse Worte funktionieren.

Wir fuhren schliesslich los und machten einen kurzen Halt am Urkiola Pass, einer wahrlich grossartigen Kulisse. Direkt auf der Passhöhe befindet sich auch ein kleiner Wald mit den schönen, gespaltenen Buchen und wenn man den kurzen Weg auf den Hügel hinauf läuft, kann man ein grossartiges Panorama über die Kalksteingipfel des Nationalparks geniessen. Wir bewunderten die Aussicht, machten davon ein paar Schnappschüsse und fanden schliesslich noch einige attraktive Pilze zum Fotografieren. Das hatte richtig Spass gemacht und sogar meine Kopfschmerzen waren nach den Schmerztabletten endlich verschwunden.

Es war nun schon fast ein Uhr, als wir schliesslich weiter Richtung Getaria, unserem nächsten Ziel für die kommenden drei Nächte, fuhren. Getaria befindet sich am Golf von Biskaya und ist berühmt für seine Altstadt sowie seine ausgezeichneten Fischrestaurants und ist dazu noch perfekt gelegen für die wunderschönen geologischen Formationen: dem Flysch. Wir fanden unser Hotel Ixtas Gain schnell, checkten ein und brachten das Gepäck aufs Zimmer. Unser Raum war eine Junior Suite und dementsprechend geräumig und auch das Badezimmer mit Jacuzzi war eher ein Badesaal. Das Hotel wird geführt von einem reizenden älteren Ehepaar und wir sollten uns hier sehr Willkommen und wohl fühlen.

Nach einer kurzen Pause versuchten wir, den berühmten Flysch bei Zumaia zu finden, aber die Flut war bereits zu hoch und das Wasser verdeckte die Steinreihen. So machten wir wieder frustriert Schluss für heute und gingen in eine gemütliche kleine Bar in der Altstadt, wo wir den für die Region sehr bekannten und guten Wein Txakoli probierten. Es ist ein frischer und fruchtiger Wein, den wir sehr mögen und wir führten nebenbei noch eine nette Unterhaltung mit dem Barbesitzer, ein sehr zuvorkommender und informativer Mann, der uns viel über seine Heimat erzählte. Die Leute aus dem Baskenland sind wirklich sehr freundliche und offene Menschen, die uns immer das Gefühl gaben, gute Freunde und nicht Fremde zu sein.

Wir zogen zum Abendessen weiter in eines der guten Fischrestaurants, wo Gerd eine fantastische Seebrasse genoss während ich ein leckeres Kalbsfilet vom Grill hatte. Als Vorspeise gab es frischen Tintenfisch für Gerd und etwas gesundes für mich: warme kleine grüne Paprika. Dazu eine Flasche Taxkoli und es war ein perfekter Abend. Die baskische Küche gehört wirklich zu den feineren Küchen Europas!

Es ist für uns sehr ungewöhnlich, erst ab acht Uhr abends zu essen und so fühlten wir uns ziemlich voll, als wir zurück ins Hotel gingen. Müde fielen wir nach einem entspannten Bad im Jacuzzi ins Bett.

Highlight des Tages: Urkiola

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