Abschied von Angelina und Fahrt zur Ngorongoro Conservation Area

Etwas wehmütig zumute war es an der Zeit, sich von Angelina und ihrer Crew zu verabschieden. Wir waren hier sehr herzlich aufgenommen worden und Angelina hatte vor allem mit ihrem “Tom” – Gerd – reichlich Spass. Wir tauschten E-Mail-Adressen und machten ein paar Erinnerungsbilder. Unser Heim wurde abgebaut und alle Sachen auf den Anhänger geladen und dann ging es los auf die kurze Fahrt zum Ngorongoro-Krater.

Die Fahrt vom Gate zur Wildlife Lodge war sehr staubig, da es viele LKW´s hatte, die mit Strassenausbesserungsarbeiten beschäftigt waren. Beim ersten Aussichtspunkt bot sich uns der erste atemberaubende Blick in den riesigen Krater, in dem es gerade im nördlichen Teil regnete! Grandios und riesig sind wohl die treffensten Ausdrücke für diesen Anblick. Kurze Zeit später erreichten wir ein Grabmal für Michael Grzimek, der hier bei Dreharbeiten zum Film “Die Serengeti darf nicht sterben” mit dem Flugzeug abgestürzt ist.

Wir fuhren erst zur Simba A Public Campsite, auf der zahlreiche Marabous und Milane ihr Unwesen trieben, wo wir den Anhänger und Paul liessen. Leider musste Paul dort campen, um auf den Anhänger aufzupassen. Das tat uns sehr Leid, denn die sanitären Anlagen dort waren das Schlimmste, was wir bisher gesehen hatten. Wir fragten uns, wie man dort auf die Toilette gehen kann, ohne zu kotzen oder wie man in dem zentimeterhohen Dreck auf dem Boden duschen kann. In unserem Reise Know-How Reiseführer von 2006 ist das schon erwähnt und in der Zwischenzeit hat sich leider nichts geändert. Eine gewisse Grundreinigung am Tag wäre da schon ausreichend – Public Campsite gut und schön, aber bei dem Geld, das die Verwaltung an Eintritt nimmt, sollte wenigstens das drin sein! Steven übernachtete in der Lodge und wir hätten Paul auch gern da gehabt, aber der Anhänger sollte nicht ohne Beaufsichtigung bleiben.

Nun erreichten wir die Wildlife Lodge, wo wir zwei Nächte blieben. Wir assen unseren Lunch in der Lounge und konnten danach das Zimmer beziehen. Die Lodge hat eher den Charme eines Durchganghotels als den einer afrikanischen Lodge, ist aber bei weitem nicht so schlecht, wie sein Ruf. Das Äussere wird gerade renoviert, so dass die Betonmauern verschwinden und die Qualität des Essens ist durchaus gut, ausreichend und vielfältig. Die Zimmer sind etwas abgewohnt, aber trotzdem okay und haben grosse Panoramafenster mit Blick in den Krater – nichts zu meckern!
Nach dem Lunch fuhren wir hinunter in den Krater und wurden von Thompson-Gazellen, Zebra- und Gnuherden begrüsst. An einem kleinen Teich suchten zahlreiche Kronenkraniche, Riesentrappen und Heilige Ibisse nach Nahrung und im Lerai Forest sass ein männlicher Gaukler hoch oben in seinem Baum. Ausserdem sind noch Elefanten lautstark im Wald unterwegs. Die Kronenkraniche sind wunderschöne Vögel und wir genossen es, sie so zahlreich und nah zu bewundern. Es gelangen mir sogar zwei Flugaufnamen – im Flug kann man die schöne Zeichnung des Gefieders besonders schön sehen.

An einem Hippo-Pool fanden wir etwas entfernt vier Löwinnen, die faul dösend in der Sonne lagen. Irgendwie sind Löwen doch die langweiligsten Tiere der Savanne, aber wehe, sie bewegen sich: dann wird die ganze Kraft, Energie und Dynamik dieser Katzen sichtbar und die Faszination stellt sich ein.

Das Licht war an diesem Tag sehr merkwürdig und es wurden nur die kleinen Hügel im Krater von Sonne erfasst – ein schönes Landschaftsmotiv, endlich! Ein kurzer Stop am Toilettenhäuschen und ein kurzer Blick zum Marabou-Schlafbaum und wir mussten den Krater verlassen. Die Fahrt hinauf zur Lodge gestaltete sich auf der schlechten, ausgeschlagenen Piste recht abenteuerlich. Der Pad ist nur in den Kraterrand gehauen und rechts geht es senkrecht nach unten. Ich bekam jedes Mal eine Krise, wenn Steven weit rechts am Rand fuhr und dabei fröhlich pfeifend in den Krater schaute! Aber er hatte die Fahrerei gut im Griff und es gab nie einen Grund zur Panik!
Das Abendessen in der Lodge war wieder gut und reichhaltig – wenn man möchte, aber wir entschieden uns für zwei “Diät-Tage”, da uns Paul bisher doch sehr verwöhnt hatte. Auf dem Zimmer luden wir erneut die Batterien und fielen früh müde ins Bett.

Highlight des Tages: Die Kronenkraniche

Fotogalerie: Ngorongoro Conservation Area I

Vorschaufotos:

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