7. / 8. September: Anderdalen

GryllefjordDer 7. September ist schnell abgehandelt. Es regnete viel, aber wir machten trotzdem eine kurze Fahrt nach Bovaer (keine Adler), Tungeneset (keine Devil’s teeth zu sehen, da die Wolken bis auf halber Höhe hingen) und Senjahopen (der Zahlautomat fürs Tanken funktionierte nicht). Unverrichteter Dinge kehrten wir ins Apartment zurück, wo wir den Rest des Tages mit Lesen und Programmieren verbrachten. Laaaangweilig! Gryllefjord

Der 8. September erwies sich dann als bester Tag unserer Zeit auf Senja! Ich stand um 4:30 Uhr auf und wurde von einem komplett klaren Himmel begrüsst! Wooow, ich hatte schon fast vergessen, wie so ein Himmel aussieht!!! Ich eilte glücklich zum Auto und fuhr rüber zum Moor. Ich parkierte das Auto und blieb noch eine Weile im Auto sitzen, da ich etwas früh dran war. Plötzlich sah ich weissen Rauch aus dem Motor vorne links steigen 😮 ! Ich sprang blitzschnell aus dem Auto, schnappte mir meinen Kamerarucksack und Stativ und entfernte mich etwas vom Auto. Der Rauch stoppte, ich schloss das Auto ab und ging hinüber zu den kleinen Moortümpeln. FinnesaeterEs gab nur wenige Wolken am Himmel, die sich Rot färbten, aber die Bildkomposition funktionierte perfekt mit der Spiegelung der Berge. Bald nach Sonnenaufgang wurden die Berge auf der anderen Seite von goldenem warmen Morgenlicht angestrahlt, während etwas Bodennebel über dem Moor waberte. AnderdalenEs war eine Bilderbuch Stimmung und Spiegelung und ich schoss glücklich meine Fotos. Ich fühlte die Kälte des Morgens überhaupt nicht mehr und genoss diese wunderbaren Momente aus vollen Zügen.

Ich kehrte zum Auto zurück und war sehr erleichtert, dass er ohne Probleme ansprang. Ich fuhr auf die andere Seite und parkierte das Auto am Abzweig zum Fluss nahe Senjatrollet und marschierte rasch zum Flussufer. Das Licht hatte den Fluss und die Birken noch nicht ganz erreicht und ich suchte mir schnell eine geeignete Stelle aus, um das Stativ aufzubauen. Gerade rechtzeitig, als die Sonne die tolle Szene vor mir erhellte, war ich parat und genoss zwanzig weitere aussergewöhnlich schöne Momente. Ich fuhr schliesslich zurück und wir nahmen heute nur ein schnelles Frühstück, damit wir das Beste aus diesem Tag machen konnten.

Wir fuhren wieder in den südlichen Teil von Senja und trafen schnell auf einen schönen kleinen Wasserfall, wo wir eine längere Fotopause einlegten. Der Kontrast vom roten Fels, dem grünen und gelben Laub, dem leichten Nebel und dem wilden Wasser gefiel uns sehr! AnderdalenSchliesslich setzten wir die Fahrt fort, bis wir den kleinen Ort Flakstadvag erreichten. Auf dem Weg dorthin durchfuhren wir drei sehr dunkle, für Norwegen typische Tunnel und ich wechselte jedes Mal vorher von meiner Sonnenbrille auf die normale Brille – besser war das, bevor ich blind durch die Tunnel fahre:) AnderdalenDie Küste gegenüber des Hafens ist sehr dramatisch mit hohen Gipfeln und steil abfallenden Klippen. Wir bummelten gemütlich am Hafen entlang, machten ein paar Fotos und genossen den Wind, die Sonne und die angenehm warmen Temperaturen.

Danach nahmen wir den Weg zurück zur Hauptstrasse und fuhren nochmals den Anderdalen Nasjonalpark an, wo wir dieselbe Wanderung nochmal machten, aber diesmal waren die Bedingungen perfekt. Die Herbstlandschaft sah wunderschön aus mit dem herbstlich gelben Gras, den grünen und roten Blaubeersträuchern, den dunklen Moortümpeln und dem schönen blauen Himmel. Die Farben waren grossartig und wir machten über eine Stunde lang Fotos der Kiefern mit dem Moor und den Tümpeln, bis wir schliesslich bemerkten, dass mehr und mehr Wolken aufzogen. Das gute Wetter hielt noch nichtmals 24 Stunden! Die Sonne versteckte sich dann auch bald hinter Wolken und wir wanderten zurück um Auto und kehrten ins Apartment zurück, wo wir zu Abend assen. Wir waren ziemlich hungrig, da wir zugunsten des schönen Wetters das Mittagessen haben ausfallen lassen 😉

HamnNach dem Essen bemerkten wir ein kleines Loch in der dichten Wolkendecke genau dort, wo sie untergehen sollte. Wir fuhren rasch zu einer Stelle in der Nähe von Hamn i Senja, wo ich einen idealen Vordergrund mit roter Herbstvegetation fand. HamnIch spielte zunächst mit Langzeitbelichtungen bis die Sonne unterging und alles perfekt zusammen kam. So wurden es dann am Ende 1/6 Sonnenauf- und -untergänge. Sehr enttäuschend und wir hatten dieses Jahr wirklich extremes Pech mit dem Wetter:(Wir verbrachten die blaue Stunde in der Bucht von Morvikka, aber starker Regen setzte ein, bevor ich fertig war mit meinem Panorama. Das war er nun also, der einzig gute Tag während unseres Aufenthalts auf Senja:(

Highlight des Tages:
der ganze schöne Herbsttag!

Diashow:

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