18 Stunden Regen in einer der trockensten Wüsten der Welt

Es war eine sehr unruhige Nacht, denn die Gewitter und der Regen dauerten die ganze Nacht an. Immer wieder standen wir auf und schauten staunend auf das aussergewöhnliche Naturspektakel um uns herum.

An schönes Morgenlicht war dann auch nicht zu denken und wir starrten betroffen auf die Seenplatte vor unserem Haus. Auch die Fahrspuren standen hoch unter Wasser.

Es war 10 Uhr morgens und es hatte mittlerweile seit 15 Stunden ununterbrochen geregnet. Weder Wanderungen noch Fahrten mit dem Hilux waren sinnvoll möglich und so schrieb Sandra tapfer am Reisebericht weiter. Ricardo kam auf Besuch und wir konnten sehen, wie er mit seinem Auto durch den Matsch und das Wasser schlidderte. Fahren war also möglich, aber die Gefahr stecken zu bleiben, war ebenso gut möglich. Wir plauderten bei Milchkaffee mit Ricardo und er erzählte uns einiges über die hiesige Vogelwelt und bemerkte, dass er noch nie so viel Regen an einem Stück hier erlebt hatte. Er hatte den Regenmesser abgelesen als er kam und es hatte satte 60 mm geregnet!! Aber er versprach, dass um 13 Uhr die Sonne scheinen sollte! Okay…?

Ricardo fuhr weiter zur Campsite, wo heute eine kleine Gruppe erwartet wurde und wir bereiteten unser Mittagessen vor. Braai fiel buchstäblich ins Wasser und die Steaks brutzelten mal wieder in der Pfanne.

Um 13 Uhr schien dann zwar nicht die Sonne, aber es hörte tatsächlich auf zu regnen – nach 18 Stunden! Es klarte langsam auf und gegen 15 Uhr machten wir eine Rundfahrt auf dem 4×4 Track. Der Regen sickerte erstaunlich schnell in den Sand und die Pads und Dünen waren gut befahrbar.

Die Aussicht von einer der höchsten Dünen auf die Umgebung war atemberaubend schön: unter uns ein Meer von roten Dünen mit grünen Gräsern und hohen Bergen wie dem Tirasgebirge im Hintergrund. Hin und wieder zauberte die Sonne attraktive Farbtupfer in die Landschaft und vor allem der rote Sand leuchtete wunderschön in der Sonne.

Wir näherten uns der grossen Düne und Sandra durchfuhr sie heldenhaft. Geschafft! Mittlerweile war die Unsicherheit fast komplett gewichen, jedoch ohne den Respekt vor den Bedingungen zu verlieren.

Den fantastischen Sonnenuntergang verbrachten wir auf der hohen Düne nahe des Hauses und konnten sogar einige stimmungsvolle Fotos machen. Namibia sieht im grünen Anzug Dank des Regens einfach fabelhaft aus und wir konnten uns an der Farbenpracht kaum satt sehen.

Es wurde dunkel und wir fuhren zurück zum Hideout, wo Gerd ein kleines Abendessen mit Würstchen, Kartoffeln und Brot zauberte.

Mittlerweile hatten sich die Wolken verzogen, es war sternenklar und wir versuchten uns an Sternspuraufnahmen, was uns richtig Spass machte. Das Ergebnis könnt Ihr oben im ersten Eintrag sehen.

Highlight des Tages: der Regenstopp und das zauberhafte Licht der Namib

Fotos aus Namib Rand: Namib Rand Fotogalerie – Teil I

Vorschaufotos:

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