Farewell Spit

13. März 2017

Weiterfahrt zum Farewell Spit - Hallo Sonne! Kilometerstand 92130

Wir fuhren kurz bis Motueka raus, sahen aber bereits, dass es nichts mit Licht zum Sonnenaufgang geben würde und fuhren zurück. Wir legten uns nochmal hin und hörten noch vor dem Einschlafen das Plätschern von Regen!

Schliesslich frühstückten wir, verabschiedeten uns nach einer netten Plauderei von Roger und Stephanie und machten uns auf den Weg ins rund 110 Kilometer entfernte Puponga am Farewell Spit.

Nachdem wir die Takaka Hills überquert hatten und die Golden Bay erreichten, wurde es immer freundlicher und die blauen Lücken in den Wolken immer grösser.

Wir machten einen kleinen Exkurs zu den Wainui Falls, dem grössten und auch schönsten Wasserfall der Golden Bay. Die Wanderung zu dem Wasserfall dauert rund 30 Minuten und führt durch einen schönen Wald mit Nikaupalmen, Rata Bäumen und Farnen und über eine angenehme Hängebrücke. Der Wasserfall führte nach dem Regen der letzten Tage etwas zu viel Wasser und ich hatte Mühe, wenigstens ein paar ansprechende Aufnahmen zu machen, ohne Wasserspritzer auf der Linse zu haben. Aber mit etwas Geduld und der Hilfe einer Duschhaube gelang mir auch dies

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Wainui Falls

Wir wanderten etwas nass zurück zum Auto und machten am Tata Beach eine kleine Mittagspause bis wir schliesslich nach Collingwood fuhren und bei den Farewell Spit Eco Tours eine Tour über den Farewell Spit für den nächsten Tag buchten.

Es waren nur noch rund 25 Kilometer bis nach Puponga und zu unserer Unterkunft, den Farewell Gardens wo wir das Garden Apartment für drei Nächte gebucht hatten. Es befindet sich im Erdgeschoss eines Hauses und hat alles, was man braucht: eine Küche mit Mikrowelle, Kühlschrank, zwei elektrische Herdplatten sowie einer elektrischen Bratpfanne. Das Bad war genauso geräumig wie das Schlafzimmer und es gab einen kleinen Gartensitzplatz sowie eine Waschmöglichkeit.

Diashow Farewell Gardens (Klick für grössere Bilder):
Farewell Gardens Studio

Wir richteten uns ein und fuhren dann hinüber zum Parkplatz des Wharariki Beach. Die Wanderung zum Strand durch die Dünen dauert rund 20 Minuten, aber der erste Blick war erstmal verwundert: wo sind denn die Felsbögen der Archway Islands???? Da wurde es mal wieder offensichtlich, wie wichtig Perspektiven sind und nach ein paar hundert Metern am Strand nach links sahen wir auch den ersten Felsbogen im gewaltigen Felsen. Es war heute sehr windig und der Sand flog nur so durch die Luft - alles andere als gut für die Kameraausrüstung! So suchten wir uns einen etwas windgeschützten Platz und fotografierten bis zum Sonnenuntergang, der nicht ganz so farbenfroh ausfiel, da die Sonne zu früh hinter einer Wolkenwand verschwand

Nichtsdestotrotz war ich mit der Ausbeute bei den Bedingungen zufrieden und wir wanderten zurück zum Auto.

Highlight des Tages: Wharariki Beach

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14. März 2017

Rund um den Farewell Spit

Um kurz vor sechs Uhr war die Nacht vorbei und wir fuhren zum Cape Farewell, was nur eine kurze Autofahrt entfernt lag.

Die blaue Stunde war recht schön, aber es war doch schon wolkiger als erhofft. Beim Sonnenaufgang färbte sich der Himmel eine Weile dramatisch, aber richtig golden wurde es nicht. Ein wenig enttäuscht fuhren wir zurück und holten etwas Schlaf nach.

Unsere Tour zum Farewell Spit kostete 130 Dollar pro Person und startete vom Parkplatz des Visitor Centers um 15:30 Uhr. Der Bus war gut belegt, aber es gab genügend Platz und durch die grossen Panoramafenster konnte man gut die Landschaft bewundern.

Der Farewell Spit ist eine Landzunge, die sich vom nördlichsten Punkt der Südinsel, dem Cape Farewell in Richtung Osten zieht. Diese Nehrung ist ein schmaler Sandstreifen, der das Haff vom offenen Meer abtrennt. Dieser Brackwasserbereich ist sehr flach und bei Ebbe könnte man rund sieben Kilometer an die Wassergrenze laufen. Das ist auch der Grund, warum sich hierher immer wieder Wale verirren und stranden. Gerade einen Monat zuvor waren hier rund 500 gestrandete Pilotwale verendet, was zu den dramatischsten Walstrandungen Neuseelands gehört. Man weiss nicht, was die Tiere dazu veranlasst, aber es gab diese Walstrandungen schon vor vielen hundert Jahren in diesem Gebiet, so dass man Umwelteinflüsse nicht ausschliesslich dafür verantwortlich machen kann.

Unsere Fahrt führte zunächst zum Fossil Point und Tony, unser Guide und Fahrer, machte uns auf 25 Millionen Jahre alte eingeschlossenen Muscheln aufmerksam. Kaum zu glauben, was da vor uns lag und wir waren von diesem Naturwunder höchst fasziniert. Auf der Weiterfahrt am Strand trafen wir auf Seebären, Raubseeschwalben, Elsterscharben und einige Gruppen von Australischen Tölpeln, die am äussersten Ende des Farewell Spits in einer grossen Kolonie brüten. Ein Seebär aalte sich am Strand und liess sich äusserst kooperativ ablichten.

Wir erreichten schliesslich den Leuchtturm und die alten Häuser der früheren Leuchtturmwärter. Diese hatten aufgrund der widrigen Bedingungen Bäume gepflanzt, die die Häuser vor dem Sand schützten und schliesslich auch Land- und Viehwirtschaft erlaubten. Diese Bäume kann man noch vom Festland aus weiter Entfernung sehen.

Der erste Leuchtturm wurde aus Hartholz 1870 errichtet und in Betrieb genommen. Das Holz verrottete allerdings viel zu schnell und er wurde 1897 durch eine Stahlfachwerkkonstruktion ersetzt. Elektrizität kam in den 1930er Jahren durch einen Dieselgenerator hinzu und 1960 wurde er schliesslich an das Stromnetz angeschlossen. Erst 1984 wurde der Turm vollständig automatisiert und vom Maritime New Zealand in Wellington kontrolliert.

Das alte Prisma des mit Öllampen betriebenen Leuchtfeuers wird neben dem Leuchtturm in einer Hütte ausgestellt. Davor blühten einige herrlicher Lilien. Ich liess es mir nicht nehmen, sie wenigstens einigermassen hübsch abzulichten - soweit es das harte Tageslicht zuliess. Im Haupthaus gab es schliesslich Kaffee und Muffins und nach rund einer Stunde fuhren wir am Strand wieder zurück.

Es gab noch einen weiteren Stop in den Dünen und die Sonne war bereits tief genug, um schöne Strukturen in den Sand zu zaubern. Wir hatten nur 15 Minuten und das ist das, was ich an Touren so hasse! Aber es gibt halt nur diese eine Möglichkeit, sich den Spit anzusehen und dann muss man eben das Beste daraus machen!

Nach der Rückkehr fuhren wir rasch hinaus zum Cape Farewell, aber die schönen Farben waren schon fast verblasst und uns blieb nur das Nachglühen. Schade, das Glück war bisher nicht auf unserer Seite. Im Nachhinein hätten wir die Fahrt besser am nächsten Tag gemacht, als es bewölkter war und wir hätten heute den Sonnenuntergang am Cape bekommen. Aber leider war gestern unsere Kristallkugel gerade in der Reparatur...

Highlight des Tages: die Dünen am Farewell Spit

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15. März 2017

Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsträume

Auch heute Morgen versuchten wir am Cape Farewell unser Glück und heute wurden wir nicht enttäuscht! Das Licht war erst ein Traum in Pastelltönen bis die Sonne schliesslich aufging und die Landschaft wieder einmal in ein wunderbares Gold tauchte.

Der Blick über die Steilküste bis zum Ende des Farewell Spit war genauso bezaubernd wie auf die andere Seite zum Cape Farewell, das kurz nach Sonnenaufgang goldig leuchtete. Was für ein schöner Morgen!

Glücklich spazierten wir zum Parkplatz zurück und gönnten uns zurück im Studio ein leckeres Frühstück.

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Farewell SpitCape FarewellWhanganui Inlet

Danach erkundeten wir das Whanganui Inlet, das sich am Abzweig von Pakawau befindet. Es ist eine grosse Lagune mit Meerzugang, sehr schönen Stränden und grünen Bergen. Hier hätte es sich auch bestimmt gelohnt, den einen oder anderen Morgen zu verbringen! Zum Schluss genossen wir den tollen Ausblick auf den Kaihoka Lake und riesige weisse Sanddünen, bevor wir für eine ausgedehnte Mittagspause zurückfuhren.

Am späten Nachmittag wanderten wir dann nochmals zum Wharariki Beach und den Archway Islands. Aber zunächst gingen wir hinüber zu den Tidenpools, wo jetzt bei Ebbe die jungen Seebären herumtollten. War das ein Spass! Die Kleinen spielten miteinander, jagten sich durch den Pool und auf den Sand oder schwammen einfach verträumt auf dem Rücken liegend - einfach zu putzig! Nach einer Weile rief die Seebärenmami zum Rückzug und alle verschwanden Richtung Meer.

Wir wanderten am Strand entlang und trafen auf einen sehr kooperativen Kormoran, der sein Gefieder ausgiebig pflegte und trocknete. Er liess sich dabei von uns überhaupt nicht stören und man konnte fast den Eindruck gewinnen, er würde tatsächlich für uns posieren!

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Neuseeländischer Seebär (Arctocephalus forsteri)Elsterscharbe (Phalacrocorax varius)Sandfisch

Schliesslich kamen wir am hinteren Ende des Strandes an, wo man einen tollen Blick auf das Felsenloch des linken Felsens hat. Es war stark bewölkt, doch die Sonne zauberte zum Schluss doch noch etwas Farbe in den Himmel. Der Höhepunkt war allerdings das Erdschattenlicht, das die Felsen schlichtweg mit Farben verzauberte! Was für eine superfantastische Stimmung!! Atemlos bestaunten wir diesen Farbzauber und blieben, bis die letzten Farben verblasst waren.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir den Ausgang vom Strand in den Busch und liefen mit den Stirnlampen zurück zum Parkplatz. Was für eine schöne Nachtwanderung das noch zum Schluss diesen tollen Tages war!

Den Abend liessen wir dann glücklich bei einem Glas Wein ausklingen.

Highlight des Tages: Erdschattenlicht bei den Archway Islands

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16. März 2017

Weiterfahrt zur Westküste nach Karamea Kilometerstand 92425

Gerd blieb heute Morgen liegen und ich fuhr allein zum Cape Faremont. Es war völlig klar und die Sterne funkelten mit dem Mond um die Wette! Die hügelige Landschaft und die Steilküste sahen im hellen Mondlicht fantastisch aus und die Milchstrasse war auch noch gut sichtbar!

Ich stieg langsam den Hügel hinauf, begrüsste die Schafe und machte immer wieder ein Foto in der wechselnden Lichtstimmung. In den Senken der Täler bildete sich Nebel, der mal stärker, mal schwächer wurde und ein weiteres Highlight bildete. Im Osten färbte sich der Himmel über der Küste und dem Farewell Spit bereits golden - heute gab sich ein Naturerlebnis nach dem Anderen die Hand und ich wusste gar nicht, was ich zuerst machen sollte!

Dann wurde das Licht kurze Zeit blau und kurz darauf leuchtete das Erdschattenlicht in den allerschönsten Farben in Pastellrosa und blau. Ich war ja schon immer Fan der Erdschattenfarben, aber hier in Neuseeland sind sie besonders schön und intensiv - mein Herz lachte! Schlag auf Schlag ging es weiter und die Sonne schob sich über den Horizont. Aus den Pastellfarben wurde Gold und ein Sonnenstern über dem Farewell Spit rundete meinen absolut perfekten Morgen ab. Was für eine grandiose, supermegageile Stunde dies war!!!

Ich lief glücklich zurück zum Parkplatz, wo sich der Nebel gerade lichtete, aber die Sonne noch wunderschön goldenen Nebel im Gegenlicht zauberte - das eine Foto musste dann auch noch sein

Gerd war bereits wach, als ich zurückkehrte und hatte schon die Abreise vorbereitet. Ich trank nur einen schnellen Kaffee mit einem Blueberry Muffin und wir beluden das Auto. Heute lag eine lange Fahrt vor uns: Karamea mit knapp über 400 Kilometern. Eigentlich ein Witz, denn Karamea liegt genau gegenüber der Berge des Kahurangi Nationalparks, aber es gibt nur den Heaphy Track (85 km) zu Fuss auf die andere Seite. Mit dem Auto muss man einmal komplett um die Berge herum fahren!

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Was wir in Karamea gesehen und erlebt haben, seht Ihr im folgenden Kapitel unseres Reiseberichts.

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