Christchurch - Banks Peninsula

22. März 2017

Weiterfahrt an die Ostküste Kilometerstand 93532

Endlich war es am Morgen wieder trocken, aber nicht gut genug zum Fotografieren. So frühstückten wir gemütlich und packten danach unsere Sachen zusammen. Aufgrund der Wettervorhersage hatten wir uns dazu entschlossen, die Gletscher auszulassen und auf die andere Seite auf die Banks Pensinsula zu fahren, wo es freundlicher aussah. Das erwies sich als nicht ganz ideal, da im Nachhinein das Wetter bei Christchurch launischer war als die ersten beiden Tage an der Westküste. Aber wir kannten die Gletscher bereits von 2006 und hatten damals auch einen Helikopterrundflug gemacht. Lake Matheson hatte ich damals auch gut erwischt und so haderte ich nicht allzu sehr mit meinem Schicksal. In der folgenden Diashow seht Ihr ein paar gescannte Dias von 2006.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Lake MathesonFox GlacierHeli Landung auf Fox GlacierFranz Josef Gletscher

Wir fuhren zunächst wieder Richtung Pancake Rocks, weil wir noch eine kleine Wanderung machen wollten. Es ging zunächst am Punakaiki River bis zu einer Hängebrücke entlang und dann hinauf in den Wald mit schönen Farnen. Bald darauf liefen wir zurück und hielten noch an einem originellen Briefkasten an: einer ausgedienten Mikrowelle! Nette Idee :)

Weiter ging es dann an Greymouth vorbei den Arthur's Pass hinauf, wo wir einige schöne Berglandschaften bewundern durften und sogar auf einem Parkplatz auf die ersten niedlichen Keas trafen! Auf der Passhöhe tranken wir einen Kaffee und fuhren dann langsam Richtung Ostküste weiter. Die Landschaft war gewaltig mit riesigen Flussdeltas, wilden Schluchten und markanten Bergen. Die Fahrt machte Spass und das Wetter spielte hier oben auch noch mit!

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Mikrowellen BriefkastenPunakaikiArthurs Pass WestArthurs Pass OstLake Pearson

Wir setzten die Fahrt abwärts Richtung Osten fort, wo wir am Lake Pearson eine kleine Pause einlegten und die dort lebenden Spatzis, Buchfinken und Enten mit Sonnenblumenkernen fütterten. War das eine Schlemmerei :)

Als es dann schliesslich abwärts nach Canterbury ging, fuhren wir in dichte Wolken, die in Nieselregen übergingen. Als wir auf der Banks Peninsula in Diamond Harbour ankamen, war es zwar trocken, aber sehr trüb. Wir hatten hier für vier Tage ein sehr hübsches Häuschen gebucht, das Magical Harbour View. Als wir ankamen, schickte ich der Eigentümerin Gabby eine SMS und kurz darauf kam sie auch schon. Das Haus ist einfach toll mit einem riesigen Wohnraum und offener Küche, einem Traumbad und zwei Schlafzimmern. Der TV verfügt über SKY und es gibt Breitband Internet über WiFi. Von der Terrasse aus hat man (theoretisch - bei gutem Wetter!) einen tollen Blick über die Bucht von Diamond Harbour nach Lyttelon. Gabby hatte uns freundlicherweise Milch, Saft, Brot, Eier und andere kleine Goodies bereit gestellt und nach einer netten Plauderei zogen wir ein.

Diashow Magical Harbour Views (Klick für grössere Bilder):

Den Rest des Abends arbeitete ich am Reisebericht und wir schauten fern.

Highlight des Tages: Arthurs Pass

23. März 2017

Christchurch

Es war kein Sonnenaufgangswetter und wir liessen den Morgen gemütlich mit einem ausgedehnten Frühstück und Fernsehen angehen. Kurz vor Mittag fuhren wir knapp 30 Kilometer nach Christchurch und parkierten am Rande der Stadt. Wir kennen Christchurch noch von der Zeit vor den grossen Canterbury Erdbeben, die viele Teile des historischen Kerns der schönen Stadt zerstört haben.

Wir liefen die Colombo Street entlang und schon bald fiel die rege Bautätigkeit auf, die entweder darauf ausgerichtet war, immer noch Gebäude abzureissen oder neue Gebäude zu errichten. An manchen Stellen hatte man den Eindruck, dass das Erdbeben nicht bereits vor sechs Jahren passiert war, sondern vor einem Jahr. Wirklich erstaunlich, wieviele Ruinen und abgesperrte, weil einsturzgefährdete Gebäude noch standen!

Als erstes passierten wir die Re:START Mall, die nach dem zerstörerischen Erdbeben von 2011 aus Baucontainern aufgebaut wurde , um dem Einzelhandel Lokale zur Verfügung zu stellen. Die Container sind geblieben und mittlerweile zu einer Flaniermeile und Touristenattraktion mit Geschäften, Essbuden und Cafés geworden.

Wir passierten die Bridge of Remembrance (Brücke des Gedenkens), ein 1924 eingeweihtes Kriegerdenkmal, das den neuseeländischen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges gewidmet ist. Später jedoch auch den Teilnehmern an beiden Weltkriegen sowie späteren Kriegen. Seit dem Erdbeben 2011 ist sie aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Wir liefen zur iSite und kauften für 25 Dollar ein Ticket für die historische Strassenbahn, die zum Glück wieder auf ihrer ursprünglichen Strecke verkehrt. Mit dem Ticket kann man beliebig viele Fahrten an einem Tag machen. Vom späten 19. Jahrhundert bis 1954 fuhren die Trams, die zunächst von Pferden gezogen und später mit Elektrizität betrieben wurden, in vielen Teilen von Christchurch. Die schönen Waggons wurden liebevoll restauriert und kehrten auf die Strassen von Christchurch zurück - eine sehr schöne Art, die Stadt zu erfahren, auch wenn viele Anblicke durch die Zerstörungen heute sehr traurig sind.

Am Botanischen Garten steht ein Original Cockpit einer Air New Zealand Boeing 737 aus den 80er Jahren, das man gratis besichtigen kann. Das liessen wir uns natürlich nicht nehmen und waren beeindruckt von den vielen Knöpfen und Hebeln im Cockpit sowie der unglaublichen Enge! Da sind ja sogar die Economy Plätze komfortabler!

Nach der Besichtigung und einigen Schnappschüssen stiegen wir an der iSite Tramstation ein und fuhren zunächst nur ein paar Stationen bis zur New Regent Street. Kurz vorher fährt man kurz hinter dem Victoria Square (der eine einzige riesige Baustelle ist!) an einem grossen Gelände vorbei, wo nur noch Pfeiler und Stahldrähte aus dem Boden schiessen. Dies war das einst höchste Haus mit 18 Stockwerken in Christchurch, das Bürogebäude von Price Waterhouse Corp. Es wurde durch das Erdbeben so stark beschädigt, dass eine Reparatur zu teuer war und es abgerissen wurde.

Die New Regent Street hat wie durch ein Wunder nur sehr wenige Schäden erlitten und die schönen, bunten Fassaden sind alle intakt geblieben. Eine nette Verkäuferin erklärte uns, dass einige Reparaturarbeiten nötig waren, aber starke Zerstörungen ausblieben. Eine kleine historisch erhaltene Insel inmitten der eingestürzten Gebäude!

Wir assen dort zu Mittag und fotografierten die schöne Strasse und die historischen Tramli, die alle 10-15 Minuten durch fuhren. Danach fuhren wir mit der Bahn eine komplette Runde, die circa 50 Minuten dauert und stiegen dann am Cathedral Square wieder aus.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Bridge of RemembranceBotanischer GartenCockpit Boeing 747iSiteNeue Cathedral StationNew Regent Street

Wie desaströs die Erdbeben von 2010 und 2011 waren, kann man nirgends besser sehen als am ehemaligen Wahrzeichen der Stadt, der Christchurch Cathedral. Der Cathedral Square war einst der pulsierende Mittelpunkt der Stadt und ist nun immer noch ein Schatten seiner selbst. Neben der Kathedrale stehen immer noch das stark beschädigte Hauptpostamt und das riesige Millenium Hotel. Die Reparaturarbeiten für das Hotel sollten 2016 beginnen, aber danach sah es nicht aus.

Die 1881 eingesegnete Kirche wurde schon früh immer wieder von Erdbeben beschädigt, doch keins war so schlimm wie die Serie von 2010/2011! Hier einige Infos von Wikipedia:

'Bei dem Christchurch-Erdbeben am 22. Februar 2011 wurde der Kirchturm der Kathedrale zur Hälfte zerstört. Herunterstürzende Trümmerteile beschädigten angrenzende Teile des Gebäudes. Bei einem Nachbeben am 13. Juni 2011 wurde das berühmte 'Rose Window' vollkommen zerstört. Nachdem ein weiteres starkes Nachbeben am 23. Dezember den Zustand der Kathedrale weiter verschlechtert hatte, war das Schicksal des Wahrzeichens von Christchurch lange Zeit umstritten. Am 2. März 2012 wurde bekanntgegeben, dass die Christchurch Cathedral, ..., abgerissen werden solle. Noch im selben Monat begannen die Abrissarbeiten, haben sich aber bisher nur auf den Turm beschränkt, da mehrere Klagen gegen den Abriss erhoben wurden.'

Um die Mittagszeit herum trafen wir auch in der Tat auf den Wizard of New Zealand, der früher vor der Kathedrale seine Polemik über alle möglichen Themen vorgetragen hatte. Nach dem Erdbeben wollte er nicht mehr auftreten, kam dann aber aus Protest zurück, als bekannt wurde, dass die Diocese das Kirchengebäude abreissen lassen möchte.

Wir wanderten am Avon entlang nochmal zur Re:START Mall und schliesslich zurück zum Parkplatz. Ein schöner Ausflug war es nach Christchurch, der aber auch einen traurigen Eindruck ob der immer noch so sichtbaren Zerstörung hinterliess.

Später am Nachmittag fuhren wir die Banks Peninsula Richtung Port Levy und fotografierten die schönen Buchten mit dem türkis farbenen Wasser sowie den Steg von Port Levy, an dem Gerd auch noch eine kooperative Seeschwalbe und einen Kormoran fotografierte.

Es gab leider kein schönes Licht zum Sonnenuntergang - ganz im Gegenteil, es fing wieder an zu regnen. Aber trotzdem haben wir das Beste aus diesem Tag gemacht und viel erlebt.

Highlight des Tages: die Tramfahrt in Christchurch

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Kathedrale vor der ZerstörungKathedrale nach 2011Chief Post OfficeMillenium HotelPrice Waterhouse GebäderesteGedächtnistafelNew Regent StreetCathedral SquareBrücke am Avon RiverRe:START MallRe:START MallDiamond HarbourPort LevyKormoranSeeschwalbe
24. - 25. März 2017

Westliche Banks Peninsula / Bürotag

Ich versuchte mich heute Morgen am Sonnenaufgang, aber ausser einem schwachen rosa Streifen unter den Wolken kam nichts an Farbe, so dass ich mich auch bei diesen Bildern zu Schwarzweiss entschied. Es ist wirklich Schade, denn der Blick über die Buchten zu den Hügeln ist wirklich sehr schön und ich kann mir gut vorstellen, wie schön dies in gutem Licht aussieht!

Gegen Mittag machen wir zunächst einen Ausflug Richtung Port Levy und genossen die Ausblicke auf das türkisfarbenen Buchten mit den Segelbooten. Danach zog es uns auf die andere Seite an den Lake Ellesmere und der Nehrung, die aber ziemlich langweilig war: nur Farmland und von Dünen wie am Farewell Spit nichts zu sehen. Der Strand am Ort Birding's Flat war allerdings sehr schön und der Blick zur Banks Peninsula mit den schroffen Klippen ebenfalls. Die Wellen brachen sich in hohen Wellen am Kiesstrand und wir verbrachten eine Weile damit, diese zu beobachten und zu fotografieren.

Die Bewölkung nahm wieder zu und nach einem kurzen Ausflug ins Okuti Valley, wo es zahlreiche Schwalben gab, fuhren wir zurück nach Diamond Harbour. An einem kleinen Strand bei Charteris Bay wartete dann noch unser Highlight des Tages auf uns: ein Paar der schönen Königslöffler (Platalea regia) pickte im Watt nach Nahrung. Sie liessen uns relativ nah ran und wir freuten uns über einige gelungene Aufnahmen - soweit es das Licht und Wetter eben zuliess!

Es fing an zu regnen und der folgende Tag (25. März) blieb regnerisch und grau. Wir unternahmen ausser einem Spaziergang zum Fähranleger nichts und ich nutzte die Zeit für den Reisebericht. Wirklich sehr Schade!

Highlight des Tages: die Königslöffer

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Diamond HarbourBanks PeninsulaBirding′s FlatSchwalbenKönigslöffler (Platalea regia)
26. März 2017

Weiterfahrt nach Otago Kilometerstand 94196

Es regnete in Strömen, als wir aufstanden und ich arbeitete fleissig weiter am Reisebericht - ich war nun fast wieder auf dem aktuellen Stand :) Wir konnten bis 12 Uhr im Apartment bleiben und machten uns dann so langsam startklar für die knapp dreistündige Fahrt nach Moeraki, wo wir zwei Nächte bleiben würden.

Unsere Erlebnisse bei den Moeraki Boulders und mit den wunderschönen Gelbaugenpinguinen könnt Ihr dann im nächsten Kapitel lesen.

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